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 Betreff des Beitrags: Sterile Plastikpetris gießen
BeitragVerfasst: Mittwoch, 21. Mai 2008 18:07 
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Hallo ! :)


Ich möchte hier eine sehr simple aber sichere Methode vorstellen, wie man sich zu Hause mit einfachsten Mitteln sterile Plastikpetris gießen kann.

Gleich zu Beginn möchte ich betonen, dass die meisten Anleitungen dazu, die man im Internet finden kann, voller Fehler und unbewiesener Vorurteile sind. Die einzelnen Autoren haben einer vom anderen abgeschrieben und die einzelnen Angaben sind sehr oft schlicht und einfach falsch bzw. viele Angaben sind völlig übertrieben oder auch völlig unnötig. Keiner dieser Autoren hat sich die Mühe gemacht, einzelne Schritte zu überprüfen, ob sie wirklich experimentell haltbar sind. Manche Anleitungen sind oft auch veraltet und entsprechen keineswegs den heute zugänglichen Möglichkeiten.

Ich fange deshalb nicht wie üblich damit an aufzulisten, was man alles für die Methode braucht, sondern ich fange mit einer Aufzählung an die angibt, was man alles nicht braucht.

Man benötigt keinen Laminar Flow ("Reinstrombank", "Sterilbank"), keine Impfbox, kein Desinfektionsmittel, keine Handschuhe, keinen Mundschutz, man muss sich die Hände nicht waschen, das Arbeitszimmer muss nicht besonders sauber sein, usw., usw.

Immer wieder wurde und wird behauptet, dass alle diese Dinge zum sterilen Arbeiten notwendig sind. Blödsinn. Alles Vorurteile.
(Jene Maßnahmen mögen für den klinischen Bereich und in der gewerblichen Mikrobiologie und Forschung notwendig sein, sie sind es aber mit Sicherheit nicht in der nichtgewerblichen Hobbypilzzucht!)

Bei meiner Methode benötigt man nur einen normalen DDKT, einige Eprovetten, ev. eine (nichtsterile) Spritze zum genauen Dosieren des flüssigen MEA und sterile Plastikpetris wie sie im Versandhandel erhältlich sind oder vorher sterilisierte Glaspetrischalen.

Ich zeige hier mit einer Fotoreihe das Gießen kleiner, steriler Plastikpetris wie ich sie zum Versenden der Kulturen verwende.
Auch die normal großen Plastikpetris kann man auf die selbe Weise gießen. (Siehe unten.)
Die hier vorgestellte Methode kann man ganz leicht auf verschiedene Weise abwandeln und so seinen Bedürfnissen anpassen.
=============


Zunächst benötigt man bei meiner Methode eine Anzahl von Eprovetten. Sie sollten etwas länger als normal sein.
Hier sind Eprovetten mit einer Länge von 18 cm und einem Innendurchmesser von 1,5 cm dargestellt.

Bild


Weiters verwende ich eine 20 ml (unsterile, aber saubere) Spritze zum genauen Dosieren des Nährmediums.
In einem kleinen Glasgefäß habe ich MEA kochend erhitzt = verflüssigt.

Bild


Nun ziehe ich in die Spritze genau 20 ml des flüssig - heißen MEA auf ...

Bild


... und fülle 10 ml davon jeweils in eine Eprovette.

Bild


Im folgenden Foto sieht man 3 Eprovetten, die jeweils mit 10 ml MEA befüllt wurden:

Bild


Die befüllten Eprovetten werden mit einem Kappe aus Alufolie verschlossen.

Bild


Die 3 noch unsterilen Eprovetten liegen nach Erstarren des MEA flach auf der Tischplatte; sie sollten innerhalb von höchstens 6 Stunden sterilisiert werden:

Bild

===================

Das Sterilisieren im DDKT


Diese mit Alufolie verschlossenen Eprovetten, die jeweils 10 ml MEA enthalten stelle ich nun in eine Tasse um sie im Dampfdruck-Kochtopf (DDKT) zu sterilisieren.

Beim Sterilisieren im DDKT muss bei meiner Methode ein genaues "Ritual" eingehalten werden, um einen sicheren Erfolg zu garantieren.

Dafür gibt es einen speziellen Grund: man muss nämlich verhindern, dass sich (nach dem Sterilisieren) beim Abkühlen ein Unterdruck im DDKT bildet; denn falls sich ein Unterdruck bildet kommt es zu einem oft explosionsartigen Überkochen des Nährmediums in den Eprovetten, die Alufolie-Verschlüsse werden durch klebrige Nährlösung verschmutzt was ein späteres steriles Gießen der Platten sehr erschwert und außerdem fehlt das übergekochte Nährmedium später in der Petrischale.

Da es an einem üblichen DDKT, wie er in der Küche verwendet wird, meist keine genaue Druckanzeige gibt, muss man mit Tricks arbeiten um einen Unterdruck zu verhindern.

Je nach verwendeten Typ des DDKTs muss experimentell ermittelt werden, wann der Überdruck beim Abkühlen des DDKTs wieder dem Normaldruck der Umgebung entspricht. Genau in diesem Augenblick muss das Ventil des DDKTs geöffnet werden.

a.) Wenn man zu früh öffnet fällt der Druck im DDKT ruckartig ab, was zur Folge hat, dass die noch überhitzte Nährlösung in den Eprovetten zu kochen beginnt und überläuft.

b.) Wenn man zu spät öffnet ist der Druck im DDKT auch unter den Siedepunkt der Flüssigkeit in den Eprovetten gefallen mit dem selben Resultat wie vorher: die Flüssigkeit in den Eprovetten kocht über.

Um den richtigen Zeitpunkt experimentell zu bestimmen muss man seine Ohren benützen! Wenn man das Überdruckventil leicht öffnet hört man bei einem noch vorhandenen Überdruck ein Zischen beim Entweichen des Dampfes, oft (aber nicht immer) kann man den entweichenden Dampf auch sehen. Falls aber schon ein Unterdruck vorhanden ist hört man beim Antippen des Ventils ebenfalls ein Zischen, das beim Ansaugen der Außenluft entsteht. Dieses Zischen durch Ansaugen ist dem Zischen durch Überdruck ähnlich, unterscheidet sich aber wenn man genau hinhört. Der richtige Zeitpunkt ist genau dann erreicht, wenn sich gerade noch ein sehr leichtes Zischen durch Überdruck einstellt, das aber nur ein, zwei Sekunden lang dauern darf, sonst war der Zeitpunkt zu früh gewählt.

Das bedeutet: der Inhalt der Eprovetten muss sich langsam genug abkühlen, sodass der jeweilige Druck im DDKT ein Überkochen der Flüssigkeit in den Eprovetten verhindert oder mit anderen Worten: der DDKT muss sich langsamer abkühlen, als die Flüssigkeit in den Eprovetten.

Bei meinem DDKT ist dies der Fall, wenn ich den DDKT auf dem heißen Cerankochfeld stehen lasse und nur den Regler des Kochfelds auf "Strom-aus" drehe, also abschalte. Wenn ich dagegen den DDKT vom Kochfeld wegziehe, kühlt der DDKT zu schnell ab, der Druck im DDKT fällt zu schnell und es erfolgt ein Überkochen in den Eprovetten. Ich lasse den DDKT also auf dem heißen Ceranfeld stehen, schalte das Kochfeld auf "aus" und lasse abkühlen.

Die Geschwindigkeit dieses Abkühlens des DDKTs hängt nun aber auch davon ab, wieviel Wasser ich zuvor in den DDKT eingefüllt hatte: je mehr Wasser umso mehr Wärme ist im System gespeichert und umso langsamer kühlt der DDKT ab.

Nach einigem experimentellen Hin und Her habe ich für mein System bestimmt, dass wenn ich zu Beginn der Sterilisation den DDKT mit 700 ml Wasser befülle er genau 15 Minuten Abkühlzeit auf dem Ceranfeld benötigt, bis der Druckausgleich (Innendruck = Außendruck) erreicht ist. Ich stelle mir dazu die Alarmfunktion auf meinem Handy (countdown) beim Abschalten des Ceranfeldes auf 15 Minuten. Sobald die 15 Minuten um sind öffne ich ganz vorsichtig das Überdruckventil und lasse eine ganz winzige Überdruckmenge ab, die noch vorhanden ist und öffne dann den Deckel des DDKTs. (Vorsicht sehr heißer Dampf!)

Diesen genauen Zeitpunkt muss jeder für seinen eigenen DDKT selbst rausfinden. Er sollte um ca. 15 Minuten Abkühlzeit liegen, dann haben die Eprovetten genügend Zeit um langsam genug abzukühlen. Durch mehr oder weniger Wasser im DDKT kann diese Abkühlzeit verlängert oder verkürzt werden; jeder sollte die für sich angenehmste Zeitdauer bzw. Wassermenge ermitteln und einstellen.

In der Folge warte ich nach dem Öffnen des DDKTs weitere 5 Minuten, und setze dann die Eprovetten, die nun ohne Probleme an den flüssigkeitsfreien Stellen anzugreifen sind, in eine kalte Tasse um und lasse sie dann auf dem Arbeitstisch weiter abkühlen. Und zwar genau weitere 9 Minuten, dann sind sie genau richtig zum Ausgießen, also handwarm aber immer noch flüssig genug, damit man sie ausgießen kann.

Mein "Ritual" zum Sterilisieren läuft also folgendermaßen ab:

1.) Befüllen des DDKTs mit 700 ml Wasser.
2.) Hineinstellen der Eprovetten (die ich in eine Tasse stelle).
3.) Aufheizen
4.) Sterilisieren wie üblich bei Überdruck 20 Minuten lang.
5.) Abschalten des Ceran Kochfeldes + 15 Minuten auf dem Timer einstellen.
6.) Präzise 15 Minuten später: vorsichtiges Prüfen, restlichen minimalen(!) Überdruck ablassen, Deckel öffnen.
7.) 5 Minuten später heiße Eprovetten in kalte Tasse(n) umstellen, auf den Arbeitstisch stellen, weiter abkühlen lassen.
8.) 8 - 9 Minuten später: gießen der Petrischalen.

Der Vorteil dieses Rituals: wenn alle Komponenten gleich bleiben, stimmen die Zeitangaben für mein System fast auf die Sekunde genau und bleiben bei jeder solchen Sterilisation die selben! Man kann sich 100%-ig darauf verlassen. (Bei Gasbeheizung des DDKTs kann man wahrscheinlich keine so genaue Zeiten ermitteln ...)

Diese schriftliche Beschreibung klingt wahrscheinlich sehr viel komplizierter als der wirkliche Vorgang ist.
Der ganze Vorgang ist in der Praxis wirklich sehr einfach.

==================

Auf dem folgenden Foto sieht man 2 Eprovetten mit noch flüssigem Inhalt nach dem Sterilisieren im DDKT beim weiteren Abkühlen auf dem Arbeitstisch (Schritt-7):

Bild


Während die Nährlösung in den Eprovetten weiter abkühlt werden die sterilen Petrischalen vorbereitet:

Bild


Petrischalen schön hintereinander aufreihen:

Bild


Nun wird jeweils mit der rechten Hand eine Eprovette am unteren Ende genommen, mit der linken Hand wird (ohne Scheu aber zügig) die Alufolie-Kappe abgenommen, dann mit der linken Hand der Deckel der Petrischale etwas angehoben, und der Inhalt der Eprovette in die Petrischale gegossen, möglichst ohne mit der Eprovette den Deckel oder Rand der Petrischale zu berühren.
(Falls man bei fehlender Übung anfangs manchmal die Ränder etwas berührt, macht das im Normalfall auch nichts.)

Nach dem Gießen die Petrischale sofort wieder verschließen. Nicht überhastet oder nervös sondern ganz ruhig und zügig arbeiten.

Bild

Hier 3 gegossene Petris die man nun bis zum Erstarren abkühlen lässt.

(Wie man sieht hat sich fast kein Kondenswasser auf dem Deckel der Petris gebildet !)

Die fertigen Petrischalen kann man mit einem Gummiband verschließen um ein irrtümliches Öffnen oder Auseinanderfallen zu verhindern:

Bild


Fertig !

=============================

Resümee: diese Methode hat sich bei mir sehr gut bewährt.

Vorteil: jede einzelne Petrischale enthält genau die gewünschte Menge MEA. Falls eine Eprovette ausnahmsweise wirklich einmal kontaminiert sein sollte, dann ist davon nur eine einzige Petrischale betroffen. (Kommt sehr selten vor.)

Resultat: bei mir sehr gut ! Nur sehr, sehr selten ist mal eine Petri kontaminiert, wobei die Kontamination eher noch beim Beimpfen mit der Rein-Kultur und seltener beim Gießen dazukommt. Ich schätze, dass von 100 gegossenen Petrischalen vielleicht 2-3 kontaminiert sind (höchstens 1 von 20 oder weniger). Und das ohne Laminar flow, Impfbox, Desinfektionsmittel, usw. usw.

Wenn ich eine größere Petrischale gieße, dann nehme ich einfach 2 Eprovetten gleichzeitig in die Hand um sie gleichzeitig in eine normal große (10 cm) Petrischale zu gießen (genau 20 ml). Man kann die Eprovetten auch jeweils mit 20 ml MEA befüllen und sterilisieren, allerdings kommt dann ein Überkochen öfter vor (mehr Masse in der Eprovette, langsameres Abkühlen). Die Eprovetten werden bei der obigen Methode mit Absicht mit nur wenig Flüssigkeit befüllt, denn wenn nur das unterste Drittel der Eprovette befüllt ist, dann kühlt diese schneller ab und falls es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einer einmaligen kurzen Kochblasenbildung in der Eprovette kommt, dann kocht sie nicht über (hoffentlich).

Nach dieser Anleitung kann sich jetzt jeder ähnliche Methoden bzw. Abwandlungen selbst ausdenken. Man kann mehr Medium in eine kleine Flasche füllen und "nach Gefühl" nach dem Sterilisieren in die einzelnen Petrischalen gießen. Mit etwas Übung sind die Schwankungen der Substratmenge in den einzelnen Petrischalen nicht besonders groß.

Ich bevorzuge allerdings die hier beschriebene, präzise Methode.


Freundliche Grüße von Andre.


(P.S.: Für fortgeschrittene Züchter mit größerem Autoklav und Laminar Flow gibt es allerdings eine bessere und wesentlich effizientere Methode. Das war hier aber nicht das Thema ...)


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BeitragVerfasst: Mittwoch, 21. Mai 2008 19:00 
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Hallo Andre,

:shock: :shock: :shock:
bin begeistert! Hätte nicht gedacht, daß man in einer nicht sterilen Umgebung überhaupt erfolgreich Nährböden in Petris gießen kann.

Danke für das Ausräumen dieses Aberglaubens!


Grüße, Carsten


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BeitragVerfasst: Mittwoch, 21. Mai 2008 19:17 
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Pilzfreak
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Hallo Andre
vielen Dank für Deinen sehr ausführlichen Beitrag.
Ich habe aber noch eine Frage: Was passiert eigentlich , wenn ich diesen
Nulldruckzeitpunkt verpasse? Bei meinem Drucktopf ist ein Verschlussventil
welches bei Druck Null einfach aufgeht , es kann kein Unterdruck enstehen.
Ich warte dann einfach , bis ich den Topf so grade schon anfassen kann
ohne mir die Finger zu verbrennen und dann mache ich ihn auf und entnehme mein Sterilgut.
Ich habe vielleicht auch einen kurzen Tipp für alle Mitleser hier.
Beim überimpfen von Myzel etc nehme ich wie auf dem Bild vielleicht
zu erkennen ist nur ein Gitter als Auflage über leicht dampfenden Wasser.
Als zusätzliches Hilfsmittel mache ich noch die Dunstabzugshaube an .
Bei dieser Methode hatte ich bisher kaum Kontis zu verzeichnen.


Bild

So jetzt noch viel Spass beim experimentieren.

Roland


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BeitragVerfasst: Freitag, 23. Mai 2008 16:44 
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Hallo Roland ! :)


roland hat geschrieben:
Bei meinem Drucktopf ist ein Verschlussventil welches bei Druck Null einfach aufgeht , es kann kein Unterdruck enstehen.


Das ist natürlich ideal ! Dann kann es keine Probleme mit dem Überkochen geben.
Es gibt allerdings sehr verschiedene Bauarten von DDKTen und bei vielen entsteht eben leider ein Unterdruck ohne dass man die Möglichkeit für eine Kontrolle hat, wann der Zeitpunkt des Druckausgleichs erreicht ist. Die sehr ausführliche Anleitung wie man dann herumtricksen muss um den richtigen Zeitpunkt trotzdem zu erwischen, ist eben für solche DDKTe gedacht.

Aber diese "Tricks" würden bei dir wahrscheinlich sowieso nicht funktionieren, weil du einen Gasherd als Heizquelle benützt ...

roland hat geschrieben:
Beim überimpfen von Myzel etc nehme ich wie auf dem Bild vielleicht zu erkennen ist nur ein Gitter als Auflage über leicht dampfenden Wasser. Als zusätzliches Hilfsmittel mache ich noch die Dunstabzugshaube an . Bei dieser Methode hatte ich bisher kaum Kontis zu verzeichnen.


Die Frage ist (bezogen auf die Einleitung zu meiner Methode): ist dieses über Dampf arbeiten wie du es beschreibst bzw. ähnliche Methoden wirklich notwendig, oder handelt es sich um Aberglauben? Nach meiner Meinung sind solche zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen schlicht nicht notwendig. Man hat genauso wenig Kontis wenn man einfach auf einer ganz normalen Tischplatte arbeitet ...


Grüße von Andre.


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BeitragVerfasst: Samstag, 24. Mai 2008 09:13 
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Neuling
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Jetzt muss ich mich da auch mal einklinken. Erst mal vorab, ich hatte mir füher sogar ne HEPA-Filterbox gebaut, alles nur um mir die "besten" Arbeitsbedingungnen zu ermöglichen. Jedoch stellte ich aufgrund meiner Faulheit fest :roll: (irgendwann sollte man auch so nen Filter wechslen, was ich aber nicht gemacht habe), dass meine Conti-Quote auch ohne nicht mehrklich anstieg. ich arbeite ohne Gasbrenner, Kerzen, Ofen, Impfbox oder ähnliches. Die Frage ist denke ich eher wie lange man die Oberflächen seiner Geräte blosgelegt normaler Luft unnd somit deren "Fallout" aussetzt.

Andreas, ich kann dir nur recht geben, bei mir bewegt sich die Conti-Quote auch so bei 2-3 Prozent (bei Petrischalen). Die entstandenen Contis können meiner Meinung nach genausogut vom Impfen (Sporenspritze - ist ja nie absolut clean) stammen.

Abschließend bleibt zu sagen das meiner Meinung nach HEPA`s oder viele der anderen Behelfsmethoden nicht unbedingt nötig sind, zweifelsohne aber auch sicher nicht schaden.


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BeitragVerfasst: Montag, 26. Mai 2008 18:09 
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Hallo Pilzpapa! :)


>Die Frage ist denke ich eher wie lange man die Oberflächen seiner Geräte blosgelegt normaler Luft unnd somit deren "Fallout" aussetzt.

Ja richtig.

>Erst mal vorab, ich hatte mir füher sogar ne HEPA-Filterbox gebaut, alles nur um mir die "besten" Arbeitsbedingungnen zu ermöglichen.

Genau darum geht's! Was für ein Aufwand !!! Und alles nur um ein paar Petris zu gießen oder um einige Kulturen zu überimpfen! Und wieviele Leute von der Hobbypilzzucht abgeschreckt werden, wenn man solche überzogenen Anforderungen stellt. :!: Wie schon gesagt, ist dieser Aufwand meiner Meinung nach in der Hobbypilzzucht völlig unnötig.

Stamets schreibt im GGMM von einer Kontirate von bis zu 15% und das bei Verwendung extremer Maßnahmen zum Schutz vor Kontaminationen. Irgend etwas stimmt da nicht. Was genau der Grund für diese Angaben ist, ob es kommerzielle Gründe sind oder ob es sonstige Probleme sind, weiß ich nicht.

Was ich aber mit Sicherheit weiß, ist dass die obigen Angaben von mir zum sterilen Arbeiten stimmen. Da fährt die Bahn drüber.

>zweifelsohne aber auch sicher nicht schaden

Du kannst auch Räucherstäbchen anzünden oder einen Kopfstand machen, das schadet auch nicht ... :wink:
(Ich hoffe du verstehtst, was ich damit sagen will ... :))


Grüße von Andre.


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BeitragVerfasst: Montag, 26. Mai 2008 19:38 
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Pilzfreak
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Beiträge: 149
Wohnort: Izmir / TR
Hallo Andre,
vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag.
Obwohl ich wie Roland über Dampf arbeite und damit
keine Probleme habe, werde ich die von dir beschriebene
Methode testen.

Beste Grüsse :wink:
Baha


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BeitragVerfasst: Mittwoch, 28. Mai 2008 16:37 
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Pilzfreund

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Danke Andre,

sehr ausführlich (vor paar Monaten hab so was vergebens gesucht).

:)

Gary


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BeitragVerfasst: Donnerstag, 29. Mai 2008 10:43 
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Neuling

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Hallo Andre!

Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht über die einfache Herstellung steriler Petris!! Ist einfach genial ;) die Portionierung mit Eprovetten :!: Das verleitet ja richtig zum Nachahmen!

Hier noch eine Erfahrung von mir mit Petris ohne Sterilbank, Reinraumbank o.ä.
Vor einiger Zeit hatte ich einige MEA Petris ohne brauchbare Verwendung und dann habe ich ein paar davon ohne Decke für ne Minute in den Raum gestellt und siehe da - es ist nix passiert... :wink:

Gruß
Marco


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 Betreff des Beitrags: Wenn ich drann denke, was ich für nen aufwand trieb...
BeitragVerfasst: Dienstag, 17. Juni 2008 17:54 
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Neuling

Registriert: Dienstag, 08. April 2008 17:21
Beiträge: 9
Hi Andre!
Endlich einmal eine einfache und praktisch orientierte Anleitung!
Ich werde bei mir mal die eigenen "Rituale" überdenken, insbesondere mit Sterilisationslicht und ählichem.

Ich danke dir für dein Mühe!!!

Grüsse
Wulf


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Montag, 03. August 2009 10:43 
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Pilzfreak
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Registriert: Mittwoch, 03. Dezember 2008 21:10
Beiträge: 152
Wohnort: Dresden
Ich hab' das Gießen in Backofensterilisierte Glaspetris mal ausprobiert, klappt super.
Da ich nicht genug Eprouvetten zur Hand hatte, hab ich gleich auch noch die gleiche Menge Petris im DDKT mit sterilisiert (je 5). Ich habe Kartoffelagar verwendet, ein lustiges Zeug (bombenhart). Jetzt heisst es abwarten und sehen wie sauber ich gearbeitet habe.

_________________
Jérôme
Wahlsachse und Pilzfaszinierter


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterile Plastikpetris gießen
BeitragVerfasst: Dienstag, 14. August 2012 23:02 
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Neuling

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Beiträge: 6
Zur Vermeidung des, durch Unterdruck herbeigeführten, Siedeverzuges könntest du doch mal Siedeperlen probieren oder deine Eprovetten innen etwas zerkratzen. Oder am besten beides. Ich weiß nicht ob es mit der Agarlösung genauso funktioniert wie mit weniger dichten Flüssigkeiten wie z.B. Wasser, aber du musst beim Siedeverzug im Prinzip analog zum Kristallisationskeim denken. :wink:

Probier es mal aus, das könnte viel Zeitaufwand ersparen und so eine Glasperle stört ja in der Petrischale auch nicht.


Achja, und ein Lob für deine ausführlichen Beschreibungen - du hast mir etwas an "Konti-Angst" genommen und mich in einigen meiner Ansichten bestärkt. :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterile Plastikpetris gießen
BeitragVerfasst: Mittwoch, 01. Mai 2013 22:46 
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Pilzfreak

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Ich mache Plastikpetris ähnlich.
Ich benutzt allerdings keine einzelnen Reagenzgläser bzw. Eprovetten, sondern einfach Marmeladengläser mit je ca. 150 mL MEA.
Die werden fest verschlossen, zusätzlich noch mit Alufolie bedeckt und 25-30min im DDKT sterilisiert.
Nachdem der DDKT gerade so bei unter 100°C ist, mache ich ihn schon auf.
Die Alufolie wird erst kurz vor dem Benutzen entfernt, damit das Glas darunter auch noch außen steril ist.
Dann werden die Petris (ich benutze deutlich größere) aus ihrer sterilen Verpackung genommen und an einer vorher gereinigten Tischkannte aufgereiht.
Dann nehme ich den noch heißen Agar und befülle die Petris eine nach der anderen.

Kontis gibt's nur bei ca. einer von 20.

Früher habe ich sogar mal ohne DDKT gearbeitet und den MEA nur normal abgekocht - hat auch ganz gut funktioniert, wenn der (dunkle) Malzextrakt aus dem Glas frisch geöffnet war! Da hatte ich dann gelegentlich mal ne Konti drin - aber 3/4 waren voll brauchbar und der Rest wurde halt einfach weggeschmissen. Ich bezahle nur 1€ für 20 Plastik-Petris - also ist der Verlust auch bei dieser Methode zu verschmerzen!

_________________
Zuchterfolge: Pioppino, Shiitake, Kastanienseitling, Kräuterseitling, Flamingoseitling, Austernseitling, weißer Kultur-Champignon, Enoki
In der Mache: Verschiedene Stockschwämmchen, Limonenpilz, Nameko, Reishi, Stipticus Leuchtpilz, V. Bombycina, Hallimasch

Habe viel Pilzmaterial tauschfertig!
Suche Material: Flamingoseitling (meine Kultur ist tot!), alle essbaren Morcheln, Braunkappen, Leuchtpilze, Exoten, Mandelegerling oder andere Champignons die ohne Kompost wachsen (Ich tausche gerne!)

Tauscht eure Strains, z.B. hier:
http://www.bemushroomed.com


Zuletzt geändert von Chemiefreak am Dienstag, 04. Juni 2013 23:59, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sterile Plastikpetris gießen
BeitragVerfasst: Freitag, 10. Mai 2013 09:54 
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Neuling

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Beiträge: 1
HAllo zusammen

hab da mal eine Frage. Hat schon mal jemand probiert anstatt einen Dampfkochtopf ne Mikrowelle zum dekontaminieren zu nehmen? Dann natürlich ohne Alufolie. :-)

Gruss HABS


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterile Plastikpetris gießen
BeitragVerfasst: Dienstag, 04. Juni 2013 23:42 
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Pilzfreak

Registriert: Donnerstag, 04. April 2013 12:19
Beiträge: 161
habs09 hat geschrieben:
HAllo zusammen

hab da mal eine Frage. Hat schon mal jemand probiert anstatt einen Dampfkochtopf ne Mikrowelle zum dekontaminieren zu nehmen? Dann natürlich ohne Alufolie. :-)

Gruss HABS


Für eine Grundsterilisation ist es leider total ungeeignet. MEA schäumt in der Mikrowelle recht heftig. Zum Tyndalisieren ginge es vielleicht aber, wenn man aufpasst, dass der Agar nicht überkocht.
Aber mit frischen Ausgangsmaterialien (frish geöffnetes dunkles ME) und frischem noch-OVP Agar hatte ich wie oben erwähnt auch schon nur mit etwas köcheln brauchbaren Erfolg!

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