Pferdemist und Pilzkultur

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malda
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Pferdemist und Pilzkultur

Beitrag von malda » Sonntag, 11. August 2019 19:46

Was kann ich eigentlich mit Pferdemist alles anstellen/kultivieren... abgesehen von Champignons?
Gibt es irgendwelche anderen Pilze, die dieses Substrat schätzen (ggf auch nur als Zumischung)? Gibt's da irgendwelche Erfahrung/Wissen bei Euch?
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Lauscher
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Re: Pferdemist und Pilzkultur

Beitrag von Lauscher » Montag, 12. August 2019 09:13

Etwas ganz konkretes außer Champignons weiß ich nicht.
Du kannst allgemein nach coprophilen/koprophilen Pilzen suchen und gucken, ob interessante Speisepilze dabei sind,
Zu unterscheiden ist dabei, ob sie auf frischem/halbfrischem/weitgehend verrottetem/fermentiertem Mist wachsen.

Was sicher und wahrscheinlich einfach geht, sind diverse Becherlinge. Die meisten koprophilen Pilze sind klein, ein paar Becherlinge können aber ansehnlich groß werden.

Interessantes PDF: http://tintling.com/inhalt/1996/Pilze_a ... demist.pdf

Am interessantesten könnten Schopftintlinge und Riesenboviste sein. Beide wachsen gern auf üppig mistgetränkten Pferdeweiden, aber nicht auf dem Mist direkt. Es könnte sein, daß sie sich auf verbrauchtem Champisubstrat wohlfühlen. Schopftinitlinge lassen sich züchten, Riesenboviste sind wohl schwierig.
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mariapilz
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Re: Pferdemist und Pilzkultur

Beitrag von mariapilz » Montag, 12. August 2019 10:47

Wirklich viel weiß ich über Kompostbewohner nicht... Zum Probieren wäre vielleicht ein Mandelegerling oder... Parasol?
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Re: Pferdemist und Pilzkultur

Beitrag von malda » Dienstag, 10. September 2019 19:29

Eigentlich müssten doch ganz viele der gängigen Kulturpilze auf Pferdemist (mit Zusätzen?) wachsen, sollte doch vieles/alles drin sein was der Pilz so braucht....?
Warum wird eigentlich der Pferdemist für Champignons kompostiert? Nur zur „Hygienisierung“, also zum Abtöten von Schadorganismen oder hat das noch andere Gründe? Ich könnte mir vorstellen, dass aufgekochter oder autoklavierter Pferdemist genauso gut von Pilzen verwertet werden kann wie Kompost (was Bakterien können können die Pilze doch allemal).
Hintergrund ist, dass ich eine gute Pferdemist-Quelle hab und mir gerade überlege, ob ich nicht mal ein paar Experimente mit autoklaviertem/gekochtem Mist starte...
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Re: Pferdemist und Pilzkultur

Beitrag von malda » Samstag, 16. November 2019 15:12

Ist ja gerade sehr ruhig hier... da will ich mal über einen kleines Wachstumsexperiment berichten. Mich hat interessiert ob Pferdemist (ohne vorherige Kompostierung) nicht auch ein ganz brauchbares Substrat für den ein oder anderen Pilz darstellt. Insbesondere wenn man bedenkt, dass Pferde ja keine Wiederkäuer sind und so der Mist reich an Fasern ist. Und siehe da,... Shiitake liebt autoklavierten Pferdemist => wohlgemerkt nur das Wachstum betrachtet, zum Fruchten kann ich nichts sagen. Auch das Stockschwämmchen wächst sehr passabel auf dem Zeug. Werde als nächstes mal ausprobieren, ob der Kräuterseitling das auch mag – ich gehe eigentlich davon aus. Das ganze hat nur einen entscheidenden Nachteil:
frischer Pferdemist ist nahezu geruchsneutral... aber wehe ich erhitze das Zeug.... hat da nicht jemand eine Idee wie man diesen Gestank unterbinden kann?
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GrafDracula
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Re: Pferdemist und Pilzkultur

Beitrag von GrafDracula » Montag, 18. November 2019 08:25

malda hat geschrieben:
Samstag, 16. November 2019 15:12
... hat da nicht jemand eine Idee wie man diesen Gestank unterbinden kann?
Ozon ist doch ein Geruchsvernichter ... also den Mist mit hochkonzentrierter H2O2-Lösung wässern, oder die Küche beim Verarbeiten mit nem Ozon-Generator fluten, da riechst du nix mehr :D

Gegen den Geruch hilft das, da keine weiteren Randbedingungen gefordert waren, ist das die Lösung!
Pilzzucht-DAU ... hat ganz viel Meinung bei wenig Ahnung :-)

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Re: Pferdemist und Pilzkultur

Beitrag von kornpilz » Montag, 18. November 2019 08:43

Draussen kochen oder dran gewöhnen
Alle Pilze sind essbar , manche nur einmal ;-)
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Monti
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Re: Pferdemist und Pilzkultur

Beitrag von Monti » Montag, 18. November 2019 19:44

GrafDracula hat geschrieben:
Montag, 18. November 2019 08:25
Gegen den Geruch hilft das, da keine weiteren Randbedingungen gefordert waren, ist das die Lösung!
Damit, würde ich sagen, hast du dich als IT-ler oder als Ing. geoutet! :lol:

@malda: Ich könnte mir vorstellen, dass noch ein Teil Holzspäne oder ähnlich positiv wirken könnte. Hat dein Pferdemist viel oder wenig Stroh?
Generell überrascht mich dein Ergebnis nicht soo sehr. Der Mist hat viele Närstoffe, was ja schonmal positiv ist. Fürs fruchten fehlt vielleicht etwas Lignin, daher mein Gedanke noch etwas Holz beizumischen.
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Re: Pferdemist und Pilzkultur

Beitrag von malda » Montag, 18. November 2019 19:45

GrafDracula hat geschrieben:
Montag, 18. November 2019 08:25
malda hat geschrieben:
Samstag, 16. November 2019 15:12
... hat da nicht jemand eine Idee wie man diesen Gestank unterbinden kann?
Gegen den Geruch hilft das, da keine weiteren Randbedingungen gefordert waren, ist das die Lösung!
äh, ok dann vielleicht doch die Randbedingungen: darf nichts kosten, muss praktikabel und ungefährlich sein
... aber ich denke ich hab eine einigermaßen Lösung schon gefunden :-)
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Re: Pferdemist und Pilzkultur

Beitrag von malda » Montag, 18. November 2019 19:52

Monti hat geschrieben:
Montag, 18. November 2019 19:44
GrafDracula hat geschrieben:
Montag, 18. November 2019 08:25
Gegen den Geruch hilft das, da keine weiteren Randbedingungen gefordert waren, ist das die Lösung!
Damit, würde ich sagen, hast du dich als IT-ler oder als Ing. geoutet! :lol:

@malda: Ich könnte mir vorstellen, dass noch ein Teil Holzspäne oder ähnlich positiv wirken könnte. Hat dein Pferdemist viel oder wenig Stroh?
Generell überrascht mich dein Ergebnis nicht soo sehr. Der Mist hat viele Närstoffe, was ja schonmal positiv ist. Fürs fruchten fehlt vielleicht etwas Lignin, daher mein Gedanke noch etwas Holz beizumischen.
ja an sowas ähnliches hab ich auch gedacht => fertigen Kompost mit zusetzen; ist für mich sehr komfortablen (wenig Arbeit) und hat auch schon funktioniert, stinkt deutlich weniger! Welchen Einfluss das auf die Fruchtung hat... oje, bis ich da was zu sagen kann werden noch ein paar Monate vergehen... Holzspäne ist natürlich auch eine Überlegung wert.
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