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 Betreff des Beitrags: Drüsenartige Gebilde auf dem Myzel. Was ist das?
BeitragVerfasst: Mittwoch, 04. Juni 2008 10:30 
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Hallo zusammen,

mir fiel bei meinen Shitakekulturen auf, dass sie auf der Substratoberfläche manchmal drüsenartige Gebilde erzeugen, die eine Menge Wasser ausschwitzen. Das Phänomen tritt in der Phase auf, wo das Myzel anfängt braun zu werden. Manchmal sind diese Gebilde winzig klein, teilweise werden sie aber auch einige Millimeter breit und sitzen auf kleinen Erhöhungen, die das Myzel bildet. Die Fläche, die die Flüssigkeit absondert, ist schwarz, glatt und leicht vertieft. Die Flüssigkeit selbst ist durchsichtig und braun. Teilweise schwitzt das Myzel soviel aus, dass sich kleine Pfützen bilden. Soweit ich sehen kann, entstehen diese drüsenartigen Gebilde aber nicht im Zusammenhang mit Kontaminationen. Wenn das das Myzel Schimmel bekämpft, sieht man zwar auch solche flüssigen Ausscheidungen, aber meine Kulturen habe ich steril beimpft, sie sind mustergültig durchwachsen und hatten keinerlei sichtbare Kontaminationen an der Oberfläche. Trotzdem kann es sich vielleicht doch um eine Abwehrreaktion des Pilzes handeln. Vielleicht eine Art vorbeugende Selbstdesinfektion?
Habt ihr eine Ahnung, warum der Pilz solche Drüsen erzeugt und was in den Ausscheidungen enthalten ist?

Viele Grüße, Till


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BeitragVerfasst: Mittwoch, 04. Juni 2008 12:40 
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das was du dort beschreibst hört sich sehr nach glutationstropfen an...

das sind ausscheidungen vom myzel um so giftstoffe oder ähnliches zu entsorgen...

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BeitragVerfasst: Mittwoch, 04. Juni 2008 13:09 
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Bei mir treten diese Guttationstropfen besonders häufig auf, wenn das Substrat zu feucht ist. Dann schwitzt der Block überschüssiges Wasser aus. Wie Pilz-Imperium schon schrieb, wahrscheinlich zusammen mit Stoffwechselprodukten oder Abwehrstoffen.
Till, wenn deine Shiitakeblöcke durchwachsen sind, verdichtet sich das Mycel und bildet an der Oberfläche seltsame Beulen. Nicht wundern, das gehört so.

Grüße, Carsten


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BeitragVerfasst: Montag, 09. Juni 2008 00:34 
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Hallo,

Zu feucht ist das Substrat wohl. Ich würde es grenzwertig nennen. Aber ich habe noch eine Kultur, die wirklich viel zu feucht ist. In dem untersten 1cm steht Wasser. Es hat sich da gesammelt. Der Rest der Kultur ist ok. Komischerweise bildet der Shitake dort fast keine Tröpfchen. Aber das liegt vielleicht daran, dass das Wasser nur ganz unten steht.
Die sogenannten "Pestbeulen" kommen bei mir gerade sehr stark. Überall bilden sich Risse und kleine Auswüchse. Ist interessant, dass der Pilz das auf reinen Sägespänen nicht gemacht hat. Aber jetzt habe ich meine Substrate mit allerlei Küchenabfällen angereicht (pürierte Kartoffelschalen, Brotkrümel, Kaffesatz). Da geht es richtig ab und das Myzel ist fast massiv. Ich hoffe, jetzt kommen auch bald mal Pilze. Jemand hier im Forum hat behauptet, dass sie ziemlich bald nach den Beulen kommen. Ich bin gespannt.

Viele Grüße, Till


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BeitragVerfasst: Dienstag, 10. Juni 2008 21:44 
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hallo till und kollegen

habe hier auch so einen fall ....



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sieht das bei dir auch so aus ??

also ich halte es doch für eine konti (welche auch immer ) ... alles was nicht normal aussieht ist für mich auch nicht normal .... und umsonst reagiert der pilz auch nicht so ... ich kenn meine pilze .


gut kulturpilz

fritz

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BeitragVerfasst: Dienstag, 10. Juni 2008 22:00 
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es gibt mehrere möglichkeiten

1. hast du schlampig beim renovieren gearbeitet und da is bauschaum drauf getropft :wink:

jedoch siehts eher aus wie Lochfraß durch Larven

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BeitragVerfasst: Mittwoch, 11. Juni 2008 00:43 
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Hallo zusammen,

ui, das ist doch die Schweizer-Käse-Konti... :D

Nee, ich denke, da waren bloß Wassertropfen im Weg und das Mycel ist drumrumgewachsen. Hatte das gerade erst bei Austern. Sah genauso aus.

Grüße, Carsten


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BeitragVerfasst: Sonntag, 15. Juni 2008 15:51 
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Hallo!

bei mir sieht es ganz anders aus.

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Leider ist die Qualität der Bilder nicht so gut. Auf dem einen dunkleren Bild sieht man so kleine Erhebungen. Jetzt sind sie ausgetrocknet. Vorher waren da aber überall dicke Tropfen mit Wasser drauf. Auf dem anderen Bild sieht man zwei schwarze Flecken. Was hier nicht so deutlich wird: sie sind leicht eingesenkt und haben eine glatte Oberfläche. Das Wasser habe ich am Tag vorher abgetrocknet. Deshalb sieht man auf dem Bild nicht die Flüssigkeit. Es ist aber eine Menge auf diesen schwarzen Flecken ausgeschieden worden.

Liebe Grüße, Till


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BeitragVerfasst: Sonntag, 15. Juni 2008 20:30 
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Hallo Till,


das zweite Bild sieht für mich völlig normal aus. Das Mycel hört nicht überall sofort auf zu wachsen und bildet dann diese blasenartigen Hügel. Bei der Bräunung scheint der Farbstoff bei Luftkontakt ausgeschwitzt zu werden. In feuchter Umgebung hatte ich auch immer kleine und größere braunschwarze Tropfen, die erst später trockneten.
Das erste Bild ich schon ein wenig verdächtig. Kann aber sein, daß das Mycel klares Wasser ausschwitzt, welches sich mit den braunschwarzen Tropfen vermischt und nun bernsteinfarben wirkt.

Übrigens habe ich mit dieser Art von Gläsern schlechte Erfahrungen gemacht. Da sich der Rand verengt, kann man das Mycel am Ende nicht herausstürzen und muß später zusehen, wie Pilze zwischen Glas und Substrat wachsen. Da hilft dann auch keine drumgewickelte Alufolie. Die Pilze trocknen zwar irgendwann ein und verbinden sich wieder mit dem restlichen Mycel, jedoch würde man sie lieber ernten... Sturzgläser, Blumentöpfe und Beutel haben diesen Nachteil nicht.


Grüße, Carsten


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BeitragVerfasst: Sonntag, 15. Juni 2008 22:48 
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Hallo Carsten,

danke für deine Antwort. Ja, ich denke auch, dass diese Ausscheidungen nichts schlimmes sind. Ich fand nur interessant, dass das Myzel solche quasi-Organe bildet.
Mit den Gläsern, das ist allerdings so eine Sache. Ich sehe es jetzt auch. Bei mir bilden sich im Glas haufenweise solche Auswüchse, die aus Platzmangel das Substrat zusammendrücken. (Gar nicht so leicht, bei festgestampften Sägespänen.) Manche solche Auswüchse sind wohl nur eine Art Popcorns. Aber manche sehen auch so aus, als würde sie normalerweise ein Pilz. Mist! Gläser fand ich praktischer fürs Sterilisieren. Aber ich glaube, ich sollte mir wirklich was anderes suchen. Bei reinen Holzspänen gab es kein Problem. Aber bei meinem neuen Powersubstrat popt es überall im Glas. Da hilft wohl nur kaputthauen.

Viele Grüße, Till


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BeitragVerfasst: Montag, 16. Juni 2008 01:23 
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Mycelio hat geschrieben:
Hallo Till,

... Da hilft dann auch keine drumgewickelte Alufolie. ...


Das mag evtl. daran liegen, dass Glas kaum Licht absorbiert. Kommt noch Alufolie dazu wird -aus dem Glas wieder austretendes- Licht wieder reflektiert und verschlimmert den reflektierenden Glaseffekt noch zusätzlich.
Für meine (wenigen) Shii- und Kräuterseitlingsgläser (normal wachsen die Kleinen auf normalen Holzsubstraten in Blockform... aber ein Glas mit Pilzen auf dem Fensterbrett ist, wenn Besuch kommt oder einfach so, immer ein klasse Hingucker) benutze ich -auch wenn es eher schräg aussieht- alte, schwarze Socken/Strümpfe, und habe v.A. beim Shii keine unterirdische FKs.

Gruß

Lopho


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BeitragVerfasst: Montag, 16. Juni 2008 18:20 
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Hallo Lopho,


stimmt, es hört sich ziemlich schräg an, wenn die Pilze in Socken wachsen... :D
Finde ich aber besser als die Fummelei mit Alu. Sind ja auch wiederverwendbar und verbraten weniger Energie bei der Herstellung. Werde das mal mit dem lichtscheuen Gesindel testen. Hoffentlich habe ich genug Socken...


Grüße, Carsten


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BeitragVerfasst: Freitag, 20. Juni 2008 22:39 
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Gute Idee mit den Socken! das muss ich dann auch mal probieren.


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BeitragVerfasst: Samstag, 21. Juni 2008 23:40 
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Da hätt ich ja endlich eine Verwendung für meine löchrigen Socken... :lol:
Wenn das meine Frau sieht schreibt die mich dann endgültig für irre ab und schmeißt mich und meine Pilze aus dem Haus. :D


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BeitragVerfasst: Montag, 23. Juni 2008 21:49 
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Hallo Lopho,

mir kam noch eine Frage: Ziehst du die Socken schon während der Durchwachsphase drüber oder erst später? Ich sehe so gerne, wie das Myzel wächst...

Anonsten, wenn jemand noch Ideen hat, was es mit den Absonderungen des Myzels chemisch auf sich hat, dann würde mich das interessieren.

Gruß, Till


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