Körnerbrutkonservierung

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Patrick Johannes
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Körnerbrutkonservierung

Beitrag von Patrick Johannes » Freitag, 18. Dezember 2009 20:42

Hallo zusammen!

Ich habe, da ich dieses Frühjahr / diesen Sommer leider wenig bis keine Zeit für meine Pilzzuchtexperimente hatte, meine zu Beginn des Jahers erhaltene Brut von div. Seitlingen auf Dübeln und auf Körnern versucht zu konservieren indem ich sie ersteinmal in den Kühlschrank legte. Ergebnis: Gaaanz langsam fruchtende Minitütchen mit Brut.
Dann habe ich in meiner Not diese Tütchen tiefgekühlt und vor wenigen Wochen wieder "zum Leben erweckt".
Leider war bis auf eine sehr gut durchwachsene Tüte mit Lungenseitlingskörnerbrut alles abgestorben.
Mein Resumee: Gut durchwachsene Körnerbrut kann man super auf längere Sicht von definitiv einigen Monaten (ich vermute mal es geht auch über Jahre) im Froster als genetische Reserve lagern ohne einen Vitalitätsverlust des Myzels feststellen zu können. Das wiederbelebte Myzel hier wuchert nämlich jetzt wie jeck und vermehrt sich prächtig.
Ich wollte diese Info einfach mal reingeben, da sie ja evtl. für einige hier interessant sein könnte.

Gruß Patrick
bishop
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Beitrag von bishop » Samstag, 19. Dezember 2009 02:56

auf jeden fall sehr interessant

kannst du evtl detail angaben zu menge und temperatur machen

so das man ca abschaetzen kann wie gross die bloecke bei welchem pilz sein muessen.

ein bild der jetzt wiederbelebten kultur waere auch gut
Patrick Johannes
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Beitrag von Patrick Johannes » Samstag, 19. Dezember 2009 09:55

Moin bishop!
Ich habe nur die bescheidene Erfahrung diesen Jahres vorzuweisen und da es mir lediglich um den Erhalt der Genetik geht habe ich ein Tütchen mit einem Fassungsvermögen von vielleicht 30 gr. Brut verwendet, welches in meinem Fall allerdings nichtmal komplett gefüllt war. Ein Bild werde ich dieser Tage mal versuchen zu machen und einzustellen.
Der Knackpunkt ist meiner Vermutung nach, dass das Substrat komplett oder annähernd komplett durchwachsen sein sollte, damit der jew. Pilz schon eine größtmögliche Frostresistenz aufweist.
Temperatur im TK war -18°.

Gruß Patrick
Waldfrieden
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Beitrag von Waldfrieden » Samstag, 19. Dezember 2009 11:36

Danke für die Info

Ich möchte hier abern och anfügen, dass dies auf gar keinen Fall für jeden Pilz stimmt, so stirbt z.b. der Strohpilz bei Temperaturen unter 7°C bereits ab
Patrick Johannes
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Re: Körnerbrutkonservierung

Beitrag von Patrick Johannes » Sonntag, 28. Februar 2010 21:26

N`Abend miteinander!

Folgendes: Ich habe von fast all meinen mittlerweile diversen Pilzsorten je eine "Sicherheitskopie" in den Froster gepackt und gestern aufgrund eines zugestellten, offenbar zu warmen Beutels den Superfroster aktivieren müssen.
Heute habe ich den dann wieder abgestellt. Da hatte es ca. -33° Celsius in dem Froster :? . Temperatur vorher: -18° Celsius.
Ich frage mich jetzt ob die Pilze das überlebt haben (können)? Es handelt sich um Lungenseitlinge, Austern, KS und eine Thaiauster (im Prinzip also einen weitern P. pul.)

Was meint ihr?

Patrick

P.S.:Ich gebe mich momentan daran, von Carstens Tip bzgl. Körnerbruttrocknung und -konservierung angeregt, je ein kleines Päckchen Körnerbrut zu trocknen, quasi als (frost-)sichere Alternative zur Gendatenbank im Tiefkühler.

P.P.S.: Waldfrieden hat natürlich Recht, meine Aussage bzgl. der Temperatur- und Frostresistenz hat keinerlei Allgemeingültigkeit, da es mir dazu einfach an Erfahrung fehlt.
blubb0211
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Re: Körnerbrutkonservierung

Beitrag von blubb0211 » Sonntag, 28. Februar 2010 21:35

hmmm über den Winter habe ich meine Petris draussen gelagert. dachte, die werden sonst überreif. Jetzt wirds warm, das Myzel lebt noch!
Dr. Dr. med. Petrischalenreiniger
Dr.DooM
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Re: Körnerbrutkonservierung

Beitrag von Dr.DooM » Montag, 01. März 2010 14:22

Dauerkulturen werden auch sehr oft angelegt, indem man mit flüssigem parafin überschichtet. Parafin ermöglicht minimalen Luftaustausch und verhindert Austrocknen des Agars. die Kulturen verfallen in einen Dämmerzustand. Üblicherweise werden hierfür Schrägagarröhren verwendet. ich habe gerade im Rahmen meiner Diplomarbeit ca. 200 hergestellt. man kann aber natürlich auch hochwandige Petris überschichten. Reaktiviert werden diese Dauerkulturen meißt in einem Flüssigmedium.
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