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 Betreff des Beitrags: Substrat für Igelstachelbart
BeitragVerfasst: Dienstag, 05. Februar 2019 20:22 
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Neuling

Registriert: Montag, 20. November 2017 20:01
Beiträge: 27
Nach nun einjähriger Erfahrung mit dem Igelstachelbart möchte ich euch mein Substrat vorstellen.

Bisheriges Substrat:

1,54 kg Buchenpellets (80%)
0,39 kg Weizenkleie (20%)
mT=1,93
0,06 kg Gips (3% mT)
0,03 kg Kalkhydrat (1,5% mT)
3,58 kg Wasser (64% mF)
mF = 5,60 kg

Der Ertrag war mit 60% BE ganz ok, erste Welle 600g, zweite Welle 340g, dritte Welle 220g. Das Myzelwachstum war sehr "dünn" (Bild linker Sack) und dauerte 14 Tage. Der rechte Sack zeigt obiges Substrat mit 1,5g/kg mT Harnstoff. Das Myzel ist deutlich dichter, wirkt vitaler, und der Sack war nach 12 Tagen besiedelt. Zur Ertragssteigerung durch Harnstoff kann ich noch nichts sagen, Versuchsreihe folgt. Was man sehr wohl sagen kann, dass der Harnstoff dem Igelstachelbart zugute kommt. Allerdings ist Harnstoff als socher nicht bioverfügbar. Und in der Natur sind es Bakterien, die den Harnstoff verfügbar machen (Nitrifikation), der Sack ist aber steril, bis auf den Pilz.

Frage an euch: Kann es sein, dass der Harnstoff beim Pasteurisieren sich als verfügbarer Stickstoff bindet? Meine Überlegung sieht so aus: (Harnstoff -->Ammoniak+Gips-->Ammonsulfatsalpeter?? oder Harnstoff-->Ammoniak+Kalkhydrat-->Kalkstickstoff). Komm da nicht weiter, Chemie ist zu lange her :lol:

Dateianhang:
WP_20190126_008-min.jpg
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 Betreff des Beitrags: Re: Substrat für Igelstachelbart
BeitragVerfasst: Dienstag, 05. Februar 2019 22:17 
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Pilzfreund

Registriert: Montag, 13. Dezember 2010 21:03
Beiträge: 98
Palladrium hat geschrieben:
Nach nun einjähriger Erfahrung mit dem Igelstachelbart möchte ich euch mein Substrat vorstellen.

Bisheriges Substrat:

1,54 kg Buchenpellets (80%)
0,39 kg Weizenkleie (20%)
mT=1,93
0,06 kg Gips (3% mT)
0,03 kg Kalkhydrat (1,5% mT)
3,58 kg Wasser (64% mF)
mF = 5,60 kg

Der Ertrag war mit 60% BE ganz ok, erste Welle 600g, zweite Welle 340g, dritte Welle 220g. Das Myzelwachstum war sehr "dünn" (Bild linker Sack) und dauerte 14 Tage. Der rechte Sack zeigt obiges Substrat mit 1,5g/kg mT Harnstoff. Das Myzel ist deutlich dichter, wirkt vitaler, und der Sack war nach 12 Tagen besiedelt. Zur Ertragssteigerung durch Harnstoff kann ich noch nichts sagen, Versuchsreihe folgt. Was man sehr wohl sagen kann, dass der Harnstoff dem Igelstachelbart zugute kommt. Allerdings ist Harnstoff als socher nicht bioverfügbar. Und in der Natur sind es Bakterien, die den Harnstoff verfügbar machen (Nitrifikation), der Sack ist aber steril, bis auf den Pilz.

Frage an euch: Kann es sein, dass der Harnstoff beim Pasteurisieren sich als verfügbarer Stickstoff bindet? Meine Überlegung sieht so aus: (Harnstoff -->Ammoniak+Gips-->Ammonsulfatsalpeter?? oder Harnstoff-->Ammoniak+Kalkhydrat-->Kalkstickstoff). Komm da nicht weiter, Chemie ist zu lange her :lol:

Dateianhang:
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Schöner Vergleich!

Löschkalk reakiert mit Harnstoff zu Kalk und Ammoniak. Der Ammoniak reagiert aber nicht mit dem Gips. Ammoniak und Ammoniumonen sind aber sehr einfach zu verstoffwechseln für Pilze.

Übrigens bilden viele Pilze Urease, können also sehr wohl Harnstoff direkt verwerten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Substrat für Igelstachelbart
BeitragVerfasst: Freitag, 08. Februar 2019 00:19 
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Registriert: Samstag, 05. Januar 2008 12:58
Beiträge: 772
Wohnort: Nordhessen, bei Wolfhagen
Danke für den Bericht, spannend!
Der Unterschied zwischen den Substratbeuteln ist sehr überzeugend.

Ich habe die theoretische Idee, daß Hornspäne (Gartendünger) auch als Stickstofflieferanten taugen könnten.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Substrat für Igelstachelbart
BeitragVerfasst: Freitag, 08. Februar 2019 09:28 
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Neuling

Registriert: Montag, 20. November 2017 20:01
Beiträge: 27
Ob Hornspäne den gleichen Effekt bringen wage ich zu bezweifeln, die sind recht grobkörnig sind. Mit Harnstoff hat man natürlich den Vorteil, dass er sich im Wasser löst und das Substrat gleichmäßig durchtränkt.
Auch schätze ich die Kontigefahr bei Hornspänen höher ein, weil sie aus Eiweiß bestehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Substrat für Igelstachelbart
BeitragVerfasst: Montag, 11. Februar 2019 21:53 
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Pilzfreund

Registriert: Mittwoch, 31. Oktober 2018 12:28
Beiträge: 78
ABMkoch hat geschrieben:
Löschkalk reakiert mit Harnstoff zu Kalk und Ammoniak. Der Ammoniak reagiert aber nicht mit dem Gips. Ammoniak und Ammoniumonen sind aber sehr einfach zu verstoffwechseln für Pilze.

Übrigens bilden viele Pilze Urease, können also sehr wohl Harnstoff direkt verwerten.


Hmm, ich war neugierig. :roll:
Hab Harnstoff in Wasser gelöst, je 5 g und 10 g in 250 ml. Beides je mit 5g Löschkalk (nass) in 500 ml Wasser gemischt. Weder beim Mischen noch jetzt in den Substratsäcken (Stohpellets) riecht es nach Ammoniak. Ich kenne es von Ammonium-Lösungen, dass wenn man den pH in den alkalischen Bereich anhebt, unmittelbar Ammoniak frei wird (da muss ja auch nicht mehr viel passieren).
Angemischt am 09.01. Vorhin nochmal nachgerochen.
Sicher, das das stimmt? Gips gabs auch dazu. Oder haben die Bestandteile (beim Löschkalk könnte ich mir das vorstellen) schneller mit dem Substrat reagiert als miteinander?

geimpft übrigend mit Auster und Enoki... Unsteril. Einfach mal zum sehen, was passiert.

Achja, einen Beutel mit Hornspänen hab ich auch angesetzt... der riecht biserl strenger aber nicht nach Ammoniak. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Substrat für Igelstachelbart
BeitragVerfasst: Mittwoch, 13. Februar 2019 20:12 
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Pilzfreund

Registriert: Montag, 13. Dezember 2010 21:03
Beiträge: 98
Monti hat geschrieben:
ABMkoch hat geschrieben:
Löschkalk reakiert mit Harnstoff zu Kalk und Ammoniak. Der Ammoniak reagiert aber nicht mit dem Gips. Ammoniak und Ammoniumonen sind aber sehr einfach zu verstoffwechseln für Pilze.

Übrigens bilden viele Pilze Urease, können also sehr wohl Harnstoff direkt verwerten.


Hmm, ich war neugierig. :roll:
Hab Harnstoff in Wasser gelöst, je 5 g und 10 g in 250 ml. Beides je mit 5g Löschkalk (nass) in 500 ml Wasser gemischt. Weder beim Mischen noch jetzt in den Substratsäcken (Stohpellets) riecht es nach Ammoniak. Ich kenne es von Ammonium-Lösungen, dass wenn man den pH in den alkalischen Bereich anhebt, unmittelbar Ammoniak frei wird (da muss ja auch nicht mehr viel passieren).
Angemischt am 09.01. Vorhin nochmal nachgerochen.
Sicher, das das stimmt? Gips gabs auch dazu. Oder haben die Bestandteile (beim Löschkalk könnte ich mir das vorstellen) schneller mit dem Substrat reagiert als miteinander?

geimpft übrigend mit Auster und Enoki... Unsteril. Einfach mal zum sehen, was passiert.

Achja, einen Beutel mit Hornspänen hab ich auch angesetzt... der riecht biserl strenger aber nicht nach Ammoniak. :wink:


Zerreibe beides mal ohne Wasser im Mörser. Dann riechst du es ganz deutlich.

Das mit der Hornspät ist interessant. Bitte berichte weiter, wie die Pilze es annehmen!


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