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 Betreff des Beitrags: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Montag, 07. August 2017 15:56 
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Pilzfreund

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Einige meiner Brutgläser sind etwas seltsam. Da es meine allererste Brut-Eigenproduktion ist, wollte ich euch mal fragen was ihr dazu sagt.

Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Bakterienkonti ist oder ob die orangebraune Stelle von zu nassen, aufgeplatzten Körnern und Gips kommt. Ich habe in 4 Gläsern solche Stellen und diese Gläser sind allesamt sehr feucht, sodass das Mycel garnichtmehr richtig weiterwachsen will. 15 weitere Gläser, davon 5 Shiitake, sind in Ordnung.

Die Gläser, die seltsam aussehen habe ich mit Sägemehlbrut beimpft indem ich oben 2-3 Esslöffel draufgegeben und etwas angedrückt habe. Je weiter das Mycel nach unten gewachsen ist desto nasser wurden die noch nicht durchwachsenen Körner. Bei den mit Mycelspritzen beimpften ist das nicht passiert weil sie gleichmäßig durchwachsen.

Ich habe diese Gläser übrigens nicht autoklaviert sondern 2stufig tyrndallisiert. Zuerst 80° und über Nacht langsam abkühlen lassen, am nächsten Tag 100° im Einkochautomaten für 2 Stunden. In so einen Einkochautomaten passen 11 450ml Gläser. 8)


Dateianhänge:
Dateikommentar: Schlechtes Mycelwachstum - einfach zu nass? Das weiße ist wohl Gips.
Zitronenseitling.jpeg
Zitronenseitling.jpeg [ 145.2 KiB | 3636-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Orangebrauner Fleck - Bakterien?
Austernseitling.jpeg
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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Montag, 07. August 2017 16:05 
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Sieht nach ner konti aus .

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Alle Pilze sind essbar , manche nur einmal ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Montag, 07. August 2017 17:41 
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Pilzfreund

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du wirst Recht haben. Ich (bin ja Biologin 8) ) hab mittlerweile auch eine Erklärung dafür. Die Konti tritt ja nur in den paar Gläsern auf die zu nass sind, die weniger feuchten sind absolut sauber.

Es wird sich um einen anaeroben oder eher mikroaerophilen Bakterienstamm handeln. In überfeuchten Körnern entstehen anoxische Verhältnisse. Das ist auch der Grund warum die Konti sich nicht allzu sehr ausgebreitet hat. In den Zwischenräumen zwischen den Getreidekörnern ist wieder mehr Sauerstoff und da können sie nicht wachsen. Sauerstoff ist ja für anaerobe Bakterien giftig.

Möglicherweise hat die Hitzewelle, die meine Region letzte Woche erfasst hat auch ihren Teil dazu getan.

Ich lerne daraus: Besser abtropfen lassen. Ansonsten bin ich mit dem Ergebnis bis jetzt sehr zufrieden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Montag, 07. August 2017 17:44 
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Hallo Katharina,

Ob eine Bakterienkonti vorliegt oder nicht, kann ich anhand der Bilder nicht beurteilen.
Den kleinen orangen Fleck würde ich nicht so ernst nehmen - könnte sein, die Stelle schmeckt dem Myzel einfach nicht, könnte sein, es ist nur ein Guttationstropfen ("Myzelpipi"). Vergleiche hier: Massive orange Absonderung

Die Körner sehen schon sehr feucht aus, geht aber noch.

Was ich auf den Bildern nicht sehe: Hat das Myzel Frischluftzufuhr? Wenn der Deckel luftdicht geschlossen ist und keinen Luftfilter hat, stellt das Myzel das Wachstum ein, sobald der Sauerstoff verbraucht ist. Falls Ja, reicht minimales Öffnen und minimaler Luftaustausch, um das Wachstum wieder in Gang zu bringen.

Viele Grüße, Martin

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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Montag, 07. August 2017 18:17 
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Pilzfreund

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Ich hab gekaufte Deckel mit Impfport und 1 Loch das mit Micropore Klebeband zugeklebt ist. Darunter befindet sich ein Tyvek.

Findest du, dass dieses eine Loch zu wenig ist? 2mm breit....


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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Montag, 07. August 2017 18:27 
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Micropore Klebeband + Tyvek, und nur 2 mm Durchmesser klingt nach sehr wenig Luftaustausch, es könnte tatsächlich Sauerstoffmangel sein.

Der obere Bereich der Gläser ist ja gut durchwachsen und nicht mehr akut kontigefährdet. Du könntest einfach ein klein wenig Aufschrauben, ohne den Deckel abzunehmen. Wenn es dann einen Wachstumsschub gibt, war es eindeutig Luftmangel.

Im Thread Luftfillter: Küchenschwamm und Zigarettenfilter sind Bilder von stehengebliebenen Myzelwachstum, daß nach Frischluftzufuhr einen rasanten Schub gemacht hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Montag, 07. August 2017 18:56 
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Pilzfreund

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hab ich gemacht. und auch gleich die Konturen nachgezogen mit Edding.

Ich sollte wohl in meine Deckel ein paar zusätzliche Löcher machen... Ich war eh skeptisch aber ich dachte mir, dass die Herren von einem großen deutschen Pilzzucht-Shop schon wissen werden was sie tun.


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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Montag, 07. August 2017 20:28 
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Ich weiß nicht, wie durchlässig Micopore Klebeband ist (ich kenne es nicht). Tyvek läßt jedenfalls sehr wenig durch. Ich habe mal versucht, durch Tyvek durchzupusten, und habe es mit aller Anstrengung nicht geschafft.

Viele Löcher sind nicht nötig. Wie Du auf den Bildern gesehen hast, reicht ein gut durchlässiges Loch. Der Durchmesser ist auch nur ca. 4 bis 5 mm, dafür ist der Filter (egal ob Aquarienwatte oder Zigarettenfilter) gut luftdurchlässig.

Theoretisch sind die Filter auch sporendurchlässig, praktisch aber ist der Weg bis ins Innere zu weit, und sie bleiben vorher liegen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Dienstag, 08. August 2017 05:42 
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Pilzfreund

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Dieses Klebeband kommt eigentlich aus dem Krankenhaus. Man klebt damit kleinere Wunden, die man sonst nähen müsste. Ich denke es ist sehr gut luftdurchlässig. Wir verwenden es auf der Uni für unsere Nematoden. Die leben auf großen Petrischalen und brauchen schon recht viel Luft. Die Petris werden statt mit Parafilm mit diesem Klebeband verschlossen. Der Vorteil an dem Klebeband ist, dass es - anders als Parafilm - nicht mit der Zeit rissig wird. Ich denke die Luftdurchlässigkeit ist vergleichbar. Kontidicht ist es - unsere Nematodenpetris sind sehr anfällig und müssen 2 Jahre bei Raumtermperatur steril bleiben.

Ich werde in die Deckel von meinen Gläsern zwei zusätzliche Löcher machen, dann hab ich 3 á 2mm. Das Tyvek wär wahrscheinlich nicht einmal notwendig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Dienstag, 08. August 2017 11:41 
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hallo Katharina

schön das hier auch mal das Klebeband/ film für Petrischalen beschrieben wird

meine frage... kann ich auch Transpore nehmen anstatt Micopore??? und warum ist Parafilm so teuer ??? oder wo bekommt man Frischhaltefolie die 10cm breite???

mfg Benny :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Dienstag, 08. August 2017 12:42 
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Pilzfreund

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ich denke schon, dass andere medizinische Klebebänder auch funktionieren. Vermutlich habebn weder Micropore noch Transpore 0,22µm Porengröße - aber Kontis werden trotzdem daran gehindert hineinzufallen.

Bei meinen Testgläsern - bevor ich richtig angefangen habe wollte ich mal testen ob meine tyrndallisierten Brutgläser steril sind - hatte ich noch kein Micropore und habe stattdessen weißes Leukolast verwendet.

8 von 8 tyrndallisierten, leukoplastversiegelten, unbeimpften Gläsern rochen nach 3 Wochen immernoch angenehm nach gekochtem Getreide.

Parafilm ist ein Spezialkunststoff, der sehr viel leistet. Selbstadhäsiv aber ohne Klebstoff, Atmungsaktiv, Bakterienundurchlässig, dampfdurchlässig... Oft kopiert und nie erreicht, wenn man einen nachbau-"Parafilm" kauft, der 10% billiger ist und dann andauernd reißt, hat man auch nichts davon ausßer Ärger. Ich hoffe man verzeiht mir die ungenierte Schlechwerbung, aber das ist einfach die Wahrheit aus dem Laboralltag.

Frischhaltefolie würde ich für Petris nicht verwenden. Einige tun das und es scheint ja auch zu funktionieren, aber für das was in der Petri wachsen soll ist es schon besser wenn die Petrischale atmungsaktiv verschlossen ist. Falls du es doch machen willst: Frischhaltefolien-Rollen lassen sich mit einer Eisensäge auseinandersägen. Haben wir im Labor auch schon gemacht, für einen anderen Verwendungszweck. 8)


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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Dienstag, 08. August 2017 13:41 
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lässt sich das Micropore klebeband autoklavieren?


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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Dienstag, 08. August 2017 20:41 
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Pilzfreund

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da ich meine Gläser ja nicht autoklaviere, sondern nur "einwecke", kann ich das nicht sagen. Nach 2 Stunden im blubbernden Einkochautomaten haben die Klebebänder an mittlerweile 22 Gläsern aber keinerlei Schaden genommen.

Wenn sie 100° aushalten, werden sie wohl auch 110-115° aushalten (mehr bekommt ein haushaltsüblicher DKT entgegen der weit verbreiteten Meinung eh nicht).


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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Mittwoch, 09. August 2017 18:58 
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Hallo Katharina

danke... schön erklärt :D

aber nun musst du mir bitte noch erklären was der unterschied zwischen Parafilm und Isolierband ist???

Isolierband und Transpopre hab ich zuhauf kann ich das Isolierband nutzen oder ist das schon eine Idee für nix???

hab sonnst immer Frischhaltefolie genommen

aber kennt ja jeder Männer und Frischhaltefolie viel zu große Hände das wird nix :lol:

grüsse :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Konti oder zu feucht?
BeitragVerfasst: Mittwoch, 09. August 2017 19:50 
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Pilzfreund

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Isolierband? Aber nicht das für Stromkabel?!

Transpore halte ich für genauso geeignet wir Micropore.

Ach ja, das Mycelwachstum ist in meinen 4 "Sorgengläsern" nach leichtem öffnen des Deckels wieder angeprungen. Bei einem so gut, dass ich es wohl sogar weiterverwenden werde können, bei den anderen sieht man zwar, dass es dem Mycel besser geht aber das Getreide ist einfach zu nass.

Ich lasse sie noch stehen bis ich Säcke zum beimpfen habe, aber 3 Gläser werde ich wahrscheinlich entsorgen (= im Garten vergraben)


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