Mini-Fruchtkörper

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malda
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Mini-Fruchtkörper

Beitrag von malda » Montag, 28. Januar 2019 20:10

Hallo,
seit ein paar Monaten probiere ich ein wenig mit Stockschwämmchen rum und mittlerweile habe ich auch ganz brauchbare Wachstumsbedingungen gefunden. Jetzt kommt aber langsam die Zeit in der ich mich an die Fruchtung dieses leckeren Pilzes rantaste.
Erste Versuche zeigen auch schon Fruchtungserscheinungen zumindest bilden sich hier und da erste „Mini-Pilze“. Leider sind es wirklich nur Mini-Pilze daher auch gleich die erste Frage: Warum sind die Pilze so klein? Liegt das an der sehr begrenzten Menge Substrat (lediglich ein kleiner Holzscheit oder dass der Pilz einfach noch nicht „reif“ (Holz genügend durchwachsen) ist Fruchtkörper zu bilden? Oder liegt es daran, dass einfach keine vernünftigen Fruchtungsbedingungen vorliegen (falsche Temp., zuviel CO2, kaum Licht,...) => bis gestern waren sie im (dunklen) Keller (19°)?
Kernfrage: Wie werden aus meinen Mini-Pilzchen ordentliche Stockschwämmchen?

Vielen Dank schon mal + viele Grüße
Dietmar

PS: Gibt es eigentlich Anzeichen wann man bei einer Kultur versuchen sollte die Fruchtung einzuleiten?
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mariapilz
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von mariapilz » Mittwoch, 30. Januar 2019 22:55

Da sich sonst keiner meldet...
vorweg ... selbst hatte ich (noch) nie Stockschwämmchen. Beim Kräuterseitling ist das auch oft ein Problem. Viele Primos wovon nur wenige groß werden. Meiner Meinung nach liegt es an mehreren Umständen - wie du selbst auch vermutest - am zu kleinen Block. Dann noch: der Block (ist das Sägemehlsubstrat?... Du schreibst Holzscheit. ..) ist ganz nackt. Somit hat er rundherum Luft und Licht. Rundum gute Fruchtungsbedingungen. Also werden überall Primos gebildet. Die Nahrung die der Block zu bieten hat ist begrenzt. Die können nicht alle groß werden, du hättest eine unmöglich hohe Ausbeute. Oder/Und zu wenige Nährstoffe!. Ist das Sägemehl. .. Wenn es denn welches ist... supplimentiert? Auster, Zitrone Rose bringen auch nur auf Stroh recht gute Erträge. Aber die anderen brauchen einfach Nährstoffe. Ein Kräuterseitling braucht auch anständig Futter um was zu bringen.
malda hat geschrieben: PS: Gibt es eigentlich Anzeichen wann man bei einer Kultur versuchen sollte die Fruchtung einzuleiten?
Wenn der Block durchgewachsen ist. Bei shii die Bräunung, aber kommerziell gibt es auch neben "ganz braun - halb braun" fruchten lassen.
malda hat geschrieben:Oder liegt es daran, dass einfach keine vernünftigen Fruchtungsbedingungen vorliegen (falsche Temp., zuviel CO2, kaum Licht,...) => bis gestern waren sie im (dunklen) Keller (19°)?
ich glaube nicht daß es daran liegt.
malda hat geschrieben: Kernfrage: Wie werden aus meinen Mini-Pilzchen ordentliche Stockschwämmchen?
supplimentiertes Sägemehlsubstrat in einem Behälter bei dem zur Fruchtung nur ein Teil der Oberfläche Sauerstoff ausgesetzt wird. Das kann ein Unicornsack aber auch ein großes Einmachglas sein. Es werden auch hier Primos hinter dem Glas/Plastik wachsen. Es ist hart aber.... Die solltest du nicht befreien... Also nicht das Plastik aufschneiden damit sie an der Seite rauswachsen.

Tja. lass es uns wissen wenn es funktioniert.
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von malda » Donnerstag, 31. Januar 2019 19:04

Hallo mariapilz, vielen Dank für Deine Tips/Hinweise!

Zum Substrat, das ist kein Sägemehl, sondern wirklich ein kleines Stück Buchenholz und somit gibt's auch keine Zusätze (der steht lediglich in Erde). Das hat vor und Nachteile. Ein Nachteil ist, dass ich eigentlich nicht wirklich weiss wie durchwachsen das Holz ist. Angeimpft wurde es über ein zentrales Loch im Holz (Handbohrer). Die Idee war natürlich, dass der Pilz von innen das Holz durchdringt/zersetzt. Leider ist der Schlingel aus dem Loch herausgewachsen und hat sich flächig über das Holzstück gelegt und seit dem habe ich eigentlich Blindflug wie gut das Holzstück durchwachsen ist. Genau deshalb hatte ich ja die Hoffnung es gäbe irgendwelche Anzeichen, die mir sagen, dass der Pilz reif zur Fruchtung ist. Beispielsweise habe ich bei einem anderen Ansatz festgestellt, dass der Pilz enorm Wasser bildet => vermutlich weil er atmet. Und irgendwann scheint er das atmen (wachsen) aber wieder etwas einzustellen und die kleinen Wasserpfützchen verschwinden wieder...vielleicht ein guter Zeitpunkt zum wechseln auf Fruchtungsbedingungen?
Deine Anmerkung mit dem nackten Holz stimmt natürich... da muss ich mir mal was überlegen, dass ich nur noch gezielt Licht und Luft ranlasse.

Anbei noch ein Bild zur Entwicklung seit Sonntag (kälter, feuchter, heller) - finde ich gar nicht so schlecht :)
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von mariapilz » Donnerstag, 31. Januar 2019 21:14

malda hat geschrieben:Zum Substrat, das ist kein Sägemehl, sondern wirklich ein kleines Stück Buchenholz und somit gibt's auch keine Zusätze
oh wow! Dann hat das Scheit auch keine (oder nur an einer Seite) Rinde!? Rinde ist normalerweise wichtig.
malda hat geschrieben:Angeimpft wurde es über ein zentrales Loch im Holz (Handbohrer). Die Idee war natürlich, dass der Pilz von innen das Holz durchdringt/zersetzt. Leider ist der Schlingel aus dem Loch herausgewachsen und hat sich flächig über das Holzstück gelegt und seit dem habe ich eigentlich Blindflug wie gut das Holzstück durchwachsen ist. Genau deshalb hatte ich ja die Hoffnung es gäbe irgendwelche Anzeichen, die mir sagen, dass der Pilz reif zur Fruchtung ist.
schwer zu sagen, normalerweise ist der Stamm (mit Rinde) durchwachsen wenn das Myzel an den Stirnseite sichtbar wird... Aber gut, wenn er nach der Fruchtung wieder eingelagert wird, dann wächst es eh weiter. Wie lange hast du das Scheit durchwachsen lassen? Wie groß ist es eigentlich?
malda hat geschrieben:Beispielsweise habe ich bei einem anderen Ansatz festgestellt, dass der Pilz enorm Wasser bildet => vermutlich weil er atmet. Und irgendwann scheint er das atmen (wachsen) aber wieder etwas einzustellen und die kleinen Wasserpfützchen verschwinden wieder...vielleicht ein guter Zeitpunkt zum wechseln auf Fruchtungsbedingungen?
puh. Weiß ich nicht kann mir das jetzt nicht so vorstellen.
malda hat geschrieben:Deine Anmerkung mit dem nackten Holz stimmt natürich... da muss ich mir mal was überlegen, dass ich nur noch gezielt Licht und Luft ranlasse.
Naja, ein Stammstück mit Rinde nehmen. Wenn du nur Scheiter hast - war des Scheit denn noch "natürlich" durch feucht? - dann evtl. So Baumwachszeug nehmen... Aber das rechnet sich wohl eher nicht mehr...
malda hat geschrieben:Anbei noch ein Bild zur Entwicklung seit Sonntag (kälter, feuchter, heller) - finde ich gar nicht so schlecht :)
finde ich auch! :D
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von malda » Freitag, 01. Februar 2019 16:48

Ich dachte ja, die Rinde sei nur wichtig damit das Holz nicht austrocknet (also rundherum) ....?
Das Holzstück ist relativ klein (ca. 10 cm lang und 5 cm dick) und hat an einer Seite tatsächlich Rinde. Da es mal Brennholz war, war es ursprünglich auch ziemlich trocken - ich musste es also erst wässern. Anschliessend versiegeln mit Zusatzmittelchen („Baumwachszeug“) hatte ich nicht in betracht gezogen, da der Scheit sehr feucht stand/steht und ich ein Austrocknen eigentlich ausschließen kann. Rechnen tut sich da sowieso gar nichts :( . Angesichts der Luft/Licht Einschränkung für eine sinnvolle Fruchtung muss ich da aber nochmal in mich gehen.
Das Holzstück ist so klein, weil ich damit „nur“ ein paar Animpf-/und Wachstumsbedingungen ausprobieren wollte. Angeimpft habe ich das Stück Ende Juni 2018 – es liegt also schon eine ganze Weile hier rum... angesichts dieser Zeitspannen will jedes Experiment gut überlegt sein...
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Monti
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von Monti » Freitag, 01. Februar 2019 23:21

Auch wenn ich Sachlich nicht sehr viel beizutragen habe, finde ich es doch sehr schön und einen Erfolg, dass es soweit gekommen ist. :wink:
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mariapilz
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von mariapilz » Samstag, 02. Februar 2019 11:21

malda hat geschrieben:Ich dachte ja, die Rinde sei nur wichtig damit das Holz nicht austrocknet (also rundherum) ....?
sieht schützt auch vor Fremdpilzen.
malda hat geschrieben:Angeimpft habe ich das Stück Ende Juni 2018 – es liegt also schon eine ganze Weile hier rum...
Wenn du das Stück immer eher warm gelagert hast, glaube ich daß das Mini-Scheit durchgewachsen ist.

Danke ... für deinen Beitrag. Ich wäre wohl nie auf die Idee gekommen ein bereits getrocknetes Holzscheit zu "bearbeiten".
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von ohkw » Samstag, 02. Februar 2019 12:16

Für ein so kleines Stück Holz ist das eine beachtliche Anzahl an Pins. Mein Stockschwämmchenversuch ist ja leider an den Temperaturen in meiner Wohnung gescheitert. Glaube so 16-18°C wären optimal.
Bitte weiter berichten.
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von malda » Samstag, 02. Februar 2019 12:43

ohkw: hatte den Dein Ansatz schon diese "Mini-pins"?
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von ohkw » Samstag, 02. Februar 2019 16:29

Nein. Ich hatte eine 3L Kultur die voll durchwachsen war. Wollte sie in der Wohnung in der Plastikbox fruchten lassen, aber im Sommer die 25°C aufwärts hat der Pilz nicht gepackt. Hat viel Flüssigkeit abgesondert und irgendwann geschimmelt.
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von malda » Sonntag, 03. Februar 2019 09:59

25° ist vermutlich schon ziemlich suboptimal. Aber möglicherweise war Dein Ansatz auch einfach noch nicht "reif" zum Fruchten...? Die Absonderung von Flüssigkeit hört sich für mich erstmal gar nicht schlecht an, denn das verbinde ich mit Wachstum. Nur wenn das Stockschwämmchen noch stark wächst, ist es dann auch schon bereit zum fruchten?
Ich denke es ist Vorteilhaft weitestgehend auf Zusätze zu verzichten, dann verschimmelt der Ansatz vermutlich auch nicht so schnell. Auf Agarplatten ist das Stockschwämmchen durchaus robust und wenn es mal in Fahrt gekommen ist überwächst es auch mal die ein oder andere Kontaminante.
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von ohkw » Sonntag, 03. Februar 2019 20:54

Der Ansatz stand schon eine Zeit lang voll durchwachsen im Keller (noch steril verschlossen, mit Mikrofilter). Sah aus wie ein riesiger weißer Batzen Schmelzkäse ;)
Mit Kontis habe ich eigentlich keine Probleme, aber wenn das Ding wochenlang bei 25°C dann unsteril in der Wohnung steht, schimmelt es halt doch irgendwann, speziell wenn der Pilz die hohen Temperaturen nicht verkraftet. Stockschwämmchen sind für mich leider mangels Raum mit passender Temperatur nicht möglich.
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von malda » Montag, 04. Februar 2019 19:45

Die äußeren Bedingungen (Temp., Licht, CO2) scheinen es gewesen zu sein! :D
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von malda » Freitag, 08. Februar 2019 19:26

Ernte!

Die kleinen Mini-Fruchtkörper sind also wirklich zu "stattlichen" Pilzen geworden. Nur das Hut/Stiel Verhältnis finde ich noch ziemlich unbefriedigend..., aber ich will nicht jammern.
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Re: Mini-Fruchtkörper

Beitrag von malda » Donnerstag, 21. Februar 2019 18:30

So nun noch ein kleines Resumee meiner ersten Fruchtungsexperimente und Fragen die mir dabei kamen...

Generell hat die Fruchtung bei dem Holzklötzchen ja geklappt. Aus kleinen Mini-Pilzen wurden „große“. Neben dem Holzklötzchen-Ansatz hatte ich noch einige weitere Gläschen umgesetzt auf Fruchtungsbedingungen => vom dunklen Keller mit ca. 19°C ins helle ungeheizte Dachgeschoss (13-16°C). Zudem habe ich versucht die Pilze zumindest gelegentlich (1-2x/Tag) durch kurzes öffenen der Gefäße und Wedeln mit Frischluft zu versorgen.
Nach ca. 2-3 Wochen Dachgeschoss zeigten eigentlich alle Ansätzen eine Fruchtkörperbildung (die Gläschen hatten zuvor Monate im Keller verbracht! => das zeigt wie wichtig diese Veränderung war). Was mich nun allerdings bei dem kleinen Holzklötzchen interessieren würde ist, ob ich den nochmal zum Fruchten bringe. Denn ich war schon etwas enttäuscht, dass bei so vielen "Pins" die er mal hatte doch sehr wenige zu akzeptablen Pilzen wurden. Andererseits, der kleine Holzklotz hatte einmal ein Startgewicht von 123 g, bisher habe ich immerhin 8 g Pilz rausbekommen, ob da noch mehr geht? Wie macht man das bei anderen Pilzen, wenn man mehrere „Erntewellen“ hat/mitnehmen möchte? Läßt man sie einfach weiter bei Fruchtungsbedingungen stehen und wartet bis erneut Pilze kommen? Oder Ändert man zwischenzeitlich etwas, so dass der Pilz wieder einen Fruchtungsimpuls bekommt?

Was mir bei meinen Ansätzen aber gar nicht gefiel und was zudem auch sehr einheitlich war, ist bei den Fruchtkörpern das schlechte Hut/Stiel Verhältnis (Mini-Hut – Riesen-Stiel), teilweise war bei den Pilzen kaum ein Hut zu sehen... aber ich denke das sollte sich mit einer niedrigeren CO2 Konzentration etwas verbessern lassen oder liege ich da falsch?

Was mich erstaunt hat, ist die Fruchtung an den seltsamsten Stellen. Da stelle ich mir die Frage, ob eine niedrige CO2 Konzentration beim Stockschwämmchen, zumindest für die ersten Schritte der Fruchtkörperbildung, wirklich wichtig ist...?

Anbei zwei Fruchtungs-Beispiele => Pilz am Boden des Glases und Pilze mit wenig Hut
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2_Bodenpilz.jpg
1_Stengel.jpg
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