Interessante Methoden zur Pasteurisierung

Pasteurisieren, Fermentieren, Substratvermehrung

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Monti
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Re: Interessante Methoden zur Pasteurisierung

Beitrag von Monti » Sonntag, 29. März 2020 11:12

Ich hatte ja alles schon mal geschrieben, dann wurde ich ausgeloggt und alles war weg... :roll:
Also nochmal.

Danke für die Blumen. Ich denke aber, dass schon eine Portion Glück dazu gehört. :)

Es waren nur Sonnenblumenstängel, größtenteils ohne Blätter. Zum Teil noch recht grün und teils auch etwas (Grau)Schimmel. Ich hatte selbst nicht viel Hoffnung für den Ansatz, um so besser, dass es geklappt hat. Mein Gedanke war irgendwie bei der Natur des Kräuterseitlings der ja parasitisch am Feld-Mannstreu wächst, also eher nicht verholzte Teile. Zwar ist die Sonnenblume da auch weit weg aber mein Gefühl sagte mir, ich soll es probieren, sonst wäre der Häcksel auf dem Kompost oder Gemüsebeet gelandet. Nun über Umwege :wink: . Ich hatte auch schon überlegt, irgendwelche Wurzeln zu häckseln und beizumischen. Im Garten fällt ja allerhand an, z.B. alte Chicoree-Wurzeln.

Ja, habe die Brut untergemischt. Das Häcksel habe ich wie üblich über Nacht (12-24 h) in Calciumlauge eingeweicht, dann abgetropft bzw. ausgepresst (nimmt viel Flüssigkeit auf) und die Brut im Eimer untergemischt. Anschließend in den Gefrierbeutel gefüllt. Ich habe auch schon mit Top-Spawn rumprobiert. Im Zweifel ist das die sicherere Methode (sofern Schimmel kein Thema ist!) braucht aber deutlich länger.

Die Brut war von Pilzzucht Lehr und frisch, nicht weiter vermehrt. Im Gegensatz zur weiter vermehrten Brut (auf Weizen) war die ursprüngliche schon vitaler. Lehr verwendet auch irgendeinen Vogelfuttermix. Mein alter Stamm (Klon aus dem Bio-Markt) war aber auch recht vital. Hatte keine so großen Unterschiede bemerkt.
Meine eigene Brut lasse ich immer komplett durchwachsen (ich schüttle aber eigentlich nie, nur anfangs einmal) uns sehe sie dann als bereit zum impfen an. Meist lagern sie aber dann noch ein paar Wochen.

Wie lange der KS braucht, kommt drauf an wie gut das Substrat ist. Oft ist es bei mir auch etwas feucht, nicht genug abgetropft. Dann muss ich die Beutel nochmal unten ein bisle einschneiden um überschüssiges Wasser abzulassen. Das stinkt oft dann schon ein wenig nach ein paar Tagen. :? Generell finde ich den KS einen der schnelleren Kulturen, etwas langsamer als die Auster. Ich habe das Gefühl, dass die Behandlung mit Calciumlauge positiv auf das Wachstum wirkt. Im optimalen Fall braucht er für ca. 1,5 bis 2 kg feuchtes Substrat 2 Wochen bei ca. 10 bis 15 % Brut (200 bis 300 g).
Bei diesem Block vergingen von Impfen bis zur Ernte fast 8 Wochen. Aufgeschrieben habe ich mir 3200 g (Substrat eingeweicht) +350 g Brut. Vielleicht war die 350 g aber bei den 3200 g schon mit drin... :oops:

Es ist schon in gewissen Teilen eine Glücksache. Zwei spätere mit einer Mischung aus Maisspindeln (Kolben ohne Körner), Miscanthus und Brombeerruten haben richtig übel das stinken angefangen und waren nicht mehr so retten. Schimmel war aber kein Thema. Vielleicht wäre ein Topspawn die bessere Lösung gewesen.
Mit der Auster und Weidenhäckseln (frisch oder getrocknet) hat die Methode mit Calciumlauge bis auf ein oder zwei male immer gelklappt!

Wenn du weitere Fragen hast, helfe ich dir natürlich gern weiter, sofern ich kann...
malda
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Re: Interessante Methoden zur Pasteurisierung

Beitrag von malda » Donnerstag, 02. April 2020 18:44

Monti hat geschrieben:
Sonntag, 29. März 2020 11:12
Es waren nur Sonnenblumenstängel, größtenteils ohne Blätter. Zum Teil noch recht grün und teils auch etwas (Grau)Schimmel.
Nur gehächselte Sonnenblumenstengel.... hmm ich bin verblüfft. :shock:
Monti hat geschrieben:
Sonntag, 29. März 2020 11:12
Meine eigene Brut lasse ich immer komplett durchwachsen (ich schüttle aber eigentlich nie, nur anfangs einmal) uns sehe sie dann als bereit zum impfen an. Meist lagern sie aber dann noch ein paar Wochen.
Du lagerst Sie vermutlich dann im Kühlschrank?
Monti hat geschrieben:
Sonntag, 29. März 2020 11:12
Im optimalen Fall braucht er für ca. 1,5 bis 2 kg feuchtes Substrat 2 Wochen bei ca. 10 bis 15 % Brut (200 bis 300 g).
Eure Ansätze sind wahnsinnig schnell... ist dann der ganze Block durch und durch „weiss“?
Monti hat geschrieben:
Sonntag, 29. März 2020 11:12
Bei diesem Block vergingen von Impfen bis zur Ernte fast 8 Wochen.
Ah. Die Zeit kommt mir schon bekannter vor...

Sind Deine Top-Spawn Ansätze (wenn Du denn mal welche machst) durch und durch bewachsen oder hast Du auch das Problem, dass das Wachstum in der Hälfte des Blocks abbricht?
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Monti
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Re: Interessante Methoden zur Pasteurisierung

Beitrag von Monti » Freitag, 03. April 2020 22:29

malda hat geschrieben:
Donnerstag, 02. April 2020 18:44
Nur gehächselte Sonnenblumenstengel.... hmm ich bin verblüfft. :shock:
Vielleicht auch ein paar Blüten... Es waren auch recht dicke Stängel, z.T. 10 cm im Durchmesser.
Du lagerst Sie vermutlich dann im Kühlschrank?
Ich lagere im "Kartoffelkeller", sehr feucht dort, dunkel und um die 5 °C bis 8 °C.
Eure Ansätze sind wahnsinnig schnell... ist dann der ganze Block durch und durch „weiss“?
Jein, oft ist es noch etwas dünn aber verdichtet sich nachträglich noch.
Ah. Die Zeit kommt mir schon bekannter vor...

Sind Deine Top-Spawn Ansätze (wenn Du denn mal welche machst) durch und durch bewachsen oder hast Du auch das Problem, dass das Wachstum in der Hälfte des Blocks abbricht?
Das hatte ich nur einmal. Da wars zwar kein Top-Spawn sondern untergemischt aber irgendwas war da am schaffen (hat gestunken). Es war dann vermutlich zu wenig Sauerstoff/zu viel CO2 im Ansatz und hat gestockt. Von oben ists dann nach unten weiter gewachsen und hat irgendwann aufgehört und oben am Filter gefruchtet.
Topspawn hatte ich beim Shiitake ein paar mal angewendet, der verhält sich ja recht anständig. Fruchten will der kaum vorzeitig.
Momentan hab ich noch einen der nicht durchgewachsen ist, hab da unten aber auch Schafwollpellets drin. Da hat sich was anderes breit gemacht :? unter anderem auch grüner Schimmel. Fruchten will der aber nicht.
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