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Baumstümpfe mit Pilzhilfe zersetzen?
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Autor:  Ständerpilz [ Dienstag, 16. August 2016 21:30 ]
Betreff des Beitrags:  Baumstümpfe mit Pilzhilfe zersetzen?

Hallo,

da demnächst ein paar Bäume im Garten meiner Muter weichen müssen, böte es sich an, die Stümpfe mit Pilzen zu beimpfen, um diese zu zersetzen und im Idealfall auch noch Pilze ernten zu können. Vor allem wäre das eine schöne und praktische Alternative zum mühsamen Ausbuddeln der ganzen Wurzel!

Eine Goldulme wird nur gekappt, da würde ich dann aber den Stamm zum Pilzanbau verwenden. Ein Apfelbaum kommt höchstwahrscheinlich ganz weg. Das größte Problem wäre aber ein riesiger Nadelbaum (Douglasie?). Den zu fällen wird schon nicht einfach. Auch wenn die flach wurzeln, dürfte das eine erhebliche Arbeit sein, den Stumpf auszugraben.

Blöderweise ist die Lage nach dem Fällen nicht mehr ganz so schattig, dem könnte man aber mit einer Abdeckung o. ä. abhelfen. Würde es sich lohnen, den Versuch zu starten? Oder geht das vielleicht gar nicht mit noch "vitalen" Stümpfen? Ich könnte sicherlich ein bis zwei Monate mit dem Beimpfen warten, wenn nötig. Hat vielleicht sogar schon mal jemand sowas probiert? Und welche Pilze würdet ihr dafür empfehlen? Wäre es ggf. sogar ratsam einen Stumpf gleich mit mehreren Arten zu beimpfen (für effektive Zersetzung)?

Diese Thread habe ich mir schon angesehen: viewtopic.php?f=27&t=3099 und schon ein paar gute Hinweise gefunden.

Grüße

Oliver

Autor:  Lauscher [ Mittwoch, 17. August 2016 10:54 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Baumstümpfe mit Pilzhilfe zersetzen?

Zitat:
da demnächst ein paar Bäume im Garten meiner Muter weichen müssen, böte es sich an, die Stümpfe mit Pilzen zu beimpfen, um diese zu zersetzen und im Idealfall auch noch Pilze ernten zu können.

Das klingt nach einem guten Plan!
Zitat:
Blöderweise ist die Lage nach dem Fällen nicht mehr ganz so schattig, dem könnte man aber mit einer Abdeckung o. ä. abhelfen.

Das könnte sinnvoll sein. Vielleicht einfach Rindenmulch, das ist auch optisch in Ordnung.
Zitat:
Oder geht das vielleicht gar nicht mit noch "vitalen" Stümpfen? Ich könnte sicherlich ein bis zwei Monate mit dem Beimpfen warten, wenn nötig.

Für gefälltes Holz sagt man pauschal ca. 2 Monate.
Stümpfe sind länger vital, da fällt die Einschätzung schwer. Gefühlt würde ich sagen, drei Monate warten.
Zitat:
Wäre es ggf. sogar ratsam einen Stumpf gleich mit mehreren Arten zu beimpfen (für effektive Zersetzung)?

Ich denke, es ist möglich, aber nicht notwendig.
Zitat:
Und welche Pilze würdet ihr dafür empfehlen?

Laubholz pauschal: Auster
Apfelbaum: Eventuell Schwefelporling
Ulme: Es gibt den Ulmenseitling
Zitat:
riesiger Nadelbaum (Douglasie?)

Hier wäre es gut, die genaue Art zu wissen. Für schnelle Zersetzung von Nadelholz kommen Schwefelköpfe oder Hallimasch in Betracht, sind aber beides keine bevorzugten Speisepilze. Hallimasch ist auch aggressiv gegen lebende Bäume. Da müßtest Du nochmal genauer gucken, was sinnvoll wäre.
Ganoderma carnosum wächst an Weißtanne, wäre vielleicht ein Kandidat.
Der rotrandige Fichtenporling ist auch ein Kandidat. Nicht zum Essen, aber schön anzusehen.

Autor:  Ushiab [ Sonntag, 11. September 2016 11:49 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Baumstümpfe mit Pilzhilfe zersetzen?

Da es ja langsam richtung Herbst und Kälte geht, vielleicht Samtfußrüblinge? Wenn alles gut läuft kann er dann schon im nächsten Frühjahr fruchten.
Ist aber ziemlich agressiv gegenüber anderen Pilzen und setzt sich fast immer durch, da muss man aufpassen.
LG

Autor:  Lauscher [ Donnerstag, 15. September 2016 14:28 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Baumstümpfe mit Pilzhilfe zersetzen?

Hallo Oliver,

hast Du schon etwas überlegt oder entschieden, was Du impfen willst?

Autor:  Ständerpilz [ Donnerstag, 15. September 2016 19:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Baumstümpfe mit Pilzhilfe zersetzen?

Hallo Martin,

ich würde wahrscheinlich Samtfußrübling nehmen. Aber wir haben den Baum noch nicht gefällt und tun das vermutlich auch dieses Jahr nicht mehr.
Ich habe Winter-Austernpilz auf Körnerbrut, um mal woanders zu testen. Derjenige hatte sich dann aber nicht mehr gemeldet. Ich selbst hab immer noch das Problem, dass ich wenig Platz habe und vor allem finanziell immer noch knapp dran bin. Immerhin habe ich mal ein paar Reagenzien gekauft.

Grüße

Oliver

Autor:  mariapilz [ Samstag, 24. September 2016 20:40 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Baumstümpfe mit Pilzhilfe zersetzen?

Oliver! Gut dass ihr die bäume heuer nicht mehr fällt, denn vor allem baumstümpfe impfen macht man im frühjahr. Das myzel braucht Zeit zum einwachsen damit es den Winter überlebt. Die bäume fällen bevor sie "im saft" sind (jänner/februar?) impfen dann april mai.

Reichlich borlöcher machen (nicht zu hohe Drehzahl sonst wirds heiss und "versiegelt" das holz ...)

Zum "abdecken" des stumpfs besorgst du dir ein frisches Stück moos aus dem wald und tackerst es an. Das .oos wächst dann am holz an. Wenns nicht anwächst und austrocknet ist es zu trocken 8). Aussenrum das gras hoch wachsen lassen fürs mikroklima.

maria

Autor:  Ständerpilz [ Sonntag, 25. September 2016 11:10 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Baumstümpfe mit Pilzhilfe zersetzen?

Danke für die Tipps, Maria. Ich werde aber die Schnittimpfmethode verwenden, da die Kontaktfläche da deutlich größer ist und das Mycel das Holz dann schneller durchwachsen kann.

Aber alles mit der Ruhe. Im Moment kann ich mich nicht so sehr den Pilzen widmen.

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