Klonen von Pilzen auf verschiedenen Agarnährböden. Ein Versuch...

Rezepte und Petrischalen gießen

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Fungizid
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Re: Klonen von Pilzen auf verschiedenen Agarnährböden. Ein Versuch...

Beitrag von Fungizid » Sonntag, 05. Januar 2020 15:28

Genau, davon hab ich auch schon gelesen und ich habe jetzt auf Facebook aus der Gruppe PilzWunder noch eine scheinbar wissenschaftliche Arbeit über die verschiedenen Agrar Nährböden erhalten die ich mir heute Abend zu Gemüte führen werde… Das einzige was ich mir nicht erschließt es wie ich verhindern kann dass zu viel Kondenswasser in den Petrischalen entsteht.

Da wäre ich über Tipps wirklich extremst dankbar… Ich habe die Turmstapel-Methode schon versucht und wie man sehen kann hat das nicht wirklich gefruchtet. Auch beim RKA beziehungsweise PDA habe ich die Giesvariante gewählt bei der man den Deckel bis zum erkalten des Nährbodens offen lässt vor dem HepaFilter. Wie man auf den Bildern sehen kann war diese Vorgehensweise ein wenig besser aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss.
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Re: Klonen von Pilzen auf verschiedenen Agarnährböden. Ein Versuch...

Beitrag von ohkw » Sonntag, 05. Januar 2020 16:55

Der Trick ist, die Agarmischung nach dem Autoklavieren erst etwas abkühlen zu lassen, bevor man gießt. Wenn er zu dickflüssig wird, kann man ihn in der Microwelle wieder heiß machen
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Re: Klonen von Pilzen auf verschiedenen Agarnährböden. Ein Versuch...

Beitrag von malda » Sonntag, 05. Januar 2020 17:53

Genau. Meine mich erinnern zu können dass die Regel war, zu warten bis man die Flasche gerade so schmerzfrei an Hals/Backen halten kann.
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Re: Klonen von Pilzen auf verschiedenen Agarnährböden. Ein Versuch...

Beitrag von Fungizid » Sonntag, 05. Januar 2020 18:39

Hmmm … Ich habe mal irgendwo gelesen dass es wohl um die 50° sein sollen. Aber wie immer findet man unterschiedliche Meinungen. Wie gesagt habe ich die Turmstapelmethode und auch die Methode probiert wo man die Schalen offen lässt bis zum abkühlen beides ohne Erfolg. Bei mir war es aber so das ich nur unter Schmerzen den flüssigen Agar anfassen konnte. Er also relativ heiß war.

Unabhängig von der Temperaturfrage hätte ich noch die Frage wie ihr mit Plastikpetrischalen umgeht. Da diese ja nicht sterilisierbar sind (habe es getestet und es kam ein geschmolzenes Kunstwerk dabei raus) Frage ich mich ob ich diese vor dem Gießen mit ISO Propanol desinfizieren soll. Die frage deswegen da ich chinesische über eBay bezogen habe und ich mir sicher bin dass diese nicht steril sind.
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Re: Klonen von Pilzen auf verschiedenen Agarnährböden. Ein Versuch...

Beitrag von malda » Montag, 06. Januar 2020 08:12

Nicht sterile Petrischalen nachträglich steril zu bekommen würde ich gar nicht erst versuchen :( . "Verbuche" sie unter "Lehrgeld" (und nutze sie für andere Zwecke) und besorge dir sterile.
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Re: Klonen von Pilzen auf verschiedenen Agarnährböden. Ein Versuch...

Beitrag von ABMkoch » Montag, 06. Januar 2020 08:32

Schöne Versuchsreihe! Es ist aber kein Wunder, dass dein PDA so schlecht abschneidet. Kartoffelstärke ist absolut kein Ersatz für Kartoffelextrakt! Kartoffelextrakt ist deutlich Protein- und Mineralstoffhaltiger. Kartoffelstärke ist schlicht angereichterte Stärke aus Kartoffeln. Entweder du kochst Kartoffeln aus oder du kauft es im Laborhandel (ist aber leider recht teuer, am günstigsten aber bei Phytotechlab).
Fungizid hat geschrieben:
Sonntag, 05. Januar 2020 15:28
Da wäre ich über Tipps wirklich extremst dankbar… Ich habe die Turmstapel-Methode schon versucht und wie man sehen kann hat das nicht wirklich gefruchtet. Auch beim RKA beziehungsweise PDA habe ich die Giesvariante gewählt bei der man den Deckel bis zum erkalten des Nährbodens offen lässt vor dem HepaFilter. Wie man auf den Bildern sehen kann war diese Vorgehensweise ein wenig besser aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss.
Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder die Petrischalen offen im Flowhood abkühlen lassen. Oder die Turmbaumethode. Aber dabei ist es wichtig die Nährlösung so spät wir möglich zu gießen. Guter Agar geliert bei 34-38°C, d.h. du kannst bis ca 45°C abkühlen lassen und solltest erst dann die Platten gießen. So hat man kaum Kondenswasser. Die Temperatur lässt sich ganz bequem mit einem Infrarotthermometer messen.
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Re: Klonen von Pilzen auf verschiedenen Agarnährböden. Ein Versuch...

Beitrag von Fungizid » Montag, 06. Januar 2020 14:56

Erst einmal recht herzlichen Dank für die Tipps… Ich verbuche den Kauf als Erfahrung, habe aber trotzdem auch eure anderen Tipps angewendet und habe jetzt einmal zehn Petrischalen gegossen.

Ich habe die Schalen gewaschen und mit ISOPropanol desinfiziert, habe dann das Agrar auf knapp 50 °C runter kühlen lassen und habe dann nach dem Guss die offenen Schalen vor dem HEPAFilter weiter abkühlen lassen… Zumindest nach dem fertigen bestücken und Schließen der Petrischalen war kein Kondenswasser zu sehen. ICh habe diese jetzt in meine Aufzuchtbox gestellt und kann euch heute Abend beziehungsweise morgen noch mal einen Status geben ob es so geklappt hat oder nicht.
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Re: Klonen von Pilzen auf verschiedenen Agarnährböden. Ein Versuch...

Beitrag von Fungizid » Freitag, 10. Januar 2020 17:37

Versuche gehen weiter... in den Petrischalen keine Kontis und mittlerweile habe ich da keine Berührängste mehr 🤗 ... und auch Flüssigmycel bis dato richtig gut... und die Quallen wachsen täglich 🙏👍👍👍
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Re: Klonen von Pilzen auf verschiedenen Agarnährböden. Ein Versuch...

Beitrag von w_ciossek » Samstag, 10. Oktober 2020 16:01

Die Erkenntnisse, die man aus solchen Versuchen ziehen kann ist, unter welchen Nährbodentypen wachsen die Pilze sehr gut und in welchen davon sehr schlecht. Dabei ist für die Massenproduktion von Mycelien die Nährböden geeignet, wo die Pilze sehr schnell und üppig wachsen - jedoch durch die Masse der Hyphen sind diese Nährmedien schnell aufgebraucht und mit Stoffwechselendprodukten der Pilze schnell gesättigt, so daß sie darin auch schnell verderben. Für langfristige Mycellagerung eignen sich wiederum die Nährböden, wo die Pilze sehr langsam wachsen und diese nicht so schnell mit Stoffwechselendprodukten angereichert werden - also Nährböden, die eine Pufferwirkung haben. Also sollte man die Ergebnisse - wo die Pilze scheinbar schlecht gedeihen - nicht in die Mülltonne werfen. Bei den Pilzen ist es wie bei den Menschen - gutes Nährstoffangebot macht sie fett und dick mit der Folge von gesundheitlichen Problemen und geringer Lebenserwartung, karges Nahrungsangebot macht sie schlank, gesund und langlebig!
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Re: Klonen von Pilzen auf verschiedenen Agarnährböden. Ein Versuch...

Beitrag von malda » Samstag, 17. Oktober 2020 06:49

w_ciossek hat geschrieben:
Samstag, 10. Oktober 2020 16:01
. Bei den Pilzen ist es wie bei den Menschen - gutes Nährstoffangebot macht sie fett und dick mit der Folge von gesundheitlichen Problemen und geringer Lebenserwartung, karges Nahrungsangebot macht sie schlank, gesund und langlebig!

Sehr spannendes Thema - bei Hefe ist das definitiv auch so (also bezüglich der Langlebigkeit - zur Gesundheit und Körperstatur der Hefe sage ich Mal nichts :D ).
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Re: Klonen von Pilzen auf verschiedenen Agarnährböden. Ein Versuch...

Beitrag von GrafDracula » Samstag, 17. Oktober 2020 09:41

Hab neulich auch nen Versuch gemacht, weil hier irgendwer mal mit farbigem Agar was gemacht hat, wollte mal wissen, ob man das Myzel besser erkennt oder so und ja, auf blau & grün hat man‘s evt. minimal besser erkannt. Bis auf die Farbe war‘s überall die gleiche Mischung. Aber lustig sah‘s auf jeden Fall aus 😏
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