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Leinenstroh, Luzerne und Co.
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Autor:  morelia [ Mittwoch, 23. Februar 2011 20:21 ]
Betreff des Beitrags:  Leinenstroh, Luzerne und Co.

Hallo Leute,

was haltet Ihr von :_

-Leinenstroh
- kleine und saugstarke Stücke
- extrem hohes Saugvermögen (12x höher als bei Stroh und 4x höher als bei Holzspänen)


-Luzerne (als Booster bez. minimale Beigabe)
Luzerne dient als Eiweißquelle und liefert wertvolle Inhaltsstoffe, wie z.B. ß-Carotin, Vitamin E und Vitamine des B-Komplexes.
Inhaltsstoffe in %

Rest Feuchtigkeit 11.00
Rohprotein 15.00
Rohfaser 30.00
Rohfett 2.00
Rohasche 5.00

-Weichholzgranulat
Es bietet durch seine große Oberfläche eine ganz hervorragende Feuchtigkeitsbindung.
Anders als bei normalen Hobelspänen oder Späneprodukten, sorgen die großen Kapillaroberflächen des Weichholzgranulates für eine mehrfach effektivere, langanhaltende Saugwirkung.


Hab jeweils mal ,,Proben'' geholt und werde damit experimentieren. Jetzt wollt ich mal fragen was Ihr davon haltet ?

grüße Achim

Autor:  Mycelio [ Mittwoch, 23. Februar 2011 22:07 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Leinenstroh, Luzerne und Co.

Hallo Achim,

vergiss besser die Werbetexte. Z.B. kann Stroh in der Realität 20 bis 30% mehr Wasser aufnehmen als Holz. 'Saugvermögen 12x höher als bei Stroh und 4x höher als bei Holzspänen' ist daher schonmal völliger Unsinn.

Leinenstroh sollte sehr viel Zellulose und kaum Lignin enthalten. Bei Pilzen, die auf den üblichen Substraten nur magere Erträge bringen, weil sie nicht gut mit Lignin zurecht kommen, ist das ein Vorteil.

Weichholz ist Nadelholz und wegen den eingelagerten Abwehrstoffen für viele Pilzarten ungeeignet. Bei meinen bisherigen Versuchen mit Nadelholzbriketts wuchsen z.B. Nameko und Kräuterseitling sehr gut darauf, während Igelstachelbart, Pioppino und Maitake meist daran zugrunde gingen. Bei Lungenseitlingen und manchen Austern ging es so einigermaßen. Jedoch bestehen zwischen den verschiedenen Nadelholzarten durchaus Unterschiede.

Luzerne ist ein genialer Zusatz, wobei man nicht mehr als 20% verwenden sollte, eher so 10 bis 15%. Stroh mit Luzernepellets war für mich bisher das beste und ertragreichste Seitlingssubstrat. Allerdings erhitzen sich größere Substratmengen ein bis zwei Tage nach der Beimpfung so stark, daß einem im Sommer schnell mal die Substratblöcke absterben, wenn sie dicht nebeneinander stehen. Der Frischluftbedarf ist dann auch höher.

Zusammenfassend möchte ich dazu raten, erstmal kleinere Ansätze dieser Materialien zu testen.

Gruß, Carsten

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