flüssigmyzel eigenbau

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flüssigmyzel eigenbau

Beitrag von davidson30 » Dienstag, 20. November 2007 22:06

hallo


vom anderen beitrag über flüssigmyzel neugierig geworden ... habe ich mal selbst auch versuche mit flüssigmyzel unternommen .


hab mal frei unter dem motto : jedes rezept was für agarplatten gut ist ... ist auch für flüssigmyzel unter weglassen des agars gut meine ersten versuche unternommen .


hab mal ein glas mit me-wasser mit shiitake beimpft .
(glas wurde autoklaviert und nur mit einen losen deckel ohne filter versehen ...)



Bild

Bild

als die erste schicht auf der oberseite durchwachsen war habe ich das glas nur soviel geschüttelt das die myzelschicht untergetaucht ist ....
danch hat sich sofort eine 2te schicht gebildet .



hab zu versuchszwecken auch ein glas mit austern angelegt ...




Bild



diese dann mit einen milchschäumer....


Bild

Bild




welcher zuerst im kochenden wasser gebadet .... mit der lötlampe erwärmt ...und mit desimittel abgekühlt und vorm filter getrocknet .... etwas verrührt ...


rausgekommen ist dann eine flüssigkeit welche dem inhalt von myzelspritzen sehr ähnlich ist :) :)

Bild



habe dann einen teil des inhaltes auf ein roggenglas gegeben ( mal so aus dem glas geschüttet ) und warte mal ab was sich tut ......



könnte ich wenn ich das nächste mal den shii verarbeite und spritzen zum aufziehen verwende .... mir auf diesen wege brauchbares flüssigmyzel heranziehen .... oder ist das ganze zum scheitern verurteilt ???


grüsse

fritz
Zuletzt geändert von davidson30 am Sonntag, 02. März 2008 11:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Nico » Dienstag, 20. November 2007 22:45

Grundsätzlich funktioniert das so. Wichtig ist, daß das Flüssigmycel hochsteril ist, weil sich Kontaminanten in der Lösung gut verteilen. Landen ein paar Schimmelsporen beispielsweise auf einer durchwachsenen Petri, so kannst du noch viele saubere Stücke herausschneiden. Bei Flüssigmycel ist wahrscheinlich alles verloren.

Hauptvorteil von Flüssigmycelien ist, daß man sehr einfach mit einer Spritze steril beimpfen kann. Hier sehe ich aber das Problem, daß der Milchschäumer das Mycel nicht genügend zerkleinern kann, daß es problemlos durch Kanülen injiziert werden kann. Ein Stabmixer wäre da auf alle Fälle besser.
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Beitrag von Mycelio » Donnerstag, 22. November 2007 15:17

Hallo Fritz,

sieht super aus!
Mit dem zerkleinerten Mycel auf den letzten Bild kannst du bestimmt hundert Liter Getreide bzw. Substrat beimpfen...

Es wundert mich ein wenig, daß sich das Mycel nur oberflächlich ausbreitet. Hast du das ME-Wasser mit bewachsenen Agarstücken beimpft?

Zum Zerkleinern des Mycels wird oft empfohlen, vor dem Sterilisieren ein paar Glasscherben oder Murmeln in die Gläser zu tun und dann ab und zu die Gläser leicht zu schütteln. Hab's leider selbst noch nicht getestet, es sollte aber den Vorteil haben, daß man ohne Kontirisiko vorgehen kann, also ohne die Gläser zu öffnen und nen (schwierig zu desinfizierenden) Mixer reinzuhalten.

Carsten
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Beitrag von davidson30 » Donnerstag, 22. November 2007 20:41

hallo


ja hab ein paar kleinere agarstücke zum animpfen verwendet ...

bei den austern auch ... dort hab ich aber auch nur oberflächig myzel gesehen ..

beim shiitake wächst wesentlich mehr flaum im wasser ....

hab schon überlegt ob ich nicht ein paar scherben autoklaviere und vorm filter diese dann reingebe . und auch weiterüberlegt ... ob ich nicht ein gewinde statt den jetztigen mixaufsatz montiere... und mir dann fürs gewinde gegenstücke mit mixaufsatz bastle ....die ich dann zuvor in autoklaven steril machen kann .
(hätte dann einen pilzmyzelmixer erfunden :D )


hmm hab momentan leider beruflich stress und einen 12stundentag ...
aber falls sich eine winterpause ergibt dann werde ich schon zeit finden mich damit etwas zu beschäftigen .... :)

werde mir noch weitere gläser anlegen ....wenn ich nur eines durchbringe und mir spritzen baseln könnte .... das wäre schon eine wesentliche erleichterung ( so lange die spritzen halt halten ....)

bin ich eigentlich richtig infomiert ... das spritzen so ein halbes jahr lagerfähig sind ????



grüsse

fritz
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Beitrag von Hephaistos » Freitag, 23. November 2007 15:48

Hallo zusammen!

Ich habe verwendete auch Agarstücke zum Beimpfen. Rezept der Nährlösung stammt aus dem wikibook. Zusätzlich gab ich noch keinige Keramikkugeln mit ca. 1,7mm Durchmesser zwecks aufschütteln dazu; schaut erst mal ganz gut aus :) , könnte später noch ein paar pics hochladen.

Einen zweiten Versuch startete ich mit einem Bier/Honiggemisch als Nährlösung; das Ganze sieht aber jetzt eher nach Jauche aus....

Nun mal eine grundsätzliche Frage: Kann es sein, dass man mit dem Honig auch etwas Propolis (welches ja unter anderem auch desinfizierend wirkt) in die Nährlösung schleppt?

LG Hay
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Beitrag von Hephaistos » Samstag, 24. November 2007 09:27

Hallo nochmal!

Hier die versprochenen Bilder (leider etwas unscharf):

Bild

man erkennt im linken Teil ein Stück "abgesoffenen" Agar und wie sich das Myzel zur Oberfläche durcharbeitet. Foto 2 Tage nach dem Beimpfen.

Bild

Zum Größenvergleich hab ich hier mal ein Rollmeter mit aufs Bild genommen. Dieses Bild entstand 3 Tage nach dem Beimpfen. Hierbei achtete ich besonders darauf, dass das Agarstück waagrecht auf der Nährlösungsoberfläche liegt. Leider wurde beim Transport zum Fotografieren der "Myzelkreis" zerstört. Am Boden sieht man die im vorigen Beitrag erwähnten Kugeln.

Mal sehen wie sich das Ganze weiter entwickelt. Da es sich "nur" um einen Versuch handelt sind die Gläser ziemlich klein gehalten. Nächstes mal werde ich größere verwenden (250 oder 500 mL)

Liebe Grüße,
Hary
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Beitrag von davidson30 » Samstag, 24. November 2007 18:42

hallo

naja wird ja schon was :D :D


mein experiment ist auch schon einen schritt weiter ....



das roggenglas scheint auf dem schluck aus dem glas anzusprechen ....

Bild

positiv fällt mir auf das das ganze glas auf einmal weiss wird ... ( ohne schütteln ..)


Bild


nur das verbliebene flüssigmyzelglas macht mir sorgen ... da tut sich nur ganz langsam wieder was .... aber es lebt :D ... hmmm warten wir mal ab ...


Bild


durchwachsen die gläser eigentlich nochmal ???

( ich weiss sollte es eigentlich einkühlen ... aber die neugier .... :twisted:)


( nicht schrecken die dunklen punkte auf dem glas sind alter filzstift ..)




grüsse

fritz
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Beitrag von Hephaistos » Sonntag, 25. November 2007 12:42

Hallo nochmal!

Ich habe gestern ein neues Flüssignährmedium hergestellt. Ob es was bringt wird das mit Shii- bzw. Champimyzel beimpfte Glas zeigen.

Ausgangsstoff war die von euch verschmähte Gerste vom Raiffeissen-Markt (30 kg Sack, den ich noch von einem anderen Hobby übrig hatte).
Zwecks Fungizide, Kontis und anderen Verunreinigungen mach ich mir momentan keine Sorgen, hab das Getreide "getunt"; wie passt hier leider nicht her
(zu gefährlich) :( .
Naja aber prinzipell hab ich es 24 h gewässert und danach gekocht. Das Getreide hab ich mal beimpft, schauen ob was daraus wird.

Aber was viel mehr hier her passt: Das Kochwasser teste ich jetzt als Flüssignährmedium => warte nun auf Resultate (eigentlich hab ich ja keine Geduld bei neuen Versuchen :( )
Einen weiteren Teil des KW hab ich benutzt um daraus Agar herzustellen, kann aber momentan nicht beimfen, deßhalb hab ich die Petris mal gefülltt, autoklaviert und konserviert.

Gruß, Hary
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Beitrag von davidson30 » Sonntag, 25. November 2007 13:45

hallo

klingt interessant ...
Hephaistos hat geschrieben::( )
Einen weiteren Teil des KW hab ich benutzt um daraus Agar herzustellen, kann aber momentan nicht beimfen, deßhalb hab ich die Petris mal gefülltt, autoklaviert und konserviert.

wie denn ??

ich friere meine petris ein ... wenn ich zuviele gegossen habe .

lasse sie vorm autoklaven etwas auftaun (hab angst wegen sprünge ) und dann rein damit .

ist meiner meinung kein unterschied .. ob schon mal eingeforen oder nicht .



grüsse

fritz
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Beitrag von Hephaistos » Sonntag, 25. November 2007 13:51

Hallo!

Im Autolaven abkühlen gelassen, dann raus damit, Parafilm drum rum und ab bei -21°C in den Froster....

LG, Hary
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Beitrag von davidson30 » Sonntag, 25. November 2007 14:23

hallo


ähmm

parafilm = frischhaltefolie ??


und dann taust du sie nur auf und verwedest du sie schon ??

so hab ich das noch gar nicht gesehen ... :idea:

ist das ein spezialfroster ??



grüsse

fritz
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Beitrag von Hephaistos » Sonntag, 25. November 2007 14:39

Hallo!

Ich benutze aus einnen handelsüblichen Gerfrierschrank; nach dem AUftauen autoklaviere ich nochmals; wäre aber mal einen Versuch Wert direkt zu beimpfen...
davidson30 hat geschrieben:parafilm = frischhaltefolie ??
Ist eine Verschlussfolie fürs Labor, schau mal hier:

http://www.carlroth.at/catalogue/catalo ... e&catId=DE

Gruß, Hary
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Beitrag von davidson30 » Sonntag, 25. November 2007 14:53

hallo


cooler pilzzuchtshop 8) :wink:

na super jetzt brauch ich sowas auch noch :twisted:


die folie hat ja voll einen gasaustausch dabei ..... :) :D :)

bin kein mediziner ... wundert mich voll was es auf diesen gebiet alles gibt :shock:


denke schon das die schalen nach dem auftaun noch steril sind .....
versuchen werd ich es mal ... denn autoklavieren muss ich die anderen die ich verwende sowieso ... und wenn ich schon dabei bin .... und ich es später nicht muss ... hmmm



grüsse

fritz
Zuletzt geändert von davidson30 am Mittwoch, 28. November 2007 17:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Nico » Dienstag, 27. November 2007 21:34

Es wundert mich, daß das Agar nicht nach dem Gefrieren und Auftauen einen Großteil seiner Bindekraft verliert. Doch mehrfaches Autoklavieren quittiert Agar irgendwann damit, daß er nicht mehr richtig fest wird. Da bei -20 Grad aber keine Keimvermehrung mehr stattfindet, muß man rekontaminationssicher verschlossene Substrate danach keinesfalls erneut autoklavieren.
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Beitrag von Das-Pilzimperium » Dienstag, 27. November 2007 22:34

ich habe selbst beobachtet das

wenn du agar mischung länger als 2h erhitzt

wird dieser nach dem abkühlen nicht wirklich fest :evil:
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