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 Betreff des Beitrags: Sommerarbeit Pilzanbau
BeitragVerfasst: Samstag, 19. Februar 2011 16:23 
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Neuling

Registriert: Samstag, 19. Februar 2011 13:04
Beiträge: 7
Hallo Gemeinschaft.
Ich heisse Jonas und mache gerade eine Ausbildung zum Gemüsegärtner.
Als Sommerarbeit werde ich mich dieses Jahr mit Pilzanbau auf unsrem Hof befassen. Dort wurden bisher noch nie Pilze angebaut.
Bin daher gerade fleissig am recherchieren und habe dabei dies schöne Forum hier kennen gelernt.

Da ich noch nie Pilze angebau habe, werde ich bestimmt ab und an mal Tipps brauchen, die ich nicht in Büchern finde, und auch sonst interessiert mich eure Meinung. Ausserdem wird das Projekt hoffentlich auch den ein oder andren von euch interessieren, und ich habe vor, meine Fortschritte hier zu zeigen.

Zu meinen Plänen:
Ich habe vor in verschiedener Weise verschiedene Kulturen anzulegen:

1. Auf Holz
Wir haben diesen Winter viel im Wald gemacht und Ahorn und Pappel stämme stehen mir zur Verfügung.
Diese möchte ich beimpfen, lagern, und dann draussen aufstellen. Mengenmässig denke ich an so 10-30 Stämme. Zu den Pilzarten komme ich später.
Ausserdem wurden direkt am Hof grosse Pappeln und eine Eiche gefällt, und ich möchte die wirklich dicken Stümpfe beimpfen. Diese sind an einem Bach und liegen im halbschatten.
Die stämme will ich entweder auch dort aufstellen, oder in einer schattigen feuchten Niederung.

2. Stroh
Auf unserem Hof bauen wir auch Getreide an, und wir kaufen weiteres Stroh zu, da wir eine Mutterkuhherde haben.
Mir steht also Stroh gut zur Verfügung. Normalerweise haben wir sehr grosse 4-Kantballen die ca 300 kg wiegen.
Ich halte diese für umständlich in der bearbeitung, obwohl man sie in Scheiben zerteilen kann, die dann aber leicht zerfallen. Lieber wären mir kleine Ballen, die denke ich leichter zu bearbeiten sind.
Ich stelle mir vor, etwa 200-500kg Stroh zu beimpfen.
Sind diese bereitet, will ich sie auch draussen mit den Stämmen aufstellen.


3. Kompost/Mist Substrate
Da unser Hof sehr vielseitig ist, stehen mir auch viele andere Materialien zur verfügung.
Kuhmist, Eselmist, Gänsedung, guter KOmpost, jede Menge anderes organisches Material aus dem Gemüsebau, evtl Sägespähne, Kaffeesatz von vielen Mitarbeitern, Holzhäcksel aus dem Wald, und bestimmt wird mir noch mehr einfallen.
Bei diesem Thema bin ich mir bisher am wenigsten sicher. Ich habe hier schon die Liste entdeckt, in dem verschiedene Bestandteile auf das C:N Verhältnis hin beschrieben sind, sodass ich mir diesbezüglich ungefähr eine Vorstellung machen kann.
http://kulturpilz.de/viewtopic.php?f=6&t=2434
Aber ansonsten hoffe ich hierbei auf gute Tipps von Leuten mir mehr Erfahrung.

Die gemischten Substrate kann ich auch weiter fermentieren. Ich will diese dann in Holzkisten, die mit Plastik ausgekleidet sind, füllen und beimpfen. Die Kisten sind stapelbar und daher sehr platzsparend. Ich kann sie drinnen in abgedunkelten Räumen gut aufstellen. Sie messen ca. 1m²Fläche bei ca 30cm Höhe

Nun zu den verschiedenen Pilzen, die ich anbauen will:

Stockschwämmchen (Stämme, Pappelstümpfe)
Shii-Take (Stämme, Eichenstumpf?)
Igelstachelbart (stämme)
Braunkappe (Stroh)
Austernseitling(Stroh)
Kräuterseitling(stroh, Substrat)
Schopftintling (Substrat)
evtl. Morchel aus einem Substratbeet

Ich bin hier für allerlei Änderungen offen, und hoffe auf gute Tipps, haltet ihr diese Verteilung für Sinnvoll?
Wie ist das mit den Baumstümpfen, bei den schwämmchen habe ich keine Sorge, aber ob der ShiiTake dort wächst?
habt ihr Tipps für Substratmischungen für Kräuterseitling, Schopftintling, und eventuell auch Morchel?

Danke fürs lesen und jede Anregung, die ihr habt.
Grüsse, Jonas


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 Betreff des Beitrags: Re: Sommerarbeit Pilzanbau
BeitragVerfasst: Freitag, 25. Februar 2011 13:02 
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Registriert: Donnerstag, 27. September 2007 04:42
Beiträge: 2661
Wohnort: Berlin
Willkommen bei den Pilzzüchtern, Jonas!

Da hast du dir aber ganz schön viel vorgenommen. Ich würde vorschlagen, eines nach dem anderen zu machen und vielleicht mit der Beimpfung der Hölzer anzufangen, denn bis zum Sommer könnte es zu spät sein. Im Winter passiert zwar nichts, aber wenn man danach monatelang wartet, ist das Holz meist schon von anderen Pilzen besiedelt.

Schau dich erstmal hier um und lies dich ein. Hier wirst du fast alles erklärt finden.

Das Stockschwämmchen könnte sich gut für die Stümpfe eignen. Der Shiitake wird gut auf Eichenholz wachsen, jedoch dürften sich armdicke Stücke besser eignen. Der Austernseitling müßte gut auf Pappel und Stroh gedeihen.
Beim Kräuterseitling wird man auf Stämmen nichts ernten, auf reinem Stroh auch nicht so richtig. Geeignete Substrate wurden hier sehr oft besprochen, aber ich würde den erstmal weglassen.
Der Schopftintling kann auf Stroh oder kompostiertem Stroh mit Mist angebaut werden, er wird aber erst im Herbst fruchten. Morcheln sind zwar spannend, aber meist völlig aussichtslos. Spar dir lieber den Frust und konzentriere dich erstmal auf die einfachen Arten und fang klein an, um erste Erfahrungen zu sammeln. Wenn das klappt, kannst du dich immer noch auf knifflige Arten stürzen.

Gruß, Carsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Sommerarbeit Pilzanbau
BeitragVerfasst: Freitag, 25. Februar 2011 19:08 
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Neuling

Registriert: Samstag, 19. Februar 2011 13:04
Beiträge: 7
Hallo Carsten,
Danke für deine antwort.

Ja du hast recht, ich glaube auch dass das ganzschön viel ist für einen Anfänger.
Ich hab in der letzten Woche schon viel gelesen,
So bin ich inzwischen zu Schlüssen gekommen, wie du mir jetzt auch nochmal vorgeschlagen hast. Nämlich will ich Morcheln und den Kräuters. weglassen, den Schopftintling wohl auch.
Wie du vorgeschlagen hast werde ich wohl mit den Stämmen(Shiitake, evlt ein Seitling) und stümpfen(Stockschwämmchen, Austern- oder Ulmenseitling) anfangen, da die am Witterungsabhängigsten sind, und sie so ca im April beimpfen. Dann, wie es zeitlich passt, das Stroh zu machen. Da ich die SChüttsubstrate drinnen machen kann und ich daher recht unabhängig dabei bin, wollt ich diese erst später machen, wenn ich schon ein bisschen Erfahrung habe, und bei diesen auf alle Fälle kleine Versuche machen.

Grüsse, Jonas


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 Betreff des Beitrags: Re: Sommerarbeit Pilzanbau
BeitragVerfasst: Donnerstag, 31. März 2011 15:24 
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Neuling

Registriert: Samstag, 19. Februar 2011 13:04
Beiträge: 7
so,Hallo zusammen

inzwischen habe ich schonmal eine erste Ladung Brut bestellt, die wird wohl so in 2 WOchen kommen.
Ich habe je 7l Stockschwämmchen und Auster, je 4 L Braunkappe und Shiitake, und 2 L igelstachelbart Körnerbrut gekauft.

Ein grossteil davon kommt auf Holzstämme.
hierfür habe ich heute Stämme ausgesucht, das meiste ist ahorn:

10 Stämme ca 12 cm * 100 cm für die Shiitake
10 Stämme ca 20-25cm*100 cm für Auster, Igel und Stockschwämmchen
Insgesamt ca 450 kg
Das Holz wurde zwischen Dezember und Februar geschnitten, seitdem draussen gelagert.


Ausserdem werd ich ich noch Baumstümpfe mit den Stockschwämmchen beimpfen und Braunkappe und ein Teil der Auster auf stroh setzen.


Folgende Frage: Wie kann ich am besten herausfinden ob ich das Holz noch Wässern muss (was kein Problem wäre)?
Oder sollte ich das so und so am besten machen?
Es hat bei uns in letzter Zeit oft die Sonne geschienen, und die Stämme liegen zum Teil auch schon 3 Monate, aber Regen haben die natürlich auch abbekommen!

Ansonsten wäre der nächste Schritt, die Stämme zu beimpfen sobald die Brut da ist und dann einmieten, hauptsächlich im Gewächshaus, vielleicht auch ein paar draussen. Oder kann/sollte ich noch irgend etwas vorbereiten?

Grüsse,
Jonas


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 Betreff des Beitrags: Re: Sommerarbeit Pilzanbau
BeitragVerfasst: Donnerstag, 31. März 2011 19:57 
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Neuling
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Registriert: Freitag, 13. November 2009 10:47
Beiträge: 41
Normalerweise kannst du die Stämme in Wasser legen und schauen ob sie untergehen.Wenn sie untergehen ist noch genug Feuchtigkeit im Holz.Wenn sie an der Oberfläche schwimmen dürften sie zu trocken sein.Dann einfach ein paar stunden oder über nacht im Wasser lassen.

_________________
Gruss Danilo


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 Betreff des Beitrags: Re: Sommerarbeit Pilzanbau
BeitragVerfasst: Donnerstag, 31. März 2011 20:03 
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Neuling

Registriert: Samstag, 19. Februar 2011 13:04
Beiträge: 7
Ok, super.
Danke für den Tipp


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 Betreff des Beitrags: Re: Sommerarbeit Pilzanbau
BeitragVerfasst: Samstag, 14. Mai 2011 13:00 
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Neuling

Registriert: Samstag, 19. Februar 2011 13:04
Beiträge: 7
Hallo
Inzwischen hat sich bei mir schon was getan. Vor 14 Tagen habe ich AUster und Shiitake Brut bekommen.

Das erste was ich gemacht habe, war gesammelten Kaffeesatz zu nehmen, ca 6 kg, und diesen mit Auster zu beimpfen.
Vor allen Dingen zu dem Zweck, etwas von den SChwammerln zu lernen. Und auch im daraus vielleicht neue Brut zu erhalten. Das Myzel ist an der Oberfläche gut gewachsen, allerdings habe ich dann festgestellt, dass weiter unten kaum was passiert ist. Ich denke, weil der reine Kaffeesatz zu dicht ist und zu wenig belüftet, also hab ich gestern noch einen Teil grober Sägespäne dazu gegeben.

Ein 2. Versuch dieser Art: ca 1/3 Kaffeesatz mit 2/3 Späne, noch etwas Wasser dazu und 2 Hand voll Brut.
Hier ist das Myzel in einer Woche sehr wenig gewachsen, gestern habe ich daher noch ein bisschen Wasser zugegeben, ich denke es war vielleicht zu trocken.
Die Bilder unten sind jeweils bevor ich die Verbesserungsversuche gemacht habe.


Vor einer woche habe ich dann schon ein paar Stämme beimpft. Das lief soweit recht gut.
Die Stämme sind inzwischen unter Tischen im Gewächshaus, mit Folien abgedeckt und in Gesellschaft eines Wassereimers, um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten. Temp: relativ konstante 20-25 Grad
Gestern habe ich dann an Verletzungen 2er Stämme gesehen, dass sich da wohl ein Fremdling einschleicht. Ein leicht gräulicher Flaum hatte sich dort gebildet. Ich hab das mal als erste Reaktion mit dem Feuerzeug abgeflammt. Wenn das weiter geht werde ich die stämme von den anderen trennen.
Ich bin ein wenig unsicher, als ich nach dem beimpfen das Gewichtsverhältnis Holz/Brut ausgerechnet habe, kam ich auf knapp 1%. Ich hatte eigentlich vor gute 2% Brut zu verwenden, aber in die Löcher hat dann doch weniger gepasst als ich dachte.


Die nächste Aktion wird sein grosse Baumstümpfe zu beimpfen, weitere Stämme und ein wenig Stroh, sobald die weiteren Bruten kommen.
Ich habe noch 2 Unsicherheiten bei den Stümpfen.
Wegen möglicher Fremdlinge wollte ich oben noch einen cm absägen.
Der Feuchtigkeitshaushalt der Stämme: Ich weiss nicht ob diese vielleicht ein wenig trocken sind.
Kann mir jemand sagen, woran man evtl. erkennen kann wenn das Myzel dürstet?

Bin für jede Anregung dankbar,
Jonas


Dateianhänge:
Dateikommentar: 1. Versuch Eimerkultur: Auster auf Kaffeesatz
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DSCF0185.jpg [ 156.12 KiB | 3177-mal betrachtet ]
Dateikommentar: 2. Versuch: Auster auf Kaffeesatz/Grobe Späne 1/2
DSCF0187.jpg
DSCF0187.jpg [ 176.89 KiB | 3177-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Hier baden meine Hölzer
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DSCF0160.jpg [ 167.53 KiB | 3177-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Die ersten beimpften Stämme
DSCF0190.jpg
DSCF0190.jpg [ 130.38 KiB | 3177-mal betrachtet ]
Dateikommentar: auster
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DSCF0204.jpg [ 135.62 KiB | 3177-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Shiitake
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DSCF0210.jpg [ 119.13 KiB | 3177-mal betrachtet ]
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