Agarplatten Herstellung mit Probleme

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Dontmesswiththeoyster
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Re: Agarplatten Herstellung mit Probleme

Beitrag von Dontmesswiththeoyster » Mittwoch, 15. Februar 2017 13:28

Ich hab auch festgestellt das die Petris die ich relativ dicht am Boden vom Topf/Autoklav hatte, waren nicht mit kondenswasser belastet. Die anderen die ich höher Verbaute schon, lasse den Topf über nacht abkühlen und mach erst nach 24 Stunden quasi den Deckel auf und bestücke die Petris. funktioniert gut, mach ich vorher auf waren bisher alles verwässert.
Das wurde ja schon öfter im Forum besprochen. Der Grund warum die oberen viel Kondenswasser gebildet hatten, ist dass diese schneller abgekühlt sind. Je schneller die Platten abkühlen oder besser gesagt je kälter die Umgebung beim abkühlen ist, desto stärker findet Kondensation statt. Deshalb ist es sinnvoll die Platten sehr langsam und im DDKT/Autoklaven bis auf Zimmertemperatur abkühlen zu lassen.
ein paar waren typisch grün in den Ecken wo ich das Wasser ablaufen lassen habe
Grün ist meistens Trichoderma, also Schimmel. Dass sich der dort gebildet hat wo du das Wasser ablaufen gelassen hast, deutet darauf hin, dass du dir ne Kontibrücke gebaut hast.

vG
Julius
Ständerpilz
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Re: Agarplatten Herstellung mit Probleme

Beitrag von Ständerpilz » Mittwoch, 15. Februar 2017 17:23

Also ich mache das so: Ich putze das Badezimmer und wische den Klodeckel ab, weil ich darauf die Platten gieße. Dann hole ich mir das autoklavierte und im Autoklaven auf Handwärme abgekühlte Medium (Agar) und einen Spiritusbrenner vom Fondue aus der Küche, sowie die Kulturen, die ich überimpfen möchte und ein paar Pinzetten, Löffel etc. Und kochendes Wasser.

Mit dem Wasserdampf aus dem Wasserkocher hole ich die letzten Staubpartikel aus dem Bereich über meinem Arbeitsbereich. Dann mache ich den Spiritusbrenner an. Die warme Luft von dem steigt nach oben und nimmt auch Staubpartikel mit, daher arbeite ich immer nah am Brenner. Ich nehme mir dann 5 Kunststoffpetrischalen (die kann ich noch mit einer Hand packen) und stelle den Stapel direkt neben den Brenner. Ich nehme den Stapel so seitlich weg, dass nur der unterste Boden liegen bleibt und fülle dann da Agar rein. Dann setze ich den Stapel wieder auf und mache mit der nächsten Platte (die nun über der frisch gegossenen liegt) weiter. Das Glas, woraus ich den Agar gieße, drehe ich jedes Mal ein wenig, damit ein herunter gelaufener Tropfen nicht wieder zurück läuft und mir mein Medium kontaminiert.

Wenn ich genug Platten gegossen habe, die nun alle in 5-er Stapeln vor mir stehen, setze ich oben drauf noch eine leere Petrischale oder auch eine Styroporplatte. Dadurch wird verhindert, dass die oberste Platte zu schnell abkühlt und Kondenswasser am Deckel bildet. Wenn man eine Sterilbank hat, dann kann man die frisch gegossenen Platten dort auch offen liegen lassen und den Deckel erst auflegen, wenn die Platten abgekühlt sind. Ergebnis in beiden Fällen: kaum bis kein Kondenswasser.

Wenn der Agar abgekühlt ist, verschließe ich jede Petrischale einzeln mit Parafilm.

Ach ja: ich bewege mich bei der Arbeit langsam, um nicht unnötig Staub aufzuwirbeln. Ferner atme ich natürlich nicht direkt auf meine Petrischalen und husten, niesen tue ich natürlich auch nicht. Eine Atemmaske wäre vorteilhaft. Übrigens drehe ich die Heizung eine halbe Stunde vorher ab, damit die mir keinen Staub in die Luft pustet (warme Luft->Thermik).

Kontaminationsrate: gering

Nachteil: Man muss dauernd das Badezimmer putzen :lol:

Ich hatte zwar große Probleme mit Kontamination, das war aber in Gläsern und damals hatte ich die Gläser nur lose aufgeschraubt. Seit ich Deckel mit Löchern und Filter verwende, ist hin und wieder mal ein Glas kontaminiert, aber meistens klappts. Petrischalen sind bei mir höchst selten kontaminiert. Und wenn dann eher nach dem Beimpfen, als nach dem Gießen. Oder weil der Parafilm reißt und dadurch dann irgendwas rein kommt.
Zuletzt geändert von Ständerpilz am Donnerstag, 16. Februar 2017 08:32, insgesamt 2-mal geändert.
Samovila
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Re: Agarplatten Herstellung mit Probleme

Beitrag von Samovila » Mittwoch, 15. Februar 2017 23:40

Versteh ich grad richtig, dass es um das Kondenswasser in Petrischalen geht?!? :roll:
Ich hab noch keine Versuche gestartet, aber ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass man das Agar 2-3 mm hoch in die Schalen füllen soll und dann auf dem Deckel lagern.
Ich hab aber keine Ahnung, ob das in der Praxis so dann funktioniert.
Denk nämlich auch, dass das Ausgießen zu riskant ist, den Nährboden mit irgendwas zu "infizieren".
_Hatti_
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Re: Agarplatten Herstellung mit Probleme

Beitrag von _Hatti_ » Donnerstag, 16. Februar 2017 07:17

Na ich hoffe ja diesmal das die Petri-Ausfälle nicht wieder fast 100% ausmachen :|
Die Dunstabzugshaube ließ ich auf volle Pulle laufen, Mundschutz, Handschuhe und Bunsenbrenner waren diesmal mit eingesetzt ( die ganze Zeit über)hatte ich vorher unterschätzt. Direkt unter der Haube das wenig( ich hoffe) Staub und seine Begleiter runter fallen hätten können, naja ich lass mich überraschen.
Ich habe mich auch recht langsam Bewegt was für Lacher bei meinen Kindern sorgte :wink:

@Ständerpilz, Nachteil: Man muss dauernd das Badezimmer putzen :lol:

falls Du nicht alleine lebst, dein gegenpaart ist bestimmt erfreut! :mrgreen:
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