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 Betreff des Beitrags: Harnstoff als Stickstofflieferant
BeitragVerfasst: Donnerstag, 30. Mai 2013 20:54 
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Ehren - Member

Registriert: Montag, 23. August 2010 17:52
Beiträge: 246
Wohnort: tiefster Ruhrpott
Hallo Leute,

hat schon einmal jemand mit Harnstoff als Stickstoffquelle experimentiert?
Dafür muss man natürlich nicht unbedingt auf seine Pilze urinieren :wink:
Es gibt den guten Harnstoff ja auch als Reinstoff sehr günstig zu kaufen.

Ich habe hier im Forum schon ein paar Beiträge gefunden in denen Harnstoff erwähnt wird, aber meistens nur im Zusammenhang mit Champignonanbau.
Und so wirklich viele Infos gibt es da bis jetzt nicht.

Ich habe mir überlegt, dass Harnstoff solange der jeweilige Pilz etwas damit anfangen kann auch ganz gut im unsterilen Bereich genutzt werden könnte.
(Kann jetzt spontan keine genaue Stelle zitieren, aber zumindest für den Austernpilz habe ich so weit ich mich erinnern kann in "Pilzanbau Biotechnologie der Kulturspeisepilze" von Jan Lelley gelesen, dass dieser Pilz auf jeden Fall auch Harnstoff abbauen kann.)

Wenn man z.B. ein Substrat nur auf 100°C erhitzt, statt es richtig zu sterilisieren, könnte man durch den Harnstoff die Stickstoffmenge im Substrat erhöhen ohne leicht verwertbare Stickstoffquellen wie Proteine zu dem Substrat hinzu zu fügen.

Proteine führen zu Problemen durch Bakterien, wenn nicht richtig sterilisiert wird.
Harnstoff ist jedoch als Kohlenstoffquelle im Gegensatzt zu Proteinen nicht brauchbar und sollte in Kombination mit einer eher schwer verdaulichen Kohlenstoffquelle wie Cellulose oder Lignin (also Stroh oder Sägespänen) für die meisten Bakterien einen schlechten Nährboden ergeben.

Das würde der Pilzkultur einen erheblichen Vorteil geben, da der Stickstoff, der in Holz oder Strohsubstraten der begrenzende Faktor ist, im Medium erhöht werden kann ohne Konkurrenz zu fördern.

Habe auch schon überlegt/probiert anorganische Stickstoffquellen wie Ammoniumsalze zu verwenden um die Stickstoffmenge zu erhöhen, aber dabei ergiebt sich zum einen das Problem, dass beim Erhitzen ein Teil als Ammoniak entweicht, und zum anderen in der Regel ein Gegenion zum Ammonium übrig bleibt, das der Pilz nicht in der Menge benötigt und damit zu Osmoseproblemen bei der Wasseraufnahme führt.

Der Vorteil bei Ammoniumsalzen ist, dass Ammonium im Gegensatz zu Harnstoff direkt von den
Pilzen verwendet werden kann und nicht erst abgebaut werden muss.

Bin auf eure Erfahrungen oder Meinungen gespannt!

schöne Grüße

Fabian


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 Betreff des Beitrags: Re: Harnstoff als Stickstofflieferant
BeitragVerfasst: Dienstag, 11. Juni 2013 18:31 
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Pilzfreak

Registriert: Donnerstag, 04. April 2013 12:19
Beiträge: 161
Meine Meinung: Einfach probieren! Müsste klappen!

Harnstoff ist in der Tat eine hervorragende Stickstoffquelle. Gerade Kompost- und Mistbewohner wie Champignons mögen sowas sehr gerne, soweit ich weiß. Wie viel Woodlover wie Austern und Pioppino davon profitieren kann ich nicht sagen.
Alternativ könnte ich mir auch z.B. Kalkammonsalpeter, noch besser Kalkammonsulfatsalpeter oder auch etwas phosphathalties vorstellen, da würde man sich auch die Zugabe von Kalk bzw. Gips sparen können und der Einfluss auf den pH wegen dem Kalkgehalt kleiner ist. Man kann diese Dünger neben Harnstoff spottbillig in bäuerlichen Regionen im Landhandel kaufen.

Mein Sterilisieren von Harnstoff unbedingt aufpassen, dass es nicht lokal überhitzt, da es sonst zu Zersetzung z.B. zu Ammoniak kommt, was u.a. den pH-Wert ziemlich heftig beeinflussen könnte. Sowieso wäre es sinnvoll mal den pH-Wert zu checken, da Harnstoff auch so den pH-Wert erhöhen kann. Außerdem hat es Einfluss auf die Fähigkeit von Substrat Wasser zu binden, ggf. müsste also der Wasseranteil vom Substrat angepasst werden. In sehr hohen Konzentrationen kann Harnstoff (bzw. auch die anderen Dünger) Proteine denaturieren oder aufgrund des Salzgehaltes den osmotischen Druck in toxische bereiche treiben, was Pilze abtöten könnte - also ähnlich wie bei der Pflanzendüngung mit der Dosierung nicht übertreiben!

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