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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Mittwoch, 29. September 2010 14:47 
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Ok, die Konti erklärt dann auch die braunen Tropfen als Abwehrmaßmahme. Das mit den Röhren war nur so ne Idee, wirkt halt auf dem Foto, als wären da Poren. Kenne das von Maitake-Ansätzen, die zuviel Licht bekommen. Da wächst manchmal nur eine Porenschicht ohne den dazugehörigen Fruchtkörper.

Zumindest bei Boletus edulis wurde schon über Primordien und fehlgebildete Fruchtkörper auf Agar berichtet. Sowas ist nicht ganz unmöglich, bloß für korrekt ausgebildete Pilze braucht es eine Symbiose mit nem Baum.
Schau mal hier:
http://www.bio.net/bionet/mm/mycology/1 ... 02117.html
In den 90ern hatte eine Forschergruppe aus Bologna mal recht viele Primordien auf Agar.
'Alcuni aspetti della fructificazione in vitro di Boletus aereus, B. edulis e B. reticulatus.'
Leider finde ich die Arbeit nicht im Netz.
Es scheint auch Boletusarten zu geben, die ganz ohne Bäume auskommen.
'Is large scale cultivation of boletes possible?'
Opera Mycologica 2007, vol. 1, page 34:
http://www.karljohanstiftelsen.se/operamycologica.pdf

Gruß, Carsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Mittwoch, 29. September 2010 15:02 
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Erstmal vielen Dank für die Infos.
Wo hast du das nur immer her? Scheinst aber ein Spezialist in Sachen net-searching zu sein.
Muss mir das erstmal ganz genau anschauen.

beste Grüße!


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Mittwoch, 29. September 2010 17:39 
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Keine Ursache. Ich suche eben immer mal wieder, wenn mich was interessiert. Gerade bin ich über zwei weitere interessante PDFs gestolpert:

VERS L’INOCULATION CONTRÔLÉE
DES CÈPES ET BOLETS COMESTIBLES ?
http://documents.irevues.inist.fr/bitst ... 22_234.pdf
Da verstehe ich kaum was, aber auf der dritten Seite wird ein winziger weißer Sommersteinpilz auf Agar gezeigt.

Spannender ist das hier:
'Effect of Media and Environmental Factors on Mycelial Growth of Boletus
edulis, Morchella esculenta and Pleurotus geesternaus'
http://www.namdec.gov.bd/download.php?p ... 45dfc5.pdf
Da wird das Mycelwachstum auf verschiedenen Agarmischungen, Zuckerarten, PH-Werten, Temperaturen und Lichtmengen verglichen. MEA und PDA schneiden überraschend gut ab. Ob man deren rasante 3 - 4mm pro Tag mit unseren Steinpilzen jemals erreicht, ist aber fraglich.

Gruß, Carsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Mittwoch, 29. September 2010 18:09 
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Ehren - Member

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Uiuiui das sind aber viele Infos auf einmal.
Und dann noch die fremden Sprachen ...
Spreche leider kein Französisch, werde das bei Zeiten mal jemandem zeigen dessen Muttersprache das ist.
Würde das gerne alles direkt lesen, aber dann dröhnt mir der Kopf. Das kann ich Heute Abend gar nicht gebrauchen, habe Morgen einiges zu tun. Werde das aber Morgen Abend mal genauer ansehen.
Muss wohl mal an einem Kurs teilnehmen " wie finde ich die richtigen Informationen? ".

schöne Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Freitag, 01. Oktober 2010 13:29 
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Wollte mich noch mal für die Links bedanken.
Hatte eigentlich vor das schon alles gelesen zu haben, aber momentan bin ich gesundheitlich nicht ganz fit und daher für so komplexe Dinge nicht so gut zu gebrauchen.
Würde jedoch nicht allem was da steht 100%ig vertrauen.
Sieht zwar sehr wissenschaftlich und offiziell aus, habe aber gehört, dass es auch unter Wissenschaftlern nicht immer ganz ehrlich zugeht. Habe zwar keinen wirklichen Einblick in diese Kreise, kann mir jedoch sehr gut vorstellen, dass die auch nicht immer all ihre internen Infos herauslassen, wenn sie sich ernsthaft mit einem Thema auseinander setzen.
Aber nochmal zu den Kulturbedingungen aus deinem post:
Warum wundert es dich eigentlich, dass da MEA oder PDA so gut abschneiden? Glaube allerdings, dass die, wenn das mit Primordien oder sogar rudimentären Fruchtkörpern wirklich stimmen sollte, noch andere Sachen dazufügen, wie z.B. Phyto- bzw. Myco-Hormone. Nur so ne Idee. Macht man das nicht auch bei Kulturen von Pflanzen?
An eine Verschwörung unter Wissenschaftlern kann ich zwar nicht glauben, aber warum sollten die ihre Infos einfach so öffentlich ins Netz stellen und dann auch noch ohne irgendwelche Details zu verschweigen?

viele Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Freitag, 01. Oktober 2010 18:59 
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Da hast du völlig recht. Oft fehlen wichtige Details, wobei ich aber eher Blödheit als Ursache sehe. Wer im wissenschaftlichen Bereich weiter kommen will, achtet schon darauf, daß andere seine Experimente wiederholen und zum selben Ergebnis kommen können. Des weiteren stoße ich häufig auf wissenschaftliche Veröffentlichungen, die totale Katastrophen als großen Erfolg darstellen.

Dieser Vergleich von verschiedenen Nährstoffen und Kulturbedingungen schien mir auf den ersten Blich aber recht solide zu sein. MEA und PDA haben mich nur überrascht, weil andere für Mykorrhizapilze immer hochkomplizierte Agarmischungen verwenden und viel schlechtere Ergebnisse bekommen.

Gruß, Carsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Sonntag, 03. Oktober 2010 09:28 
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Hallo Carsten,
du hast bestimmt Recht.Leider konnte ich mich noch nicht weiter mit den Infos beschäftigen.
Muss mir wohl eine Art Magen-Darm Infektion eingefangen haben. Fühle mich daher ziemlich schlecht.
Hoffe keine Probleme mit meinem Arbeitgeber zu bekommen, wenn ich mir für die nächste Woche einen Krankenschein besorge.
Man weiß heut zu Tage ja nie wie der reagieren wird.

schöne Grüße
machs gut...
bis dann


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Sonntag, 03. Oktober 2010 22:59 
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Nur kein Streß.

Gute Besserung,
Carsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Montag, 01. November 2010 17:50 
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Die gelbe Konti, könnte das nicht Goldschimmel gewesen sein? http://www.pilzzeit.de/sammler/goldschimmel.html
Scheint sich auf Röhrlingen wohl zu fühlen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Sonntag, 05. Dezember 2010 19:25 
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Das Gelbliche war dann wohl doch keine Konti. Ein anderes Exemplar von dem Hexenröhrling sah nach einiger Zeit so aus:

Bild

Und dann so...

Bild

Oder auch so ...

Bild

Hast Recht gehabt Carsten. Es scheint wirklich nicht ganz so schwer zu sein auch bei Röhrlingen rudimentäre Fruchtkörper zu bekommen. Aber mehr wurde natürlich nicht daraus. Ist nach einiger Zeit dunkel geworden und abgestorben.

schöne Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Sonntag, 05. Dezember 2010 21:58 
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Sieht aber cool aus! Magst du uns verraten, was für Nährstoffe in deinem Agar waren und wieviel davon?

Gruß, Carsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Mittwoch, 29. Dezember 2010 18:20 
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Sorry, dass ich erst jetzt antworte.

Lieber Carsten,
im Medium war Glukose,
Ammoniumchlorid bzw. Ammoniumsulfat, Kaliumhydrogenphosphat bzw. Dikaliumhydrogenphosphat, Magnesiumchlorid, Calziumchlorid, Eisensulfat, Zinksulfat, Kupfersulfat, Manganchlorid, Cobaldsulfat, Ammoniummolybdat, und die "geheime Zutat", "tender loving care" wie Gary Mills es nennen würde.
Aber Spaß bei Seite, wenn du die Mengen genau wissen möchtest, dann muss ich erst mal meine Aufzeichnungen durchstöbern.
Bin mir aber sicher, dass es nicht an meinem genialen Medium liegt. Der Steinpilz von dem Gerald mal eine Kultur angelegt hatte hat auf seinem "Kannibalenagar" auch primordienartige Verdickungen gemacht. Leider hat er damals nicht weiter berichtet. Ich nehme an, dass die Kulturen sich ähnlich entwickelt haben.

schöne Grüße
Fabian


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Donnerstag, 30. Dezember 2010 10:22 
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Hallo Fabian,

kein Problem, wir Pilzzüchter haben Geduld. :D
Diese Mischung aus Mineralien und Nährsalzen findet man ja öfter in Arbeiten mit Mykorrhizapilzen beschrieben. Vielleicht kannst du aber mal nachschauen, wieviel % Zucker drin waren.

Gruß, Carsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Donnerstag, 30. Dezember 2010 15:01 
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Das müssen so etwa 20g/L gewesen sein. Ach so ... und der Schwarze hatte dann noch etwas Aktivkohle dabei. Bei dem Medium ohne Aktivkohle ist die bräunliche Färbung durch den Pilz entstanden. Also vom Inokulat ins Medium abgegeben worden.

schöne Grüße
Fabian


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 Betreff des Beitrags: Re: Pfifferlinge und Mykorrhiza
BeitragVerfasst: Donnerstag, 30. Dezember 2010 16:58 
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Hier nochmal ein paar Bilder von Steinpilzkulturen, die ich von einem anderen Exemplar angelegt hatte, nachdem die Ersten bereits wegen der Milben verschimmelt waren.
Sind zwar keine richtigen Miniatur-Fruchtkörper geworden, wie bei dem Hexenröhrling, aber interessante primordienartige Verdickungen hat auch er gebildet.

BildBild

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Bild Bild Bild Bild

Bild Bild Bild

schöne Grüße
Fabian


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