Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von ohkw » Donnerstag, 06. Februar 2020 08:10

Literatur empfiehlt teilweise Zink, aber in so kleinen Mengen dass ich die nicht einwiegen kann. Also habe ich eine Zinkkapsel aufgemacht und das Pulver unter den Kilo Malzextraktpulver gemischt. Das kam rechnerisch gut zu den Angaben dazu. Den Sternanis habe ich nie für Petries verwendet, sondern nur für Kulturen. Brauche ich jetzt nicht mehr, da die Shikimisäure eh in den Fichtennadeln drin ist. Hab auch nicht feststellen können ob die wirklich was bringt.
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von malda » Mittwoch, 19. Februar 2020 15:55

Kleiner Zwischenstand. Die Glucke auf Agar weiter zu kultivieren ist erstmal kein Problem. Interessant ist, das sie sich doch etwas anders verhält als die Pilze, die ich noch hier hab. So mag sie nicht auf meinem Bierhefe Agar wachsen, was eigentlich alle anderen tun. Scheinen wohl zu wenige Einfachzucker enthalten zu sein. Auch habe ich das erste mal beobachtet, das ein Pilz den Agar richtig durchwächst, machen das andere Pilze auch? Ist mir bisher nur noch nicht aufgefallen. Erste Versuche nun auf Körner zu wechseln verlaufen nicht so wirklich dolle. Das Agar Stückchen wird zwar schön pelzig, aber irgendwie will das Myzel nicht überspringen...
Wie sieht's bei den anderen aus?
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von ohkw » Donnerstag, 20. Februar 2020 10:26

Auf dem Glukose Agar will sie nicht so recht wachsen. Ich fürchte die Glukosekonzentration ist zu hoch.

Ich hab zwei Kulturen angelegt und von Gel/Agar beimpft. Sie ist zwar aufs Substrat gewachsen aber es ist relativ langsam was da vor sich geht. Irgendwas passt nicht.
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von mariapilz » Donnerstag, 20. Februar 2020 10:35

:shock:
meine "Koch-Petri" ist erst jetzt durchgewachsen... Habe noch gar nichts gemacht. Bevor sie voll durchwachsen ist wollte ich nicht daran rumfummeln.
Nächste Woche werde ich mir ein paar verschiedene Agar Mischungen zusammenbrauen...
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von mariapilz » Donnerstag, 02. April 2020 10:48

Hier mal ein update.
Ich habe mal die schönsten ( :? ) abfotografiert. 4 verschiedene Agar Rezepte. .. Habe einfach etwas zusammengepantscht und meiner Fantasie freien Lauf gelassen.

Inokulationsdatum steht auf der Petri... ich wolle schon alles wegschmeißen weil alles tot aussah. Die eine Petri ist die Nummer 1 (auf der Petri notiert) die andere Nummer 15.
20200402_113531-1.jpg
20200402_112504.jpg
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von ohkw » Donnerstag, 02. April 2020 11:24

Bei mir wächst sie nach wie vor auf meiner standard agarmischung aus Malzextrakt, Pepton, Bierhefe usw. am besten.

Bei den Glukoseplatten hatte ich hefeextrakt von eBay verwendet, der aber scheinbar uralt ist... wenn ich die Chargennummer richtig interpretiere von Mai 1985.....
Habe jetzt neuen bestellt der soll diese Woche kommen. Habe zudem von geer ebenfalls einen Gluckenstamm auf petri bekommen. Der wächst interessanterweise deutlich anders als die von Koch.
DSC_0249re.jpg
Nachdem was ich gelesen habe mag die Glucke Molasse sehr gerne als Zusatz. Ein Agar aus Kartoffel, Molasse, Pepton, Hefe wäre vermutlich gut.
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von mariapilz » Donnerstag, 02. April 2020 12:52

... Das sieht richtig schön aus!
Bei der einen von meinen bin ich mir noch nicht mal sicher ob es nicht doch Bakterien sind.
Leider gehen mir die Petris aus. Mal schauen ob ich mir noch ein paar bestelle oder ein paar frei mache. .. bin momentan etwas faul.
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von malda » Donnerstag, 02. April 2020 18:53

ohkw hat geschrieben:
Donnerstag, 02. April 2020 11:24
Bei den Glukoseplatten hatte ich hefeextrakt von eBay verwendet, der aber scheinbar uralt ist... wenn ich die Chargennummer richtig interpretiere von Mai 1985.....
Da ist das Zeug ja mal schlappe 35 Jahre alt – das ist möglicherweise suboptimal :?: . Meine Bierhefe Tabletten sind von 2008 (hergestellt oder abgelaufen – keine Ahnung) aber die Pilze lieben sie.

Die Glucke wächst eigentlich auf allen Medien die ich nutze (MEA, Bierhefe und auch einem Haferflocken-Agar gem geer ohne Bild) nur eben sehr langsam. Bierhefe alleine geht nicht, aber sobald man noch ein Kohlenstoffquelle zugibt wächst die Glucke „gut“. Auffällig ist, dass bei den Ansätzen Bierhefe mit Traubenzucken (3+4) die Beimpfungsstellen enorm wuchern.
1 MEA
2 MEA + Traubenzucker
3 MEA + Bierhefe + Traubenzucker
4 Bierhefe + Traubenzucker
5 Bierhefe + Glycerin
Dateianhänge
IMG_20200327.jpg
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von ohkw » Samstag, 04. April 2020 12:21

Nachdem die Glucke auf Flachs auch im zweiten Anlauf nach fast 4 Wochen so aussieht:
DSC_0252re.jpg
DSC_0251re.jpg
... habe ich mir neues Experimentiermaterial besorgt:
DSC_0250re.jpg
Zuerst werde ich mal Petries mit Kartoffelstärke und Molasse machen dann einen Baumwollsubstratversuch starten.
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von malda » Mittwoch, 08. April 2020 16:57

Aber wenn ich das richtig sehe wächst doch was auf Flachs oder? Und hast Du da noch Zusätze mit drin?
Sieht doch erstmal gar nicht soooo schlecht aus. Ok, für 4 Wochen ist das nicht viel aber immerhin...
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von ohkw » Mittwoch, 08. April 2020 17:12

Wenn das so elends langsam wächst, trocknet es eher aus bevor es durchwachsen ist. Fruchtet auch garantiert nicht wenn es das Substrat nicht mag.
Zudem sind da 25g Kleie drin. Kann sein dass nur die Stärke in der Kleie verstoffwechselt wird. Ich hab heute mal die Kartoffelstärke-Melasse Nährböden gegossen. Hoffe dass die Glucke darauf deutlich flotter wächst.
Werde testen ob die Baumwolle vielleicht besser angenommen wird. Ist ebenfalls eine theoretisch leicht erschließbare Zellulosequelle praktisch ohne Lignin.

Edit gerade das Baumwollsubstrat hergestellt, aber das war glaub ich keine besonders tolle Idee. Die Baumwolle eignet sich schon von der Struktur her nicht, weil man sie nicht gut "durchmischen" kann und sie zudem extrem saugfähig ist. Vermutlich wächst es dann eh nur auf der als Aufwertstoff zugegebenen 10g Melasse... die auf 75g Baumwolle und 500ml Wasser kommen.
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von mariapilz » Samstag, 11. April 2020 14:48

9 Tage nach dem ersten Foto:
20200411_152142.jpg
es ist ordentlich was weiter gegangen. Meine Petris sind 5 Wochen nach euren beimpft worden. Auf der 1 sieht man um dem weissen myzel einen leichten kreisrunden "Schleier" anfangs dachte ich Bakterien mittlerweile denke ich myzel das dann "nachweisst"

Am Foto wieder Petri 15+1 und zusätzlich noch die 4 weil die nur wuchert und sogut wie kein Myzel bildet hmm. Wenn ich mir so eure (ohkw malda) "Wucher-petris" anschaue... Das sind ja schon halbe Fruchtkörper. Liegts am Zucker? Ist das agar vielleicht zu nahrhaft? Es liegt wohl eher daran, dass das Inokulum-Stückchen der Anfangspetri diese "Information" in sich hatte. Vorteilhaft ist das jedenfalls nicht, denke ich.
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von ohkw » Dienstag, 14. April 2020 08:14

Auf dem Molasse-Stärke Agar tut sich jetzt nach 4 Tagen noch sehr wenig. Absurderweise sind die Agarstücke auf der Baumwolle, die ebenfalls Molasse enthält, bereits mit einem dichten weißen Pelz überzogen. Beides wurde von der selben Platte zum selben Zeitpunkt beimpft. Kann es sein, dass die Fixina Kartoffelstärke mit irgendwas behandelt ist? Draufstehen tut nichts dergleichen.

Bilder sind mit Handycam leider nicht so toll. Habe die Agarstücke rot markiert.
DSC_0269re.jpg
DSC_0268re.jpg
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von ohkw » Dienstag, 14. April 2020 17:19

Argh.. in dem Baumwoll Ansatz hab ich jetzt auch noch eine Konti entdeckt. Solange ich da Tomatenpflanzen aus der Vorsaat am Fensterbrett sthen hab muss ich wohl mit ein paar Schimmelsporen in der Luft rechnen.
Werde das jetzt noch beobachten ob das anwächst und dann entsorgen. Dann abwarten bis ich ein sinnvolles Substrat (Lärchenspäne) habe. Mein Bedarf an home-lab ist jetzt fürs erste auch wieder gedeckt.
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Re: Hatte jemand schon Mal Erfolg mit einer Glucke ?

Beitrag von malda » Dienstag, 21. April 2020 20:11

ohkw hat geschrieben:
Mittwoch, 08. April 2020 17:12
Werde testen ob die Baumwolle vielleicht besser angenommen wird. Ist ebenfalls eine theoretisch leicht erschließbare Zellulosequelle praktisch ohne Lignin.
Da hatten wir eine sehr ähnliche Idee und ich habe dafür sogar (m)ein Polohemd geopfert .... ich hab also Baumwollfetzen mit verschiedenen Zusätzen autoklaviert und anschließend mit ein wenig Glucken Agar beimpft => alle Ansätze gingen früher oder später hops. Ähnliches könnte man auch mit Papier versuchen, aber mittlerweile glaube ich da auch nicht mehr dran. Meine Weichholzansätze inkubieren noch vor sich hin, das sieht auch nur minimal besser aus und nicht wirklich vielversprechend - ich brauch jetzt wohl mal Lärche oder Kiefer...

Nebenbei hab ich bei 2 Baumwollansätzen auch mal den Kräuterseitling mit angesetzt, der geht viiiiel besser... insbesondere wenn er gepökelt ist :) (linker Ansatz)
Dateianhänge
IMG_20200421.jpg
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