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Frage
Welcher Pilz ist der König der Wälder und wird häufig als Herrenpilz bezeichnet?:
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Die letzten Beiträge des Themas - Mycel / Mykorrhiza
Autor Nachricht
  Betreff des Beitrags:  Re: Mycel / Mykorrhiza  Mit Zitat antworten
Siehe auch englische Wikipedia "Aeroponics".

Farne werden ja auch in Hydroponik-Systemen zur Fassadenbegrünung eingesetzt, da müsste die Aufzucht mit Aeroponik auch funktionieren (siehe dazu Tabelle 2 in dieser Literaturstelle (pdf-Datei)
Beitrag Verfasst: Mittwoch, 25. Januar 2017 01:30
  Betreff des Beitrags:  Re: Mycel / Mykorrhiza  Mit Zitat antworten
Ich würde an Deiner Stelle die Weiterkultur nicht in Torf machen, sondern als Aeroponik (Vernebelung von Düngerlösung mittels Ultraschallneblern im Wurzelraum). Damit werden heutzutage Stecklinge bewurzelt (Stecklinge für Balkonblumen, Erdbeeren, Rosen, Baumschulpflanzen, Zimmerblumen, etc.). Da kannst du der Kulturlösung auch Reinkulturen deiner Symbionten zusetzen.
Beitrag Verfasst: Mittwoch, 25. Januar 2017 01:30
  Betreff des Beitrags:  Re: Mycel / Mykorrhiza  Mit Zitat antworten
Ich würde das mit einem Mykorrhiza-Produkt einfach probieren.
Das ist ja eh ne Kombination an Pilzen und den Rest einfach so lassen, wie es ist.
Damit ein Vergleich möglich ist.
Ich sehe nicht, dass man damit irgendwas falsch machen kann.

Langfristig würde ich auch überlegen, auf den Dünger zu verzichten. Aber meinen ersten Versuch
würde ich einmal mit/ und einmal ohne Mykorrhiza machen.

Farne klingt spannend!
Hast du eine Webseite oder so?

Grüße ;)
Beitrag Verfasst: Donnerstag, 11. August 2016 13:49
  Betreff des Beitrags:  Re: Mycel / Mykorrhiza  Mit Zitat antworten
Zitat:
Meist handelt es sich bei den Schadpilzen um irgendwelche Schimmelpilze, die sind unübersehbar.
Manchmal erscheinen auch ganz kleine Fruchtkörper, keine Ahnung von welchen Pilzen.

Ok, bei Schimmel glaube ich wohl, daß sie den Pflanzen schaden könnten.
Ganz kleine Fruchtkörper sind oft Pilze der Gattung Conocybe und kommen öfters mal in Blumentöpfen vor. Die sind harmlos, verdauen einen Teil des Humus und lassen der Pflanze aufgeschlossene Nährstoffe zurück. Auch wenn es keine direkte Symbiose ist, können Conocybe-Pilze sogar vorteilhaft sein.

Wenn Du mal wieder Pilze mit Fruchtkörpern hast, kannst Du ja mal Bilder einstellen, auch mit Längsschnitt der Fruchtkörper, Hut von unten und Sporenabdruck, und Beschreibung auffallender Merkmale

Zitat:
Bisherige Methode - reiner Torf - aufgedüngter Torf - mit Pilz - ohne Pilz - geimpft mit Erde aus erfolgreicher Kultur -
- ggf. sogar Walderde. - Pilz schon beim pikieren - Pilz erst beim Auspflanzen

Da hast Du ja viel vor! Wenn Du zwischenzeitlich berichten magst, ich bin interessiert!

Viele Grüße, Martin
Beitrag Verfasst: Sonntag, 07. August 2016 10:05
  Betreff des Beitrags:  Re: Mycel / Mykorrhiza  Mit Zitat antworten
Erstmal vielen Dank für eure Antworten.

Welche Art Mykorrhiza zu verwenden ist, habe ich recherchiert.
Quelle u.A.: 'Mykorrhizal Relationship in Lycophytes and Ferns' von Marcus Lehnert + Michael Kessler.
Daraus ganz kurz und grob zusammengefasst:
Bei Farnen gibt es dazu nur mikroskopische Untersuchungen, vergleichende Untersuchungen (sybiotischer Effekt ja/nein) im Labor oder Treibhaus gibt es noch nicht.
Beim überwiegenden Teil der 'normalen' Farne fand sich Mykorrhiza, dabei überwiegend Arbuskuläre (Endo-)Mykorrhiza.
Bei 'Sumpffarnen' fand sich nichts, bei wenigen tropischen epiphytischen Farnen und bei einigen 'Trockenfarnen' ( z.B. Mauerritzenfarne ) fand sich Ericoide Mykorrhiza.

@Lauscher
Meist handelt es sich bei den Schadpilzen um irgendwelche Schimmelpilze, die sind unübersehbar.
Manchmal erscheinen auch ganz kleine Fruchtkörper, keine Ahnung von welchen Pilzen.
Die betroffenen Sporophyten sind geschädigt, wachsen nicht weiter und werden ganz langsam gelb.
Kommen sie vorher in neue Erde, wachsen sie manchmal sogar noch eine Zeit, bis sie dann doch gelb werden.
Irgendeinen Mist schleppt man mit in die neue Erde.

Vielleicht muss ich wirklich mal einen vergleichenden Test machen.
Bisherige Methode - reiner Torf - aufgedüngter Torf - mit Pilz - ohne Pilz - geimpft mit Erde aus erfolgreicher Kultur -
- ggf. sogar Walderde. - Pilz schon beim pikieren - Pilz erst beim Auspflanzen
Das sind viele Kombinationsmöglichkeiten und mit jeweils 5 Pflänzchen ist es nicht getan ................. und mind. 1/2 Jahr .........
Schauen wir mal ....

Klaus-Peter
Beitrag Verfasst: Mittwoch, 27. Juli 2016 09:43
  Betreff des Beitrags:  Re: Mycel / Mykorrhiza  Mit Zitat antworten
Ich hab mal etwas nachgelesen:
Soweit ich bisher erkennen konnte, handelt es sich bei der ericoiden Mykorrhiza um eine Spezialform der Endomykorrhiza, die auch als arbuskuläre Mykorrhiza bezeichnet wird.
(Jetzt raucht mir etwas der Kopf ... :-P)
Beitrag Verfasst: Dienstag, 26. Juli 2016 21:04
  Betreff des Beitrags:  Re: Mycel / Mykorrhiza  Mit Zitat antworten
Klaus-Peter hat geschrieben:
ich hoffe hier einen echten Experten zu finden.
Am besten wendest du dich an einen Professor auf dem Fachgebiet.

Eine grundsätzliche Frage habe ich:
Ist das was als Mykorrhiza bezeichnet wird, der Teil des Mycels das in symbiotischem Kontakt zu den Wurzeln anderer Pflanzen steht ?

Zitat:
Ericoide Mykorrhiza ist eindeutig falsch. Beim überwiegende Teil der Farne die auf frischem bis feuchtem Boden leben findet sich Endomykorrhiza.
Guck vielleicht mal hier: http://www.ipb-halle.de/myk/start/C21/index.html#
Beitrag Verfasst: Dienstag, 26. Juli 2016 20:57
  Betreff des Beitrags:  Re: Mycel / Mykorrhiza  Mit Zitat antworten
Hallo Klaus-Peter,

Zitat:
ich hoffe hier einen echten Experten zu finden.

Nun, das bin ich nicht, sorry. ;-) Ich versuche trotzdem, Deine Fragen zumindest ein Stück weit zu beantworten.


Zitat:
Ist das was als Mykorrhiza bezeichnet wird, der Teil des Mycels das in symbiotischem Kontakt zu den Wurzeln anderer Pflanzen steht ?

Als Mykorrhiza bezeichnet man ganz allgemein die Symbiose zwischen Pilz und Pflanze. Es ist damit kein spezifischer Teil gemeint. Die Symbiose insgesamt bezieht den ganzen Pilz und die ganze Pflanze mit ein. Der gesamte Pilz versorgt die gesamte Pflanze mit z.B. Wasser und Mineralien, die ganze Pflanze versorgt den ganzen Pilz z.B. mit Glukose.

Die verschiedenen Mykorrhiza-Arten unterscheiden sich in der Art, wie Wurzel und Pilz sich verbinden. Manche Pilze können sogar in den Blättern der Pflanzen leben. (Wohlgemerkt als Nützling, nicht als Schädling).
Die Art der Mykorrhiza ist im Wesentlichen von der Pilzart abhängig. Viele Pilze gehen nur mit sehr ausgewählten Pflanzen eine Partnerschaft ein, andere sind eher Generalisten, die mit fast jedem können.

Zitat:
Grundsätzlich kann man sagen, dass mit fortschreitender Kulturdauer und wechselnden Substraten, der Einfluss von Schadpilzen immer größer wird.

Wie genau zeigen sich die Probleme? Woran erkennst Du die Schadpilze?

Zitat:
Ich möchte mein eigenes Substrat mischen.
Ich stelle mir vor aufgekalkten Weißtorf mit rein organischem Dünger leicht aufzudüngen und mit einem Mykorrhiza-Produkt zu impfen.
Davon verspreche ich mir Reproduzierbarkeit, einen gewissen Schutz vor Schadpilzen und ein natürliches gesundes Wachstum.

Das klingt nach einem guten Plan.

Zitat:
Ein Gärtner und angeblicher Mykorrhiza-Experte riet mir dazu Ericoide Mykorrhiza einzusetzen und auf den Dünger zunächst ganz zu verzichten.
Ericoide Mykorrhiza ist eindeutig falsch. Beim überwiegende Teil der Farne die auf frischem bis feuchtem Boden leben findet sich Endomykorrhiza.

Ich würde das nicht ganz von der Hand weisen.
Eine schnelle Suche führte mich zu einer Beschreibung der ericoiden Mykorrhiza, die auch Farne als Partner nennt.
Das Besondere an ericoiden Mykorrhizapilzen ist wohl, daß sie Pflanzen auf besonders nährstoffarmen Böden unterstützen und in der Lage sind, selbst in solch nährstoffarmer Umgebung zu gedeihen. Viele Pilze, besonders z.B. Schimmel, sind auf nährstoffreiches Substrat angewiesen.
Die Kombination Farn+Ericoide Mykorrhiza+nährstoffarmer Boden würde es vielen anderen Pilzen wahrscheinlich schwer machen.
Zitat:
Zum Verzicht auf jegliche Düngung:
Falls dem Torf kein organischer Dünger zugesetzt wir, wovon ernährt sich dann das Mycel ?
Würden eure Speisepilze auf Torf wachsen ?

Mit Torf habe ich noch keine Experimente gemacht. Ich denke mir, Torf enthält noch erhebliche Mengen an Zellulose. Die kann z.B. vom starkwüchsigen Austernpilz verwertet werden.
Die Empfehlung "nährstoffarm" ist sicher im Zusammenhang mit der Ericoiden Mykorrhiza zu verstehen, für die das einfach richtig ist.
Bei anderen Mykorrhizapilzen kann Düngung in kleinem Maß sinnvoll sein. Jedoch kein Kunstdünger, der ist eher kontraproduktiv für Pilze.
Zitat:
( aber bitte nicht... nimm doch einfach Walderde.... )

Auch nicht für einen Versuch abseits der anderen Farnpflanzen? Wenn Du Walderde von der Wurzel eines Farnes nimmst, enthält sie sehr wahrscheinlich Mykorrhizapartner. Außerdem massig andere Kleinstlebewesen, die bereits ein stabiles Gleichgewicht aufgebaut haben.
Zitat:
Falls sie super wachsen und man nicht weiß wie man das reproduzieren kann, ist das fast genau so schlimm.

Möglicherweise hat sich bei den super wachsenden Farnen von selbst eine vorteilhafte Mykorrhiza entwickelt. Es wäre ein guter Versuch, Erde von diesen Farnen zu nehmen und damit die Erde von Jungpflanzen zu beimpfen.

Welche Pilzarten ganz konkret eine Mykorrhiza mit Farnen eingehen, könntest Du vielleicht recherchieren. Also nicht nur Überbegriffe, sondern konkret botanische Namen einzelner Arten. Allerdings ist die Mykorrhiza ein nur gering erforschtes Gebiet und auch beim Farn sicher noch vieles unbekannt.
Kennt man konkret einzelne Arten, kann man diese vielleicht gezielt heranzüchten.

Viele Grüße, Martin
Beitrag Verfasst: Dienstag, 26. Juli 2016 16:36
  Betreff des Beitrags:  Mycel / Mykorrhiza  Mit Zitat antworten
Hallo Pilzexperten,

ich hoffe hier einen echten Experten zu finden.

Eine grundsätzliche Frage habe ich:
Ist das was als Mykorrhiza bezeichnet wird, der Teil des Mycels das in symbiotischem Kontakt zu den Wurzeln anderer Pflanzen steht ?

Rein praktisch geht es mir darum:
Ich vermehre Farne über Sporenaussaat. Bis zur Entwicklung der Sporophyten funktioniert das meistens ganz gut. ( bei entsprechender Hygiene )
Problematischer sind die beiden nächsten Schritte. Pikieren der Sporophyten und, falls erfolgreich, Weiterkultur der Jungpflanzen.
Grundsätzlich kann man sagen, dass mit fortschreitender Kulturdauer und wechselnden Substraten, der Einfluss von Schadpilzen immer größer wird.
Ich möchte mein eigenes Substrat mischen.
Ich stelle mir vor aufgekalkten Weißtorf mit rein organischem Dünger leicht aufzudüngen und mit einem Mykorrhiza-Produkt zu impfen.
Davon verspreche ich mir Reproduzierbarkeit, einen gewissen Schutz vor Schadpilzen und ein natürliches gesundes Wachstum.

Ein Gärtner und angeblicher Mykorrhiza-Experte riet mir dazu Ericoide Mykorrhiza einzusetzen und auf den Dünger zunächst ganz zu verzichten.
Ericoide Mykorrhiza ist eindeutig falsch. Beim überwiegende Teil der Farne die auf frischem bis feuchtem Boden leben findet sich Endomykorrhiza.
Zum Verzicht auf jegliche Düngung:
Falls dem Torf kein organischer Dünger zugesetzt wir, wovon ernährt sich dann das Mycel ?
Würden eure Speisepilze auf Torf wachsen ?

Falls jemand eine Antwort darauf hat oder auch zum Substrat eine ganz andere Idee, wäre ich sehr dankbar.
( aber bitte nicht... nimm doch einfach Walderde.... )
Die Kultur von Farnen ist sehr interessant aber auch sehr langwierig. Sporen von seltenen Spezies sind nur schwer zu bekommen.
Es ist daher übel wenn nach vielmonatiger Kultur die Pflänzchen plötzlich rückwärts wachsen und man den Grund nicht kennt.
Falls sie super wachsen und man nicht weiß wie man das reproduzieren kann, ist das fast genau so schlimm.

Klaus-Peter
Beitrag Verfasst: Dienstag, 26. Juli 2016 11:13

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