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 Betreff des Beitrags: Brasilianischer Mandelegerling - Agaricus brasiliensis
BeitragVerfasst: Sonntag, 21. Februar 2010 01:56 
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Agaricus blazei Murill
Agaricus brasiliensis
Agaricus subrufescens
Brasilisanischer Mandelegerling


Allgemein:
Der Agaricus blazei Murill wird in Japan und China, vereinzelt, tendenz steigend, auch in den USA schon seit einigen Jahren erfolgreich kultiviert. Nachdem bekannt geworden ist, dass dieser Pilz nicht nur krebshemmend wirkt sondern auch Krebspatienten welche bereits im Stadium IV erkrankt waren ihre Gesundheit enorm verbesserte, interessierten sich auch grosse Pharmakonzerne für diesen Pilz.
Neben diesem schönen „Neben-Effekt“ ist dieser, ursprünglich aus Brasilien stammende Pilz, auch kulinarisch ein einmaliger Pilz.
Der Pilz sorgte allerdings für eine Menge Verwirrung: So wurde dieser Pilz 1972 bekannt als Agaricus blazei Murill. Genetische Untersuchungen zeigten jedoch vor ein paar Jahren, dass es sich hierbei um den bereits länger bekannten Agaricus brasiliensis handelt. Ende Dezember 2006 erschien in einem der grössten Magazine für Mykologen ein Bericht, in welchem geschrieben wurde, dass es sich beim Agaricus brasiliensis gar um den gleichen Pilz wie dem Agaricus subrufescens handeln soll. Wenn dem so ist, wären die Namen Agaricus blazei Murill und Agaricus brasiliensis nichtig und demnach den ältesten Namen Agarius subrufescens tragen.
Da der Agaricus blazei Murill aber bereits unter dem Namen vermarktet wird und unter Pilzzüchter wie auch unter Laien bekannter ist als unter dem Namen Agaricus subrufescens, wird der Name ABM wohl kaum mehr von der Bildfläche verschwinden.


Standort:
Der Agaricus blazei Murill wächst Ursprünglich in Brasilien, einem Vorort von Sao Paulo. Es wurden inzwischen aber auch wilde ABM Pilze in Florida gefunden. Sie haben sich genetisch bereits minimal vom brasilianischen ABM verändert und schmecken etwas anders. Ansonsten ist dieser Pilz identisch mit dem aus Brasilien.
Agaricus blazei Murill bevorzugt sehr hohe Temperaturen, 25°C sind beretis das minimum, besser sind Temperaturen um die 27°C-30°C. Er wächst bevorzugt auf fetten Wiesen und gut kompostiertem Mist.
Paul Stamets züchtete den ABM sogar erfolgreich auf Holzschnipseln. Da das Spawn run (durchwachsen des Nährbodens durch das Myzel) aber sehr lange dauert und die Erträge relativ gering sind, ist dies aus kommerzieller sicht aber nicht interessant, als Hobbyzüchter aber sicherlich mal einen Versuch wert.

Aussehen:
Der ABM hat die klassische Agaricus form, jedoch wird der ABM grösser als die meisten Agaricus Arten, insbesondere den Wildpilzen gegenüber. Gewichte von 500gr/Pilz sind keine seltenheit. Der Hut erreicht ausgebreitet einen Durchmesser von 7-25! cm. Geschlossen ist er konvex, aber etwa abgeflacht auf den Seiten. Die Hutfarbe ist jetzt Schokoladenbraun. Hat sich der Hut geöffnet ist er flach und von einer weissen Farbe, im Alter spaltet er sich leicht an den Seiten.
Der Stamm ist sehr kräft gebaut, vielleicht zu vergelichen mit dem eines Steinpilzes, jedoch von weisser Farbe mit einem leichten gelben touch.
Beim kochen erhält frischer ABM eine schöne Gold-Gelbe Farbe.


Geschmack:
Geschmacklich ist dieser Pilz etwas einmaliges. Er hat eine leichte Süsse. Der Pilzgeschmack ist nur im Hintergrund wahrnehmbar. Frischer ABM hat darüber hinaus einen intensiven Mandelgeschmack der aber bereits nach 3 Tagen verloren geht. Aus diesem Grunde wird er auch Mandelegerling genannt. Durch die Kombination der leichten Süsse dem intensven Mandelgeschmacks des ABM`s eröffnen sich ganz neue Perspektiven für die Verwendung dieses Pilzes in der Küche.

Heilwirkung:
Dem ABM werden diverse Heilwirkungen zugeschrieben. Versuche um Tumore zu bekämpfen zeigten sensationelle Ergebenisse. Probanten die bereits im Krebsstadium IV waren konnten, durch die Einnahme von getrockenten ABM-Pilzen, wieder aktiv am Leben Teilnehmen. Grosse Pharmakonzerne führen seit einigen Jahren Versuche mit diesem Pilz durch.


Nährwert:


Zucht:

Substrat:
Zum Klonen und für die Sporenkeimung eignen sich die üblichen Agar-Rezepturen wie MEA, PDA, PDYA oder auch Stroh mit Mist oder Kompost. Als Fruchtungssubstrate können neben den üblichen Kompostsubstraten für Champignons auch Holz- und Strohsubstrate mit Kleie eingesetzt werden. Verbrauchte Seitlingssubstrate scheinen sich als Zusatz zu eignen.

Casing:
Nach dem Durchwachsen des Substrates muß pasteurisierte oder unbehandelte Deckerde aufgetragen und für mehr Belüftung gesorgt werden, um die Primordienbildung und Fruchtkörperentwicklung einzuleiten.

Temperatur:
Das Mycel benötigt Temperaturen über 20°C. Meist kommt das Wachstum erst bei ca. 22°C richtig in Gang, während zwischen 25 und 30°C das Optimum liegt. Bei über 35°C stirbt das Mycel ab.

Luftfeuchte

Co2


Besonderes:
Der Agaricus blazei Murill wird immer bekannter. Desto trotz kann man aber ruhig noch von einem praktisch unbekannten Pilz sprechen. Wohl nur Pilzzüchter- und Kenner kennen diesen ausserordentlich schmackhaften aber schwer zu züchtenden Pilz. Wohl nicht zuletzt ist deshalb der Preis dieses Pilzes so astronomisch hoch. Ein weiterer Grund dürfte auch daran liegen, dass Japan rund 90% des Weltmarktes (was ca. 90 Tonnen entspricht) aufkauft.

Schwierigkeitsgrad:
Mycelwachstum: mittel
Fruchtung: schwer


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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilianischer Mandelegerling - Agaricus brasiliensis
BeitragVerfasst: Mittwoch, 03. November 2010 23:27 
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Ehren - Member
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Beiträge: 408
Wohnort: Wentorf bei Hamburg
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Myzel auf MEYA nach ca. 4 Wochen bei ca. 20 °C


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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilianischer Mandelegerling - Agaricus brasiliensis
BeitragVerfasst: Montag, 23. April 2012 13:37 
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Neuling

Registriert: Montag, 13. August 2007 16:47
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Wer hat diesen Pilz in den letzten Jahren zum fruchten bekommen?
Zu spät gefunden, hier z.B: viewtopic.php?f=14&t=2158


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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilianischer Mandelegerling - Agaricus brasiliensis
BeitragVerfasst: Montag, 23. April 2012 20:53 
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Neuling

Registriert: Montag, 13. August 2007 16:47
Beiträge: 48
Schwermetalle: Laut Stamets konzentriert er cadmium, blei, kupfer und quecksilber.
Besonders bei chinesischen Produkten konnte man deutlich mehr cadmium ggü amerikanisch aufgewachsenen Pilzen feststellen.

Er futtert auch Bakterien wie z.B. Esch. Coli.

Fruchtungstemperaturen 21 - 35 °C (stamets)


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 Betreff des Beitrags: Re: Brasilianischer Mandelegerling - Agaricus brasiliensis
BeitragVerfasst: Sonntag, 09. November 2014 21:48 
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Ehren - Member
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Registriert: Freitag, 07. November 2014 22:52
Beiträge: 311
Danke für die ausführliche bschreibung.

Ist ein echt schöner Pilz , aber ob er wirklich in meine Zuchtbox kommt weis ich noch nicht so genau.

_________________
Alle Pilze sind essbar , manche nur einmal ;-)


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