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 Betreff des Beitrags: Wald besiedeln
BeitragVerfasst: Sonntag, 26. Mai 2013 12:00 
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Neuling

Registriert: Donnerstag, 14. April 2011 23:06
Beiträge: 11
Hey ho...

ich möchte euch ne Idee für ein "kleines" Projekt vorstellen und mit euch drüber diskutieren. In meiner Umgebung gibts nen schönen, kleinen Wald (Laubwald, liegt in nem Tal) und wie ich in den letzten 2 Jahren festgestellt habe wirft der Herbst da nicht so wirklich Pilze ab... um genau zu sein hab ich bei mehreren Touren zu verschiedensten Zeiten weder Pilze noch Reste von Pilzen gefunden... garnix! Meine Idee ist jetzt, für eben diesen Wald zu ergründen woran das liegt und, sollte der ausbleibende Bewuchs nicht von Biofaktoren abhängen sondern "Zufall" sein, ihn mit ausgewählten Arten im kleinen Rahmen zu beimpfen.

Meint ihr, sowas ist möglich und erfolgversprechend für mehr als ein Jahr?

Unter normalen Umständen müsste die Natur doch das ganze selbst in die Hand nehmen, oder gibts Fälle, wo einfach grundlos nix wächst??


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 Betreff des Beitrags: Re: Wald besiedeln
BeitragVerfasst: Sonntag, 26. Mai 2013 19:53 
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Pilzfreak

Registriert: Donnerstag, 04. April 2013 12:19
Beiträge: 161
-Gibt es Landwirte o.ä. in der unmittelbaren Nähe?
Wenn da einer mit Fungiziden total mist gebaut hätte wäre das eine Erklärung. Allerdings müsste sich das nach ein paar Jahren wieder erhohlt haben.
-Eine andere Erklärung ist z.B. ein sehr hoher Kupergehalt im Boden - die meisten Pilze hassen Kupfer. Deswegen wird Kupfersulfat auch gerne von Bio-Landwirten als Fungizid eingesetzt, insbesondere im Bio-Weinbau wo ohne Pflanzenschutzmittel sonst der Mehltau die halbe Ernte fressen würde. Imho ganz große Vera*sche, dass man sowas dann sogar noch als Bio verkaufen darf, aber es ist gängige Praxis und völlig legal.
-Wie stark wird der Wald beforstet? Werden gefallene Bäume von Menschen entfernt?
-Wie oft warst du in dem Wald und wie großflächig hast du ihn abgesucht? Ich muss hier im nächsten Wald auch viel Zeit verbringen, bis ich die ersten Pilze finde. Meist finde ich nur welche weit ab von Fußwegen, wo viel Laub und totes Holz liegt.
-Sind da wirklich garkeine Pilze, oder nur keine die du willst? Was ist mit holzigen langlebigen Pilzen z.B. and Baumstümpfen? Birkenporlinge, Zunderschwämme o.ä.?
-Vielleicht ist ein großer Pilz, z.B. Hallimash etc. dominant und hemmt das Wachstum der anderen Pilz
-Mal den Förster gefragt?

Und klar kann man Pilze ansiedeln. Einfach ein paar heimische wie Austerpilz kultivieren und nach dem ersten Flush die Substratreste bzw. beimpften Baumstämme o.ä. in den Wald bringen, ggf. Vergraben etc.. Bei Steinpilzen und co wäre es schwieriger - Das bräuchte man echt viele Sporeprints und es kann viele Jahre dauern.

_________________
Zuchterfolge: Pioppino, Shiitake, Kastanienseitling, Kräuterseitling, Flamingoseitling, Austernseitling, weißer Kultur-Champignon, Enoki
In der Mache: Verschiedene Stockschwämmchen, Limonenpilz, Nameko, Reishi, Stipticus Leuchtpilz, V. Bombycina, Hallimasch

Habe viel Pilzmaterial tauschfertig!
Suche Material: Flamingoseitling (meine Kultur ist tot!), alle essbaren Morcheln, Braunkappen, Leuchtpilze, Exoten, Mandelegerling oder andere Champignons die ohne Kompost wachsen (Ich tausche gerne!)

Tauscht eure Strains, z.B. hier:
http://www.bemushroomed.com


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 Betreff des Beitrags: Re: Wald besiedeln
BeitragVerfasst: Sonntag, 26. Mai 2013 22:04 
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Ehren - Member

Registriert: Montag, 23. August 2010 17:52
Beiträge: 246
Wohnort: tiefster Ruhrpott
Habe das auch schon öfters erlebt, dass in einigen Waldstücken kaum etwas wächst.
Wie lange hast du denn den Wald schon beobachtet?
Zu dieser Jahreszeit sollte das schon normal sein, dass du nichts findest.
Aber wenn du das Ganze schon seit zwei Jahren beobachtest, dann wundert mich das schon.

Wenn du dort Pilzkulturen ansiedeln möchtest, dann bitte nur einheimische.
Z.B. Stockschwämmchen.
Wenn du diese sammeln möchtest, dann solltest du sie natürlich auch richtig identifizieren können, weil es zumindest einen sehr giftigen Doppelgänger gibt (Gifthäubling)

An sonsten würde ich auch zu den schon erwähnten Austern tendieren.
Da gibt es zumindest so weit ich weiß keine giftigen Doppelgänger.

Wenn du so ein Projekt im Wald anlegen möchtest, dann sollte das schon mehrere Jahre tragen.
Aber es dauert wahrscheinlich auch einige Zeit bis sich erste Erfoge zeigen.
Bestimmt 1-2 Jahre.

Was für Bäume wachsen denn in deinem Wald?
Gibt es auch alte Baumstümpfe?
Z.B. von Buchen?

Mykorrhizapilze anzusiedeln dürfte eher schwer sein wie Chemiefreak schon geschrieben hat.

wünsche dir schonmal guten Erfolg!

Und melde ich, wenn du noch weitere Fragen hast.

schöne Grüße
Fabian


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 Betreff des Beitrags: Re: Wald besiedeln
BeitragVerfasst: Mittwoch, 29. Mai 2013 22:47 
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Neuling

Registriert: Donnerstag, 14. April 2011 23:06
Beiträge: 11
Danke erstmal für die Resonanz! Ich werde mich bei der nächsten Gelegenheit mit den angesprochenen Punkten intensiver auseinandersetzen... also speziell genauere Infos über den Wald sammeln und eine Liste kultivierbarer, heimischer (bzw anderer interessanter) Pilzarten erstellen. Grade bei der Auswahl bin ich allerdings auf eure Hilfe angewiesen... evt könnt ihr ja meine Liste etwas ergänzen bzw Arten ausschliessen. Es handelt sich um einen reinen Laubwald, geschlossenes Blätterdach, wenig loses Holz am Boden, direkt an einem Fluss gelegen, Hang mit Südseite, 100m ü. NN, weit weg von der Autobahn oder nächsten großen Landstraße... Bis jetzt steht folgendes auf dem Plan:

Parasolpilz
Speisemorchel
Samtfußrübling
evt Riesen-Träuschling und Champignon

Die ganze Sache ist nicht darauf aus, großartig Erträge zu erzielen... eigentlich geht es mir mehr darum, mit den verschiedenen Pilzen Erfahrungen zu sammeln. Wenn ein Nebeneffekt ist, dass das Pilze suchen wieder mehr Spaß macht, dann ist das natürlich toll :)


Mit "keine Pilze" meinte ich tatsächlich, dass da garnix am Boden wächst... auch in der eigentlichen Saison hab ich jetzt schon das 2te Jahr in Folge immer wieder leere Körbe gehabt (kann mich erinnern, dass wir in meiner Kindheit auch da waren und da war nicht die Frage ob man was findet sondern ob der Korb nach einer oder nach zwei Stunden voll ist) und das ist nicht nur in dem einen, speziellen Wald so! Generell gehts mit den Wildpilzen in den letzten Jahren immer stärker zurück in meinem Einzugsgebiet (Mittelsachsen).


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 Betreff des Beitrags: Re: Wald besiedeln
BeitragVerfasst: Donnerstag, 30. Mai 2013 23:05 
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Ehren - Member

Registriert: Montag, 23. August 2010 17:52
Beiträge: 246
Wohnort: tiefster Ruhrpott
Hallo Ragnar,

das mit dem Parasol ist bestimmt eine gute Idee.
Speisemorchel ... da musst du wohl erstmal an eine Kultur heran kommen.
Und ich weiß nicht ob die in so einem Wald wirklich gut wachsen würde.
Samtfußrübling ist im Prinzip auch eine gute Idee.
Ist nur ohne Holzreste/Baumstümpfe im Wald ein Problem.
"evt Riesen-Träuschling und Champignon" sind eher nicht so gut für den Wald geeignet so weit ich das beurteilen kann.

Was ich mich gerade frage ist, ob du denn eine Möglichkeit hast Zuhause erstmal Kulturen unter zu bringen, bis die bereit sind in den Wald ausgepflanzt zu werden?

Kannst du eventuell auch steril arbeiten um erstmal Brut herzustellen, die du dann auswildern könntest?

Wie viel Arbeit/Zeit kannst oder möchtest du dafür investieren?

Wenn du die ganze Brut käuflich erwerben wollen würdest, dann würde das ganz schön teuer.

Oder habe ich dich irgendwie falsch verstanden?

Was genau hast du vor, bzw. wie genau stellst du dir das vor die Pilze dort anzusiedeln?

schöne Grüße

Fabian


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 Betreff des Beitrags: Re: Wald besiedeln
BeitragVerfasst: Montag, 03. Juni 2013 21:05 
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Neuling

Registriert: Donnerstag, 14. April 2011 23:06
Beiträge: 11
Hey,

Kulturen unterbringen und steriles arbeiten ist gar kein Problem... auch über die Arbeit, die hinter sowas steht und den Platzbedarf einiger Brutbeutel bin ich mir bewusst. Der Champignon war eher für den Rand gedacht... da is ne Wiese!

Die Kostensache... ich dachte, eventuell kennt einer hier eine Tauschbörse oder Leute, die für wenig Geld ihre Sporen oder sogar fertiges Substrat feilbieten?!

Das mit dem Auswildern hab ich mir folgendermaßen vorgestellt: erstmal die Brut vorziehen, dann ein geeignetes Beet in ner guten Umgebung anlegen, die Brut da einbringen, durchwachsen lassen und hoffen, dass es sich ausbreitet... und dann halt selbst sammeln gehn! Wie gesagt, Ziel sind keine hohen Erträge sondern eher die Herausforderung, ob man`s hinbekommt den Wald aufzuwerten ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wald besiedeln
BeitragVerfasst: Dienstag, 04. Juni 2013 21:14 
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Neuling

Registriert: Mittwoch, 14. November 2012 21:18
Beiträge: 40
Wohnort: Berlin
Hallo
Was für Bäume und wie Alt, ph- Wert, Bodenbeschaffenheit, Wasserzügigkeit, Bilder?
Gegebenenfalls kann man was mit Mykorrhiza Impfstoffen was machen (z.B. STEINPILZ).

Grüße Jörg


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 Betreff des Beitrags: Re: Wald besiedeln
BeitragVerfasst: Montag, 22. Juli 2013 22:32 
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Ehren - Member
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Registriert: Freitag, 03. November 2006 17:11
Beiträge: 1139
Wohnort: Hamburg :-( ....aber nur zeitweise
schätze mal wie groß der wald ist und wie alt die bäume sind...

Alex

PS: Pilze gibts überall... nur nicht immer für die pfanne...

_________________
"Unwissenheit schützt vorm sterben nicht.... !!!"

Pilzsachverständiger DGfM

PS: Keine Gewähr auf Ferndiagnosen!

http://www.pilzverein-rehna.de


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