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Detailhandelspreise - Produzentenpreise

Verfasst: Mittwoch, 07. März 2018 20:35
von caro000211
Geehrte Damen und Herren

Wir sind ein junges Unternehmen und wollen uns auf die Zucht von Pilzen spezialisieren.
Derweilen suchen ich verstärkt nach Handelspreisen für Pilze die in generale vertrieben werden.
Es gibt hirbei keine bestimmte Art, sondern es geht rein um ein Preisverzeichnis, um die Marktsituation abschätzen zu können.
Gibt es hierzu Informationen, wo ich die Preisgestaltung von Pilzen finden kann ?


Lieber Gruss

Caroline

Re: Detailhandelspreise - Produzentenpreise

Verfasst: Donnerstag, 08. März 2018 12:16
von kornpilz
Die Preise variieren!

Schau doch einfach Mal im Gourmet laden vorbei und danach im Discounter. Dann kannst dir schon Mal ein Bild machen .

Den Markt an frische pilz zu gewöhnen kommt immer mehr ! Vor 25 kannte fast niemand den Austern pilz. Was der Bauer nicht kennt frisst er nicht !

Was für ein Unternehmen hast du denn ?

Re: Detailhandelspreise - Produzentenpreise

Verfasst: Donnerstag, 08. März 2018 14:02
von ohkw
Hmmm, von den Internet- Webshop- Pilzzüchtern sind hier in Österreich wohl wieder einige eingegangen. Was offenbar sehr gut läuft sind die Trüffelzüchter, die selbst eine Trüffelplantage eingerichtet haben. Die ganze Trüffelküche boomt ja nach wie vor und die Preise sind dementsprechend.

Ich glaub dass bei den Zuchtpilzen von Austernpilz und Kräutersaitling nur mit entsprechend großem Aufwand und groß angelegter Produktion was zu verdienen ist. Der Markt ist nicht gewaltig. Hier in Österreich gibt es viel Wald und die Leute kennen und lieben die klassischen Speisepilze Eierschwammerl (Pfifferling), Steinpilz und Parasol mit denen es die Zuchtpilze geschmacklich leider eher nicht aufnehmen können.

Re: Detailhandelspreise - Produzentenpreise

Verfasst: Donnerstag, 08. März 2018 18:55
von kornpilz
Da hast du dir ja schon Gedanken gemacht !
Vielleicht ist die normale Pilzzucht nichts für dich

Ich mein Trüffel ist tatsächlich ein Markt ! Und wenn du dir truffelbaume besorgst am besten mit einer Trüffel aus der Gegend und kalk reicher Boden zu Verfügung steht sollte sich da in 3-8 Jahren schon was machen lassen.

In der Zeit würde ich mir einen Trüffel hund erziehen. Ich glaub in Österreich darf man Trüffel auch sammeln ohne mit dem Naturschutz Stress zu bekommen.

Re: Detailhandelspreise - Produzentenpreise

Verfasst: Donnerstag, 08. März 2018 21:25
von Okeanograf
ohkw hat geschrieben:Ich glaub dass bei den Zuchtpilzen von Austernpilz und Kräutersaitling nur mit entsprechend großem Aufwand und groß angelegter Produktion was zu verdienen ist. Der Markt ist nicht gewaltig.
Dem ist nicht so, auch mit 100 Kg Kräuterseitling/Woche kann man schon leben.
ohkw hat geschrieben:Hier in Österreich gibt es viel Wald und die Leute kennen und lieben die klassischen Speisepilze Eierschwammerl (Pfifferling), Steinpilz und Parasol mit denen es die Zuchtpilze geschmacklich leider eher nicht aufnehmen können.
Einerseits richtig zubereitete Zuchtpilze sind sehr und sehr schmackhaft, andererseits Recht hast du, Waldpilze sind schon so geschmacksvoll das es beinah egal ist wie man die zubereitet, schmecken tun sie so oder so. Allerdings Waldpilze sind dermaßen mit Schwermetalle belastet, darauf hab ich gar kein Hunger. Ich esse Waldpilze nur ein/zwei mal im Jahr, denn die Schwermetalle sich leider nicht abbauen lassen und tun sich in unserem Körper Jahr für Jahr nur anreichern.

Re: Detailhandelspreise - Produzentenpreise

Verfasst: Donnerstag, 08. März 2018 22:13
von ohkw
kornpilz hat geschrieben:Ich glaub in Österreich darf man Trüffel auch sammeln ohne mit dem Naturschutz Stress zu bekommen.
Sind leider streng geschützt und du dürftest sie auch nicht ohne Weiteres sammeln. Auf eigenem Grund und Boden züchten darfst du sie aber.
Zumindest laut Medienberichten

http://www.kleinezeitung.at/steiermark/ ... -Leechwald
http://kaernten.orf.at/news/stories/2801762/

@Okeanograf
Was den Geschmack von Waldpilzen angeht, hägt hat vieles damit zusammen, dass die Aromastoffe eigentich erst durch diverse Mikroorganismen gebildet werden die man in der vergleichsweise "sterilen" Zuchtumgebung in der Regel nicht hat.

Wegen Schwermetallen würd ich mir jetzt auch nur bedingt sorgen machen. Damit Pilze diese anreichern können, müssen die auch in der oberen Humusschicht des Bodens enthalten sein. Seitdem bei uns keine Steinkohle mehr gefeuert wird, hat sich die Quecksilberbelastung in den Böden in die stehenden Gewässer vertschüsst. Süßwasserfisch aus heimischen Gewässern kann z.B. viel stärker belastet sein als Thunfisch usw.
Dass man Schwermetalle nicht abbauen kann liegt auch in der Natur der Sache, dass unser Körper nicht zur Kernspaltung fähig ist. Ausgeschieden werden sie aber je nach Schwermetall und physiologischer Verfassung mehr oder weniger. Anreicherung als nur dann wenn man sie schneller aufnimmt als ausscheidet. Das was in Knochen und Fettgewebe landet, kann leider sehr lange im Körper persisitieren.
Bei der Häufigkeit und Menge an Pilzen die man im Jahr vertilgt dürfte das bis auf einige Ausnahmefälle vernachlässigbar sein. Ein paar aktuelle Zahlen zu Bodenproben und Lebensmitteluntersuchunge von Pilzen wären natürlich mal interessant.

Re: Detailhandelspreise - Produzentenpreise

Verfasst: Donnerstag, 08. März 2018 22:46
von Okeanograf
ohkw hat geschrieben: @Okeanograf
Was den Geschmack von Waldpilzen angeht, hägt hat vieles damit zusammen, dass die Aromastoffe eigentich erst durch diverse Mikroorganismen gebildet werden die man in der vergleichsweise "sterilen" Zuchtumgebung in der Regel nicht hat.
Sind das jetzt Verschwörungstheorien ? Welche diverse Mikroorganismen bilden welche Aromastoffe ?
Die meisten Zuchtpilze sind reine Holzzersetzer und da wollen wir den Geschmack so einen mit dem Waldpilz der in der Erde wächst nicht vergleichen. Ob mit Klammern oder nicht, man kann die Zuchtumgebung nicht als steril bezeichnen. Zuchtpilze ziehen die selben Stoffe aus dem Substrat wie ihre Bruder in der Natur auch. Um den zuchtpilz schmackhaft zubereiten zu können ist man auf Infos und je nach Sorte - Kochkunst angewiesen. Eine Sorte ist geschmackvoller als die andere wenn man Zubereitung beherrscht.
ohkw hat geschrieben: Wegen Schwermetallen würd ich mir jetzt auch nur bedingt sorgen machen. Damit Pilze diese anreichern können, müssen die auch in der oberen Humusschicht des Bodens enthalten sein. Seitdem bei uns keine Steinkohle mehr gefeuert wird, hat sich die Quecksilberbelastung in den Böden in die stehenden Gewässer vertschüsst. Süßwasserfisch aus heimischen Gewässern kann z.B. viel stärker belastet sein als Thunfisch usw.
Dass man Schwermetalle nicht abbauen kann liegt auch in der Natur der Sache, dass unser Körper nicht zur Kernspaltung fähig ist. Ausgeschieden werden sie aber je nach Schwermetall und physiologischer Verfassung mehr oder weniger. Anreicherung als nur dann wenn man sie schneller aufnimmt als ausscheidet. Das was in Knochen und Fettgewebe landet, kann leider sehr lange im Körper persisitieren.
Bei der Häufigkeit und Menge an Pilzen die man im Jahr vertilgt dürfte das bis auf einige Ausnahmefälle vernachlässigbar sein. Ein paar aktuelle Zahlen zu Bodenproben und Lebensmitteluntersuchunge von Pilzen wären natürlich mal interessant.
Deine Worte dem Gott ins Ohr :lol: :lol:

Re: Detailhandelspreise - Produzentenpreise

Verfasst: Freitag, 09. März 2018 08:27
von ohkw
Naja, man liest ja auch in eben diesem Forum, dass wild oder im Garten gewachsene Pioppinos intensiver schmecken als indoor gezüchtete.
Bei den Trüffeln wurde es ja bereits gezeigt, dass viele Aromen nicht rein durch den Trüffel selbst entstehen, sondern dass er sich da helfen lässt.
https://derstandard.at/2000006024911/Wo ... ffel-kommt

Es wird vermutet, dass das bei einigen Pilzen der Fall sein dürfte. Nachdem sich Geschmack jetzt aber nicht ohne größeren Aufwand objektiv messen lässt, würde ich mich da nicht auf einen Streit darüber einlassen ;)
Ist aber scheinbar auch bei anderen Dingen der Fall:
http://sciencev2.orf.at/stories/1755884/index.html

Um zusammen zu fassen was ich meinte:
Ich will jetzt Zuchtpilze auf keinen Fall schlecht reden, und hab jetzt selbst keinen Vergleich außer das eine oder andere Mal z.B Kräutersaitlinge gegessen zu haben. Aber wenn ich unter anderem hier im Forum lese, dass es da offenbar doch deutliche Unterschiede in der Ausprägung des Geschmacks geben soll, so kann ich mir gut vorstellen, dass das möglicherweise auf fehlende Mikroorgaismen zurückzuführen ist.
Ich hoffe diese Einschätzung ist nachvollziehbar. Sollte keine pauschale Behauptung sein.

LG
Stefa

Re: Detailhandelspreise - Produzentenpreise

Verfasst: Freitag, 09. März 2018 19:28
von Palladrium
Preise pro kg in meiner Region:
Austernseitling: 8€
Rosen- und Zitronenseitling: 10€
Kräuterseitling und Shiitake: 13-15€

Bei den Austernseitlingen gibts Druck von den Großproduzenten, die gehen bis 3 € runter (fragt mich nicht wie das noch wirtschaftlich sein kann).

Re: Detailhandelspreise - Produzentenpreise

Verfasst: Freitag, 09. März 2018 22:29
von mariapilz
wowow

kilopreise für bio pilze in meiner region:
shii 18 - 19 €
ks 12 - 14 €
Auster 10 - 15 €
Pio 14 - 18 €

Re: Detailhandelspreise - Produzentenpreise

Verfasst: Freitag, 09. März 2018 23:45
von Okeanograf
Hallo Stefa, klar, eigener Pioppino aus dem Garten schmeckt besser, besonders ein frischabgeernteter, besonders wenn man den mit dem aus dem Handel vergleichen der bereits paar Tage gelegen hat. Der Vergleich ist nicht objektiv. Wir essen mit dem Auge. Auch die selbe Luft riecht anderes wenn man z.B. gerade aus dem Knast entlassen wurde - riecht nach Freiheit - da sind wir bei geistlicher Verfasssung ^^
Ein "anderer" Geschmack kommt meistens weil oft Zuchtpilze eine andere Konsistens haben als die von draußen. Z.B. der Austernseitling in der Natur ist praktisch ohne Stiel und viel fleischiger und dank Sonnenlicht auch dunkler. Natürlich wird er anderes schmecken.
Pilze-Symbionten wie Trüfel möchte ich nicht angehen, ist ja sowieso eine andere Geschichte.
Gruß

Re: Detailhandelspreise - Produzentenpreise

Verfasst: Freitag, 09. März 2018 23:48
von mariapilz
ohkw hat geschrieben:Naja, man liest ja auch in eben diesem Forum, dass wild oder im Garten gewachsene Pioppinos intensiver schmecken als indoor gezüchtete.
ich habe auch schon gehört, dass shiis auf baumstämmen kultiviert intensiver schmecken.
ohkw hat geschrieben:Aber wenn ich unter anderem hier im Forum lese, dass es da offenbar doch deutliche Unterschiede in der Ausprägung des Geschmacks geben soll, so kann ich mir gut vorstellen, dass das möglicherweise auf fehlende Mikroorgaismen zurückzuführen ist.
Die meisten kleinen Produzenten/Bauern pasteurisieren ihr Substrat. Wenn man das richtig macht sind jede Menge Mikroorganismen im Substrat. Man soll auch nicht über 75 Grad erhitzen, damit die guten Organismen - die die Bildung von Schimmelpilzen hemmen - überleben. (Wenn jmd weiß wie die heissen, würde ich es gerne wissen...)

Und fermentiertes Substrat trieft nur so vor Mikroorganismen.

Ich könnte mir vorstellen, dass der Geschmack - vielleicht - auch von der wuchsgeschwindigkeit abhängt ?? Im Fruchtungsraum ist die Temperatur und auch die Feuchtigkeit optimalst eingestellt, sodaß der Pilz in Windeseile wächst...

maria

Re: Detailhandelspreise - Produzentenpreise

Verfasst: Sonntag, 11. März 2018 11:06
von mariapilz
mariapilz hat geschrieben:Die meisten kleinen Produzenten/Bauern pasteurisieren ihr Substrat. Wenn man das richtig macht sind jede Menge Mikroorganismen im Substrat. Man soll auch nicht über 75 Grad erhitzen, damit die guten Organismen - die die Bildung von Schimmelpilzen hemmen - überleben. (Wenn jmd weiß wie die heissen, würde ich es gerne wissen...)
einige der Organismen - die eine hemmen schutzwirkung (Fungistase) gegenüber trichoderma hamatum besitzen - heißt bacillus subtilis wie auch Mucor spp