steril im Keller

Material, Herstellung, Beimpfen, Besiedelung

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Re: steril im Keller

Beitrag von Mycelio » Mittwoch, 10. Februar 2021 15:04

Schön zu sehen, dass es erste Erfolge mit der Methode gibt!
Bei viel Flüssigkeit ist es nicht ungewöhnlich, dass das Myzel unten landet. Wahrscheinlich kannst du die Menge noch deutlich reduzieren und es klappt genauso gut.
Grüße, Carsten
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Re: steril im Keller

Beitrag von Mycelio » Samstag, 13. Februar 2021 08:41

Hast du die Beutel eigentlich nach dem Autoklavieren verschweißt und dann durch die Folie beimpft?

Ich hatte ja neulich schon den Verdacht, dass Milben die Kontis in die Gläser gebracht haben. Jetzt sah ich gerade im Pferdemist-Thread folgendes:
malda hat geschrieben:
Dienstag, 06. Oktober 2020 07:50
Das kann ich nur bestätigen. Leider schaffts dann meistens doch irgendwann, irgendwie, irgendein Konti. Wenn nach 2-3 Monaten dann doch was ungewolltes wächst hab ich mich schon öfter gefragt, ob die dann schon von Anfang an auf der Platte waren es nur nicht geschafft haben loszuwachsen oder ob sie nachträglich im Laufe der Zeit irgendwie auf die Platte kam (durch den Parafilmverschluss...?)...
Das klingt ebenfalls nach Milben, genauso wie:
malda hat geschrieben:
Dienstag, 09. Februar 2021 18:50
scheinbar kommen Kontis am Rand bis zu den Körnern. Schade eigentlich....
Die Drecksviecher finden jede noch so kleine Ritze. In Gläsern und Beuteln fangen dann meist unbesiedelte Bereiche an den Außenseiten an, zu schimmeln, in Pertischalen sieht man machmal wo sie lang gekrabbelt sind und wenn innen im Glas oder im Beutel Wasser kondensiert, sieht man dort auch ihre Spuren.
Gerade wenn Trauermücken unterwegs sind, sollte man mal eine Lupe zücken und genauer nachschauen.

LG
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Re: steril im Keller

Beitrag von malda » Samstag, 13. Februar 2021 10:27

Mycelio hat geschrieben:
Samstag, 13. Februar 2021 08:41
Ich hatte ja neulich schon den Verdacht, dass Milben die Kontis in die Gläser gebracht haben.
Gut gelesen. Du hast Recht, genau so ein Problem hatte (habe?) ich. Hab ich selbst erst vor kurzem nach einem Beitrag von dir realisiert. Ich hatte genau diese Kriechspuren auf Agar Platten! Das hat sich mittlerweile wieder gegeben. Aber sicher sind diese Biester hier noch irgendwo... und Mücken kann ich eigentlich auch nicht 100% vermeiden. Ich bin aber dabei alles was mit Auster zu tun hat rauszuschmeissen, hab das Gefühl das die die Mücken am meisten fördern...
Als ich angefangen habe mit den Pilzen hatte ich Stockschwämmchen in Hirse/Buche Substrat in Einmachgläsern - einfach nur mit Deckel drauf und das klappte ohne Konti! Das ist heute undenkbar... :cry:
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Re: steril im Keller

Beitrag von Mycelio » Samstag, 13. Februar 2021 12:42

Da ich schon mehrmals Probleme mit Milben hatte, aber niemals Topfpflanzen in direkter Nähe standen, bin ich mir ziemlich sicher, dass die Trauermücken ab und zu auch mal ne kleine Milbe transportieren, denn Milben kriechen nicht meterweit durch trockene Räume. Ansonsten muss ich selbst der Überträger gewesen sein. Wie auch immer, seit bei mir die Trauermücken so spät wie möglich Zugang zu meinen Kulturen haben (d.h. höchstens während der Fruchtung) hatte ich keine Milbenprobleme mehr.

Bei Milbenalarm betrachte ich alles bestehende als kontaminiert oder in Quarantäne, packe neu angesetzte Kulturen in möglichst dicht schließende, aber trotzdem belüftete Boxen, sorge für mind. 2m Abstand zwischen den Boxen und den alten Kulturen und passe auf, dass ich nicht mit verseuchten Gläsern hantiere und direkt danach an die neuen Boxen gehe. Alles, was auch nur minimal schimmelt, fliegt sowieso raus und Substratbeutel stehen in einem anderen Zimmer.
IMG_20210213_112229.jpg
Primordienbildung scheint die Trauermücken auch magisch anzuziehen.
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Re: steril im Keller

Beitrag von Mycomane » Samstag, 13. Februar 2021 23:14

Das Thema von dir finde ich relativ komplex.

Erstmal zu den Milben, falls du sicher bist, dass sie wirklich da sind.

Wenn das Problem wirklich Milben sind, dann hast du tatsächlich eines! :evil:
Wie Carsten schon sagte, die Viecher sind die Pest, ob mit oder ohne Trauermückentaxi.

Meiner Erfahrung nach können Milben durchaus viele Meter durch den Keller wandern, auch wenn die Feuchtigkeit nicht unheimlich hoch ist.
Wenn die irgendwo Pilze riechen, dann marschieren sie los und das problemlos auch viele Meter. :shock:
So trocken kann die Luft gar nicht sein, dass sie dadurch aufgehalten werden.
Wenn du alles regelmäßig untersuchst hast du eine Chance. :wink:
Wenn du das längere Zeit nicht tust und sich ein "Milbennest" irgendwo unerkannt bilden kann, dann haben wir den Salat!

Die Biester kannst du mit Desinfektions-Alkohol besprühen dass es nur so trieft, und sie leben weiter. :o
Das habe ich an einem Unicorn Beutel unfreiwillig getestet.
Die Milben waren nicht im Beutel, der Beutel war gut verschweißt. :)
Aber sie saßen in Trauben außen auf dem Filter und sie wollten rein in den Beutel. :twisted:
Ich wollte den Beutel aber gerne behalten, weil er innen sauber war.
Habe ihnen dann eine gewalltige Ladung Isopropanol 70%ig verpasst, aber das hat sie nicht beeindruckt.
Kurz darauf saßen sie wieder auf dem Filter, wenn auch weniger als vorher.
Könnte natürlich auch sein, dass in der Zwischenzeit von anderswo neue Milben gekommen waren. :oops: :roll:

Was hiermit nur gesagt sein sollte:
Die Viecher sind die Pest für den Kulturpilzler und nicht zu verharmlosen solange man nicht viele Räume hat, die möglichst weit voneinander entfernt liegen u.s.w. ...

Aber die Sache mit den Milben auf dem Filter könnten einen auch das folgende lehren:

Wenn die Milben irgendwo einen Pilz riechen, dahinkriechen, aber nicht in das Gefäß hinein kommen, dann hat man quasi eine Milbenfalle.
Die Milben kommen nicht auf die Idee wieder weiter weg zu kriechen, wenn sie nicht in den Beutel hinein kommen können, solange es nicht von anderswoher stärker nach Pilzen riecht.
Es duftet am Filter einfach zu verführerisch. :D

Der Trend sollte demnach vielleicht zur Milben-Falle (Milben-Köder) gehen. :lol:

An sonsten würde ich mich auch erstmal an Carstens Tipp mit der Flüssigbeimpfung halten, was die Kontaminationen angeht.
Wenn du große Beutel in unsteriler Umgebung beimpfen möchtest ist das wahrscheinlich die beste Methode. :idea: :!:

Dein Problem mit dem Grünschimmel das bei den Stockschwämmchen, mit denen du angefangen hattest, noch nicht da war, zeigt wie du angedeutet hast einen gängigen Fehler, dem auch ich zum Opfer gefallen bin.
Ist der Keller einmal mit Schimmel verseucht, dann hat man unter Umständen sehr lange etwas davon. :(

Daher:
Bitte Verseuchtes Substrat nie im Haus öffnen. :!:
Schlimm genug, wenn man später die verschimmelten Gläser spülen muss.
Das macht man am Besten auch draußen, falls möglich.
Zumindest grob vorspülen, so dass die Sporen im Haus nicht mehr aufgewirbelt werden können.

Aber wie gesagt:
Den Fehler habe ich ebenso gemacht. :oops: :oops: Bei mir ist es ein anderer Schimmel, nicht der Grüne.
Für mich mittlerweile nicht mehr so schlimm, wäre aber ohne Hepa-Filter möglicherweise immernoch aktuell.

Bis dahin ...

Schöne Grüße,
Fabian
Fruchtbar ist die Hyphe noch ... aus der da einst die Spore kroch ...
malda
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Re: steril im Keller

Beitrag von malda » Sonntag, 14. Februar 2021 10:01

Ich überlege gerade wie groß das "Milben-Problem" eigentlich bei mir ist.
Die Probleme die Milben auf Agar verursachen kenne ich - die habe ich schon länger nicht mehr. Milben können Schimmel in Körnbrut Ansätze schleppen - das Problem hatte ich ggf mal, habe ich aber bei Gläsern definitiv gelöst. Ob ich bei den Beuteln Probleme damit hatte/habe bin ich mir nicht sicher, aber da arbeite ich sowiso generell an einer Methode für mich.
Sterile Substrat Beutel habe ich nicht.
Welche Probleme bereiten Milben bei unsterilen Substrat Ansätzen? Bisher habe ich da nichts an Beeinträchtigung bemerkt...?
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Re: steril im Keller

Beitrag von Mycelio » Sonntag, 14. Februar 2021 19:38

Bei schnellwachsendem Myzel auf Substraten, die nicht so leicht kontaminiert werden, wird erstmal nichts auffallen. Die Milben können sich aber ungestört exponentiell vermehren und schwärmen irgendwann in großer Anzahl aus. Dann werden die Substrate schlechter besiedelt und man erntet weniger, d.h. mehr und mehr Pilze verkümmern oder zeigen braune, eingesunkene Stellen.
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