Kräuterseitlingszucht aus Sporen

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Brünettkappe
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Kräuterseitlingszucht aus Sporen

Beitrag von Brünettkappe » Freitag, 09. November 2012 16:48

Hallo !
ein bei meinen Eltern unbeaufsichtigt aufgestellter (gekaufter) Substratblock mit Kräuterseitlingen hat sehr große Fruchtkörper gebildet und runderhum alles vollgesport. Also, ich nehme mal an, dass es Sporen sind. :shock: Ein hauchfeiner reinweißer Staub.
1. Frage: in einen schellackpolierten Tisch bzw. in den Fichten-Dielenboden werden die sich ja hoffentlich nicht reinfressen, oder? Ich hab' nämlich nur in aller Eile die Pilze geerntet und die gröbsten Sporenspuren beseitigt, seither plagt mich die Ungewissheit. Das Zimmer, in dem der Block steht ist recht kühl, es werden aber auch Pflanzen überwintert, das heißt, die Luftfeuchtigkeit ist relativ hoch. Hoffentlich mag der Kräuterseitling keine Zitruspflanzen....sonst hab ich ein Problem.

2. Frage: Ich habe vom Teller, auf dem der Block stand, bequem ca. 1/2 TL Sporen mit einem kleinen Küchenschaber in ein kleines Gläschen abstreifen können. Ist es sinnvoll, mit diesen Sporen einen Zuchtversuch zu starten? Oder ist die Kontamination wohl zu hoch? wenn ja, habt Ihr einen Tip für ein Substrat?
Die Sporen werden es ein paar Tage im Kühlschrank ja wohl aushalten, oder?

3. Frage: die geklonten Kräuterseitlinge im Marmeladenglas (5 STück) wachsen fantastisch. Allerdings nimmt ein Mycel das Strohpellets- Kaffeesubstrat nicht an. Sieht fast aus, als ob er sich ekelt. Hangelt sich an der Glaswand nach oben und frisst verzweifelt die letzten Reste Wellpappe. Was sind das für Manieren?Soll ich ihm was anderes servieren?

Petrischalenzucht hab ich noch nicht probiert und habe auch noch nicht das richtige Equipment dafür. Kommt noch.

danke für Eure Hilfe!

Gut Wuchs!
Resa
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Re: Kräuterseitlingszucht aus Sporen

Beitrag von Bigfoot » Sonntag, 11. November 2012 19:29

Hallo Resa
ich könnt mir vorstellen, das jetzt auch jede Menge Schimmelsporen und Bakterien mit dabei sind.
Trotzdem würd ichs mal auf Pappe oder in Petri auf Agar probieren.
Da ich noch keine Kräutersaitlinge habe, wäre es super, wenn du ne kleine Menge mir schicken könntest. Wenn du mir deine Adresse zumailst, schick ich dir nen frankierten Rückumschlag, damit du keine Kosten hast.
Sollte es aus irgendeinem Grund nicht klappen, ist auch nicht tragisch. Ich experimentiere halt noch gerne.
Als Anfänger bleibt dir ja auch nicht viel anderes über.

Gruß Michael
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Re: Kräuterseitlingszucht aus Sporen

Beitrag von Mycelio » Donnerstag, 15. November 2012 00:03

Hallo zusammen,

also die Zitruspflanzen, der Tisch und die Dielen sind nicht in Gefahr. Bei letzteren bräuchte es schon einen richtigen Wasserschaden und richtige Austernseitlinge. Kräuterseitlinge machen sich nicht gut auf massivem Holz.

Bei dem unartigen Mycel vermute ich, daß das Substrat gärt und erst später besiedelt wird. Evtl. war es zu naß.
Mit Kaffeesatz wäre ich am Anfang vorsichtig. Wenn, dann würde ich nicht alle Klone damit füttern, damit nicht alle gleichzeitig hops gehen, wenn da doch mal was schimmelt.

Bei derartig geernteten Sporen würde ich wie Michael von einer stark erhöhten Kontirate ausgehen.
Ohne Petrischalen könnte man feuchte Pappe als Keimsubstrat versuchen, am besten eine winzige Menge Sporen auf einem kleinen Pappstück in einem winzigen Gefäß.

Gruß, Carsten
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Re: Kräuterseitlingszucht aus Sporen

Beitrag von Brünettkappe » Donnerstag, 15. November 2012 10:54

danke für Eure Nachrichten!
Michael, Du hast eine PN wegen der Sporen. Lass uns doch gemeinsam den Versuch starten und hier dokumentieren, wenn Du Lust hast?
Ich werde Carstens Tip mit der Pappzucht in winzigen Marmeladengläsern (letztes Hotelfrühstück sei Dank) befolgen und gleich heute Abend starten.

Der zickige Kräuterseitling, der erst nicht essen wollte, hat es sich inzwischen anders überlegt und kaut, zwar noch etwas lustlos, auch an dem Substrat (gekochte Strohpellets mit etwas Kaffeesatz) rum. Werde als nächstes Futter dann lieber nur Strohpellets geben ohne Kaffeesatz.

bis in Kürze!
Resa
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Re: Kräuterseitlingszucht aus Sporen

Beitrag von Bigfoot » Dienstag, 04. Dezember 2012 20:09

Hallo Resa
Ich hab die Sporen erst auf Agar gezogen, jetzt hab ich sie in einem Glas mit Strohpeletts und Buchenspänne eingelegt.

Bild

Bild

Bild

Was denkt der Fachmann? Kann das der KS sein? Ich hoffe doch.

Gruß Michael
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Re: Kräuterseitlingszucht aus Sporen

Beitrag von Mycelio » Samstag, 08. Dezember 2012 15:17

Hallo Michael,

soweit man es erkennen kann, sieht es gut aus. Schau dir das Mycel mal mit der Lupe an, um sicherzugehen, daß da nicht irgendwo Köpfchenschimmel dabei ist, erkennbar an extram schnellem Wachstum und senkrecht in die Luft wachsenden Hyphen mit schwarzen oder weißen, kugelförmigen Sporenbehältern am Ende. Diese Schimmelarten hatten bei mir immer solche Experimente ruiniert.
Auf dem letzten Bild wirkt dein Substrat im unteren Bereich sehr naß. Falls das wirklich so ist, versuche doch beim nächstenmal es trockener vorzubereiten. Ideal ist es, wenn sich die Strohpellets nicht alle komplett auflösen und das Substrat beim Umrühren nicht zusammenpappt.

Gruß, Carsten
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Re: Kräuterseitlingszucht aus Sporen

Beitrag von Bigfoot » Samstag, 08. Dezember 2012 17:07

Hallo Carsten
die Untersuchung mit der Lupe werd ich dann gleich mal machen.
Aber bei dem langsamen Wachstum denk ich nicht, das es Schimmel ist.
Obwohl, der Schimmel hat mir bisher die meisten Petris verdorben, nachdem das Myzel eigentlich schon gut gewachsen war, ist der Schimmel aufgetaucht.
Wegen der Feuchte: Ich hab immer die Befürchtum, das das Substrat zu trocken ist und deshalb nix wächst. Ist halt doch nicht wie im Garten, wo etwas zu viel Wasser keinen Schaden anrichtet.
Ich geh da immer von mir aus, wenn ich Durst hab, bin ich auch nicht zu frieden :lol:

Ich wünsch dir und allen im forum ein schönes Wochenende.

Gruß Michael
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Re: Kräuterseitlingszucht aus Sporen

Beitrag von Bigfoot » Dienstag, 18. Dezember 2012 22:51

Hallo Pilzfreunde,
ich hab in meinem Überschwang das Glas mit dem Substrat mal geschüttelt, damit das Myzel schneller das Substrat durchwachsen kann.
Seit einer Woche tut sich gar nix mehr, kein Myzel mehr sichtbar.
Kann ich jetzt alles in den Harz kicken, oder soll ich noch warten?
Langsam zweifel ich an mir selber, egal was ich zu züchten versuche, entweder es wächst nix, oder der Schimmel frisst mir plötzlich alles auf.
Es ist zum heulen :(

Gruß Michael
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Re: Kräuterseitlingszucht aus Sporen

Beitrag von leuchtpilz » Mittwoch, 19. Dezember 2012 00:36

Hallo,

ich würde noch warten. Durch das Schütteln wird das Mycel in kleinere Stücke geteilt. Danach dauert es meist einige Tage bis sich das Mycel erholt hat. Wenn die Mycelstücke kleiner sind, dauert es länger bis das Mycel wieder sichtbar ist.
Bigfoot hat geschrieben:Langsam zweifel ich an mir selber, egal was ich zu züchten versuche, entweder es wächst nix, oder der Schimmel frisst mir plötzlich alles auf.
Es ist zum heulen :(
Nicht aufgeben! Vor allem am Anfang gehören solche Rückschläge dazu. Mit jedem Rückschlag gewinnst du an Erfahrung. :)

gruß
leuchtpilz
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Re: Kräuterseitlingszucht aus Sporen

Beitrag von Mycelio » Mittwoch, 19. Dezember 2012 11:15

Hallo zusammen,
leuchtpilz hat geschrieben:Nicht aufgeben! Vor allem am Anfang gehören solche Rückschläge dazu. Mit jedem Rückschlag gewinnst du an Erfahrung.
ganz genau, da mußten wir alle durch!

Michael, fang doch nochmal mit trockenerem Substrat an und setze nicht alles auf eine Karte, d.h. mach vier, fünf oder mehr Ansätze. Dann ist es nicht weiter tragisch, wenn einer ausfällt.

Grüße, Carsten
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Re: Kräuterseitlingszucht aus Sporen

Beitrag von Bigfoot » Mittwoch, 19. Dezember 2012 22:01

Hallo Carsten, Hallo Leuchtpilz,
mit Rückschlägen hab ich ja gerechnet, das ist am Anfang nun mal so.
Aber wenn schön weiß durchwachsene Petris plötzlich vom Schimmel befallen werden, oder Substrat das schon richtig gut ausgesehen hat, das Wachstum einstellt, dann bin ich schon geplättet.
Keine Angst , ich schmeiß jetzt nicht alles hin, aber ich werd den Rat von Carsten beherzigen, und meinem Myzel nicht mehr versuchen, das schwimmen beizubringen :lol:

Viele Grüße Michael
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