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 Betreff des Beitrags: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Donnerstag, 11. Januar 2018 15:03 
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Neuling
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Hallo Pilzverrückte, Chitinesser, Schimmelskeptiker und Schnellkochtopfzweckentfremder.

Ich kenn mich zwar gut mit Pilzbestimmung und Zeckenentfernung aus, hab mich aber noch nicht an Kultivierung gewagt.
Neulich kam ein Bericht Auf 3sat über „Lichtpilze“. Hört sich esoterisch an, sind aber einfach Austernseitlinge, die kurz mit UVB bestrahlt werden und so Vitamin D bilden.
Das war der Auslöser, um mich im Netz umzuschauen und so bin ich bei euch gelandet.

Ich wohne in einer kleinen Stadwohnung mit Balkon und habe mehr Zeit als Geld.
Habe mich ein wenig eingelesen und einfach mal Stücke von Austernseitlingen zwischen Wellpappe in Marmeladengläser "eingelegt". Ausgekocht, aber nicht steril. Mal schauen, was passiert. Kostet ja nix, bis auf einen Euro für Pilze von meinem Gemüsetürken. Der verkauft auch Kräuterseitlinge.

War heute bei „Futterhaus“ und hab mir einen Sack mit 8kg Strohpellets gekauft. Nicht Bio, würde sonst drauf stehen.

Einen Schnellkochpott hab ich, ebenso Wasserstoffperoxyd. Eine Impfbox könnte ich bauen, möchte aber gerne ohne auskommen, wenn möglich.

Ich würde gerne Austern- und Kräuterseitlinge versuchsweise erst in der Wohnung und später auf meinem Balkon in Plastikeimern oder Säcken anbauen.

Soweit erstmal.

Vielleicht habt ihr noch ein paar Tipps, Links oder Forenbeiträge, die ich unbedingt lesen sollte? Steh ja noch ganz am Anfang...

Grüße, Zitronenfalltür.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Donnerstag, 11. Januar 2018 16:56 
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Hy, welcome
Zitronenfalltür hat geschrieben:
und habe mehr Zeit als Geld

:lol: da sind wir schon zwei.

Zitronenfalltür hat geschrieben:
sind aber einfach Austernseitlinge, die kurz mit UVB bestrahlt werden und so Vitamin D bilden.

haben die gesagt wie lange - kurz - ist?
erst vor kurzem habe ich erfahren, dass man Zuchtpilze aus der Halle zwecks Vitamin D Bildung kurz in die Sonne legen kann.

Zitronenfalltür hat geschrieben:
Eine Impfbox könnte ich bauen, möchte aber gerne ohne auskommen, wenn möglich.

brauchst du nicht

maria


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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Donnerstag, 11. Januar 2018 17:13 
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Hallo mariapilz.

Danke für deine Antwort auf meine ersten Fragen ;)

Das Video findest du hier: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=70947

Zitat:
haben die gesagt wie lange - kurz - ist?
erst vor kurzem habe ich erfahren, dass man Zuchtpilze aus der Halle zwecks Vitamin D Bildung kurz in die Sonne legen kann.


Nur sehr kurz, 15 Sekunden in dem Video. In Sonnenlicht länger, genaue Zeit wird nicht genannt.
Grüße nach Tirol.

Grüße, Markus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Freitag, 12. Januar 2018 11:30 
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Neuling
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Wie geht ihr mit Doppelposts um?

Hab inzwischen weiter gelesen. Jetzt bin ich gut verwirrt :shock:

Hab öfters gelesen, dass manche Leute einfach zerkleinerte Fruchtkörper mit Substrat mischen. Die einen sagen, das ist zum Scheitern veruteilt, andere meinen, das geht gut. Da ich einen großen Sack Strohpellets habe, probier ich das einfach mal. Es kocht grad ein Einmachglas mit eingeweichten Pellets im Schnellkochtopf.
Fahr gleich zum Markt und hol mir frische Austern.
Wenn ich irgendwo einen Eimer bekomme, leg ich auch Pellets zum fermentieren ein.

Grüße, Markus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Freitag, 12. Januar 2018 15:48 
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Hallo Markus,

ich habe auch nur eine Stadtwohnung. Das geht, aber man muss natürlich Einschränkungen hinnehmen. Ich empfehle dir folgende Dinge, sofern du die noch nicht schon hast:

Dampfdrucktopf (als Autoklav) - zur Not geht es auch ohne, aber ein DDT macht das Leben einfacher. Wichtig: Es muss immer etwas Wasser im DDT sein und die Gläser dürfen das Wasser nicht berühren! Die Gläser dürfen während des Autoklavierens auch nicht fest verschlossen sein.

Passende Sturzgläser - Ich habe mir extra Gläser passend gekauft, also Sturzgläser, von denen drei Stück in den DDT passen und ich noch den Deckel zu kriege. Sturzgläser deshalb, weil man das durchwachsene Substrat dann besser heraus kriegt. In die Deckel der Gläser empfiehlt es sich zwei Löcher zu machen. Eins klebst du mit Tesaband zu (als "Impfport") und in das andere steckst du einen Zigaretten-Eindrehfilter zur Belüftung.

Einen Löffel, eine feine Pinzette und ein Skalpell

Brenner - da reicht zur Not ein Spiritusbrenner vom Fondue. Ein Bunsenbrenner für Camping-Kartuschen ist noch besser.

Foliengewächshaus - vor allem zum Fruchten. Dort kannst du für die nötige Luftfeuchtigkeit sorgen, z. B. durch regelmäßiges Besprühen der Wände von innen mit Wasser. Alternativ geht auch ein nicht benötigtes Aquarium/Terrarium.

Eine Impfbox/Sterilbank erleichtert das Leben, ist aber IMHO nicht unbedingt nötig. Allerdings muss man ohne Impfbank mit einer höheren Kontaminationsquote rechnen, die man aber durch sauberes, geschicktes und zügiges Arbeiten deutlich senken kann, so dass man damit leben kann. Direkt neben einer Brennerflamme kann man einigermaßen steril arbeiten, da durch den Auftrieb der heißen Luft um die Flamme herum ein Sog nach oben entsteht, so dass keine Staubteilchen auf deine Petrischale fallen sollten. Ich vermute, dass ein Bunsenbrenner mit Kartusche da um einiges besser ist, als ein Spiritusbrenner, aber es geht beides. Wichtig ist allerdings, dass man Arbeitsfläche und alles darüber oder am besten den ganzen Raum möglichst sauber hat, man möglichst wenig Luftbewegung erzeugt (nicht hektisch, sondern langsam bewegen) und nicht direkt auf die Petrischalen atmet oder gar hustet.

Zum Klonen von Pilzen: Man kann Pilze klonen, indem man einen Fruchtkörper von außen etwas reinigt, bricht und mit einer sterilen Pinzette ein winziges Stückchen entnimmt und auf eine sterile Petrischale setzt. Wenn man Pilze aus dem Supermarkt oder auch gesammelte Pilze klonen möchte, sind Kontaminationen in den Pilzen möglich. Ich hatte zunächst versucht Supermarkt-Pilze zu klonen, das war aber nicht möglich, da die mit Hefen regelrecht verseucht waren. Mit getauschtem Myzel hatte ich dann jedoch keinerlei Probleme.

Grundsätzlich kann man versuchen Austernpilze unsteril anzubauen, indem man einfach gekaufte Pilze zerkleinert und mit Substrat vermengt. Mit etwas Glück klappt das vielleicht auch, aber es ist zumindest nicht meine favorisierte Methode.

Austernpilze (als Weißfäule oft als Totholz) wachsen auf Cellulose und Lignin enthaltenden Substraten, also neben Holz auch auf Stroh und sogar auf alten, nassen Zeitungen. Allerdings würde ich persönlich keine Pilze essen wollen, die auf alten Zeitungen gewachsen sind. Pilze reichern mitunter Giftstoffe in ihren Fruchtkörpern an! Ich für meinen Teil (Stadtwohnung) nehme da am liebsten Strohpellets (bio, keinesfalls mit chemischen Zusätzen) aus dem Kleintierbedarf. So ein Sack nimmt nicht all zu viel Platz weg und der Pilz (Austernpilze, Kräuterseitling etc) wächst gut darauf. Ich würde aber empfehlen, das Stroh mit Körnerbrut zu beimpfen, nicht nur mit zerkleinerten Pilzen.

Der Austernpilz ist IMHO ein sehr guter Anfängerpilz, da das Myzel schnell wächst und oft auch kleinere Kontaminationen einfach "frisst" (überwächst). Zudem kann man unzureichende Belüftung an der Form der Fruchtkörper erkennen (stem-to-cap-ratio). Grundsätzlich wachsen die auch ohne Licht, sehen dann aber ganz blass aus. Besser wachsen sie mit ausreichend Licht, sehen dann aber immer noch nicht so aus, wie Pilze, die draußen wachsen und auch Sonnenstrahlung (inkl UV-Anteil) kriegen.

Dieses Rezept ist erprobt und funktioniert gut: https://www.pilzzucht-shop.de/anleitung ... BCr-stroh/

Die dafür notwendige Pilzbrut (Körnerbrut = bewachsenes Roggensubstrat) kann man entweder kaufen oder selbst herstellen. Wenn man die kauft (hat durchaus Vorteile), dann braucht man nicht mal DDT oder Brenner, geschweige denn eine Impfbank! Wenn du die selber herstellen willst: im Grunde genommen ist das Roggen und Wasser. Vorsicht, Wasser muss genau bemessen sein, es darf keine Staunässe im Glas sein, aber auch nicht zu trocken. Nach Sterilisation kann man die mit Pilzmyzel beimpfen. Also wie oben beschrieben neben Brenner und nur kurz einen Spalt öffnen und steril ein Stückchen Myzel hineinbefördern.

Wenn du darüberhinaus gerne den technischen Overkill betreiben möchtest, kannst du Licht, Belüftung, Beleuchtung, Luftfeuchtigkeit steuern und regeln. Dazu sind einige interessante Beiträge im Technik-Bereich. Das ist aber absolut nicht notwendig für die Pilzkultur.

Grüße

Oliver


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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Freitag, 12. Januar 2018 17:19 
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Neuling
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Hallo Oliver.

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Das meiste hab ich mir inzwischen schon angelesen. Hoffe, das klingt nicht arrogant, hab einige Stunden gelesen :oops:

Zur Ausstattung:

Habe 2 Schnellkochpötte, es funktioniert nur einer; der hat 4,3 Liter. Der andere ist etwas größer (6L)? baut aber kein Druck auf. Beide vom Sperrmüll.
Zitat:
Wichtig: Es muss immer etwas Wasser im DDT sein und die Gläser dürfen das Wasser nicht berühren!

Das hab ich auch gelesen, verstehe aber nicht warum. Hab heute ein Einweckglas mit eingeweichten Strohpellets sterilisiert, das Glas stand einfach im Wasser, hab kein Einsatz dafür.

Gute Glaser hab ich noch nicht. Nur Marmeladengläser und Einweckgläser.

Pinzette hab ich, Kein Skalpell. Als Brenner würde ich einfach ein Schraubglas zweckentfemden.
Campingbrenner liegt irgendwo im Keller...

Foliengewächshaus hab ich keines. Bin aber nicht ganz ungeschickt, sowas zu basteln. Es fehlt nur der Platz in meiner Miniwohnung :(
Zitat:
Grundsätzlich kann man versuchen Austernpilze unsteril anzubauen, indem man einfach gekaufte Pilze zerkleinert und mit Substrat vermengt. Mit etwas Glück klappt das vielleicht auch, aber es ist zumindest nicht meine favorisierte Methode.

Das probier ich grade aus. Hab die eingeweichten, ausgedrückten und sterilisierten Strohpellets mit zerkleinerten Austernpilzfruchtkörpern in einem Gefrierbeutel vermischt. Hab so sauber gearbeitet wie möglich, Arbeitsfläche, Hände und Werkzeug mit Spiritus abgewischt. Ränder und Fruchtschicht abgeschnitten, und in feine Streifen gerissen. Ob das was wird, ist wohl Glückssache. Scheint mir etwas zu trocken. Aber wohl besser als zu nass. Mit den 8kg Pellets sollte ich erstmal hinkommen. So ein Versuch kostet ja fast nix.
Zitat:
Ich würde aber empfehlen, das Stroh mit Körnerbrut zu beimpfen, nicht nur mit zerkleinerten Pilzen.

Ich möchte und kann nur wenig Geld ausgeben. Darum werde ich erstmal keine Brut kaufen.
Zitat:
Der Austernpilz ist IMHO ein sehr guter Anfängerpilz, da das Myzel schnell wächst und oft auch kleinere Kontaminationen einfach "frisst" (überwächst). Zudem kann man unzureichende Belüftung an der Form der Fruchtkörper erkennen (stem-to-cap-ratio).

Darum hab ich mich auch dafür entschieden. Kräuterseitling kommt demnächst. Was bedeutet tem-to-cap-ratio?
Zitat:
Wenn du darüberhinaus gerne den technischen Overkill betreiben möchtest, kannst du Licht, Belüftung, Beleuchtung, Luftfeuchtigkeit steuern und regeln. Dazu sind einige interessante Beiträge im Technik-Bereich. Das ist aber absolut nicht notwendig für die Pilzkultur.

Davon bin ich noch weit entfernt. Hab mir noch nicht mal Gedanken zum Fruchten gemacht. Mir geht es erstmal nur darum, vom gekauften Pilz zu einem gesunden Mycel zu kommen, mit dem ich weitere Beutel impfen kann.
Das ist wahrscheinlich mehr als genug Herausforderung :lol:

Hab bisher 5 Gläser mit Pilzstücken zwischen Wellpappe. Jetzt, nach 3 Tagen wächst tatsächlich was, mein erster Minierfolg :D

In einem weiterem Glas hab ich ein Stück Fruchtkörper mit den Lamellen auf die Pappe gelegt und nach etwa 12 Stunden wieder entfernt. Auch dort passiert was. Ob durch Sporen oder Kontakt mit dem Fruchtkörper? Keine Ahnung.

Danke nochmal und Grüße,
Markus.


Zuletzt geändert von Zitronenfalltür am Freitag, 12. Januar 2018 17:57, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Freitag, 12. Januar 2018 17:48 
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wooow Ständerpilz

da hast du aber eine menge geschrieben :D


sehr gut erklärt vielen dank

grüsse :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Samstag, 13. Januar 2018 16:23 
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Zitronenfalltür hat geschrieben:
Habe 2 Schnellkochpötte, es funktioniert nur einer; der hat 4,3 Liter. Der andere ist etwas größer (6L)? baut aber kein Druck auf. Beide vom Sperrmüll.
Meistens sind mangelhafte oder fehlende Dichtungen das Problem. Die meisten Schnellkochtöpfe haben eine große Dichtung für den Deckel und weitere in der als Manometer und Überdruckventil agierenden Einheit. Theoretisch könnte auch eine Feder fehlen. Schwer zu sagen, aber hauptsache du hast einen, der funktioniert. Man kann notfalls Autoklavierband kaufen. Das ist ein Klebeband mit weißen Streifen, die sich beim Autoklavieren dunkel verfärben, also sofern die nötige Temperatur erreicht wurde.
Zitat:
Zitat:
Wichtig: Es muss immer etwas Wasser im DDT sein und die Gläser dürfen das Wasser nicht berühren!

Das hab ich auch gelesen, verstehe aber nicht warum. Hab heute ein Einweckglas mit eingeweichten Strohpellets sterilisiert, das Glas stand einfach im Wasser, hab kein Einsatz dafür.
Nee, du machst eine Dampfsterilisation, also mit heißem Wasserdampf. Normalerweise sollte im Schnellkochtopf ein Einsatz mit Löchern sein, so dass die Gläser nicht direkt im Wasser stehen. Guck mal in der Wikipedia unter Dampfsterilisation, falls du mehr Infos dazu brauchst. Übrigens bedeutet das auch, dass der Dampf auch in die Gläser kommen muss. Ergo dürfen die Deckel nicht fest verschlossen sein.

Zitat:
Pinzette hab ich, Kein Skalpell. Als Brenner würde ich einfach ein Schraubglas zweckentfemden.
Skalpell braucht man eigentlich nur, um bewachsene Petrischalen in kleine Stücke zu zerteilen. Für dich im Moment also nicht relevant. Aber ein Schraubglas als Brenner ... völlig ungenügend. Lass den Quatsch besser und nimm einen richtigen Brenner.

Zitat:
Foliengewächshaus hab ich keines. Bin aber nicht ganz ungeschickt, sowas zu basteln. Es fehlt nur der Platz in meiner Miniwohnung :(
Die Dinger kosten 20 € auf Ebay, was willst du da selber basteln? ;) Das Ding ist halt, dass du hohe Luftfeuchtigkeit brauchst, aber in einer Mietwohung keinen ganzen Raum feucht machen kannst ohne Probleme mit Schimmel zu kriegen. Es werden aber auch Plastiboxen, Aquarien und andere Dinge verwendet, um sich zu behelfen. Ich persönlich finde das Foliengewächshaus die günstigste Lösung.
Zitat:
Ich möchte und kann nur wenig Geld ausgeben. Darum werde ich erstmal keine Brut kaufen.
Selber machen ist im Grunde kein Problem, setzt aber ordentliche Sterilisation und steriles Arbeiten voraus. Petrischalen bräuchtest du dann wohl auch. Die Erfahrung wirst du dir erst aneignen müssen.

Zitat:
Was bedeutet tem-to-cap-ratio?
Das Verhältnis von Stiel zu Hut korreliert beim Austernpilz mit der CO2-Konzentration beim Wachsen. Mit anderen Worten: Sind deine Pilze missgebildet, hast du nicht für ausreichend Frischluft gesorgt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Sonntag, 14. Januar 2018 12:48 
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Neuling
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Vielen Dank. Hab noch etwas weitergelesen und inzwischen eine ungefähre Ahnung, wie es weitergehen soll.

Da ich eh erstmal nur Austern- und Kräuterseitlinge anbauen will, werd ich überwiegend unsteril arbeiten.
Hab einige schöne Beispiele gefunden, wo das gut funktioniert hat, auch ohne gekaufte Brut.

Besonders interessant finde ich die Methode von Reblaus, fermentiertes Substat von oben durchwachsen zu lassen:
viewtopic.php?f=53&t=2563

Hab schon 10 Gefrierbeutel zum Fermentieren vorbereitet mit 250g Strohpellets, 1L Wasser und in 6 Beuteln zusätzlich 25g Hirse. Die stand noch rum und schmeckt mir nicht.

In 6 Marmeladengläsern wuchert das Myzel zwischen Pappestücken fröhlich vor sich hin. Schöner wattiger, schneeweißer Flaum.

Würd das gerne im hier dokumentieren, bin mir aber nicht sicher , wo.
Ich finde die Forenstruktur sehr unübersichtlich. Neuen Thread aufmachen oder mich irgendwo dranhängen?

Inzwischen hab ich auch eine Idee wo die Pilze fruchten sollen, wenn es denn so weit kommt. So ein Fertigzelt wird kaum die richtige Größe haben. Werd ein Regalabschnitt (80x40x40cm) freiräumen und zur Fruchtungkammer(?) umbauen. Außerdem hab ich noch eine Plastikbox (45x22x22cm). Das muss reichen.

Grüße, Markus


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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Sonntag, 14. Januar 2018 15:44 
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Hallo Markus,

Zitronenfalltür hat geschrieben:
Würd das gerne im hier dokumentieren, bin mir aber nicht sicher , wo.
Ich finde die Forenstruktur sehr unübersichtlich. Neuen Thread aufmachen oder mich irgendwo dranhängen?


Zuchtberichte passen am besten in Zuchtberichte/Diskussionen/Experimente. Du kannst entweder direkt dort einen neuen Thread eröffnen oder gezielt eines der artspezifischen Unterforen auswählen. Ein neuer Thread ist meist sinnvoller als sich irgendwo dranzuhängen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Montag, 15. Januar 2018 18:41 
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Danke, Lauscher.

Das Bastelforum, wo ich mich schon lange rumtreibe, ist völlig anders organisiert, muss mich noch eingewöhnen.

Hab noch eine Frage: Gibt es eine optimale Größe für Substratballen? Für Austern- und Kräuterseitlinge? Fermentier grad Strohpellets in 3L Gefrierbeuteln. Das scheint mir zum Durchwachsen und Fruchten etwas klein. Manche benutzen 6L Beutel.
Muss ja auch etwas Platz für den Luftfilter sein.

Grüße, Markus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Montag, 15. Januar 2018 18:53 
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Zitronenfalltür hat geschrieben:
Gibt es eine optimale Größe für Substratballen?

Klare Antwort: Es kommt darauf an. :mrgreen:
Letztlich ist die Frage, womit kommst Du am Besten zurecht, und womit kommt der Pilz gut zurecht.

Kleine Substratmengen werden schneller durchwachsen als große. Große Beutel brauchen ggf. mehr Startmyzel, um schneller durchwachsen zu werden als zu kontaminieren.

Zitronenfalltür hat geschrieben:
Fermentier grad Strohpellets in 3L Gefrierbeuteln. Das scheint mir zum Durchwachsen und Fruchten etwas klein

Zum Fruchten lassen ist das wirklich wenig. Es geht, gibt aber nur eine kleine Ernte. Ein praktischer Ansatz ist es, eine Reihe von kleinen Beuteln durchwachsen zu lassen. Wenn diese gut weiß geworden sind, damit deutlich größere Beutel (oder Strohballen) beimpfen.

Große Substratmengen brauchen viel Startmyzel. Viel Startmyzel kannst Du am Besten/am Sichersten mit vielen kleinen Beuteln erzeugen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Montag, 15. Januar 2018 19:20 
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Danke, so etwa dachte ich mir das schon.
Kleine Beutel, um das Substrat schnell durchwachsen zu lassen und dann in größere Beutel mit frischem Substrat mischen, durchwachsen lassen und dann zum Fruchten bringen. Was wäre denn eine gute Menge für einen 6L Beutel?


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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Montag, 15. Januar 2018 19:28 
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Zitronenfalltür hat geschrieben:
Was wäre denn eine gute Menge für einen 6L Beutel?

Mit fermentiertem Substrat habe ich persönlich keine Erfahrung. Da könnte Maria mehr zu sagen, auf dem Gebiet ist sie unsere Expertin. Als Faustregel würde ich mal sagen, ungefähr 10% sollte Startmyzel sein. Mehr Startmyzel durchwächst das Substrat schneller und verringert die Kontigefahr.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kein Platz, kein Geld und keine Ahnung...
BeitragVerfasst: Montag, 15. Januar 2018 19:58 
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Neuling
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Danke, aber ich wollte eigentlich wissen, was eine gute Größe für einen Ballen ist, der fruchten soll. Einen 6L Beutel so voll machen, dass oben noch genug Luft und Platz für einen Luftfilter ist? 3-4 L/kg?
Bin mir bei fast allem noch sehr unsicher :oops:

10% Startmycel scheint mir wenig, aber bei der Methode von Reblaus, der die Tüten nur von oben beimpft kommt das wohl hin.

Grüße, Markus.


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