Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

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Ständerpilz
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von Ständerpilz » Dienstag, 11. Dezember 2018 13:08

Ui. Ich hatte angenommen, dass normales Bulk-Substrat, wie Holz/Sägespäne, Stroh oder ähnliches einsetzen möchtest. Getreide würde ich unsteril keinesfalls verwenden. Feuchtes Getreide schimmelt dir definitiv weg. Getreideköner sind quasi Pflanzenembryonen mit allen Nährstoffen, die die kleine Pflanze braucht, bis sie selbst durch Photosynthese Nährstoffe aufbauen kann. Mit anderen Worten: Das ist ein Festessen für Kontaminationen! Dazu kommt, dass Getreide fast immer auch mit Schimmelpilzsporen belastet sein soll (durch Silolagerung etc). Feuchtes Getreide sollte erst dann zu Substrat gegeben werden, wenn es vollständig mit Mycel bewachsen ist, so dass Kontaminationen keine Chance mehr haben. Zwar wächst der Austernpilz und auch der Kräuterseitling sehr schnell, aber dennoch würde ich das so nicht machen.
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von Flexagon » Dienstag, 11. Dezember 2018 23:13

Hallo, danke für diesen hinweis...also ich habe das getreide knapp 1,5 Stunden abgekocht, vllt, hats ja was gebracht kontaminationstechnisch...ich könnte jetzt noch mehr sägemehl hinzufügen, um mehr feuchte zu binden, aber die masse an getreide ist ja nunmal da leider...kann ich also *hust* erstmal nur hoffen, dass es zumindest nicht zu schnell wegschimmelt..Stroh hatte ich bereits probiert, leider klappte das nicht, habe aber noch genug davon da und einen ganzen Sack voller sägespäne ebenfalls...ich weiss, youtube-videos sind nicht unbedingt das lehrmittel der wahl, aber ich dachte, jetzt probier ichs einfach mal aus.
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von Ständerpilz » Mittwoch, 12. Dezember 2018 00:19

Flexagon hat geschrieben:Hallo, danke für diesen hinweis...also ich habe das getreide knapp 1,5 Stunden abgekocht, vllt, hats ja was gebracht kontaminationstechnisch...
Nein. Schimmelpilzsporen, Hefen etc sind überall. Und du bietest denen den perfekten Nährboden.

Aber ich habe es auch nie unsteril probiert, vielleicht klappt das ja manchmal oder ich habe etwas falsch verstanden. Du müsstest zumindest sicherstellen, dass du ausreichend Pilzmaterial hast, damit das möglichst schnell vom Pilz durchwachsen wird. Mir wäre das zu sehr Glücksspiel.

Am besten äußert sich mal einer der Unsteril-Pilzbauern dazu. Ich bin da vielleicht zu voreingenommen.
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von Flexagon » Mittwoch, 12. Dezember 2018 17:21

also ich werde beim nexten versuch definitiv weniger material nehmen erstmal...naja, schauen wir mal, was hierbei rauskommt, daumendrücken ist angesagt.
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von Flexagon » Sonntag, 16. Dezember 2018 09:44

update: noch sieht alles gut aus, kein Schimmel zu erkennen...habe am Rand etwas gewühlt....weiter drin ( sind ca. 6 cm höhe) ist es noch leicht feucht und riecht etwas nach pilz....obendrauf relativ trocken....welchen feuchtigkeitsgrad sollte man etwa halten bitte und gibt es eine möglichkeit, diesen zu bestimmen irgendwie?
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von mariapilz » Sonntag, 16. Dezember 2018 10:52

hab ich das jetzt richtig verstanden? Du hast 5 kg Weizen 1,5 Stunden gekocht, dann in einen Eimer und mit 1 kg getreidebrut geimpft. Das alles vor 5 Tagen und es stinkt noch nicht. Schimmel auch keiner zu sehen? wow. Bist wohl ein glückspilz :D
ist ein mycelwachstum sichtbar? ein Foto wäre schön.

... es passiert, daß die Feuchtigkeit nach unten sackt und die oberen körner zu trocken und die am Boden zu feucht werden. Vermiculit hilft da gegen zu wirken.

Feuchtigkeitsgrad sollte so 65 % betragen. Messen? indem du es abwiegst, das ist halt bei Sägemehlsubstrat so üblich. Wenn man körnerbrut herstellt schaut man nur daß das korn vollgesogen ist.
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von Flexagon » Sonntag, 16. Dezember 2018 23:42

ich habe restliche wasser entfernt und einiges an Sägespänen zugegeben, um die restfeuchte zu binden und etwas honig untergemischt, um die myzelbildung anzuregen und evt. schimmelbildung vorzubeugen...stinken tuts definitiv (noch) nicht, mir ist bloss nicht klar, ob ich oben wieder etwas befeuchten sollte....klar, die hauptfeuchte ist runtergesackt, aber ob die ausreicht?

Bild


edit: die 65% habe ich beim ersten mal überlesen und das vermiculit werde ich mir schleunigst zulegen
Zuletzt geändert von Flexagon am Sonntag, 16. Dezember 2018 23:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von Flexagon » Sonntag, 16. Dezember 2018 23:49

die dunklen stellen sind rindenstücke, welche in den sägespänen waren....habe nun etwas mit dem sprüher noch befeuchtet....daumendrücken :)
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von Flexagon » Dienstag, 18. Dezember 2018 13:45

stinkt immernoch nicht....habe an der Seite etwas gegraben und erkenne etwas wie weisses gespinst um die getreidekerne, allerdings nicht viel....sollte ich die (trockene) oberfläche regelmässig befeuchten mit dem sprüher oder alles so lassen, wie es ist?
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von Flexagon » Donnerstag, 20. Dezember 2018 14:01

Bild

update: an der seite mal einen brocken ausgegraben, er ist von Myzel durchsetzt, ich hoffe, man erkennt das auf dem foto....und ich hoffe, dass es das richtige myzel ist ;)...ich befeuchte nun immer leicht die oberfläche etwas mit dem sprüher.
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von mariapilz » Donnerstag, 20. Dezember 2018 18:38

hy glückspilz :lol:
auf diesem Foto sieht man jetzt besser, daß eh der sägespäne Anteil recht groß ist ... Daher die kontigefahr niedriger

willst du das jetzt so fruchten lassen?
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von Flexagon » Donnerstag, 20. Dezember 2018 21:57

also die sägespäne waren vom Volumen her vllt. 3-4 Liter....WENN alles klappt, was vllt. auch bisschen dem Zusatz von Honig zuzuschreiben ist, würde ich das Myzel einfach durchwachsen lassen (und vllt. daraus gleich eine 2 charge ansetzen) und dann gucken, ob und wann die ersten Pilze kommen...ich überlege auch, wie ich bei gefallen des geschmacks vielleicht längerfristig was anbauen kann, evt. auf Holz oder so....bei Limonenseitlingen fand ich eine Note Fischmehl und bei den Rosenseitlingen das ganze etwas specklastig, nun bin ich auf die kastanienseitlinge gespannt....stünden also noch austernseitlinge und kräuterseitlinge aus, mehr sorten kenne ich im moment leider nicht, bin aber für vorschläge dankbar.
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von mariapilz » Freitag, 21. Dezember 2018 14:09

ähm...

Zum durchwachsen braucht das Myzel einen hohen co2 wert. Wenn du das durchwachsene substrat immer der frischluft aussetzt wird es fruchten (...wenn du in der Lage bist ihm eine hohe Luftfeuchtigkeit zu bieten usw..)

ähm...

Wenn du jetzt eh das alles was im Kübel ist zum beimpfen weiterem Substrats benutzen willst... schlage ich vor: nimm einen Gefriersack und stopfe alles da rein. Fest zu machen und zu lassen. Ein paar Nadellöcher für den Gasaustausch...
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von Flexagon » Freitag, 21. Dezember 2018 23:15

wieso die 2 mal "ähm"? so, wie ich das aufgefasst habe in dem video damals, durchwächst das myzel das substrat und fängt dann an zu fruchten....korrigiert mich, wenn das zu grob gedacht ist, aber dort waren mehrere bereits durchwachsene Substrate (ebenfalls getreide) zu sehen, die deutlich die Form seiner zubereitungsformen hatten, welche an der Seite anfingen, Fruchtkörper zu produzieren...im moment steht der bottich in unserem heizungskeller, wo es relativ düster ist, aber eine höhere luftfeuchte herrscht und ich sprühe wie gesagt einmal am tag etwas auf die trockene oberfläche....Luftaustausch besteht in diesem Raum ausser dem öffnen der Tür zum nachsehen an sich nicht...ich hätte jetzt so gehandelt: gewartet, bis das myzel durchgewachsen ist, dann einen Teil entnommen, kleingemacht und die gleiche Mischung wieder in einem anderen Gefäss angesetzt.
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Re: Warum machen wir unsere brut meist aus Getreide?

Beitrag von Flexagon » Freitag, 21. Dezember 2018 23:17

aber du hast recht, ich werde einen Teil abnehmen und in einem Gefrierbeutel unterbringen mit den Luftlöchern und bei dem Rest schauen, was passiert.
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