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 Betreff des Beitrags: Morchel Flüssigmycel
BeitragVerfasst: Donnerstag, 25. Januar 2018 23:02 
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Neuling

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Hei Leute beschäftige mich seit längerer Zeit mit Morcheln und bald ist ja wieder die Morchelsaison und da wollte ich euch Fragen ob von euch jemand schon mal Morchelflüssigmycel hergestellt habt.

Würd mich über eine Antwort freuen.

Josef


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 Betreff des Beitrags: Re: Morchel Flüssigmycel
BeitragVerfasst: Donnerstag, 01. Februar 2018 11:27 
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Neuling

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Servus Josef,

ich mache Morchelmyzel (elata+esculenta) nur auf flüssigem Nährmedium, geht schneller.
das Flüssigmedium ist auch in wenigen Tagen komplett besiedelt.

Allerdings dauert die Herstellung des Nährmediums mehrere Stunden
und erfordert Fachkenntnisse.


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 Betreff des Beitrags: Re: Morchel Flüssigmycel
BeitragVerfasst: Donnerstag, 01. Februar 2018 15:20 
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Neuling

Registriert: Mittwoch, 27. Dezember 2017 21:12
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Hallo Berni,

willst du verraten wie du das machst?

habe auch schon mehrere Sachen ausprobiert.

Werde heute versuchen mit 0,3 % H2O2 Mischung meine Morchelpetris in eine Spritze einzusaugen.

Hoffe dass es was wird.

Josef


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 Betreff des Beitrags: Re: Morchel Flüssigmycel
BeitragVerfasst: Freitag, 02. Februar 2018 09:41 
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Neuling

Registriert: Donnerstag, 03. November 2016 10:30
Beiträge: 13
Servus Josef,

mit der Spritze einsaugen und das Flüssignährmedium zu beimpfen, habe ich einige male ausprobiert.
....finde ich aber unpraktisch und nervig.
Letztendlich ist es theoretisch eine feine Sache, aber praktisch mit einem höheren infektionsrisiko verbunden.
Problem 1. die Kanüle verstopft.
Problem 2. du machst ein Loch in den Gummi oder Silikonstopfen am Glasdeckel (Infektionsbrücke)
Problem 3. deine Petrischale mit Kultur kannst du dannach wegschmeißen.

Also ich fülle die Gläser halb voll mit Nährmedium, (halb voll, damit der Sauerstoffgehalt im Glas höher ist und
sich nach dem abkühlen kein so großes Vakuum im Glas bildet.)
Die beim sterilisieren locker aufgeschraubten Deckel verschliesse ich sofort nach öffnen des Autoklaven.
Wenn man will, kann man wärend der Sterilisation zur Sicherheit noch eine Alufolie eng über das Glas stülpen und nach dem schließen
der Deckel wieder abnehmen.....kann man so machen, muß man aber nicht wenn die Deckel schnell zugedreht werden.

Beimpfen ist einfach. Mit dem Bundenbrenner eine Runde unter den Deckelrand vom Flüssignährmedium, (aber nicht die Dichtung verbrutzeln).
Alle Deckel dann lockern, aber nicht abschrauben.
Dann die Petrischale halb öffnen, Myzel mit einer abgeflammten Rasierklinge oder Skalpell in kleine Stücke schneiden
und mit einer Pinzette in das Flüssignährmedium "klopfen".Deckel zu-fertig......nächstes Glas...
(mehrere kleine Stücke Myzel wachsen schneller als ein großes Stück)
.....alle Arbeiten neben dem Bunsenbrenner bei mittlerer Flamme, ist klar.

Also ich habe mit dieser Methode noch keine Infektion erlebt obwohl ich keine Sterilbank nutze.
(aber einen sauberern Raum ohne Luftzug und mit desinfizierter Edelstahl-Arbeitsfläche)

Auf diese Weise kannst du mit nur einer Petrischale auch 30 Gläser oder mehr beimpfen, oder die gleiche Petrischale eben öfter
zum beimpfen nutzen.

Im übrigen haben die Deckel meiner Flüssignährmedien trotzdem ein 3mm Loch das mit Silikon verschlossen ist.
Das nutze ich aber NICHT zum beimpfen, sondern check nur bei manchen Gläsern gelegentlich ob eine Infektion enthalten ist.
( Mikroskopieren)

mein Flüßigmedium ist etwas aufwendig in der Herstellung ...macht aber Spaß.
Es handelt sich nämlich um eine in der Küche selbstgebraute spezielle Würze aus Weizen oder Gerstenmalz mit ca 5-6° Plato (Stammwürze)
Falls du das auch so machen willst, musst du schon etwas Ahnung vom Bierbrauen haben.
Die Theorie dahinter ist ganz einfach, das perfekte Nährmedium für Hefe ist auch das perfekte Nährmedium für das Pilzmyzel.
(das gilt aber für Malzextrakt-pulver nur sehr bedingt, da dort viele Nährstoffe fehlen)
Ausserdem bin ich Braumeister und Malzmeister und es fällt mir daher leicht das so zu machen und ich weiß eben auch
genau welche Wachstumsbedingungen ein Hefepilz oder Myzel benötigt.
Ich könnte dir eine Anleitung zum "Bierbrauen" geben, da ist aber dann schon einiges zu beachten.
Alternativ kannst du dir frische Würze aus einer Brauerei besorgen, die MUSST du dann aber noch nachbehandeln.

Viel Erfolg,
Bernhard


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 Betreff des Beitrags: Re: Morchel Flüssigmycel
BeitragVerfasst: Freitag, 02. Februar 2018 10:35 
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Neuling

Registriert: Donnerstag, 03. November 2016 10:30
Beiträge: 13
hier noch ein paar Bilder.
Neben dem Myzel befinden sich am Glasboden auch noch Trubstoffe aus Eiweiß und Gerbstoffverbindungen.
Diese bilden sich nach dem abkühlen der Würze,....stören aber eigentlich nicht.
Auf dem Nährmedium schwimmt ebenfalls Myzel, das ist aber nicht immer der Fall sondern nur
wenn ein Stück Myzel nach dem beimpfen schwimmt. In der Flüssigkeit wächst es aber ebenso schnell, ist nur schwerer zu beobachten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Morchel Flüssigmycel
BeitragVerfasst: Freitag, 02. Februar 2018 11:35 
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Da kocht jemand seinem pilz ein Pils :mrgreen:

Interessant ! Ich nehme tatsächlich immer ein helles malzextrakt. Hat bis jetzt auch funktioniert und Hefen fühlen sich auch sehr wohl :lol:

Das Thema Morcheln finde ich mega interessant ,gibt ja immer mehr Leute die out- ubd indoor erfolge vorzuweisen haben.
Ich werde weiter mitlesen :wink:

_________________
Alle Pilze sind essbar , manche nur einmal ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Morchel Flüssigmycel
BeitragVerfasst: Freitag, 02. Februar 2018 14:18 
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Hallo Bernie, danke für Deine gute Beschreibung!

Ich habe manchmal überlegt, ob sich Malzbier als Flüssignährboden eignen könnte. Hast Du dazu eine fachkundige Meinung?

Viele Grüße, Martin

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Morchel Flüssigmycel
BeitragVerfasst: Freitag, 02. Februar 2018 20:16 
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Neuling

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Beiträge: 11
Wohnort: Erding
Vielen Dank Berni

ich probiere dein Vorgehen einfach mal aus aber ohne deinem Bierrezept sondern mit Malzextrakt und Wasser mit unterschiedlichen ph-Wert

Gruß Sepp


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 Betreff des Beitrags: Re: Morchel Flüssigmycel
BeitragVerfasst: Samstag, 03. Februar 2018 10:01 
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Neuling

Registriert: Donnerstag, 03. November 2016 10:30
Beiträge: 13
Hallo,

gegen Malzbier ist grundsätzlich nichts einzuwenden.
Ausser:
-es wird sehr viel Eiweiß entfernt, bzw. stabilisiert um die physikalische Haltbarkeit zu erhöhen.
-es enthält kaum oder keinen Hopfen, was es mikrobiologisch für gram-positive Bakterien sehr anfällig macht.

Wenn Malzbier, dann auf 5-6° Plato verdünnen, Hopfen zugeben und mindestens 70min kochen
damit die Hopfen Alpha-Säure (Bitterstoffe) isomerisieren, nach dem Kochen wieder mit Wasser
auf die ursprüngliche Menge auffüllen.
(das wäre mein Vorschlag, .......das kann man machen, muß es aber nicht)


Ich nehme 50 Bittereinheiten, das entspricht etwa das doppelte eines hellen Bieres.
Kleines Rechenbeispiel.

Beispiel: Verwendung eines Bitterhopfen in Pellets mit einem Alpha-Säure-Gehalt von 12%

50 Bittereinheiten entsprechen 50mg Alpha-Säure pro Liter .

50mg : 12% X 100 = 417mg Hopfenpellets/ Liter

Von mir geschätzte Hopfenausbeute ist 50% (in einer Brauerei nur ca. 30%, da ein großer Teil wärend der Vergärung ausfällt)

Also, bei 50% Hopfenausbeute das doppelte der errechneten 417mg/Liter zugeben.
= 834mg Hopfenpellets / Liter

Weil es hier aber nicht so genau geht, würde ich bei einem Hopfen mit 12% Alpha-Gehalt
1g Hopfenpellets per Liter zugeben.

Wenn ihr also eine Handvoll Hopfenpellets (oder Hopfendolden) von einer Brauerei holt (Alpha-Wert erfragen!), dann reicht das locker für 50 Liter Nährlösung.
Wer sich an den Hopfenkrümmel in der Nährlösung stört, kann den Hopfen ja in einem Beutelchen mitkochen. Und wenn das Malzbier nach dem kochen eine Trübung hat, dann liegt das an den Gerbstoffen vom Hopfen, die mit dem Eiweiß reagieren (koaguliert)

Aber wer jetzt auf diese mikrobiologische Sicherheit gegen gram-positive Bakterien (z.B. Michsäure) verzichten will, muss ja nicht zwingend Hopfen im Malzbier zugeben.

Grüße, Bernhard


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 Betreff des Beitrags: Re: Morchel Flüssigmycel
BeitragVerfasst: Samstag, 03. Februar 2018 10:51 
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Neuling

Registriert: Donnerstag, 03. November 2016 10:30
Beiträge: 13
kornpilz hat geschrieben:
Da kocht jemand seinem pilz ein Pils :mrgreen:

Interessant ! Ich nehme tatsächlich immer ein helles malzextrakt. Hat bis jetzt auch funktioniert und Hefen fühlen sich auch sehr wohl :lol:

Das Thema Morcheln finde ich mega interessant ,gibt ja immer mehr Leute die out- ubd indoor erfolge vorzuweisen haben.
Ich werde weiter mitlesen :wink:


Hallo kornpilz,

"Ein Pils" ...der ist gut :lol:
.....gegen die 50 Bittereinheiten in meinem Pilz-Pils ist selbst JEVER nur eine Limo.


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 Betreff des Beitrags: Re: Morchel Flüssigmycel
BeitragVerfasst: Samstag, 03. Februar 2018 11:35 
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Registriert: Donnerstag, 18. August 2016 22:03
Beiträge: 792
Sehr interessant Jungs!

Mein Beet habe ich letzten Herbst vorbereitet. Leider ist es früh kalt geworden deshalb habe mir keine brut mehr bestellt. Lieber würde ich auch selbst hergestelltes impfmaterial verwenden. ABER bei uns wachsen keine morcheln :|

huabaseppe hat geschrieben:
Hei Leute beschäftige mich seit längerer Zeit mit Morcheln und bald ist ja wieder die Morchelsaison und da wollte ich euch Fragen ob von euch jemand schon mal Morchelflüssigmycel hergestellt habt.

offenbar wachsen in deiner gegend welche?! Und du wohnst nicht weit weg von mir :P
Wäre denn der Josef so nett und schickt der Maria eine frische Morchel? ?? Wenn du welche findest... Und natürlich gegen kostenersatz?

maria


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 Betreff des Beitrags: Re: Morchel Flüssigmycel
BeitragVerfasst: Samstag, 03. Februar 2018 14:43 
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Neuling

Registriert: Mittwoch, 27. Dezember 2017 21:12
Beiträge: 11
Wohnort: Erding
Ja bei uns wachsen welche. Wenn es soweit ist werde ich dir welche schicken :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Morchel Flüssigmycel
BeitragVerfasst: Sonntag, 04. Februar 2018 13:14 
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yeah! freu mich schon :D


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