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 Betreff des Beitrags: Plattengießmaschine
BeitragVerfasst: Sonntag, 19. Februar 2017 13:41 
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Ehren - Member
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Auch auf die Gefahr, dass ihr mich für verrückt erklärt: Ich habe gerade tatsächlich über einen Plattengießmaschine nachgedacht. :lol:

Ich stelle mir das so vor: Ein Stapel (20 Stück) produktsteriler Kunststoffpetrischalen soll Platte für Platte, von unten nach oben, mit vorher sterilisiertem Agarmedium befüllt werden.

Dafür bietet sich HT-Abflussrohr aus dem Baumarkt an, wenn es edler aussehen soll auch (durchsichtiges) Acrylrohr. Im Idealfall passen die Petrischalen genau rein.

Nun müssten folgende Schritte automatisch ablaufen:

A1. Anheben des Deckels der Petrischale mit dem darüber befindlichem Stapel (ganz unten angefangen).
A2. Bewegen des Füllarms in den Spalt (seitliches Schwenken).
A3. Befüllen der Petrischale mit flüssigem, warmen Agar über eine Membran- oder Perestaltikpumpe.
A4. Wegschwenken des Füllarms.
A5. Deckel wieder senken (aufsetzen).
A6. Bewegen des Stapels um jeweils eine Petrischalenhöhe nach oben.

... und wieder von vorne, bis alle 20 Platten gegossen sind.

Zu achten ist dabei besonders darauf, dass alles steril bleibt. Alle Teile, die mit Agar in Berührung kommen, müssen autoklavierbar sein. Ferner darf das Medium keinesfalls im Schlauch abkühlen und fest werden. Der Schlauch muss also entweder beheizt oder gut isoliert werden.

Den flüssigen Agar könnte man z. B. über eine Membranpumpe in die Petrischale pumpen. Also z. B. den Deckel eines Glases mit einem Schlauch und Sterilfilter versehen, wo Luft rein gepumpt wird und durch einen anderen Schlauch, der an ein Tauchröhrchen im Deckel angeschlossen wird, das Medium in die Petrischale leiten. Der Schlauch müsste möglicherweise beheizt werden, vielleicht geht es aber auch ohne. Natürlich darf auch der Agar im Glas nicht so weit abkühlen, dass er erstarrt. Großzügig geschätzt sollte die Befüllung einer Petrischale locker in unter 8 Sekunden zu schaffen sein, ein Stapel von 20 Petris wäre also in weniger als drei Minuten gegossen. 8)

Die Befüllung mittels Membranpumpe ist nicht ganz ideal, da sich das Glas mit dem Agar leert und entsprechend zunehmend mehr Luft da ist, die (im Gegensatz zu Flüssigkeiten) komprimiert werden kann. Man erzeugt also einen Druck im Glas, der seinerseits den Agar durch den Schlauch in die Petrischale befördert. Dieser Druck würde bei zunehmendem Volumen langsamer abgebaut.

Alternativ könnte man auch einfach die Gravitation nutzen, dafür muss der Agar dann aber natürlich oberhalb der zu begießenden Platte stehen. Verschließen eines Schlauches ginge recht einfach durch Quetschen des Schlauches (per Motor oder Elektromagnet).

Hm, theoretisch könnte man den gleichen Stapel nach dem Erkalten mit der gleichen Maschine mit Flüssigmycel beimpfen. Sofern sichergestellt ist, dass da nichts verstopft. Aber das wäre für Gläser (Körnerbrut) sicherlich interessanter, als für Petris.

Was haltet ihr davon? Wer hat noch Ideen? Noch bin ich mir zwar nicht sicher, ob und wann ich das in die Realität umsetze, aber im Moment begeistert mich die Idee. :)

Grüße

Oliver


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 Betreff des Beitrags: Re: Plattengießmaschine
BeitragVerfasst: Sonntag, 19. Februar 2017 14:00 
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Ehren - Member
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Zitat:
Auch auf die Gefahr, dass ihr mich für verrückt erklärt:

:mrgreen:
Zitat:
Was haltet ihr davon? Wer hat noch Ideen? Noch bin ich mir zwar nicht sicher, ob und wann ich das in die Realität umsetze, aber im Moment begeistert mich die Idee. :)

Interessant wäre es, aber ich denke dass es nicht so einfach umzusetzen ist, weil es eben einige Anforderungen erfüllen muss. Hier eine Anmerkung: Ich weiss nicht inwiefern man das anwenden kann und ich weiß dass es sehr teuer ist, aber vllt kann man das Prinzip von so einer automatischen (Multi)Pipette anwenden.

vG
Julius


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 Betreff des Beitrags: Re: Plattengießmaschine
BeitragVerfasst: Sonntag, 19. Februar 2017 14:27 
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Nö, Multipipetten eignen sich für liquid handling bei Mikrotiterplatten, aber nicht für das Gießen von Petrischalen. Zudem muss es nicht so genau sein und solche Pipetten sind teuer. Multipipetten kenne ich nur bis 300 µl pro Spitze und das auch nur, wenn man die entsprechenden Spitzen kauft (normalerweise 200 µl). Man bräuchte aber 15-20 ml pro Platte. Die Abstände zwischen den Spitzen ist auch viel zu gering, um damit 8 Platten parallel zu gießen. So viele Platten gleichzeitig zu öffnen ist zudem ungleich komplizierter, als eine nach der anderen.

Oder meinst du einen Pipetboy? Das würde schon eher gehen, ist mir aber insgesamt viel zu groß. Den Vorratsbehälter mit dem flüssigen Agar würde ich auch gerne geschlossen (steril) halten.

Ich grübele schon fleißig darüber, wie ich das umsetze. Eigentlich wollte ich den Plattenstapel bewegen. Das hätte aber den kleinen Nachteil, dass das Gerät nicht nur doppelt so hoch sein wird, wie ein Stapel, sondern 3x so hoch bei Bewegen des Plattenstapels durch einen Motor an einer Gewindestange, die obenauf einen Teller für den Stapel hat. Das scheint mir aber bislang trotzdem die beste Lösung zu sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Plattengießmaschine
BeitragVerfasst: Sonntag, 19. Februar 2017 14:55 
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Oliver
Ständerpilz hat geschrieben:
für verrückt erklärt


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 Betreff des Beitrags: Re: Plattengießmaschine
BeitragVerfasst: Sonntag, 19. Februar 2017 22:04 
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mariapilz hat geschrieben:
Oliver
Ständerpilz hat geschrieben:
für verrückt erklärt
:lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Plattengießmaschine
BeitragVerfasst: Mittwoch, 02. August 2017 01:49 
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Neuling

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Hey,

Die beste Lösung für das Pumpen des flüssigen Agars wär wohl eine Peristaltikpumpe (Schlauchquetschpumpe). Dabei kann man die Flasche mit Medium und den Silikonschlauch zusammen autoklavieren. Da denke ich an eine Laborglasflasche (Schottflasche) mit Sterilfilter am Deckel. Ein Glasapparatebauer kann für wenige Euro im unteren Bereich einen Auslass anbringen, woraus der Agar gepumpt werden kann. Der Silikonschlauch sollte vielleicht mit einem Heizdraht beheizt werden, da sich sonst der Agar schon im Schlauch verfestigen würde. Jetzt fehlt also nur noch die Mechanik zum Wechseln der Petrischalen. :lol:

Ich habe noch eine professionelle Agarplattengießanlage gefunden. Falls jemand 800 Agarplatten pro Stunde benötigt, wird hier glücklich. Eine PDF darüber gibt es auch.
Videos gibt es darüber auch: Hier und hier

Ich finde die Idee einer automatischen Plattengießanlage sehr cool. Nur brauche ich niemals so viel Platten auf einmal und ich kann gar nicht so viel Medium in meinem kleinen Dampfkochtopf sterilisieren :lol: Aber es geht ja auch um den Spaß am Basteln und am Automatisieren. :D

Viele Grüße,
Oettel


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 Betreff des Beitrags: Re: Plattengießmaschine
BeitragVerfasst: Mittwoch, 02. August 2017 02:24 
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Hallo Oettel,
das sehe ich ganz genauso, ohne Schlauchheizung geht es nicht. Statt Perestaltikpumpe würde ich vermutlich einfach die Schwerkraft nutzen und den Schlauch zur Dosierung von außen "abklemmen" und für jede Platte kurz öffnen. Aber letztlich brauche ich so viele Platten auch nicht und habe daher nie wirklich an der Umsetzung gearbeitet.
Grüße,
Oliver (zur Zeit auf dem Ärmelkanal)


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 Betreff des Beitrags: Re: Plattengießmaschine
BeitragVerfasst: Mittwoch, 02. August 2017 02:47 
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Neuling

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Hey Oliver,

Die Schwerkraft zu nutzen, ist bestimmt die einfachste Lösung, weil man sich die Pumpe spart. Die Pumpe kann sehr leicht ausgelitert werden. Dann läuft die Pumpe für ein paar Sekunden, um die jeweilige Petrischale mit zum Beispiel 20 ml Agar zu füllen. Das Problem an der Schwerkraftmethode ist aber, dass der hydrostatische Druck mit der Abfüllzeit abnimmt. Wenn also das Schlauchöffnen immer gleich lang dauert, ist in den letzten Petrischalen weniger Agar, weil der Agarspiegel im Behälter sinkt. Wenn man das mit einem Raspberry Pi baut, kann man natürlich auch die Zeit für das Schlauchöffnen mit dem Füllstand im Agarbehälter ins Verhältnis setzen und die Öffnungszeiten entsprechend regeln.

Wie ich sehe, sind das viele Anregungen für einen zukünftigen Plattengießmaschinenbauer :lol:

Viel Spaß auf dem Ärmelkanal,
Oettel


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 Betreff des Beitrags: Re: Plattengießmaschine
BeitragVerfasst: Mittwoch, 02. August 2017 17:34 
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Das ist kein Problem, das kann man berechnen. Ich würde das sowieso mit einem Mikrocontroller machen.


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