Champignon: Fragen zu Substraten

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Beitrag von Mycelio » Donnerstag, 17. Januar 2008 22:04

Hallo,


@Fritz & Geri
Auch auf meinem Weizen geht das Mycel eher gemütlich ans Werk. Gut zu wissen, wie schnell bzw. langsam Champignonmycel sein kann. Dachte schon, da wäre was faul. Ohne Pferdemist rechne ich dann besser nicht mit allzu guten Ergebnissen...

Die Pilzstücke auf Stroh mit Luzerne haben leider ihr anfängliches Mycelwachstum wieder eingestellt. Bis auf eines, das fing nach 6 Tagen an und sah nach 10 Tagen so aus:
Bild Bild
Das war vor drei Tagen, seitdem ist es kaum weitergewachsen und wird nicht dichter. Das Substrat wird auch nicht heller, also scheint es nicht richtig verdaut zu werden. Wer weiß, ob der Klon noch was wird... Ist wohl auch zu naß da drin... Beim nächstenmal trockener und abgekocht...


Ansonsten habe ich letztens bei Freßnapf Pellets für Nagetiere gefunden. Die kann man sich da lose abfüllen für 1,29 Euro pro Kilo. Der Inhalt war soweit ich mich erinnere:
- Luzerne
- Weizenkleie
- Zuckerrübenmelasse
- Sonnenblumenextraktionsschrot
- Malzkleie
- Obsttrester
- Gerste
- Weizen
- Leinsamen
- Vitaminzugaben
Mit Stroh gemischt könnte das ein brauchbares Substrat abgeben. Ein kleiner Gärversuch läuft schon, evtl. wird man so eine Mixtur aber sterilisieren müssen.


Gruß, Carsten
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Beitrag von Mycelio » Dienstag, 29. Januar 2008 17:37

Ein kleines Update:

das im letzten Beitrag abgebildete Champignonmycel ist wieder eingegangen. Drei weitere Mycelien wachsen noch, ich bin mir aber nicht sicher, ob da wirklich Champignons herauskommen. Ein unsteriles Sporenexperiment auf Pappe mit Bier fruchtet gerade. Die erste Freude verflog aber sehr schnell, als sich dünne, haarige Pilze mit länglichem dunklem Hut ausbildeten. Sind wohl irgendwelche Tintlinge oder Düngerlinge... :evil:

Naja, habe ja noch das Mycel aus Sporen auf sterilisiertem Weizen. Wenn das irgendwann mal dicht durchwachsen ist, kann's weitergehen.


Die oben erwähnten Nagetierpellets mit Luzerne sind auch irgendwie verdächtig. Hatte sie 1:1 mit Stroh gemischt und mit Wasser bedeckt... Leider kam bis heute keinerlei Gärung zustande. Muß wohl irgendein Konservierungsmittel drin sein...


@Hary
Wie machen sich deine Stroh-Kulturen?


Gruß, Carsten
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Beitrag von Hephaistos » Dienstag, 29. Januar 2008 20:12

Hallo!

Viel tut sich leider nicht bei mir :(
Auf Pelletsmischung sieht das nach 3 maligem "Totsprühen" des Mycels heute so aus:

Bild

Bei meiner Pellets-Erde-Perlite-Mischung wächst das Mycel langsam ein (in der Mitte des Bildes ist ein durchwachsenes Gerstenkorn zu erkennen):

Bild

Hier etwas vergrößert ( :evil: gestochen scharfes Foto :evil: )

Bild

Aber man ist ja geduldig; da ich die Kulturen bei 22° C stehen habe, ist es ihnen eventuell zu warm :?:

Gruß,
Hary
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Beitrag von Mycelio » Mittwoch, 30. Januar 2008 16:34

Na immerhin wächst es. Ich wünschte, ich wäre schon so weit...
22°C sollte nicht zu warm sein. Stamets gibt im Mushroom Cultivator ca. 25°C als optimale Temperatur für die Substrat-Phase an. So warm würde ich aber nur kultivieren, wenn ich ein Substrat habe, in dem das Mycel schneller wächst als die Kontis.

Bei deinem Strohsubstrat kannst du sicher bald die Deckschicht draufpacken. Nimmst du Torf mit Kalk? Evtl. lohnt es sich, da Aktivkohle beizumischen. (Gibt's im Zoogeschäft für Aquarienfilter. Soll auch ein guter Agar-Zusatz sein...)


Gruß, Carsten
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Danke schonmal

Beitrag von LPasteur » Mittwoch, 30. Januar 2008 16:38

schonmal danke für alle Antworten und Ansätze zu alternativen Substraten für Champignons, da ist einiges sehr interessantes dabei gewesen.

Dennoch - Leider - habe ich nicht den Eindruck gehabt, eine praktisch bewährte Alternative zu den Exkrementen zu sehen. Ich bleibe an allen Ansätzen interessiert
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Beitrag von Mycelio » Mittwoch, 30. Januar 2008 17:11

Sind ja noch die ersten Versuche... Ohne Pferdemist ist man ja schon froh, wenn das Mycel überlebt...

Bin auch am überlegen, was man noch zusetzen könnte, das den Champis besser schmeckt. Kohlenhydrate, Stickstoff und Phosphat reichen wohl noch nicht.
Wahrscheinlich hapert es daran, daß Champignons Sekundärzersetzer sind und viele Mikroben verdauen wollen, also mehr Proteine und Fette. Vielleicht beinhaltet das Till-Substrat von Seite 2 deswegen auch Sojamehl und Baumwollsaat. Da werden wohl noch ein paar Experimente nötig sein...

Gruß, Carsten
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Beitrag von LPasteur » Mittwoch, 30. Januar 2008 21:49

nachdem ich ja in diesem Thread im dort von Geri vorgestellten PDF-Dokument zu Substraten für Austernpilze gesehen habe, wie wahnsinnig selbst der das kompostierte Sägemehl viel lieber hat als das unkompostierte, kann ich mir gut vorstellen, daß der ausschlaggebende Punkt nicht unbedingt der Pferdemist ist - sondern das Entscheidende die Kompostierung ist (nicht nur fermentieren)

Es wäre also interessant, einen Versuch mit gut kompostiertem Stroh, Gras oder was auch immer zu sehen (ggf. eben Kompost aus dem Komposthaufen der gut durch ist). Ich kann mir gut vorstellen, daß das läuft und daß man also zwar um die Extremente herumkäme (zur Not mit anderer Stickstoffquelle) aber nicht ums Kompostieren.
Zuletzt geändert von LPasteur am Mittwoch, 30. Januar 2008 21:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von roland » Mittwoch, 30. Januar 2008 21:57

Hallo an Alle
vielleicht geht ja ganz normaler, frischer fast fertiger Kompost.

Bis bald Roland
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Beitrag von Mycelio » Mittwoch, 30. Januar 2008 23:15

Hallo,


mit dem Kompost habt ihr ganz recht. Der sollte bestens geeignet sein, da ja die Inhaltsstoffe schon maximal in mikrobielle Biomasse umgewandelt sind. Nur leider habe ich weder Garten noch Komposthaufen... Auf dem Balkon fülle ich immer ein paar Blumentöpfe mit Küchenabfällen und alter Blumenerde. Die waren eigentlich für den Gemüseanbau gedacht. Wenn sie durch sind, sollten sie aber auch ein gutes Champignonsubstrat ergeben. Da ich dort gelegentlich Abfälle meiner Pilzzucht entsorge, sind die dummerweise mit Austernpilzen kontaminiert... Noch ein Hinweis darauf, daß Austern auch Sekundärzersetzer sind...

Für mich sind Kompostierung und aerobe Fermentation dasselbe, hoffe das stimmt so. Wobei eine richtige Kompostierung natürlich noch die zweite, heiße Stufe beinhaltet. Dafür ist mir aber noch keine Lösung für kleine Mengen eingefallen.
Sobald die Außentemperaturen es wieder zulassen, werde ich mal versuchen Stroh und Holz zu kompostieren.


Grüße, Carsten
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Beitrag von raw_n_baze » Samstag, 02. Februar 2008 15:03

Die heisse Phase wird doch auch lediglich durch Bakterien hervorgerufe, swoeit ich micht erinnere...
Das heisst, wenn man solche Bakterien beimengt dürfte das auch mit kelinen Mengen kein Problem sein und auch relativ schnell gehen.


Gruß Lucas


€dit: mit sowas müsste es gehen, alledings vermute ich als unwissender jetzt mal das man das substrat anschliessend wirklich zu 100% sterilisieren muss um Kontis durch dieses Zusatzmittel zu vermeiden....

http://www.plantes.ch/JARDIN/articles-d ... e8f8c6b31e
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Beitrag von Mycelio » Samstag, 02. Februar 2008 16:32

Hallo Lucas,


Kompoststarterkulturen sind sicher eine gute Idee.

Bei der heißen Phase sind aber andere, wärmeliebende (thermophile) Bakterien und Pilze am Werk, die erst oberhalb von 40°C aktiv werden, Lignin & Zellulose weiter aufschließen und einfache Kohlenhydrate verbrauchen. Zusätzlich sollen sie Stoffe bilden, die Schimmel und andere Kontaminationen unterdrücken.
Evtl. sind die auch im Kompoststarter, aber das Problem ist, daß kleine Mengen Substrat sich durch die große Oberfläche nicht genügend selbst erhitzen.

Muß wohl mal versuchen, meine Gärversuche warm einzupacken...


Gruß, Carsten
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Beitrag von raw_n_baze » Samstag, 02. Februar 2008 17:18

Hi Carsten,
klingt absolut einleuchtend was du da sagst, darann das zu wenig sich generell einfach nicht genügend aufheizen kann habe ich garnicht gedacht.
Vielleicht wäre es möglich der Erhitzung etwas Beistand zu leisten in dem man den Kompost einfach in ein Schwarzes Gefäß füllt und mit einer schwarzen Folie dann durch die Sonne aufheitzen lässt.
Dürfte auch um diese Jahreszeit, oder spätestens in einem Monat, an einer Windgeschützten sonnigen Stelle möglich sein.

Gruß Lucas
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Beitrag von Mycelio » Sonntag, 03. Februar 2008 14:16

Hallo Lucas,


gute Idee, hatte bisher nur an Styropor-Gefäße gedacht. Die Temperatur wird zwar stark schwanken, ist aber schonmal eine Verbesserung. Ein schwarzer Blumentopf mit Noppenfolie umwickelt müßte dann ja auch funktionieren. Zumindest im Frühling und Herbst. Im Sommer kann man mit der Methode vielleicht Substrat pasteurisieren...


Gruß, Carsten
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Beitrag von raw_n_baze » Sonntag, 03. Februar 2008 14:47

Hi, jo hört sich gut an. :)
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Beitrag von Mycelio » Dienstag, 05. Februar 2008 21:09

Hallo mal wieder,


ich hatte doch vor einem Monat Champignonstücke unsteril auf Gärsubstrat gelegt. Nach ein bis zwei Wochen wuchs aus einigen Mycel, ein paar Tage später gings aber immer wieder ein. Nur eins blieb am Leben und wuchs über das Substrat und das Glas empor. Dabei sah es aber eher schwach aus und war mit winzigen Wassertropfen übersät, so daß ich es eigentlich entsorgen wollte. Gestern fiel mir auf, daß es plötzlich Gas gibt. Heute dann bot sich folgendes Bild:
Bild

Leider habe ich noch keinerlei Erfahrung mit Champignonmycel. Die gekeimten Sporen auf Weizen wachsen viel wattiger und gleichmäßiger,
so wie auf Hephaistos' Bildern...
Kann es auch so strähnig und wuschelig wachsen? Oder züchte ich da was ganz anderes?


Ratlose Grüße,
Carsten
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