Sporen keimen, Stämme selektieren.

Klonen, Sporenabdrücke, Beimpfen mit Sporen, Überimpfen, Selektieren

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Zitronenfalltür
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Sporen keimen, Stämme selektieren.

Beitrag von Zitronenfalltür » Montag, 13. September 2021 16:17

Moin.
Hab zwar schon gesucht, gefunden und gelesen, würd aber gerne wissen, wie ihr von Sporen zu vitalem Mycel kommt, um es mal allgemein auszudrücken...

Hab einfach mal losgelegt, mein erstes mal :wink:
Sporenabdruck vom Lungenseitling. Mit dem hab ich bisher am meisten Erfahrung.
Und da geht es schon los: Die Sporen kleben zusammen, wie Kaugummi. konnte also nur einen "Klumpen" abkratzen.
Hab den dann in abgekochtes Wasser getan und solange drin 'rumgerührt, bis die Suppe leicht trüb wurde.
Bin dann mehrmals abwechselnd mit sterilisierter Skalpellspitze in die Suppe und in MEYA, so dass ich kleine Tropfen übertragen habe.
Nach ein Paar tagen wuchst da auch was... sieht zumindest nicht bunt aus:

IMG_20210907_100257.jpg

3 Tage später so:

IMG_20210913_094132.jpg

Hab dann ein winziges Stückchen (Nach drei Tagen, erstes Bild) überimpft und in der Wärmestube geparkt. Nach 3 Tagen sieht es dann so aus:

IMG_20210913_094243.jpg

(Die kleinen "Würste" sind aus Trockenhefe, löst sich nicht richtig...)

Was soll ich davon halten?

Ist das der LS, oder wuchert da irgendwas anderes? Wie kann ich das erkennen?

Da durch viel Sporen viele Stämme entstehen, soll ich da was selektieren oder nicht?

Edit: Zitat entfernt

Klingt plausibel. Monokaryotes Myzel wächst doch garnicht, oder?
Erklärt auch, warum manche Leute mit Sporenspritzen arbeiten.

Was sagt ihr dazu? Würd mich sehr interessieren!

Grüße, Markus.
Zuletzt geändert von Zitronenfalltür am Sonntag, 19. September 2021 14:36, insgesamt 1-mal geändert.
malda
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Re: Sporen keimen, Stämme selektieren.

Beitrag von malda » Dienstag, 14. September 2021 17:12

Wird schon Lungenseitling sein auf deinen Platten.
Bin da auch kein Spezialist und habe bisher erst 2x eine Multisporen Kultur angelegt/erhalten. Einmal habe ich einen sehr sauberen Sporenabdruck vom Stockschwämmchen auf Alufolie in etwas steriles Wasser aufgenommen und das auf Agarplatten gegeben und im zweiten Fall habe ich Sporen (Nelkenschwindling) vom Petrischalen Deckel in steriles Wasser aufgenommen.
Beides mal kam schön wachsendes Myzel raus. Das Stockschwämmchen habe ich später verworfen, weil ich das eigentliche Experiment (wegen Sinnlosigkeit) nicht zu Ende geführt habe. Beim Nelkenschwindling versuche ich gerade ihn an Substrat zu gewöhnen.
Rein theoretisch sollte auch monokaryotisches Myzel wachsen. Soweit ich weiß gibt es sogar Pilze die können im monokaryotisches Zustand Fruchtkörper bilden (Samtfussrubling), aber das ist vermutlich eher die Ausnahme.
I.d. Regel sollte es langsamer wachsen, aber vermutlich bekommst du es bei einem Sporenabdruck nie zu Gesicht.
Zum selektieren kann ich nichts sagen. Ich würde aus einer Multisporer Kultur Fruchtkörper generieren, diese Klonen und das erhaltene Myzel weiter verwenden. Dann hast du meines Wissens wieder eine Reinkultur. :)

VG Dietmar
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Re: Sporen keimen, Stämme selektieren.

Beitrag von Zitronenfalltür » Dienstag, 14. September 2021 19:33

Danke Dietmar.

Sollte wohl mal einen Blick in mein Mykologie Buch werfen. Steh hier ewig rum. Aber irgendwas ist immer, oft fehlt die Motivation.
War der P. australis eigentlich von dir? Hab heute versucht den zu klonen, hatte nur noch einen Fruchtkörper, alles ander ist mir vergammelt. Scheiß Planung. Immerhin hab ich einen Sporenabdruck von dem.
Ich würde aus einer Multisporer Kultur Fruchtkörper generieren, diese Klonen und das erhaltene Myzel weiter verwenden. Dann hast du meines Wissens wieder eine Reinkultur.
Ja genau, so hab ich's auch verstanden

Grüße, Markus.
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Re: Sporen keimen, Stämme selektieren.

Beitrag von Mycelio » Samstag, 18. September 2021 23:39

Zitronenfalltür hat geschrieben:
Montag, 13. September 2021 16:17
(Darf das hier stehen bleiben, oder bekomm ich sonst Post von seinem Anwalt?)
Hallo?
Sorry Markus, aber da platzt mir jetzt echt der Kragen.
Nichts gegen Faulheit, aber wenn du sogar weißt, dass es Ärger geben könnte, dann frag doch bitte BEVOR du eine lange Passage aus dem Buch hier reinkopierst, oder recherchiere selbst mal eben.
Natürlich wird bei Urheberrechtsverletzung unser Forenbetreiber Geriull abgemahnt. Dass er dann zum Anwalt gehen und diesen, sowie einige tausend Euro für die Abmahnung bezahlen muss, sollte klar sein.

Zu unserem Glück scheint es so geregelt zu sein, dass in wissenschaftlichen Zusammenhängen Zitate erlaubt sind, sofern die Quellen korrekt angegeben werden, also Titel, Autor(en), Veröffentlichungsdatum. Diese Erkenntnis hat mich gerade ne Stunde gekostet, die ich lieber anders verbracht hätte.
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Re: Sporen keimen, Stämme selektieren.

Beitrag von Zitronenfalltür » Sonntag, 19. September 2021 14:47

Schade, dass dir so leicht der Kragen platzt.

Hab schon häufiger Buchzitate in anderen Foren gesehen. Aber da ich mir nicht ganz sicher war, hab ich eben gefragt. Quelle hab ich ja angegeben, wenn auch nicht ganz korrekt.
Ja, hätte wohl besser vorher gefragt, hab daz Zitat vorsichtshalber entfernt.
Kurzer Hinweis oder PN hätte gereicht. Bin ich hier der erste, der ein Zitat einfügt?

Grüße, Markus.
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Re: Sporen keimen, Stämme selektieren.

Beitrag von Mycelio » Montag, 20. September 2021 00:06

Du hast recht, eine PN wäre angebrachter gewesen. Irgendwie ist es da gestern Abend mit mir durchgegangen. Jedenfalls freue ich mich über dein Verständnis.
So ein langes Zitat habe ich hier noch nicht gesehen, bisher haben wir immer in eigenen Worten zusammengefasst, was für uns relevant war. Vielleicht bekommen wir ja noch genaueres in Erfahrung, denn der zitierte Text von Schuldes war eigentlich sehr interessant.
Gut, jetzt da der Ärger verraucht ist, möchte ich noch etwas zum Thema beitragen.

Zum Umgang mit Sporen:
Das übliche Instrument ist eine Impföse, die man erhitzt, in den Agar drückt und dann damit über den Sporenabdruck streicht. So bleiben genügend Sporen am klebrigen Draht hängen, die man dann auf dem Agar verstreicht.

Bevor ich vor ein paar Monaten mit sterilen Nährböden angefangen habe, habe ich immer eine Spritze mit Kanüle und sterilem Wasser vorbereitet, einen Tropen auf den Sporenabdruck gegeben, mit der Kanülenspitze die Sporen gelockert, alles wieder zurück in die Spritze gezogen und kräftig geschüttelt. Dabei sollte dann auch noch Luft in der Spritze sein. Meist habe ich den Sporen ein paar Stunden zum Einweichen gegeben und dann jeweils wenige Tropfen in mehrere kleine Gläser mit Substrat (meist Mischungen aus Stroh, Holz, Kaffeesatz und Getreide) gegeben. Beimpft habe ich immer an einer Stelle an der Seite, einerseits um gut sehen zu können, was passiert, andererseits, um später mit dem Myzel weiter zu machen, welches zuerst an der gegenüberliegenden Seite ankommt.
Oder ich habe auf die ersten Primordien gewartet und geklont.

So oder so, wenn man bereits auf Agar selektiert, sollte man alle selektierten Stämme in seinem Zielsubstrat fruchten lassen, bevor man sich für einen entscheidet. Man will ja nicht bloß einen wählen, der auf dem jeweiligen Nährboden gut wächst.

LG, Carsten
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