Parasol-Sporenabdruck gesucht

In dieser Rubrik könnt ihr Informationen zu Bezugsquellen von Hilfs- und Zuchtmittel weitergeben.

Moderator: Mycelio

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Parasol-Sporenabdruck gesucht

Beitrag von Mycelio » Freitag, 03. Oktober 2008 14:31

Hallo,

ich würde gern mal versuchen den Parasol zu züchten, nur leider habe ich noch nie ein Exemplar gefunden. Wenn jemand Lust hätte, mir einen Sporenabdruck auf einem frischen Stück Alufolie anzufertigen und zuzuschicken, wäre ich dankbar und würde natürlich bei Erfolg und Interesse im Frühling durchwachsenes Substrat für den Garten zurückschicken.

Grüße, Carsten
-German Juggalo-
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Beitrag von -German Juggalo- » Freitag, 03. Oktober 2008 19:27

Hi
Kannst von mir einen haben. Hab heute bestimmt 1Kg gefunden.

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Beitrag von Mycelio » Freitag, 03. Oktober 2008 22:19

Hallo Daniel,

:shock:
das wäre super!
:D :D :D

Die sollen sich auch sehr einfach unsteril klonen lassen, indem man das untere Ende vom Stiel auf feuchte Pappe legt, wie bei Austern... oder im Garten vergräbt...


Grüße, Carsten
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Parasol

Beitrag von ted_man2001 » Samstag, 04. Oktober 2008 14:37

Hallo Carsten und Daniel,

hier bei uns in Trier wachsen direkt vor unserer Haustür in einer Wiese, die jährlich kurz vor der obligaten Parasolwelle von einer Schafherde heimgesucht wird, Körbeweise Riesenschirmlinge. War eben noch mal nachsehen ob was für ein Sporenabdruck dabei ist. Leider ist die Welle zu alt, kein einziges Ex. würde sich für einen Abdruck eignen. Habe letztes Jahr versucht, den Parasol auf Malzextrakt, Yeast, Holzpellets und Milchpulver Agar zu klonen. Ergebnis: Die Stücke von den Pilzen lagen wie Blei in der Petri. Wurden dann dunkel und gaben am Ende regelrecht "den Geist auf". Habe sie schließlich entsorgt. Vermute, es war der falsche Agaransatz??Evtl ist Dungagar besser.??Würde den Parasol gern in meinem Garten ansiedeln, um nicht auf die Pilze mit frischem, dennoch wenig Apetitt anregenden Schafdung angewiesen zu sein. Deshalb meine Frage: Wie geht das:unsteril vermehren??
Einfach Stücke von der Stielbasis in der Gartenwiese vergraben ohne jegliches zusätzliches Substrat?Oder habe ich das falsch verstanden??

viele Grüße aus Trier und danke für die Antwort!
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Hephaistos
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Beitrag von Hephaistos » Samstag, 04. Oktober 2008 14:54

Hallo!

Ich habe es bisher noch nicht geschafft einen Parasol unsteril zu klonen; in einer Petri auf Hundefutteragar nach meinem Rezept (4. Beitrag von oben) klappte es Problemlos; ich denke müsste mit "normalem" Hundefutteragar auch gehen, habe ich allerdings noch nicht getestet.

Gruß,
Hary
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Parasolagar

Beitrag von ted_man2001 » Samstag, 04. Oktober 2008 17:17

Hallo Hary,

toll, genau nach so einem Rezept habe ich gesucht! Vielen Dank für diesen Hinweis. Werde das testen und berichten, fürchte allerdings das wird bis nächstes Jahr dauern, wenn nicht doch noch eine weitere Parasol-Welle hervorbrechen sollte!

viele Grüße
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Beitrag von Mycelio » Samstag, 04. Oktober 2008 21:04

Hallo,


angeblich soll auch Kartoffel-Dextrose-Agar gut funktionieren. Ich würde den von Hary erwähnten Hundekeks-Agar vorziehen.

Bzgl. unsteriler Vermehrung von Parasolen hatte ich mal folgendes gefunden. Es war eigentlich für Safranschirmlinge, aber die sind ja enge Verwandte.
Mycena News, September 2006, Cultivation Corner hat geschrieben:...
When you pull them up, the bulbous base is often connected to other sprouted or unsprouted buttons in a clump, with mycelium attached. You can scrape the dirt off the bases for more meat or cut the stems half way up.
...
The scrapings and the mycelium can be put into a plastic bag with a little substrate from the clump site. The plastic bag should be closed loosely so it doesn’t dry out but can breathe. Place it in the fridge to grow out slowly in the cold. Once the substrate in the base is getting infiltrated with plenty of white mycelium it can be placed in an appropriate spot in the home garden or local park.
Ungefähr übersetzt:
Wenn man sie rauszieht, ist die Basis oft mit anderen Pilzen und Mycel verbunden. Man kann den Dreck abkratzen oder den Stiel in der Mitte durchschneiden.
Die Schnittreste und das Mycel können in eine Plastiktüte gelegt werden, mit etwas Substrat von der Fundstelle. Die Tüte sollte lose verschlossen werden, so daß es nicht austrocknet und atmen kann. Lege alles in den Kühlschrank und laß es in der Kälte langsam durchwachsen. Sobald das Substrat mit viel weißem Mycel besiedelt ist, kann es an einem angemessenen Ort im Garten oder Park plaziert werden.

Irgendwo anders habe ich mal gelesen, daß auch auf einem Stück feuchter Pappe in einem Glas Mycel wächst.

Da die Parasole Kompost und Dung mögen, wäre vielleicht auch der Komposthaufen ein geeigneter Platz für Stielstücke und Mycel. Im Rasen bräuchten sie vielleicht zusätzlichen Dünger, aber da wären wir wieder beim Schafdung...


Grüße, Carsten
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unsterile Vermehrung Parasol

Beitrag von ted_man2001 » Samstag, 04. Oktober 2008 22:02

Hallo Carsten,

vielen Dank für die Fundstelle zur unsterilen Vermehrung des Safran Schirmlings. Werde die beschriebene Vorgehensweise mit Kühlschrank usw. einmal ausprobieren. Die Sache mit der Mycelvermehrung auf Pappe mache ich ähnlich mit wood-lovern wie ulmarius und pleurotus: hin und wieder wickele ich Putzreste von der Stielbasis der Zuchtpilze einfach in gut durchfeuchtetes mehrlagiges Zeitungspapier, gebe das ganze in ein leeres, sauberes Honigglas, lege den Deckel lose auf und fülle nach dem Austreiben des Mycels durch das Zeitungspapier ( oft schon nach 3-4 Tagen) langsam, immer wieder, geringe Mengen autoklaviertes Getreide dazu. Etwa soviel, wie das Mycel in zwei bis drei Tagen "fressen" kann. Auf diese Art gelingt es erstaunlich vitales Mycel zu generieren, denn das Zeitungspapier wirkt offensichtlich selektiv auf das Mycel: es hemmt Krankheitserreger und läßt die agressiven Mycelstränge zuerst durch.

Viele Grüße

Theo
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Beitrag von -German Juggalo- » Mittwoch, 08. Oktober 2008 15:55

@ TedMan
Sorry hab Deine Frage eben erst gesehen.

Versuche mit Pappe sind bei mir bis jetzt immer weggeschimmelt.

Ich denke das es beim Parasol ähnlich wie bei der Braunkappe ist
und man mit einer Sporenspritze am Anfang am besten klarkommt.
Die Braunkappenbrut die ich mit Myzel beimpft hab brauchte ca. 2 Wochen.
Die Brut mit Sporen ist immer schon nach 3-4 Tagen durch. Hab keine Ahnung wieso.

Hat schonmal jemand versucht den Parasol indoor anzubauen?

Hab gerade gesehen, das eine MEA Petri vom Parasol angewachsen ist.
Die hatte ich eigendlich nach einer Woche schon aufgegeben.
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lg
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Sporensritze vs.Mycel

Beitrag von ted_man2001 » Mittwoch, 08. Oktober 2008 18:43

Hallo German Juggalo,

Deine Ausführungen zu Braunkappenmycel vs. -sporen finde ich sehr interessant. Habe auch die Erfahrung gemacht, das SRA-Mycel recht langsam ist, besonders wenn man die Peroxid-Methode anwendet. Zu dem Thema schreibt Stamets, dass Braunkappenmycel auf sterilisiertem Getreide immer wieder im Wachstum stoppt und nur durch permanentes Schütteln der Brutbehälter nach jeweils einigen Tagen zu beschleunigtem Wachstum angeregt werden kann. Auf sterilisiertem Stroh und Sägemehl hingegen soll SRA-Mycel ohne zu stocken wachsen. Ich vermute, daß SRA der hohe Nährwert des Getreides nicht optimal zusagt. Warum das aber bei Sporen anders zu sein scheint, ist mir auch unklar. Habe mich bislang immer gescheut Sporen zu nehmen, weil das genetische Potential des daraus entstehenden Mycels unklar ist und man u.U. Gefahr läuft wenig ertragreiches Material zu selektieren.

Zum Versuch mit Zeitungspapier oder Pappe:

Der beste Kandidat hierfür schein Hypsizygus ulmarius zu sein. Einfach Mycelstücke in feuchte Zeitung und nach paar Tagen Schicht für Schicht peroxidiertes Getreide drauf. Gibt unglaublich vitale Brut

grüße aus Trier
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Beitrag von Hephaistos » Donnerstag, 29. Oktober 2009 18:27

Hallo nochmal!
Hephaistos hat geschrieben:Ich habe es bisher noch nicht geschafft einen Parasol unsteril zu klonen
Das hat sich mitlerweile geändert; zwar nicht auf Pappe, aber auf Substratgemisch:

Strohpellets, Kuhdungpellets und Buchenspäne. funktioniert perfekt.

Probleme machen mir die Kuhdungpellets: Werden sie zusammen mit den Strohpellets gewässert und danach ausgepresst, findet sich leider der meiste Dung im Wasser wieder, da er zu fein ist. Heute Versuch gestartet:

1) Strohpellets wie üblich gewässert und ausgepresst, Kuhdungpellets separat mit heißem Wasser gewässert, aber nur Schluck für Schluck bis der Mist eine Konsistenz wie abgerührter Fliesenkleber hatte, dann mit den ausgepressten Strohpellets gemischt, und Buchenspäne untergerührt bis die Feuchtigkeit stimmte. Mit Substratbrut beimpft.

2) Strohpellets wie üblich gewässert und ausgepresst, auf Dung verzichtet, dafür etwas Gips und (NH4)2HPO4 zugegeben. Leichter Ammoniakgeruch wahrnehmbar => Substrat alkalisch. Da ich aber den Stickstoff nicht verlieren wollte, Zitronensäure zugegeben bis kein Geruch mehr wahrnehmbar war.

Ev. wäre auch Flüssigmycel in Erwägung zu ziehen; aber der Geruch der Stroh-/Kuhmistpelletsjauche ist doch etwas gewöhnungsbedürftig und den muss ich in der Wohnung nicht unbedingt haben.
ted_man2001 hat geschrieben:...Einfach Mycelstücke in feuchte Zeitung und nach paar Tagen Schicht für Schicht peroxidiertes Getreide drauf. Gibt unglaublich vitale Brut...
Lässt du das Getreide in H2O2 quellen, oder behandelst du es nach dem Quellen? Mit welcher Konzentration arbeitest du?

Gruß,
Hary
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