Röhrling

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mycor
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Röhrling

Beitrag von mycor » Donnerstag, 28. Juli 2011 12:01

Guten Tag

Leider sind meine Pilzkenntnisse noch nicht ausreichend, um diesen Röhrling zu bestimmen. Ich würde ja gerne auf B. edulis tippen, glaube allerdings nicht wirklich daran.
Vielen Dank für Hilfe.

Der Röhrling ist 5 cm gross, wuchs unter Buchen in einem Laubwäldchen in der Nähe von einigen Wulstlingen. Der Hut hat eine eher glatte Textur (soweit ich das beurteilen kann), und riecht stark nach irgendetwas unbestimmbarem.
Unter dem Hut ist eine Netzstruktur zu erkennen. Das Fleisch ist fest und weiss, die Röhren ebenfalls weiss, allerdings (noch) nicht vollständig ausgebildet.

Grüsse
mycor
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SchwammeRulz
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Re: Röhrling

Beitrag von SchwammeRulz » Freitag, 29. Juli 2011 20:44

Hey

also (ohne Garantie) aber der sieht sehr nach Kuhpilz aus, oder auch Gallenröhling genannt.

Der ist ungeniesbar. Man könnte ihn zwar essen, aber er schmeckt bitter nach Galle.
Ältere Pilze bekommen dann rose Röhren und wenn man ein kleines Stück abbeißt und
die Zunge bissel rankommen lässt, schmeckt man das bittere sofort.
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Re: Röhrling

Beitrag von mycor » Samstag, 30. Juli 2011 17:21

Ich hatte sowieso nicht vor ihn zu essen, deshalb habe ich auch keine Geschmacksprobe gemacht. Allerdings habe ich gelesen Tylopilus felleus (den meinst du ja, oder?) sollte ein dunkles Netz am Stiel haben. Dies hat mein Exemplar eindeutig nicht.
Evtl. ist es trotzdem ein Fichtensteinpilz!?
Naja... Ist eigentlich auch egal. Trotzdem vielen Dank.

Grüsse
mycor
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Re: Röhrling

Beitrag von Mycomane » Samstag, 30. Juli 2011 18:49

Möchte hier natürlich formal gesehen keine Essensfreigabe machen, aber mich trotzdem zu der Aussage hinreißen lassen, dass du von diesem Pilz sicher nicht sterben kannst.
Für mich sieht das schon sehr nach Steinpilz aus. Und wenn es ein Gallenröhrling wäre, viel mehr als schlecht schmecken würde dieser auch nicht.
Muss dazu aber sagen, dass ich bis jetzt immer nur Steinpilze gefunden habe, aber keine Gallenröhrlinge, kann mit der Region zusammenhängen in der ich für gewöhnlich Pilze sammele.
Für eine Mahlzeit wären die beiden zwar wahrscheinlich nicht ausreichend, aber eine Geschmacksprobe hat glaube ich noch nie jemanden umgebracht.
Bei Leuten mit einem empfindlichen Verdauungstrackt können selbst Pfifferlinge Probleme machen. Das liegt aber natürlich nicht daran, dass diese giftig wären, sondern so weit ich weiß an dem für Menschen unverdaulichen Chitin, aus dem die Zellwände der meisten Pilze bestehen.
Trotz der Gefahr hier von vielen als leichtsinnig bezeichnet zu werden, so weit es mir bekannt ist, sind Röhrlinge außer dem Satansröhrling nicht giftig und es gibt keinen gemeldeten Fall in dem das Essen von Röhrlingen tödlich geendet hätte.
Wenn du dich nicht gut mit Pilzen auskennst ist es daher am sichersten sich auf das Sammeln von Röhrlingen zu beschränken. Du solltest natürlich schon genau erkennen können, dass es sich um einen sollchen handelt.
Warte schon auf Gegenaussagen bzw. andere Meinungen und wenn es nur dazu dient in dieses Forum mal wieder ein bischen Leben zu bringen.

viele Grüße
Buliz
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Re: Röhrling

Beitrag von Buliz » Sonntag, 31. Juli 2011 13:41

... also wenn ein 5 mm Stückchen davon nicht bitter schmeckte, hast Du höchstwahrscheinlich 2 knackige junge Steinpilze weggeworfen ... ein *slap* dafür!!! xD

Falls Du nochmals nur 1, 2 finden solltest, die nicht für eine Mahlzeit reichen: Nicht wegwerfen, sondern entweder (blanchieren und) einfrieren, oder in dünne Scheiben schneiden und trocknen, dann hast Du später trotzdem noch was davon :o)
... die Natur braucht auch keinen Autoklav ...
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Re: Röhrling

Beitrag von Mycelio » Sonntag, 31. Juli 2011 15:55

Na toll, und schon werden wieder wilde Vermutungen geäußert und Essensfreigaben erteilt...
Haftet ihr dann auch im Falle von Krankheit oder Tod?
Bitte lest euch erstmal durch, warum wir keine Essensfreigaben nach Fotos erteilen!

Carsten
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Re: Röhrling

Beitrag von Buliz » Sonntag, 31. Juli 2011 16:00

das hatte ich fast zeitgleich mit dem anderen post geschrieben, für den du mich ja schon zurechtgewiesen hast. werde es nicht wieder tun, großes indianerehrenwort, werde ab jetzt relativieren, was das zeug hält :)

aber mal ehrlich: ferndiagnose über bilder hin oder her - welche einheimische art könnte das denn ausser gallenröhrling oder eben steinpilz denn noch sein? bin in diesem konkreten fall sehr auf deine antwort gespannt.

edit: typos
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Re: Röhrling

Beitrag von Mycelio » Sonntag, 31. Juli 2011 16:35

Der mag sehr wohl ein Steinpilz sein und es mag auch nur die Gefahr der Verwechslung mit einer bitteren Art geben, aber das kann ich selbst nicht beurteilen.

Es geht mir hier darum, daß ihr versucht, einen Anfänger, der seine Pilze gar nicht essen wollte, zu überreden, dies zu tun, ohne den Pilz sicher bestimmen zu können. Was, wenn er morgen den nächsten Pilz in die Pfanne haut, der ihm ähnlich erscheint, wobei ihm markante Unterschiede nicht auffallen. Ich will Mycor jetzt nichts unterstellen, aber sowas passiert leider häufig.

Laß uns mal abwarten, was Pilzimperium dazu sagt.

Gruß, Carsten
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Re: Röhrling

Beitrag von Das-Pilzimperium » Samstag, 06. August 2011 18:46

Auch wenn ich das nun erst lese... war in norwege... elche gucken und pilze sammeln...

zum eigentlichen...
SchwammeRulz hat geschrieben:Hey

also (ohne Garantie) aber der sieht sehr nach Kuhpilz aus, oder auch Gallenröhling genannt.

Der ist ungeniesbar. Man könnte ihn zwar essen, aber er schmeckt bitter nach Galle.
Ältere Pilze bekommen dann rose Röhren und wenn man ein kleines Stück abbeißt und
die Zunge bissel rankommen lässt, schmeckt man das bittere sofort.
Mir stehen gerade etwas die nackenhaare zu berge...
Kuhpilz ist etwas ganz anderes als gallenröhrling
Kuhpilz könnte auch ein Kuh-Röhrling(Suillus bovinus)sein oder Kuhmaul (Gomphidius glutinosus)sein

und ja... das wird ein steinpilz sein!
bei zweifel immer einfach probieren!

Keine Essfreigabe!!!
Alex
"Unwissenheit schützt vorm sterben nicht.... !!!"

Pilzsachverständiger DGfM

PS: Keine Gewähr auf Ferndiagnosen!

http://www.pilzverein-rehna.de
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Re: Röhrling

Beitrag von SchwammeRulz » Sonntag, 07. August 2011 21:49

Hallo Pilzimperium

bei uns im Erzgebirge heißt der Gallenröhling nunmal auch Kuhpilz. Warum auch immer.
So wie wir bei uns hier zum Perlpilz, Champer sagen
oder zum Pfifferling, Eierschwammel
oder zur Marone Butterpilz.
Den richtigen Butterpilz gibts bei uns nicht.
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Re: Röhrling

Beitrag von Mycomane » Mittwoch, 07. September 2011 20:26

Möchte diesen Beitrag nochmal aufgreifen, weil das was ich vor kurzem im Wald gesehen habe irgendwie dazu passt.
Habe dieses Jahr zum ersten mal Gallenröhrlinge gefunden, liegt wohl daran, dass ich sonst erst später, eher im Herbst sammeln gehe, die scheinen recht früh im Jahr zu wachsen.
Ist schon irgendwie deprimierend wenn alles voller dicker Röhrlinge steht und nach einer kleinen Geschmacksprobe ist alles klar.
Wobei ich finde, dass die weniger bitter schmecken, wie ich es erwartet hatte, sondern eher scharf.
Auf jeden Fall sieht man, wenn man ein gutes Auge für Pilze hat, nach ein paar Versuchen, ob es sich wirklich lohnt die Pilze zu probieren oder nicht.
Mir ist noch aufgefallen, dass man manchmal, zumindest bei sehr kleinen Exemplaren, eine ganze Zeit darauf herumkauen muss bis man die Schärfe merkt. Manchmal brennen aber auch die kleinsten sofort auf der Zunge.
Aber probieren sollte man sie direkt, sonst macht man hinterher das, was auf dem folgenden Fotos ein Sammler nach einer "erfolgreichen" Sammeltour getan hat:

Bild

Ich hätte mal ein paar Großaufnahmen von den dort gewachsenen Exemplaren machen sollen, habe ich in dem Moment aber nicht dran gedacht.
Ach so ... um es nicht zu vergessen ... wenn man sich nicht 100%ig sicher ist, ob ein Pilz essbar/giftig ist oder nicht dann lasst das mit dem Probieren besser!
Möchte hier niemanden dazu bringen leichtsinnig zu sein!


schöne Grüße
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