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 Betreff des Beitrags: Von Petrischale direkt aufs Substrat?
BeitragVerfasst: Mittwoch, 05. September 2018 23:32 
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Neuling

Registriert: Sonntag, 10. Dezember 2017 09:18
Beiträge: 28
Geht das, ohne vorher auf eine Getreidemischung zu impfen, das Mycel aus der Petrischale direkt auf das Substrat zu tun bzw unterzumischen?
Zur Zeit habe ich Petrischalen mit Kräuterseitlingen, Austernseitlingen, Shiitake und Champignons. Und ich möchte nicht wieder soeine Sauerrei wie im letzten Jahr mit all den Fehlversuchen mit den Getreidegläsern haben..
Mein Schnellkochtopf ist ungeeignet wie ich festgestellt habe..

Also ist es möglich Petrischalen Mycel direkt aufs Substrat zu tun ganz ohne den Zwischenschritt Getreidebrut?

Danke für Antworten :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Petrischale direkt aufs Substrat?
BeitragVerfasst: Donnerstag, 06. September 2018 00:46 
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Ehren - Member
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Möglich vielleicht, aber keinesfalls sinnvoll. Zum einen, weil man das Inokulum über den Roggen schrittweise erhöht (Mycel > Roggen > Stroh). Zum anderen, weil der Roggen dadurch quasi zum Zuschlagstoff wird und den Pilzen noch zusätzliche Nährstoffe bietet, was in einem höheren Ertrag resultiert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Petrischale direkt aufs Substrat?
BeitragVerfasst: Donnerstag, 06. September 2018 16:50 
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Neuling

Registriert: Sonntag, 10. Dezember 2017 09:18
Beiträge: 28
Kann ich Roggen/Weizen auch unsteril dazugeben wenn ich es nur abkoche oder es über nacht einweichen lasse oder dergleichen?
Oder würde das der Pilz dann nicht schaffen wegen Kontaminationen?
Ich hab leider keinen Autoklaven der das für mich steril machen könnte. Hab nen Hepa Filter den ich mir über Monate abgespart hab aber momentan einfach kein Geld für Anschaffungen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Petrischale direkt aufs Substrat?
BeitragVerfasst: Donnerstag, 06. September 2018 17:54 
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Pilzfreak

Registriert: Sonntag, 25. Februar 2018 17:56
Beiträge: 111
Das direkt beimpfen von der Petrischale hat den Nachteil dass es länger dauert bis das Substrat durchwachsen ist, weil die Myzelmenge halt kleiner ist (kleines Stück), hat aber den Vorteil dass man es sich sparen kann zu warten bis die Körnerbrut durchwachsen ist. Zudem ist das Kontaminationsrisiko geringer, weil halt weniger Schritte stattfinden bei denen was daneben gehen kann.
Körnerbrut ist vor allem dann sinnvoll wenn große Mengen Substrat beimpft werden sollen, sonst ist die Zeit die das braucht die Körner zu durchwachsen länger als der Zeitgewinn durch das schnellere Anwachsen.
Wenn man Körner als Zuschlagstoffe im Substrat haben will, kann man die auch einfach darunter mischen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Petrischale direkt aufs Substrat?
BeitragVerfasst: Donnerstag, 06. September 2018 18:23 
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Pilzfreund hat geschrieben:
Also ist es möglich Petrischalen Mycel direkt aufs Substrat zu tun ganz ohne den Zwischenschritt Getreidebrut?


Ja, aber nur, wenn das Substrat sterilisiert wurde (DDKT oder Autoklav). Ansonsten werden Kontis stärker sein.
Theoretisch reichen ein paar Pilzzellen, um eine beliebig große Menge steriles Substrat zu beimpfen.
Praktisch wird das einfach länger dauern. Je länger es daiuert, umso größer die Gefahr, daß sich doch noch eine Konti breitmacht, z.B. durch den Luftfilter.

Zitat:
Ich hab leider keinen Autoklaven der das für mich steril machen könnte. Hab nen Hepa Filter den ich mir über Monate abgespart hab aber momentan einfach kein Geld für Anschaffungen.

Frag doch mal in der Verwandtschaft nach einem DDKT.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Von Petrischale direkt aufs Substrat?
BeitragVerfasst: Donnerstag, 06. September 2018 18:26 
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Neuling

Registriert: Sonntag, 10. Dezember 2017 09:18
Beiträge: 28
Aber Stroh ist doch nicht besonders anfällig für Kontaminationen. Kann Stroh denn überhaupt Schimmeln?


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Petrischale direkt aufs Substrat?
BeitragVerfasst: Donnerstag, 06. September 2018 19:53 
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Pilzfreund

Registriert: Montag, 28. Mai 2018 21:46
Beiträge: 88
Pilzfreund hat geschrieben:
Kann ich Roggen/Weizen auch unsteril dazugeben wenn ich es nur abkoche oder es über nacht einweichen lasse oder dergleichen?
Oder würde das der Pilz dann nicht schaffen wegen Kontaminationen?
Ich hab leider keinen Autoklaven der das für mich steril machen könnte. Hab nen Hepa Filter den ich mir über Monate abgespart hab aber momentan einfach kein Geld für Anschaffungen.


Einen Versuch wert ist folgendes:

Roggen einfach nur mit Wasser ohne alles 35 minuten kochen lassen. Zum Kochende hin ein kleines Schraubglas mit 2 Zigarettenfiltern im Deckel mit viel heißem Wasser direkt aus dem Wasserkocher ausspülen (auch den Deckel mit den Filtern, verkehrtherum), vorher natürlich sorgfältig waschen. Dann einen Löffel auch kochend heiß abspülen, und die Körner damit aus dem gerade gekochten Wasser in die Gläser löffeln, so 2/3 voll, aber nur Körner, keine Wasser. Dann Gläser schließen, abkühlen lassen und dann oben ein Stück Pilzklon drauf. Hat bei mir schon mehrmals funktioniert mit KS.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Petrischale direkt aufs Substrat?
BeitragVerfasst: Samstag, 08. September 2018 17:28 
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Ehren - Member
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Wohnort: Rheinkreis Neuss
Pilzfreund hat geschrieben:
Kann ich Roggen/Weizen auch unsteril dazugeben wenn ich es nur abkoche oder es über nacht einweichen lasse oder dergleichen?
Oder würde das der Pilz dann nicht schaffen wegen Kontaminationen?
Zum Substrat? Dann ist es ja ohnehin nicht mehr steril. Aber dummerweise wächst auch alles mögliche an Kontaminationen hervorragend auf unbesiedelten Körnern. Sinn macht die Zugabe von Roggen oder Weizen also nur, wenn es mit Mycel besiedelt ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Petrischale direkt aufs Substrat?
BeitragVerfasst: Freitag, 21. September 2018 15:18 
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Neuling

Registriert: Sonntag, 10. Dezember 2017 09:18
Beiträge: 28
Hallo, also ich hab jetzt mein Pilzmycel aus den Petri Schalen soweit.
Besonders hungrig war der Shiitake.. Mein Champingon hat das Agar garnicht richtig angenommen.. aber ich warte einfach noch weiter ab..
Von Austern, Kräuter und Shiitake hab ich jeweils etwas Agar Mycel auf ein wenig Stroh als Übertragungssubstanz getan.
Der Shiitake nimmt das Stroh schon an und scheint es zu mögen.^^
Nun hab ich gerade mit Shiitake noch garkeine Erfahrung.
Was müsste ich dem Shiitake als nächstes als Substrat anbieten Stroh allein wird wohl nicht reichen oder..
Ich hab im Keller Buchenholzchips und Buchensägespäne, Gips und Kalk gelagert zum Experimentieren.. davon würd ich dem dann was geben..
Nur muss ich die Späne/Holzchips vorher abkochen oder in Wasser einweichen oder nur kurz kochendes Wasser drüber gießen oder trocken dazutun?

Wär toll wenn mir da jemand weiterhilft :)
Möcht so gern bald frische Shiitake ernten.^^


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Petrischale direkt aufs Substrat?
BeitragVerfasst: Freitag, 21. September 2018 18:40 
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Pilzfreund

Registriert: Montag, 28. Mai 2018 21:46
Beiträge: 88
Also wen. du experimentierfreudig bist, dann mach doch viele kleine Proben und gucken was dem Myzel am Besten schmeckt. Gängig wäre jetzt halt Körnerbrut damit herzustellen und dann Substrat damit füttern.. :-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Petrischale direkt aufs Substrat?
BeitragVerfasst: Freitag, 21. September 2018 21:45 
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Pilzfreak

Registriert: Sonntag, 25. Februar 2018 17:56
Beiträge: 111
Glaube die Experimente wurden bei den häufig kultivierten und wirtschaftlich bedeutenden Arten doch schon das eine oder andere mal gemacht ;)

Z.B für den Zuchtchampignon:
http://www.fransdijkstra.eu/diss/chapter2.htm

Einfach mal recherchieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Petrischale direkt aufs Substrat?
BeitragVerfasst: Freitag, 19. Oktober 2018 12:54 
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Neuling

Registriert: Sonntag, 10. Dezember 2017 09:18
Beiträge: 28
Also der Shiitake in den Petrischalen hat das Buchenstreu sehr gut angenommen ich kann das jetzt bald mal eintüten mit weiterem Substrat zusammen und dann mal weiter sehen.
Braucht der Shiitake noch irgendetwas außer Holz? Vielleicht Kalk/Gips etc?


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