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 Betreff des Beitrags: Austernseitlinge auf Weidenholz-Häcksel
BeitragVerfasst: Sonntag, 04. November 2018 17:40 
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Neuling

Registriert: Mittwoch, 31. Oktober 2018 12:28
Beiträge: 9
Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe noch nicht die große Erfahrung mit der Zucht von Pilzen (vermehrung von Hefe-Pilzen mal ausgenommen...)
Meine Erfahrungen beschräken sich auf ein fertiges Champignon-Set und einen fehlgegangenen Versuch mit Stockschwamm und Austern auf Birkenstämmen.

Da wir eine Kopfbaumweide haben die bald mal wieder rasiert werden muss und auf der ohnehin schon Austern wachsen, dachte ich man könnte doch die Ruten häckseln und in Säcken mit Austern versuchen.

Mir stellt sich nur die Frage, wie ich am besten vorgehe und hier dachte ich, hilft man mir vielleicht weiter...?!

Ich dachte an eine unsterile Aufzucht, vor allem wegen der Mengen an Substrat die anfallen werden. Ich habe nun schon mal einen Klon-Versuch gemacht. Austernpilz aus dem Supermarkt seziert und mit gekochtem Emmer (Weizenart) in ein Glas verfrachtet und warm gestellt. Nach drei Tagen wird das Stück Austernpilz nun schon mal flaumig. Später dann nach und nach weiter vermehren, sofern keine Kontis auftreten. Alternativ fertige Körnernbrut besorgen.

Meine Erfahrung mit frischem gehäckseltem Holz ist, dass es nach einigen Tagen schon schnell warm wird, bei der Kompostierung ist das ja gewollt. Will ich Pilze züchten, stelle ich mir das eher kontraproduktiv vor.
Also würde ich, ins blaue geraten, so vorgenen:
Holz häckseln, anschließend wässern und schnellstmöglich mit Brut in Säcke verfrachten. Zum durchwachsen dann in den relativ warmen Heizungskeller (mehr als 22 °C sind vermutlich aber nicht drin...).

Wie sehr ihr meinen Plan? Würdet ihr es anders machen? Totaler blödsinn?
Ehrliche Antworten erwünscht! :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Austernseitlinge auf Weidenholz-Häcksel
BeitragVerfasst: Montag, 05. November 2018 00:35 
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Neuling

Registriert: Sonntag, 28. Oktober 2018 20:47
Beiträge: 16
Hallo. Ich bin zwar auch Neuling was das hier betrifft, aber eins kann ich dir gleich schreiben.

Zitat:
Holz häckseln, anschließend wässern und schnellstmöglich mit Brut in Säcke verfrachten. Zum durchwachsen dann in den relativ warmen Heizungskeller (mehr als 22 °C sind vermutlich aber nicht drin...).


Häckseln hin oder her. Das ergibt nur einen schönen Schimmel und Müll und sonst nichts.
Rein von der Logik her, nimmt man kein frisches Holz für so was..

Wenn dann mindestens 6 Wochen ausgebreitet "reifen lassen" und dann weiter sehen,
wobei das auch schon.. aber ab da würde ich mutmaßen und kein Wissen weiter verbreiten.

Jedenfalls, mmn. so nicht.

Lg.

Kata.


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 Betreff des Beitrags: Re: Austernseitlinge auf Weidenholz-Häcksel
BeitragVerfasst: Montag, 05. November 2018 20:30 
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Site Admin
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Registriert: Samstag, 05. Januar 2008 12:58
Beiträge: 750
Wohnort: Nordhessen, bei Wolfhagen
Hallo Monti, willkommen im Forum!

Versuch macht kluch!
Ein sicheres Verfahren weiß ich jetzt nicht.

Frisches Holz kann von Pilzen meist schlecht besiedelt werden, es hat noch viele Abwehrstoffe. Bei Stammstücken sagt man, man soll sie zwei bis drei Monate trocken lagern und dann wässern. Wenn Du die Häcksel trocknen kannst, wäre das eine Möglichtkeit.

Frische Häcksel auf einem Haufen werden heiß durch Bakterien. Keine gute Umgebung für Pilze.
Du könntest das aber für Dich nutzen und gewollt fermentieren. Die Häcksel gut luftdicht einpacken, heiß werden lassen, und wenn es wieder kühl ist, mit Austernseitlingen beimpfen.
Mit Fermentieren habe ich selbst aber keine Erfahrung.

Monti hat geschrieben:
Holz häckseln, anschließend wässern und schnellstmöglich mit Brut in Säcke verfrachten.

Ich glaube, das geht schief. Das Wässern wird die Gärung nicht verhindern.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Austernseitlinge auf Weidenholz-Häcksel
BeitragVerfasst: Mittwoch, 07. November 2018 18:40 
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Neuling

Registriert: Mittwoch, 31. Oktober 2018 12:28
Beiträge: 9
Danke euch beiden!

ja, das mit dem frischen Holz hab ich schon dunkel befürchtet.
also trocknen im ganzen wäre in kleineren Mengen möglich.
Fermentieren: Wäre prinzipiell auch eine Möglichkeit. Sauerkraut machen wir auch selbst aber ob Holzhäcksel genug Nahrung für die Milchsäurebakterien liefert? Eine 60 l Tonne mit Deckel hab ich noch, die wäre sicher gut für sowas...
Hab den Gärfaden gefunden und muss mal ein wenig quer lesen...
viewtopic.php?f=61&t=973&start=15

Ich melde mich wieder falls und wie ich die Sache durchziehe... :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Austernseitlinge auf Weidenholz-Häcksel
BeitragVerfasst: Mittwoch, 07. November 2018 19:22 
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Pilzfreak

Registriert: Sonntag, 25. Februar 2018 17:56
Beiträge: 122
Kannst es ja mal im kleinen Maßstab ausprobieren.
Häcksel und etwas Austernbrut in einen Sack und ein paar Luftlöcher reinmachen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Austernseitlinge auf Weidenholz-Häcksel
BeitragVerfasst: Freitag, 07. Dezember 2018 19:36 
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Neuling

Registriert: Mittwoch, 31. Oktober 2018 12:28
Beiträge: 9
Mal eine Rückmeldung:

Mein erster Versuch mit Weidenhäckseln ging etwas daneben. Ich hatte die Weidenhäcksel in ein Einmachglas mit Schraubverschluss gegeben. Um ein Aufschwimmen zu verhindern etwas Edelstahl Insektenschutzgitter zurechtgebogen und damit abgedeckt. Zugegeben hatte ich etwas Sauerkrautsaft (eigenes, nicht pasteurisiert), eine Prise Zucker als leichtes Futter, Wasser bis ca. 2 cm über das Substrat und Milchsäure. Letztere hat mir das ganze wohl schon zu sauer gemacht, so dass gar keine Gärung mehr in Gang gekommen ist. Nach zwei Wochen hat sich dann Schimmel gebildet.

Der zweite Versuch dann mit etwas Roggensauerteig, Prise Zucker und Wasser. Die Gärung hat dann schon am nächsten Tag eingesetzt und dauerte ca. eine Woche. Zusätzlich hatte ich die Luft die noch drinnen war mit CO2 verdrängt. Es roch nach einer Mischung aus Alkohol und Säuerlich. Die Brühe blieb verhältnismäig klar, nehme mal an, dass sich wenig Hefen etabliert haben.
Das Wasser im Glas hat sich nach der Gärung etaws zurückgezogen, so dass eine kleine Häckselschicht oben drauf etaws dunkel geworden ist. Nach dem Öffnen hats kräftig nach Arsch gestunken :? :shock:
Obere Schicht abgekratzt und heute dann die Häcksel auf zwei Gläser verteilt. Unten drin rochs schön säuerlich, ähnlich wie Sauerkraut.

Das eine Glas hat drei gekaufte Impfdübel mit Auster bekommen. Das zweite einige Stücke aus dem inneren von Supermarkt-Austern.
Nun heißst's abwarten und Most trinken...

https://share.mailbox.org/appsuite/api/ ... ivery=view
https://share.mailbox.org/appsuite/api/ ... ivery=view

Erstes Bild direkt nach dem Befüllen, erste Füllung.
Zweites Bild von gerade eben, links Supermarkt-Auster, rechts Impfdübel.


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 Betreff des Beitrags: Re: Austernseitlinge auf Weidenholz-Häcksel
BeitragVerfasst: Mittwoch, 12. Dezember 2018 18:10 
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Neuling

Registriert: Mittwoch, 31. Oktober 2018 12:28
Beiträge: 9
So, das war auch nichts... :?

Es stinkt jetzt aus beiden Gläßern so erbärmlich wie oben schon. Es hat sich kein Stück Myzel ausgebildet, weder im Glas mit den Dübeln als auch in dem mit den Pilzstücken. Schimmel ist nicht zu sehen. Die Pilzstücke sind zusammengeschrumpelt und ziemlich dunkel. Werden wohl irgendwelche Bakterien sein? sieht alles etwas schleimig aus.

Ich hab nun noch ein Glas mit Emmer (Weizenart) mit etwas Sauerteig angesetzt. Das ist fast durchgegoren. Mal sehen ob da was passiert mit den Dübeln...


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