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 Betreff des Beitrags: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Montag, 03. Mai 2010 20:25 
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Hallo Kulturpilzler!

Ich plane demnächst Champignons in großem Stil anzubauen. Pferdemist, Stall und Keller stehen zur Verfügung.
Bezüglich der Zusammensetzung des Mists streiten sich die Geister.
Ist es unbedingt nötig Hühnermist hinzuzufügen?
Welcher Kalk muss dazu gemischt werden?

Wenn alles klappt wie ich es mir vorstelle, halte ich euch auf dem Laufenden.

Lg Carsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Dienstag, 04. Mai 2010 02:34 
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Hallo Carsten,

uiuiui, du hast ja großes vor. Ich hoffe, der Keller wird im Sommer nicht zu warm, falls es normale Zuchtchampignons sein sollen.
Als Kalziumzusatz würde ich Gips (Kalziumsulfat) vorschlagen, denn der ist vom PH-Wert her neutral. Richtiger Kalk (Kalziumkarbonat) ist leicht alkalisch, da würde bei der anfänglichen Kompostierung mehr Stickstoff in Form von Ammoniak entweichen. Nach der Kompostierung soll ja soviel Stickstoff wie möglich da sein.

Bzgl. genaueren Rezepturen solltest du einfach mal googeln und viele Rezepte vergleichen, denn leider wird häufig Dung und Mist verwechselt, was einen großen Unterschied macht. Geflügelmist ist nicht zwingend notwendig, es kommt eher darauf an, einen bestimmten Stickstoffgehalt im Substrat zu haben. Der ist im Hühnermist allerdings viel höher als im Pferdemist.

Gruß, Carsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Mittwoch, 05. Mai 2010 08:22 
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Das heißt, ich könnte auch einen Eimer reinen Stickstoffdünger mit reinmischen; was an Stickstoff zuviel ist, entweicht ja dann einfach.
Ein paar Themen vorher wurde Elektrikergips( oder anderer aus dem Baumarkt) vorgeschlagen. Kann ich den nehmen?
Und der mir zur Verfügung stehende Mist ist schon etwas älter als einen Monat, hab aber gelesen, dass ein Monat die Schmerzgrenze sein soll. Welch negativen Folgen kann das haben wenn der Mist etwas älter ist?


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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Donnerstag, 06. Mai 2010 23:47 
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Beim Stickstoffdünger kommt es bestimmt darauf an, welchen man nimmt. Überschüssiger Stickstoff wird entweichen, aber auch den PH-Wert unnötig in die Höhe treiben, so daß noch mehr entweicht.
Bzgl. Gips würde ich mir die Marke aufschreiben und erstmal im Internet schauen, ob ein Datenblatt zu finden ist, in dem die Zusatzstoffe aufgeführt sind.

Aber zuerst solltest du dir den Mist genauer anschauen. Das Alter allein sagt nicht viel, man müßte wissen, ob er nur aus Dung und Stroh besteht oder Urin mit drin ist, ob er auf einem großen Haufen gelagert wurde und sich vielleicht längst erhitzt hatte. Der Zustand des Strohs wäre ebenfalls interessant, also gelblich und fest oder braun und weich.

Gruß, Carsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Freitag, 21. Mai 2010 12:34 
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Ok, weiter geht's. Wir haben den Mist in einem ausgedienten Stall zu einem Haufen von 1,8m x 2,0m (Grundfläche), 1,8m x 1m (Deckfläche) und einer Höhe von knapp 1,5m aufgeschichet. Gewürzt wurde mit 25kg Elektrikergips und ca. einem halben Eimer Stickstoffdünger. Das geschah am vorletzten Wochenende und sah so aus:

Dann haben wir ihn am letzten Wochenende umgeschichtet, wobei darauf geachtet wurde, dass die vorher außen befindlichen Teile beim Umschichten nach innen kamen.

Nicht die schönste Arbeit kann ich euch sagen.
Aus dem Haufeninneren kam einem eine unschöne Wärme entgegen, die verglichen mit dem intensiven Duft aber harmlos war. Außen auf dem Stroh hatten sich schon einige Tintlinge breit gemacht, aber die wurden ja dann nach innen gekehrt.

Die Beschaffenheit hatte sich in dieser einen Woche schon merklich verändert, das Stroh sah nicht mehr gelb und frisch aus, sondern eher weich und braun. Allgemein war der Mist schon wesentlich krümeliger und der Haufen ist auch etwas geschrumpft ( von ca 1,8m Breite auf 1,5m).

Allerdings machen sich im Moment ziemlich viele kleine Fliegen im Stall und auf dem Mist breit, ich hoffe, das hört auf wenn der Prozess beendet ist. Bin mal gespannt wie es weitergeht. Wenn Interesse besteht berichte ich gern weiter. Über Tipps und eventuelle Verbesserungsvorschläge würde ich mich natürlich auch freuen. Hoffe das mit dem Bild hat jetzt geklappt.
Dateianhang:
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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Freitag, 21. Mai 2010 14:08 
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Na, das ist ja wirklich ein "schöner", großer Haufen Mist... :mrgreen:
Für das Umschichten beneid ich dich echt nicht - für das Endergebnis schon.
Auf alle Fälle weiterposten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Freitag, 21. Mai 2010 14:57 
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Pilzfreak

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Hey Pilzboy

Ja, unbedingt weiter berichten! Ich denke so ein Grossprojekt interessiert hier fast jeden!

Hast Du Erfahrung mit der Champignonzucht?

Viel Glück, ich drück dir die Daumen!

Gruss Rino


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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Freitag, 21. Mai 2010 17:56 
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hallo


ich hätte auch interesse am ausgang deines projekts. :)


wie willst du eigentlich beimpfen ??

stellst du deine brut selbst her ??




gut kulzurpilz

fritz

_________________
"Mädchen sind wie Pilze - die schönsten sind die giftigsten"


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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Samstag, 22. Mai 2010 01:00 
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Was für ein herrlicher Haufen Mist! Da scheint ja alles nach Plan zu verlaufen. Meinen Glückwunsch!

Carsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Sonntag, 23. Mai 2010 07:22 
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Gestern wurde der Haufen das zweite Mal umgesetzt. Der Gestank war unschön, meiner Meinung nach aber nicht mehr so fies nach Ammoniak wie beim ersten Umsetzen. Aber ich habe das Gefühl dass er wärmer/heißer war als beim ersten Mal, man konnte nämlich vor Dunst zeitweise nichts mehr sehen in dem Stall, ein Foto bleib ich euch also schuldig.

Mir ist aufgefallen, dass der bereits angesprochene Tintling stellenweise richtige Mycelmatten gebildet hat, teilweise auch im Haufen. Da stellt sich mir die Frage, ob er als Strohzersetzer erwünscht ist, oder als Konkurrenzpilz einzustufen ist.

Alles in allem nimmt der Mist zunehmend eine sehr dunkle, fast schwarze Färbung an. seltsamerweise fand sich in der Mitte des Haufens noch Stroh, das richtig gelb war.

Ich habe bei 3-2-1 ein Angebot für eine zehn kg Fertigkultur vom Champignon gesehen für 17€, denke das müsste zum Spicken gehen.

Ich weiß bloß noch nicht ob ich die Sack- oder Kistenkultur vorziehen sollte. Da ich beides nicht habe, scheint mir eine Sackkultur günstiger. Hat da vielleicht jemand Tipps aus erster Hand?
@Blackrabbit: Hab noch garkeine Erfahrung mit der Champizucht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Sonntag, 23. Mai 2010 16:14 
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Pilzfreak
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Pilzboy hat geschrieben:
seltsamerweise fand sich in der Mitte des Haufens noch Stroh, das richtig gelb war.

das ist die anaerobe zone im kern des haufens...
da wo es am waermsten und der sauerstoff verbraucht worden ist..
ist nicht weiter schlimm, wenn immer rechtzeitig umgesetzt wird.. :wink:

lg baha


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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Mittwoch, 26. Mai 2010 06:15 
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@Baha: Schön, dass du dich auch mit eingeschaltet hast. Das heißt dann wohl, dass der Haufen die benötigte Temperatur erreicht hat, oder?
Kannst du mir nicht noch ein paar Tipps zur Sackkultur geben? Welche Säcke hast du denn benutzt? (Größe, Beschaffenheit)
Ich würde dann mal im Netz schauen, wo es sowas halbwegs günstig gibt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Mittwoch, 26. Mai 2010 13:26 
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Pilzfreak
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..ja scheinbar ist die benötigte waerme vorhanden....
aber du solltest schon jeden tag eine probemessung der temperatur machen und aufzeichnen.. das gibt aufschluss darüber, wie der kompost-vorgang ablaeuft...
leider fehlen die angaben vom anfang der fermentation...
aber diese erste versuch wird dir viel an erfahrung geben..womit du dann die naechste partie viel besser vorbereiten und durchführen wirst.. ;-)
die grösse der saecke für den kompost sollten 40-50cm haben.. die, die ich benutze wirst du nicht finden können... eigentlich solltest du die grösse der substratbeutel dann feststellen, wenn du dir darüber klar geworden bist, wie und ob du den kompost spaeter pasteurisieren willst... wenn wir das wissen...dann können wir das beste für dich auswaehlen.
wann wurde dieser haufen aufgesetzt..? wenn er sich voll aufgewaermt hat musst du öfter umsetzen...z.b. jeden 3. tag


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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Mittwoch, 26. Mai 2010 16:35 
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Aufgesetzt wurde am 09. Mai. Aus Zeitgründen schaffe ich es leider nur am Wochenende den Haufen umzusetzen, also im 6-7 Tage-Abstand. Probemessung wär natürlich sinnvoll gewesen, ich werd nächstes Mal dran denken.

Ich versuche bei diesem ersten Versuch die Kosten so gering wie möglich zu halten, da ich vermutlich eh nicht alles richtig machen werde und meine Erfahrungen nicht so teuer bezahlen wollte. Und bei einem solchen Volumen wird das mit dem Pasteurisieren ohne Technik sicher schwierig, oder gibt es einen Weg das auch mit einfachen Mitteln durchzuführen?
Wie stehen denn die Chancen, wenn ich nicht pasteurisiere?

Meinst du mit der Größe 40x40x40cm?

LG, Carsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Champignonanbau
BeitragVerfasst: Mittwoch, 26. Mai 2010 21:06 
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Pilzfreak
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hallo carsten..
das umsetzen ist eines der wichtigsten arbeiten bei der herstellung von kompost.
wenn sich das zentrum des haufens aufgewaermt hat...werden oft mehr als 65 C
erreicht und der sauerstoff sehr schnell verbraucht...ohne sauerstoff geht es nicht.
anaerobe zonen werden sauer... du musst also einen weg finden jetzt öfter umzusetzen.
wenn du das nicht kannst kannst du eventuell die aussenmasse des haufens verringern..
also niedriger aufschichten.. beim temperaturmessen nimm mehrere probemessungen vor.
etwa 10-15cm tief und auch mit schaufel ein loch in den kern des haufens machen und ganz schnell auch dort messen...
natürlich kann man auch ohne zu pasteurisieren kompost spicken...aber es bleiben sehr viele erreger und schaedlinge ect. drin... die deinen ertrag mindern werden...
ich hatte schon darüber berichtet hier im forum... man kann auch chemisch pasteurisieren..
weiss nicht, ob das für dich in frage kaeme..
du könntest aber..wenn du kleinere substratbeutel nimmst...in einem 200L metallbehaelter
mit wasserdampf behandeln... übrigens mit 40-50cm meinte ich den durchmesser für die saecke..
berichte einfach weiter...dann werde ich versuchen, dir behilflich zu sein.. ;-)

gruss baha


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