Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Vergrabene Blöcke, Strohballen, Stämme, Beimpfen, Lagern, Standort

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michi1345
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Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von michi1345 » Freitag, 22. Februar 2019 09:21

Hallo zusammen,


ich habe für dieses Jahr ein größeres Projekt geplant -ich will ca. 1 Festmeter Eiche beimpfen- und da ich kein so erfahrener Pilzzüchter bin möchte ich es kurz vorstellen. Vielleicht kann mir jemand der erfahreneren Usern sagen, ob er etwas anders machen würde oder ob es so funktionieren müsste.

Und zwar will ich Shiitake und Igelstachelbart kultivieren. Die dünneren Stämme (10-20 cm Durchmesser) für Shiitake und die dickeren (20-35 cm Durchmesser) für den Igelstachelbart. Anfang April sollen die Eichen gefällt werden, in 70-100 cm Länge gesägt werden und trocken gelagert werden. Den ISB will ich nach 3 Wochen beimpfen (er kann ja auch parasitär leben), die Shiitake nach 4 Wochen. Beimpfen mit Körnerbrut und der Schnittimpfmethode, obwohl mir das mit den Dübel eigentlich besser gefällt, aber es wäre auch sehr aufwändig bei der Menge. 3 Schnitte pro Holzstück mit der Motorsäge dürften deutlich schneller gehen als 25 Löcher zu bohren.

Zum Durchwachsen will ich die Holzstücke in einem gut 2 Meter tiefen Schacht einer stillgelegten hauseigenen Kläranlage legen. Bin mir nicht ganz sicher ob dieses Vorhaben wirklich so gut ist, weil es dort unten vielleicht insgesamt etwas zu kalt ist, weil da vielleicht zu wenig Sauerstoff ist und weil es ein bisschen umständlich ist, die Holzstücke da reinzutun und wieder rauszuholen. Ich habe mal eine Kernze unten in den Schacht gestellt und sie hat nach einer Stunde immer noch gebrannt, also müsste eigentlich Sauerstoff vorhanden sein, aber so sicher bin ich mir da trotzdem nicht. Schließlich habe ich durch das Reinstellen der Kerze die Luft ein wenig umgewirbelt. Ach ja ich muss dazu sagen, dass oben auf dem Schacht ein Gitter ist und darauf ein Blech mit Abstandhaltern, also es kann Luft reinkommen, aber ob deswegen auch tatsächlich ein nennenswerter Luftaustausch stattfindet, kann ich nicht sagen.
Vorteilhaft an der Schachtlagerung wäre, dass sich die Feuchtigkeit dort besser hält und es im Sommer nicht zu heiß wird. Ich würde dann einfach ab und zu eine Gießkanne Wasser runterschütten, wenn ich das Gefühl habe, dass es zu trocken wird. Ich bin halt nur so jedes 2. Wochenende da und könnte nicht ständig bewässern, was bei einer Durchwachsung im Freien wahrscheinlich nötig wäre, deswegen die Idee mit dem Schacht.

Von Mai bis Herbst müssten sie eigentlich genug Zeit und Wärme zum Durchwachsen haben, im darauffolgenden Frühjahr würde ich sie dann an eine Hausrückseite (Nordseite) aufstellen, den Igelstachelbart vielleicht etwas eingraben. Bis dahin will ich dann ein erprobtes Bewässerungssystem installiert haben, damit sie im Sommer nicht zu stark austrocknen. Ich weiß noch nicht wie ich es mache, am einfachsten wäre es wohl mit Zeitschaltuhr. Und so können sie dann die nächsten Jahre bleiben und hoffentlich öfter mal fruchten.


Wenn ich die Angaben von den Pilzzucht-Onlineshops umrechne, brauche ich zum Beimpfen von 1 FM Holz ca. 20-25 Liter Körnerbrut. Da das zu teuer ist, will ich jeweils nur 1 L für Shiitake und ISB kaufen und daraus selbst Körnerbrut herstellen. Ich habe noch nicht gefragt aber ich denke, es müsste klappen, dass ich da wo ich gerade Nebenjob mache, den Autoklav und die Sterilbank dafür kurz benutzen darf.
Dann will ich mir solche autoklavierbaren Beutel mit Filter kaufen. 30 kg Roggenkörner -je 15 kg für Shiitake und ISB (damit ich ein bisschen Reserve habe) - aufkochen und abtropfen lassen, so wie es in Anleitungen beschrieben ist, dann in die Beutel füllen und autoklavieren. Wenn sie abgekühlt sind unter der Sterilbank die gekaufte Körnerbrut auf die Beutel verteilen, dann bei Raumtemperatur an einem etwas dunkleren Ort durchwachsen lassen.
Das ganze will ich ungefähr zur gleichen Zeit wie das Fällen der Bäume machen, sodass die Körner nach 3-4 Wochen durchwachsen und bereit für die Schnittimpfung sind.

Pilzbrut vermehrt habe ich bisher noch nie. Hoffentlich klappt das.


Viele Grüße
Michael
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Monti
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von Monti » Samstag, 23. Februar 2019 23:54

Ich hab leider überhaupt keine Ahnung von Pilzen auf Stämmen. Meine Versuche mit Birke (Auster und Nameko) sind damals grandios gescheitert :oops:
Rückblickend hatte ich es aber auch nicht ganz optimal angestellt... Hatte sie im Winter in einem kalten Keller zum durchwachsen, nicht optimal.

Hast du schon irgendwelche Erfahrung mit Shiitake oder Igel? Sonst wäre es immer Ratsam, erstmal klein starten, bevor alles schief geht... Generell ist aber schnittimpfmethode und Körnerbrut wohl nicht das schlechteste, zumindest las ich das so.
Hast du schon im Outdoor-Unterforum etwas quer gelesen?
viewforum.php?f=51

Zu deinem Schacht: Zum Durchwachsen wird es denke ich schon etwas kalt sein denke ich... CO2 wäre beim Durchwachsen weniger das Problem. Aber wie gesagt, mit Stämmen kenne ich mich überhaupt nicht aus...
malda
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von malda » Sonntag, 24. Februar 2019 07:19

Oha, 1 FM.... das ist aber wirklich ne ganze Menge...
Bin zwar weder erfahren beim Pilze kultivieren, noch habe ich Ahnung vom Igelstachelbart oder Shiitake, aber ich habe letztes Frühjahr meine erste „Outdoor“ Erfahrung mit Stockschwämmchen an Buche gesammlt.... und bin ziemlich kläglich gescheitert.
Ich habe versucht 3-4 Buchenstücke zu beimpfen und dann „einzumieten“ => kleines Loch ausheben, Baumstücke rein, Plane drüber und Ränder der Plane mit Erde begraben. Nach einigen Monaten wurde ich einfach zu neugierig und habe das ganze auf gemacht... nix, aber auch gar nix außer totes Holz.
Ich habe mir dann 2-3 Holzstücke rein geholt und angefangen zu experimentieren, um mir das ganze genauer anzugucken und zu verstehen. Dabei zeigte sich, dass vermutlich die (fehlende) Luftfeuchtigkeit nach dem Impfen kritsich war/ist. Selbst wenn ich die beimpfte Stelle abgeklebt habe ist mir das Impfmaterial „eingegangen“. Habe ich jedoch für richtig feuchte Verhältnisse gesorgt (z.B. Holz in Plastiktüte) dann fing der Pilz an zu wachsen.
Wie das nun in Deiner Grube aussieht und ob Deine Pilze mit Eiche auch solche Feuchtigkeits-Mimosen sind? Keine Ahnung. Aber Vielleicht lohnt es sich das vorher auszuprobieren … bevor Du den kompletten FM beimpfst.
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mariapilz
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von mariapilz » Sonntag, 24. Februar 2019 10:42

Dein Plan Michl, hört sich ziemlich anständig und durchdacht an. Nur der Schacht.... Wenn es da unten eher kühl ist... Das dauert ewig bis die Eiche besiedelt ist. Bedenklich finde ich auch die fehlende Luftzuirkulation.

Ich habe viel probiert mit meinen Stämmen. Als mir das ewige gießen auf die Nerven ging habe ich den ganzen Holzhaufen gut in eine Plane eingepackt. Dauerte nicht lange und man sah den ersten Schimmel an den Stirnseiten.

Momentan habe ich zwar eine Plane drüber, die aber vorne und hinten etwas angehoben ist.

auch wenn es im Hochsommer mal sehr heiß wird... daß das Myzel stirbt müsste der Baumstamm schon durch und durch heiß werden.

Wegen der Austrocknung: bei mir ist es auch schon vorgekommen, daß sich Risse an den Stirnseiten zeigten... Man kann den betroffenen Baumstamm für einen halben Tag in einen Wasserkübel stellen ... Dann saugt er sich wieder an... Natürlich nur hilfreich wenn das Holzstück noch nicht besiedelt ist.
Vor der Impfung kannst du den Baumstamm für einige Stunden ... Über Nacht wässern..

Ich habe auch schon Bilder gesehen... Die haben jeden einzelnen Stamm bzw. schon auf das richtige Maß zugeschnittene Stammstücke. .. einzeln in Plastiksäcke gepackt. Das habe ich nie probiert.

... leider konnte ich dir jetzt auch keine 100 %ig funktionierende Anleitung geben... Du wirst halt probieren müssen. Vielleicht ein paar Stämme da und ein paar da.

Gruß
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von michi1345 » Sonntag, 24. Februar 2019 11:04

Hallo malda und Monti,

bisher habe ich Shiitake, Austerseitling und Stockschwämmchen auf Holzstämmen gezüchtet. Von allen 3 Sorten habe ich auch Pilze gesehen, aber nur wenige und zum Teil erst 2,5 Jahre nach dem Animpfen. Ich denke es lag daran, dass ich sie nach dem Durchwachsen sich selbst überlassen. Ein bisschen Bewässern sollte man sie gerade in einem Jahr wie 2018 schon.
Außerdem hab ich nur selten nachgeschaut habe, ob Pilze gewachsen sind und vielleicht gar nicht alle bemerkt.

Zum Durchwachsen habe ich sie damals in Tüten gepackt und 2-3 Monate in den Heizkeller gelegt.
malda hat geschrieben: Ich habe versucht 3-4 Buchenstücke zu beimpfen und dann „einzumieten“ => kleines Loch ausheben, Baumstücke rein, Plane drüber und Ränder der Plane mit Erde begraben. Nach einigen Monaten wurde ich einfach zu neugierig und habe das ganze auf gemacht... nix, aber auch gar nix außer totes Holz.
Was hattest du denn erwartet zu sehen, Pilze oder Mycel? Mit Pilzen würde ich erst im darauffolgenden Jahr rechnen. Mycel... ich weiß nicht mehr wie es bei mir war, aber ich glaube man sollte das Mycel nach der Durchwachsphase an den abgesägten Stellen schon sehen, würde die Stämme aber auch nicht aufgeben wenn man es nicht sieht.
Was für Experimente hast du mit den Stämmen gemacht und woher weißt, dass zu wenig Feuchtigkeit nach dem Animpfen war?
Monti hat geschrieben: Rückblickend hatte ich es aber auch nicht ganz optimal angestellt... Hatte sie im Winter in einem kalten Keller zum durchwachsen, nicht optimal.
Ja, eine gewisse Temperatur (>15°C) brauchen sie normalerweise zum Durchwachsen.

Vielleicht ist es echt zu kalt in dem Schacht. Bild
Laut diesem Diagramm werden in 2 m Bodentiefe im Sommer so gerade die 15 °C erreicht. Zudem hab ich mal gelesen, dass für Shiitake Tag-Nacht-Temperaturschwankungen gut sind, was in dem Schacht ja kaum der Fall wäre. Vielleicht versuche ich es doch lieber draußen zu machen.


Nein ich will das jetzt schon durchziehen mit der großen Menge. Dieses Jahr komme ich noch gut an Holz ran und bei einer kleineren Menge würde sich der Aufwand mit der Bewässerung nicht lohnen und dann würde ich sie wieder vernachlässigen. Außerdem würde ich gern mal so richtig aus dem vollen schöpfen. Wenn man immer nur 2 oder 3 Pilzchen erntet und dann jeder eine Gabel probieren darf, ist das irgendwie unbefriedigend.
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von michi1345 » Sonntag, 24. Februar 2019 11:21

Danke mariapilz für deine Einschätzung!

Dass mit dem Holzhaufen und Plane drüber hört sich ganz vernünftig an. Das ganze an der Haus-Nordseite aufstellen und die Plane nicht ganz zum Boden hängen lassen. Ab und zu, wenn es heiß ist, aufdecken, paar Gießkannen Wasser drüber und wieder zudecken.
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Lauscher
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von Lauscher » Sonntag, 24. Februar 2019 11:52

Insgesamt klingt es gut durchdacht, ein paar wichtige Bedenken wurden ja schon geäußert.
Ich glaube, Shiitake hat es tendenziell gern warm, und kommt umgekehrt besser mit Trockenheit klar als andere Pilze.

Zum Vergleich ein Thread von Fidelis mit Shiitake auf Hainbuche: viewtopic.php?f=51&t=4574
michi1345 hat geschrieben:Den ISB will ich nach 3 Wochen beimpfen (er kann ja auch parasitär leben), die Shiitake nach 4 Wochen.
Das kommt mir sehr kurz vor. Als Faustregel läßt man frisches Holz ca. 3 Monate trocken liegen, damit es durchgehend abstirbt und sich die Resistenz gegen Pilzbefall verringert. Anschließend wird es in Wasser tagelang getränkt, damit es sich wieder vollsaugt.
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von michi1345 » Donnerstag, 28. Februar 2019 20:05

Danke auch dir Lauscher!

Man liest häufig "nicht länger als 2 bis 3 Monate" und "mindestens 4 Wochen". Dann werde ich sie schon Mitte März fällen, sodass 1,5 Monate Zeit sind.

Die Bilder in dem link sehen ja gut aus. Ich glaub ich versuche auch ein bisschen Hainbuche mit rein zu nehmen.
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von malda » Samstag, 02. März 2019 10:58

Was hattest du denn erwartet zu sehen, Pilze oder Mycel? Mit Pilzen würde ich erst im darauffolgenden Jahr rechnen. Mycel... ich weiß nicht mehr wie es bei mir war, aber ich glaube man sollte das Mycel nach der Durchwachsphase an den abgesägten Stellen schon sehen, würde die Stämme aber auch nicht aufgeben wenn man es nicht sieht.
Was für Experimente hast du mit den Stämmen gemacht und woher weißt, dass zu wenig Feuchtigkeit nach dem Animpfen war?
Nun die Impfstellen sahen erbärmlich aus... und von irgendeinem Pilzwachstum war nichts zu sehen, auch an den Stirnseiten nicht. Ich habe die Hölzer trotzdem in Erde gesetzt, aber ich glaube nicht das sich da nochwas tut.

Zu meinen Versuchen..ich habe vier Hölzer frisch beimpft und im Keller gelagert. 1 in Plastiktüte mit Wasser, 1 in Plastiktüte ohne Wasser, 1 nicht in Plastiktüte mit abgeklebter Impfstelle in Wasser stehend und 1 nicht in Plastiktüte mit abgeklebter Impfstelle => nur bei den beiden Hölzer in Plastiktüten ist der Pilz gut (ersichtlich) angewachsen => Impfstelle sieht "vital" aus, Pilz wächst auch aus der abgeklebten Stelle heraus. Dazu muss ich allerdings sagen, dass das alles sehr trockene Holzstücke waren und ich das Holz erst wieder gewässert habe ... das könnte natürlich auch das Wachstum beeinflussen.

Sollte ich dieses Frühjahr noch Buche bekommen werde ich auch nochmal einen "outdoor"-Versuch starten... ich denke mein Hauptproblem wird dann sein, was mache ich mit den Stämmen, wenn der Pilz einmal eingewachsen ist... der Boden hier ist sehr sandig und trocknet rasend schnell aus... wo setzte ich meine Stämme hin ohne täglich wässern zu müssen?
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von Fidelis » Sonntag, 03. März 2019 20:17

Hallo Michi.

Vieles hört sich schon sehr gut an.
Bzgl. der Holzlagerung bin ich jetzt nicht ganz bei Lauscher. So wie du es machst ist es denke ich optimal. In den Büchern wird gesagt, dass Holz sollte 1-3 Monate liegen. 3 Monate wären mir jetzt zu viel wegen der Austrocknung. Man kann zwar wieder wässern, aber ich würde es da lieber 1 Monat liegen lassen und sehen ob es ohne wässern geht.
Womit Lauscher aber recht hat, ist das Shiitake Trockenheit sehr gut verträg. Ich meine Stämme sich selbst überlassen und sie waren sogar viel in der Sonne. Haben es trotzdem gepackt. Fruchtung war im Sommer, als es richtig warm war. :D
Zu deinen Plänen mit impfen und Brutherstellung:
Körnerbrut ist nicht besonders geeignet für Outdoorzucht, da die ganzen Viecher es noch lieber fressen. Ich würde dir Holzdübel mit 80mm Länge empfehlen. Die sind zwar im Handel sau teuer, aber mit etwas Glück bekommt man die sehr günstig in Kleinanzeigen.
Vorteil von den Dübeln ist erstens, dass sie nicht so schnell kontaminieren und sie sogar unsteril beimpfen könntest, es keine Probleme mehr gibt, wenn sie drin sind und die Bohrlochmethode, denke ich, angenehmer ist, als mit der Motorsäge.
Wohnst du zufällig in der Nähe von Erding? Dann könntest du mal vorbei kommen. Ich mache heuer auch ein größeres Outdoor-Projekt mit Shiitake auf Hainbuche.
Die Sache mit dem Schacht würde ich definitiv lassen! Da hast du sicher keine Freude dabei. Pack einfach alles zusammen und mach ne schöne Miete mit Jute-Säcken oder gelochter Plane an einem schattigen Ort.
Guck mal hier:
https://beimgeer.hpage.de/meine-pilzzuc ... miete.html
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von michi1345 » Donnerstag, 21. März 2019 23:02

Hallo Fidelis,

nein, Erding ist ein paar Autostunden von mir entfernt. Tust du wieder einfach beimpfen und in den Wald legen? Diesmal mit dickeren Stämmen?
Ich bin jetzt tatsächlich auf Dübel umgestiegen, habe auch realtiv billig welche über Kleinanzeigen bekommen (10x70 mm). Danke für den Tipp!
Jetzt habe ich eine Frage. Du hast doch auch die Dübelbrut selber hergestellt, wenn ich es in einem deiner Threads richtig verstanden habe. Wie lange dauert das bis die durchwachsen sind? Ich würde mir einfach ein Pack Dübelbrut kaufen und den dann auf eine größere Menge sterilisierte Dübel verteilen. Ich bin jetzt mal von 3 Wochen ca. ausgegangen. Kommt das hin?
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von Fidelis » Freitag, 22. März 2019 13:27

Schade, wäre sicher interessant gewesen. :)
Ich werde es diesmal etwas professioneller machen und eine direkte Miete anlegen. Hab hierfür vor einem knappen Monate 3 Bäume (Hainbuche) gefällt. :)
Nächstes Jahr kommen die dann in einen Folientunnel mit Nebelbewässerung.
Freut mich, dass du günstige Dübel finden konntest. :) Ich arbeite auch noch nachwievor mit Dübeln werde aber wohl auf Sägemehl umsteigen, wenn die aus sind.
Ja ich mach meine Dübel immer selbst. Das geht relativ gut, da man da so gut wie keine Kontis bekommt. Ich habe die Dübel einfach 2 Stunden gekocht, etwa 30-60 Minuten abtropfen lassen. Dann in Säcke gefüllt und beimpft. Beim Beimpfen eignet sich Körnerbrut oder Spänebrut besser, wegen der größeren Oberfläche. Aber Dübel gehen auch. ;)
Ja 3 Wochen dürften je nachdem wieviel Brut du verwendest realistisch sein. ;)
_Hatti_
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von _Hatti_ » Freitag, 22. März 2019 14:34

Moins,

Das Holz sollte tatsächlich minimum 8 Wochen trocknen und nich mehr oder länger liegen als 12 Wochen. Hab das jetzt öfters ausprobiert. Ne möglichkeit brut zu verwenden wäre auch, große Bohrlöcher zu machen und den Durchmesser so zu wählen das ein richtiger weinkorken eng reinpasst. Einen Korken kannst du vierteln, damit kannst du ohne großen Stress das Loch verstopfen und die Tiere kommen nicht mehr an die brut, zum Anfang hab ich auch geschnitten, konnte die Schnitte nur nicht gut verschließen und die Tiere haben ein Großteil gefressen und ihre Ausscheidungen veranlassten dann den konti. Ich hab meine Stämme im Keller durchwachsen lassen. Als Unterlage hatte ich ne Folie, darauf dick Stroh. Die Stämme hab ich in jute Säcke eingewickelt. So hielt die Feuchtigkeit länger und oben drauf nochmal ne Folie. Hat alles bisher gut geklappt. Gewässert wird wie schon von einigen erwähnt, voll eintauchen ein zwei Tage.
Lg
malda
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von malda » Samstag, 23. März 2019 07:43

Da ich wohl in den nächsten Tagen/Wochen neben Buche auch ein wenig Hainbuche bekomme möchte ich mich auch mal am Shiitake versuchen - klingt irgendwie so unkompliziert :-)
Wenn ich mir Holzdübel für Shiitake herstellen will, funktioniert das mit allen Dübeln oder sollte ich da auf eine spezielle Holzsorte achten? (bei manchen Dübeln steht ja drauf aus welchem Holz sie sind z.B. Buche)
Fidleis: kannst Du mir (als ziemlich Miete-unerfahrenen) erklären was eine "direkte Miete" ist?
Vg
Dietmar
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Re: Für 2019 geplantes Projekt auf 1 FM Eiche

Beitrag von Fidelis » Sonntag, 24. März 2019 10:09

Das hört sich klasse an!
In dem Thread "Fidelis meldet sich zurück" hab ich meine Fruchtungen mit Shiitake auf Hainbuche gepostet. Die mag er anscheinend sehr gerne.
Und diese Stammzucht ist in meinen Augen, wie du sagst, wirklich unkompliziert und trägt sehr lange Früchte, ääh Pilze. ;)
Ich glaube, dass die meisten Dübel aus Buche oder Harthölzern sind. Ich glaube, da muss man nicht groß nachsehen, da Nadelhölzer für Dübel in der Holzverarbeitung wohl schlicht zu weich sind.
Von daher würde ich dich da mal komplett durchwinken. ;)
Hierfür einfach noch Körner- oder Sägemehlbrut kaufen und wie oben beschrieben impfen.
Eine Miete kannst vergleichen mit der Durchwachsphase bei den Substratsäcken Indoor.
Du suchst dir ein schattiges, windgeschütztes Plätzchen legst für den Boden eine Art Drainage an. Da reicht etwas Kies oder ganz schlicht dünne Äste, sodass das Wasser abfließen kann. Oder du packst alles auf eine Europalette.
Auf diese Drainage richtest du dann deine beimpften Stämme auf. Ich gebe dazwischen immer noch gerne Stroh mit rein, dass sich die Feuchtigkeit besser hält.
Das ganze deckst du dann mit gelochter Plastikfolie, Jutesäcken Kartons Zeitungen oder dergleichen ab. Es sollte auf jeden Fall schön feucht bleiben, aber noch ein wenig Luft hinein kommen, weil es sonst zu schnell schimmelt.
Das ganze lässt du dann ein Jahr liegen. Eventuell im Sommer mal gießen. Das ist dann sozusagen die Durchwachsphase. Nach diesem Jahr kannst du dann deine Stämme aufstellen und mit etwas Glück fruchten sie schon im Frühling. ;)
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