Agar auflösen

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giftpilz
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Agar auflösen

Beitrag von giftpilz » Mittwoch, 05. Februar 2014 15:19

Guten Tag,

ich hab hier schonmal eine mykorrhiza-betreffende Frage gestellt und bin auch weitergeholfen worden. Nun stellt sich mir im Rahmen meiner Mykorrhiza Untersuchungen jedoch ein anderes Problem:
Ich habe eine in Vitro Mykorrhizierung mit Äpfel getestet. Die Äpfel wurden erst in ein Nährmedium zur Wurzelinduktion gegeben, und nach circa zwei Wochen auf Minimal Medium + Mykorrhiza-Suspension überführt. Nach ein paar Wochen habe ich nun versucht Sporen aus dem Nährmedium rauszuwaschen. Mir ist dies auch gelungen, jedoch kann man die Sporen nur als glibbrige Masse erkennen, wahrscheinlich weil sich noch eine Agar Schicht um die Sporen befindet.

Gibt es eine Möglichkeit dieses Problem zu beheben?
Kann ich irgendwie das Agar aus dem Nährmedium auflösen?

Viele Grüße
Giftpilz
w_ciossek
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Re: Agar auflösen

Beitrag von w_ciossek » Montag, 10. Februar 2014 19:49

Hallo giftpilz,
Beschreibe deine Sache mal etwas genauer. Eine Mykorrhiza-Suspension kann es nach meiner Ansicht nicht geben, weil eine Mykorrhiza die Symbiose eines Pilzes mit einer Pflanze ist. Also kann ich mir nur vorstellen, daß du eine Suspension von Kallusgewebezellen eines Apfelbaumes hast, welche mit Pilzsporen infiziert worden sind. Ich komme deswegen auf Kallusgewebe, da differenzierte Zellen wie in der Apfelfrucht, in den Blättern des Apfelbaumes oder sonstigen Trieben zur Behandlung mit Wurzelhormonen wenige Sinn machen würde. Aus Kallusgewebe läßt sich wesentlich einfacher vollständige Pflanzen heranziehen.

In einer Nährlösung wird nach einer Woche kaum noch eine Pilzspore vorhanden sein, weil sie nämlich auskeimen. Nun stellt sich die Frage, um was für eine Nährlösung handelt es sich? Ist sie bereits mit Agar Agar verfestigt um sozusagen die Zellen in Suspension also in einer Schwebe zu halten? Ohne den Pilz oder die Gewebezellen des Apfelbauemes zu zerstören, kann man Agar Agar nicht verflüssigen. In einigen Stoffen wie Natriumhypochlorid, Natronlauge oder Kaliumlauge löst sich zwar Agar Agar auf, aber dann hat man auch die Kultur zerstört. Das Gleiche gilt auch, wenn Agar Agar durch Erhitzen wieder in den flüssigen Zustand gebracht wurde. Leider ist der Schmelzpunkt von Agar Agar wesentlich höher, als der Erstarrungspunkt. In rein wässrigen Nährlösungen könnte man das Mycel und die Gewebezellen des Apfelbaumes durch Zentrifugieren voneinander trennen. Mich würde ihr Trennverfahren interessieren, denn vielleicht handelt sich bei der gallertähnlichen glibbrigen Masse einfach um Protoplasma sowohl von Kallusgewebe oder dem Pilzmycel oder von beiden, als auch um Pektin, sofern Apfelfruchtfleisch verwendet worden ist, oder es sind, sofern es sich um Agar Agar handelt, Bruchstücke derselben.

Übrigens kann man eine Zellsuspension auch in einem Schüttelgefäß halten, so daß man kein Agar Agar braucht. Dann wären die Trennverfahren wesentlich einfacher.

Gruß Wolfgang
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