"upscaling"

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malda
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"upscaling"

Beitrag von malda » Mittwoch, 05. Juni 2019 15:12

ich hatte ja bei einem sehr kleinen Stück Holz einen ersten Fruchtungserfolg mit dem Stockschwämmchen => viewtopic.php?f=80&t=4629 (das Holzstückchen fruchtet übrigens weiter vor sich hin...). Da das aber keine Mahlzeit gibt versuche ich nun das ganze etwas zu vergrößern in der Hoffnung => größerer Ansatz = mehr Ausbeute.

Soweit so gut. Diesmal ist der Holzklotz also deutlich größer (ca. 7 kg) und wurde November 2018 beimpft. Der Holzklotz steht aufgrund von Platzmangel (und famliärem Unverständnis :() seit 1.5 Monaten draußen im Schatten, was aber nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. Endlich bekommt er nun auch die typischen Pins und eigentlich könnte die Fruchtung jetzt losgehen. Leider ist nun eine andere Jahreszeit und der im Winter nahezu optimale „Fruchtungs-Dachboden“ (bez. Temperatur und Helligkeit) fällt hitzebedingt aus. Daher habe ich nun gar nicht so viele Möglichkeiten an den äußeren Bedingungen zu schrauben. Ich werde wohl erstmal 2 Wochen abwarten und wenn sich dann nichts tut eingreifen.
Und in der Zwischenzeit überlege ich wie ich an einen idealen Fruchtungsraum komme...
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Re: "upscaling"

Beitrag von malda » Montag, 10. Juni 2019 18:16

Schwerer Rückschlag.
Nachdem ich mir heute meinen Stamm genauer angesehen habe musste ich gar Schreckliches entdecken. Was mir gleich auffiel war, dass die Fläche mit hellem Mycel auf der Stirnfläche deutlich kleiner wurde. Also hab ich es mit der Kamera aufgenommen und ran gezoomt und da konnte man das Debakel erkennen. Lauter kleines Gewurm! Keine Ahnung was das ist, vielleicht die Larve irgendeiner Trauermücke – egal was, die weiden meine Pins als auch das schöne Mycel auf dem Holz gnadenlos ab.... und ich bin machtlos. :cry:
Gibt es da irgendeine Möglichkeit sich zu wehren? Habt ihr auch schlechte Erfahrung mit diesen Biestern? Was kann ich machen? Ist der Holzblock noch zu retten?
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Re: "upscaling"

Beitrag von malda » Samstag, 31. August 2019 19:58

update
Ich hatte länger überlegt, wie/ob ich auf diese Mückenattacke reagiere und hatte mich dann entschlossen sie zu bekämpfen. Nach reichlich Recherche wollte ich den Biestern einfach den Sauerstoff entziehen - das sollte für meinen Pilz eigentlich sehr schonend sein. Leider scheint diese Methode der Schädlingsbekämpfung sehr lange Wirkzeiten zu benötigen (je nach Temperatur > 1 Woche). Egal ein Versuch war es Wert. Also habe ich kurzerhand auf den Deckel einen vorhandenen Gäraufsatz gebastelt, reichlich Trockeneis (also CO2) in der Eimer und anschließend alles so gut als möglich abgedichtet. Das lief eine Zeit lang ziemlich gut und ich habe es auch geschafft mind. 24h eine nahezu sauerstofffreie Atmosphäre hinzubekommen. Leider ist mein Konstrukt aber nicht 100% dicht gewesen und irgendwie ist dann später doch wieder Sauerstoff reingekommen.
Ergebnis: der Sauerstoffentzug scheint tatsächlich gereicht zu haben, um die Larven abzutöten, zumindest lagen entsprechend „Kadaver“ auf dem Holz. Leider hat mein Pilz auch irgendwie Schaden genommen, zumindest machte das Holz einen entsprechenden Eindruck => neue Pilze (auch Schimmel) bildeten sich und haben sich auf der ehemals vom Stockschwämmchen besiedelten Oberfläche breit gemacht.
Der Klotz steht jetzt wieder draußen, ob da noch Stockschwämmchen kommen?
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Re: "upscaling"

Beitrag von Monti » Montag, 02. September 2019 21:03

Ich hatte mir einen Block Enoki beim letzten mal mitbestellt. Auch ich hatte/hab Probleme mit Trauermücken. Ich hab den Block dann mal versuchsweise eingefohren. Hat er anstandslos mitgemacht. Nach dem Auftauen hat er sich ein paar Tage bedenkzeig genommen und fruchtet nun wieder und wächst... Ob die Maden das mitmachen, denke eher nicht. Aber gleich danach kamen neue Trauermücken :roll:
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Re: "upscaling"

Beitrag von malda » Samstag, 26. Oktober 2019 16:35

Ich hatte zwar schon über den „Erfolg“ bei größeren Holzstücken berichtet (ist leider mit dem Server-Crash verloren gegangen), aber ich will doch nochmal was zeigen, was ich wirklich sehr interessant finde. Unten zu sehen ist ein Holzklotz der im April (2019!) mit Dübeln beimpft wurde und gleich in den Eimer mit Erde kam. Auch wenn der Ansatz im Eimer ist, ist das alles „outdoor“ - Stockschwämmchen mit so großen Holzstücken geht bei mir sinnvoll nur draußen. In Eimern deshalb, weil hier der Boden eine „Sand-Katastrophe“ ist und ich eigentlich ständig gießen müsste, damit das alles nicht völlig zusammmentrocknet - im Eimer kann die Feuchtigkeit nicht weg
Mit den Eimern klappt bisher super! Und nun startet doch tatsächlich die erste Fruchtung! Das ist aufgrund folgender Umstände bemerkenswert:
1. April – Oktober sind „lediglich“ 6 Monate
2. Der Eimer war die ganze Zeit mit Deckel verschlossen, innen war es folglich nahezu windstill und sicher hat sich da ordentlich CO2 angesammelt. Trotzdem wird gefruchtet!
3. Da der Deckel drauf war hat sich die Feuchtigkeit innen (also Boden) auch ohne gießen nicht verändert (auch im trockenen Sommer!) => der einzige Impuls der hier wohl die Fruchtung eingeleitet hat war entsprechend der Temperaturabfall (das kann ich auch „Indoor“ beobachten)
4. Der Eimer ist weiss und eigentlich nicht sonderlich lichtdurchlässig. Zudem war der Eimer mit einem Deckel verschlossen => die Lichtbedürfnisse scheinen sehr gering zu sein

Das mal so als Beobachtung – vielleicht interessant für die, die sich mal am Stockschwämmchen probieren wollen :) .
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Re: "upscaling"

Beitrag von Wurstpelle » Samstag, 26. Oktober 2019 19:34

Wow super Erfolg sag Ich da nur...

halt uns bitte mit Bilder bei Laune
und beschreibe mal den Geschmack ob die so schmecken wie frisch aus dem Wald

grüsse :wink:
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Re: "upscaling"

Beitrag von Lauscher » Mittwoch, 30. Oktober 2019 10:09

Danke für den Bericht!

Trauermückenlarven auf dem Holzklotz halte ich für (zunächst) weniger problematisch, weil sie ja nur die Oberfläche abfressen, aber nicht in das Innere des Klotzes eindringen können. Das ist ein Vorteil von Klötzen gegenüber Substratbeuteln. Doch gut zu wissen, daß die CO2-Methode möglich ist!

Mit dem Sandboden: Wenn Du etwas gräbst, kommt dann auch ein feuchter Bereich? Du könntest Klötze auch soweit einbuddeln, daß sie die Feuchte aus der Tiefe holen können.
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Re: "upscaling"

Beitrag von malda » Mittwoch, 11. März 2020 18:08

Das Wetter war gut die letzten Tage - Stockschwämmchen gehen los!
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