Erster Zuchtversuch Champignons

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dermatze1

Erster Zuchtversuch Champignons

Beitrag von dermatze1 » Dienstag, 12. Januar 2021 16:16

Hallo liebe Forumsmitglieder,

leider lässt die Freischaltung meines Benutzerkontos noch auf sich warten, daher zunächst im Gästeforum.

Da es mein erster Beitrag ist, bevor es ans Eingemachte geht, kurz zu mir: ich bin der Matze, ursprünglich aus Mecklenburg-Vorpommern, ich beschäftige mich schon seit geraumer Zeit mit Pilzen (mal intensiver, mal gar nicht), vor allem aber mit denen aus dem Wald. Nun versuche ich mich erstmals an der Zucht!

Und gleich der erste Versuch wirft Fragen auf: vor ca. 2 Wochen Agaricus bisporus als Clon auf Dextroseagar in Petrischalen angesetzt, das Ganze 4 mal mit den folgenden Resultaten:

1) Diese Probe war schon sehr früh verloren und schon ziemlich bald mit dem deutlich als solchen erkennbaren Schimmelpilz überwuchert. Auffällig ist das Kondenswasser, die Petri war vielleicht nicht (vorher) gut verschlossen.
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2) In der zweiten Petri ist weisses Mycel (A) zu erkennen, aber ziemlich weit entfernt von der Pilzprobe (B). Kann das überhaupt, rein theoretisch, vom Champignon sein? Abgesehen davon ist diese Petri kontaminiert C). Nachtrag: Das weisse Mycel nimmt nun zunehmend die grüne Farbe an, hat sich damit erledigt.
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3) Auch hier die Mycelbildung (B) weit entfernt von den Pilzstückchen. Kann mir daher das selbe Schicksal vorstellen wie bei der zweiten Petri.
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4) Bei der vierten Petri ist die weisse Mycelbildung mal dort, wo der Pilz ist, aber ich würde mich nicht wundern, wenn hier nur ein Schimmelpilz den Champignon überwuchert. Abesehen davon eine komisch aussehende Konti (B).
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Fazit: Ich habe nicht steril genug gearbeitet und gelobe Besserung! Aber die große Frage: Müsste sich der Champignon, trotz Schimmelpilze, auch vermehren? Wenn der weisse Flaum jeweils Schimmelpilze sind, dann hat der Champignon quasi gar kein Myzel entwickelt, nach 2 Wochen eigentlich nicht der Fall, oder? Woran kann es liegen?

Vielen Dank schon mal für die konstruktiven Antworten!

Beste Grüsse,
matze
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Monti
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Re: Erster Zuchtversuch Champignons

Beitrag von Monti » Mittwoch, 13. Januar 2021 21:20

Halle Matze,

willkommen bei Uns! :)

Da hast du dir für den Anfang wahrlich nicht den einfachsten Kandidaten gewählt. Aber warum nicht... :wink:

Zunächst mal hast du die Probleme, so wie ich das sehe, richtig erkannt. Auch zu Punkt 4 würde ich sagen, das ist alles Konti... Sorry :?

Aus was für einem Stück hast du deine Petris angesetzt?
Unter welchen Bedingungen beimpfst du deine Petris?

Zum Agar: Ich hab keine Ahnung welches der Champi mag, da kann ich erst mal nichts zu sagen.
Generell ist der Champignon aber ein Kandidat der nicht einfach zu klonen ist. Ich habe damals den Schritt mit dem Agar übergangen und hab gleich auf einer Mischung aus Kompost/Hafer geklont. Erfolgversprechend sind wohl auch Agar aus einem Mist oder Kompost-Sud oder Tee oder wie auch immer.
Die Methode zum Klonen, die meines Wissens nach am meisten Erfolg verspricht:
viewtopic.php?f=69&t=2633
So hatte ich es ja auch gemacht.

Hier wie ich vorgegangen bin, wie du sehen kannst auch mit durchwachsenem Erfolg:
viewtopic.php?f=45&t=4642
Hier noch zum Substrat/Fruchten:
viewtopic.php?f=69&t=4665
malda
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Re: Erster Zuchtversuch Champignons

Beitrag von malda » Mittwoch, 13. Januar 2021 21:56

Champignons haben mich bisher nicht sonderlich gereizt... ich denke auch, dass du die Platten abschreiben kannst. Was hast du denn in den Platten ausser Glucose und Agar noch drin? Vielleicht lege ich rein Interesse halber auch mal etwas Champignon auf ne Platte, hätte gerade beides da....
dermatze1

Re: Erster Zuchtversuch Champignons

Beitrag von dermatze1 » Samstag, 16. Januar 2021 04:17

Hallo und vielen Dank für die freundliche Begrüßung im Forum und die Antworten! :)

Ja, hätte ich gewusst, dass der Champignon so ein komplizierter Kandidat ist, dann hätte ich wohl was anderes gewählt, um Anfängerfrust zu vermeiden. :x :cry:


Zu den Fragen:
Monti hat geschrieben:
Mittwoch, 13. Januar 2021 21:20
Aus was für einem Stück hast du deine Petris angesetzt?
Unter welchen Bedingungen beimpfst du deine Petris?
-> Ich habe den Champi aufgebrochen und Stücke aus der Mitte isoliert
-> Ich habe einen Schuhkarton mit Alufolie ausgekleidet, das ganze vor der Beimpfung mit Alkohol desinfiziert. Diese halbherzige Glovebox reicht offensichtlich nicht. Mein nächster Versuch wird am Bunsenbrenner oder Herd durchgeführt
Was hast du denn in den Platten ausser Glucose und Agar noch drin?
Hallo Malda! Nur Dextrose und Agar, laut Hersteller. Ich habe die Petris schon fertig gekauft, da mein Versuch im Glas mit selbst angesetztem Malzextrakt-Honig auch weggeschimmelt war (zudem war die Konsistenz wohl auch nicht perfekt).

Ich werde mir auf jeden Fall die Links anschauen und für den Champignon ein anderes Substrat wählen (Pferdemist aufkochen? Ich schau mal, ob ich einen ausrangierten Topf finde, danach nochmal damit kochen möchte ich dann sicher nicht :lol: )

Zudem versuche ich mich mal am Austernseitling, der sollte auf meinen Petris (habe noch ein paar) besser anspringen, oder?

Ich berichte!

Viele Grüsse,
matze
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Monti
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Re: Erster Zuchtversuch Champignons

Beitrag von Monti » Sonntag, 17. Januar 2021 11:50

dermatze1 hat geschrieben:
Samstag, 16. Januar 2021 04:17
[...]
-> Ich habe einen Schuhkarton mit Alufolie ausgekleidet, das ganze vor der Beimpfung mit Alkohol desinfiziert. Diese halbherzige Glovebox reicht offensichtlich nicht. Mein nächster Versuch wird am Bunsenbrenner oder Herd durchgeführt
[...]
Viele Grüsse,
matze
Alles klar :D
Ja mach mal besser was mit Bunsenbrenner. So hab ich auch immer gearbeitet und gute Erfolge gehabt. Über kochend Wasser mit Dunstabzug hat auch ganz passabel funktioniert, zumindest Brut beimpfen.
Im Steril-Bereich hat ja mal jemand was zu den Möglichkeiten zusammengefasst.

Viel Erfolg! Und nicht von ersten Rückschlägen entmutigen lassen, das hat jeder hinter sich. :wink:
Und ja, Auster ist für erste Erfolge eigentlich das Beste.
malda
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Re: Erster Zuchtversuch Champignons

Beitrag von malda » Dienstag, 19. Januar 2021 21:55

Ich hab mal ein Stück A.bisporus auf meinen Bierhefe Agar gelegt. Nach 4 Tagen kann man eigentlich schon ganz schön erkennen, dass das Stück pelzig wird. Irgendwann sollte es dann auch auf den Agar „überspringen“. Ich denke dein Agar war einfach nicht optimal und nur Glucose scheint mir auch ein zu wenig. Zumindest noch irgendeine Stickstoffquelle wird mindestens mit drin sein, aber ist vermutlich eher etwas mageres. Ich arbeite übrigens auch nur mit Brenner – da geht zwar nicht alles, aber viele Sachen gehen ziemlich gut (auch Agarplatten).
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