Pilzgartenprojekt und Anbau in einem Bunker

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Zitronenfalltür
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Pilzgartenprojekt und Anbau in einem Bunker

Beitrag von Zitronenfalltür » Montag, 14. September 2020 12:48

Hallo liebe Pilzfreunde.

Der ASB in meiner Stadt betreibt einen Garten für Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben, oder vorrübergehend einen geschützten Rahmen brauchen.
Der Garten soll um Pilzkultur erweitert werden, und ich bin in der glücklichen Lage, das Projekt mit aufzubauen.

Wir wollen erstmal ganz einfach anfangen und überlegen, welche Pilze wir auf welchem Substrat anbauen wollen.
Im Gespräch sind AS, KS und Riesenträuschling auf Strohballen; Shitake, Stockschwämmchen, Samtfußrübling und ??? Auf Stämmen.
Impfen mit Fertigbrut bzw. Impfdübeln.
Nebenan gibt's auch eine Großküche, wo reichlich Kaffeesatz anfällt.

Neben dem Garten steht ein Bunker, in dem wir evtl. Räume mieten können. Das ist aber erst nur eine Idee,
hab mir den Bunker noch nicht mal angeschaut.

Ich bin schon länger angemeldet, hab auch schon etwas experimentiert, aber bald wieder aufgegeben.

Meine Chefin würde gerne Champignons anbauen :roll: , versuch ihr das grad auszureden...

Ich würd mich freuen, wenn ihr mich bei diesem Projekt begleiten würdet.
Irgendwelche Anregungen und Tipps, die uns helfen könnten? Immer her damit!

Ein paar konkrete Fragen hab ich schon:

- Hab gelesen, dass es für Privatleute kaum möglich ist, an Champignonsubstrat (und Deckerde) zu kommen. Ist das so?
Finde im Netz nur immer irgendwelche teuren Fertigsets.

- Wir möchten schon bald loslegen, also noch im September und Oktober beimpfen. In wie weit ist das von Nachteil?

- Welche (günstige) Anbieter von Körnerbrut und Impfdübeln könnt ihr empfehlen?

Freu mich über eure Antworten!

Grüße, Zitronenfalltür.
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kornpilz
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Re: Pilzgartenprojekt und Anbau in einem Bunker

Beitrag von kornpilz » Montag, 14. September 2020 19:32

Da habt ihr was vor.

Am einfachsten in fertige Brut zu kaufen und nur Fruchträume , das kann Mann machen , muss man aber nicht.in Holland gibt es paar grosliefersnten für Brut .
Je nach dem wie die Gegebenheiten sind. Luft zu und Abfuhr . Hast du verschiedene Räume ?

Es lässt sich sicher viel machen . Dafür ist wichtig sich ins Thema einzulesen. Am besten macht man die Brut usw selber . Dafür brauche jedoch bissel Equipment. Gerade wenn es professioneller sein soll.

Seitlinge auf verschiedenen Substraten geht immer .
LG
Alle Pilze sind essbar , manche nur einmal ;-)
malda
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Re: Pilzgartenprojekt und Anbau in einem Bunker

Beitrag von malda » Montag, 14. September 2020 21:13

Eine sehr schöne Idee!
Da ich nur zum Spaß "herumexperimentiere" kann ich euch keine tollen Ratschläge geben, aber sehr gerne verfolge ich Eure Entwicklung, wenn Du hier berichtest....😀
Wie kommt ihr denn auf Champignons? Ich würde die Auswahl des Pilzes abhängig vom zur Verfügung stehenden Substrat machen (und natürlich den Anbaumöglichkeiten-> Indoor vs Outdoor, steril vs non steril, usw). Und vielleicht würde ich am Anfang einen Pilz auswählen, mit dem man schnelle Erfolge hat - das kann pushen!
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GrafDracula
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Re: Pilzgartenprojekt und Anbau in einem Bunker

Beitrag von GrafDracula » Dienstag, 15. September 2020 06:19

malda hat geschrieben:
Montag, 14. September 2020 21:13
Und vielleicht würde ich am Anfang einen Pilz auswählen, mit dem man schnelle Erfolge hat - das kann pushen!
Das ist ehh die beste Idee, also erst mal mit einem Pilz anfangen und wenn das dann gut funktioniert Schritt für Schritt die nächsten Pilze hinzunehmen. Wenn ihr mit mehreren Pilzen gleich starten wollt, verzettelt ihr euch nur.

Der m.M.n. beste Anfängerpilz ist der Austernseitling ... so in etwa wie in diesem Video hier hab ich es auch gemacht, nur mit Eimern und Strohpellets und das hat einwandfrei funktioniert, kann ich nur empfehlen.
Pilzzucht-DAU ... hat ganz viel Meinung bei wenig Ahnung :-)

- Herr gib mir Geduld - Aber schnell!!!
- Streite nie mit Idioten, denn sie ziehen dich auf ihr Niveau herunter und schlagen dich mit Erfahrung.
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mariapilz
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Re: Pilzgartenprojekt und Anbau in einem Bunker

Beitrag von mariapilz » Mittwoch, 16. September 2020 06:59

man trifft sich immer 2 mal im leben :D
Zitronenfalltür hat geschrieben:
Montag, 14. September 2020 12:48
- Wir möchten schon bald loslegen, also noch im September und Oktober beimpfen. In wie weit ist das von Nachteil?
Der Pilz wächst halt nicht mehr viel in den Baumstamm ein, wenn die Stämme draussen ...In der Kälte gelagert werden.

Für eine Auster auf Stroh ist wohl jetzt die Beste Zeit. In ~ 2 Wochen ist das Substrat besiedelt... Die Themperatur müsste zum fruchten, draussen gerade richtig sein.
Zitronenfalltür hat geschrieben:
Montag, 14. September 2020 12:48
Im Gespräch sind AS, KS und Riesenträuschling auf Strohballen; Shitake, Stockschwämmchen, Samtfußrübling und ??? Auf Stämmen.
Impfen mit Fertigbrut bzw. Impfdübeln.
Nebenan gibt's auch eine Großküche, wo reichlich Kaffeesatz anfällt.
der Riesentäuschling wird üblicherweise auf Stroh mit Bodenkontakt gezüchtet.
Der Ks wird nur auf Stroh sehr sehr wenig Ertrag bringen, den könntest mit Kaffeesatz probieren.
Auf Baumstämmen würde ich erst mal einen oder evtl. 2 Pilze impfen. Man muss bedenken, dass nicht superviele Pilze auf einen Stamm pro "welle" wachsen... Und es sollten auch mehrere Pilze gleichzeitig erntereif sein... Also eher viele Baumstämme mit einem Pilz, damit der Ertrag auch reicht.

Schneckenschutz! Darauf würde ich besonders achten wenn du mit Bodenkontakt arbeitest. Dann ist das das wichtigste. Die fressen den Pilz ab bevor du weißt dass einer wächst :x

Champignons .... :roll: :lol: :cry:
Substrat für die wüsste ich auch nicht woher. Höchstens du besuchst eine große Farm und bettelst denen was ab.. Aber ehrlich... nö

Gruß
PilzStamm
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Re: Pilzgartenprojekt und Anbau in einem Bunker

Beitrag von PilzStamm » Mittwoch, 16. September 2020 11:12

Hallo Zitronenfalltür,

grundsätzlich könntest du natürlich im Herbst noch Pilzhölzer impfen.
Falls du in einem Weinbaugebiet dieses Projekt starten möchtest wäre es sicherlich noch möglich, mit einer guten Besiedlung.
Die fragen sind natürlich immer gleich, welche Ressourcen habe ich und in meiner Umgebung zur Verfügung?

Bei Pilzhölzer sind natürlich Shiitake durch ihre Flächeneffiziente Stapelmethode sehr praktisch. Es dauert halt rund 12 bis 18 Monate (je nach Brut und Brutmenge) bis diese Stämme durchgewachsen sind.

Bei Schüttmaterial sieht die ganze Sache ganz anders aus. Dennoch bräuchtest du genug Rohstoffe für die Zucht und ausreichend Platz und Equipment.

Falls du wirklich Antworten auf deine Fragen haben möchtest, bräuchte man mehr Details.

Flächen? Arbeitskräfte? Extensiv oder Intensiv? Projektbegleitend Vollzeit oder Ehrenamt? Vorhandene Kenntnisse? Vorhandene Ressourcen und Materialbeschaffung von Rohstoffen? Budget? Kreisläufe im System, welche Sachen werden angebaut etc. (Gemüse o. ä.)? Umgang mit Maschinen? Welche Ausstattung haben die Gebäude?

Danach könnte man daraus ein schönes rundes Konzept erstellen. (Permakulturprojekt)

Im Pilzanbau ist vieles möglich, meistens hängt es nur an den Ressourcen und Ziele.

LG

Josef
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kornpilz
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Re: Pilzgartenprojekt und Anbau in einem Bunker

Beitrag von kornpilz » Mittwoch, 16. September 2020 20:17

Oder am Geld .. Platz hab ich , Ideen auch nur nicht genug Geld um alles umzusetzen 8)
Alle Pilze sind essbar , manche nur einmal ;-)
Zitronenfalltür
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Re: Pilzgartenprojekt und Anbau in einem Bunker

Beitrag von Zitronenfalltür » Donnerstag, 17. September 2020 13:57

Danke für eure Antworten!

Ich schreib erst jetzt, weil meine IP wohl in einer Antispamliste stand. Heute geht's.
Am einfachsten in fertige Brut zu kaufen und nur Fruchträume , das kann Mann machen , muss man aber nicht.in Holland gibt es paar grosliefersnten für Brut .
Am besten macht man die Brut usw selber
Wie gesagt, wir wollen ganz einfach anfangen. Brut selber herstellen, kommt vielleicht später. Alles noch ungelegte Eier.
Für eine Großlieferung sind wir wohl zu klein. Ein Link würd mich aber trotzdem interessieren, wenn grad zur Hand :wink:
Hast du verschiedene Räume ?
Erstmal nur Outdoor, Bunkerbesichtigung hoffentlich bald.
Und vielleicht würde ich am Anfang einen Pilz auswählen, mit dem man schnelle Erfolge hat - das kann pushen!
Das haben wir vor. Schnelle Erfolge mit AS und Riesenträuschling auf Stroh, Baumstämme aber parallel, die machen halt wenig Arbeit, brauchen aber lange. Da wir Kaffeesatz eh dahaben, würd ich gerne das mit AS und KS Probieren, da hat immer mal was zu tun und kann beim Wachstum zuschauen.
Was und wie genau ist noch nicht entschieden, ist auch mal wieder eine Frage des Geldes :cry:

Würd mich freuen, wenn ihr nochmal einen Blick auf meine Fragen werfen könntet:
- Hab gelesen, dass es für Privatleute kaum möglich ist, an Champignonsubstrat (und Deckerde) zu kommen. Ist das so?
Finde im Netz nur immer irgendwelche teuren Fertigsets.

- Wir möchten schon bald loslegen, also noch im September und Oktober beimpfen. In wie weit ist das von Nachteil?

- Welche (günstige) Anbieter von Körnerbrut und Impfdübeln könnt ihr empfehlen?
Und: ist es von Nachteil, Stämme mit Körnerbrut statt mit Dübeln zu beimpfen? Schätze, das ist preislich etwas günstiger?

Edit:

Hallo Mariapilz
man trifft sich immer 2 mal im leben
:lol: Bei meinem ersten Anlauf hatte ich nur meine Minibutze ohne Geld. Jetzt hab ich ganz andere Möglichkeiten :D
Der Pilz wächst halt nicht mehr viel in den Baumstamm ein, wenn die Stämme draussen ...In der Kälte gelagert werden.
Entweder kommen die Stämme in eine Miete mit viel Stroh und Folie als Frostschutz, oder wir finden einen Platz im Keller.
Für eine Auster auf Stroh ist wohl jetzt die Beste Zeit. In ~ 2 Wochen ist das Substrat besiedelt... Die Themperatur müsste zum fruchten, draussen gerade richtig sein.
Ach, dachte, das dauert länger. Hoffe, dass die Entscheidungsträger auch so schnell sind...
der Riesentäuschling wird üblicherweise auf Stroh mit Bodenkontakt gezüchtet.
Das ist der Plan. Wir haben auch noch einen riesen Misthaufen von einem Zirkus, vielleicht mal testweise mit dem Träuschling beimpfen?
Der Ks wird nur auf Stroh sehr sehr wenig Ertrag bringen, den könntest mit Kaffeesatz probieren.
Danke für den Tipp! Kaffesatz haben wir reichlich.
Auf Baumstämmen würde ich erst mal einen oder evtl. 2 Pilze impfen. Man muss bedenken, dass nicht superviele Pilze auf einen Stamm pro "welle" wachsen... Und es sollten auch mehrere Pilze gleichzeitig erntereif sein... Also eher viele Baumstämme mit einem Pilz, damit der Ertrag auch reicht.
Ja, wir wollen ganz einfach anfangen. Vielleicht 2 Pilzarten auf Holzstämmen, die wir eingraben und noch platztsparende Shitake dazu. Zum Glück haben wir keinen Erfolgsdruck, da ein Beschäftigungsprojekt. Wenn der Ertrag zum Verkauf nicht reicht, werden die Pilze von der angeschlossenen Großküche verarbeitet.
Schneckenschutz! Darauf würde ich besonders achten wenn du mit Bodenkontakt arbeitest. Dann ist das das wichtigste. Die fressen den Pilz ab bevor du weißt dass einer wächst
Oh, daran hab ich noch garnicht gedacht :roll: Vielleicht besonders wichtig, weil in dem Garten auch Gemüse angebaut wird.
Champignons ....
Das hab ich meiner Chefin inzwischen ausgeredet :)

Hallo Pilzstamm.
grundsätzlich könntest du natürlich im Herbst noch Pilzhölzer impfen.
Falls du in einem Weinbaugebiet dieses Projekt starten möchtest wäre es sicherlich noch möglich, mit einer guten Besiedlung.
Die fragen sind natürlich immer gleich, welche Ressourcen habe ich und in meiner Umgebung zur Verfügung?
Nee, Norddeutschland. Warum Weinanbaugebiet? wegen dem Klima? Oder den Weinkellern :) ?
Flächen? Arbeitskräfte? Extensiv oder Intensiv? Projektbegleitend Vollzeit oder Ehrenamt? Vorhandene Kenntnisse? Vorhandene Ressourcen und Materialbeschaffung von Rohstoffen? Budget? Kreisläufe im System, welche Sachen werden angebaut etc. (Gemüse o. ä.)? Umgang mit Maschinen? Welche Ausstattung haben die Gebäude?
Arbeitskräfte sind genug da, soll aber auch kein Riesenprojekt werden. Kenntnisse noch sehr ausbaufähig. Recourcen: Platz ist da, alles weitere noch unklar, ebenso die Finanzierung. Hoffe, das klärt sich bald. Es wird im gleichen Garten (genauer gesagt sind es 2) Gemüse angebaut. Das verbrauchte Substrat können wir gut zu Kompost verarbeiten und für's Gemüse verwenden. Zu möglicher Gebäudenutzung kann ich noch nix sagen. Alles ganz neu.
Danach könnte man daraus ein schönes rundes Konzept erstellen. (Permakulturprojekt)
Ich hatte mal einen Mitbewohner, der sich mit Permakultur beschäftigt hat. Ich hab davon aber keine Ahnung.

Grüße, Zitronenfalltür.
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mariapilz
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Re: Pilzgartenprojekt und Anbau in einem Bunker

Beitrag von mariapilz » Freitag, 18. September 2020 07:04

Zitronenfalltür hat geschrieben:
Donnerstag, 17. September 2020 13:57
Und: ist es von Nachteil, Stämme mit Körnerbrut statt mit Dübeln zu beimpfen? Schätze, das ist preislich etwas günstiger?
Körner locken Räuber (Mäuse und andere Kriechtiere) an. Körner sind teurer. Substratbrut oder Dübel? Für Dübel ist ein Pilzbohrer nett und du brauchst etwas zum verschließen der Löcher (zb käsewachs. ..)
Substratbrut ....Motorsäge und Klebeband

Brutanbieter die mir schnell einfallen
https://www.pilzmaennchen.de/index.html
http://www.lehr-speisepilzkulturen.de/

Dein Misthaufen:
probieren kann man auf jeden Fall. Ich würde zuerst in einem oder mehreren Kübeln Stroh durchwachsen lassen und dann das Stroh unter den Haufen mischen.

Wenn du dir Stroh besorgst empfehle ich gehexeltes zu nehmen.... In meiner Gegend bekommt man Strohballen geschröpft (ich glaube so heißt das => die Halme sind etwas "angerissen") oder eben. ..Stroh => Halme sind lang und fast unversehrt. Das erschwert alles ein bisschen.
ideal wäre: Bio Stroh das evtl. Vom Bauern für dich gehexelt (auf ca.3....5 cm länge) wurde. das ist dann natürlich lose und braucht deutlich mehr trockenen Lagerplatz

das Stroh für den Riesenträuschling kannst auch im Ballen lassen. Für die Auster im Sack ist gehexelt echt bequem wenn man an Pasteurisation und abpacken denkt.

ahoi
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