Studien über Nutzen bei Krebs?

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Studien über Nutzen bei Krebs?

Beitrag von Pilzboy » Donnerstag, 10. Januar 2013 22:16

Hallo Leute.
In einschlägiger Literatur (Lelley) wird immer von Studien gesprochen, die durchgeführt worden sind, beispielsweise über Reishi bei Krebsleiden.
Weiß jemand, wo man diese finden kann?
Wenn es diese Studien gibt, warum behauptet dann das deutsche Krebsforschungszentrum, dass die Wirkung nicht hinreichend belegt sei? http://www.krebsinformationsdienst.de/a ... news20.php

Liebe Grüße,

Carsten
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Re: Studien über Nutzen bei Krebs?

Beitrag von Reblaus » Donnerstag, 10. Januar 2013 23:17

Hallo,

for free kann man leider nur die ersten beiden Seiten lesen. Auf diesen wird nicht beschrieben, dass es keine Wirkung gibt.
http://link.springer.com/article/10.100 ... rue#page-1

Prinzipiell hat er meiner Meinung nach schon Recht. Pilze sind keine Medikamente im klassischem Sinne. Positive Wirkung können sie aber trotzdem haben.

Grüße

Reblaus
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Re: Studien über Nutzen bei Krebs?

Beitrag von Lauscher » Freitag, 11. Januar 2013 12:49

Wenn es diese Studien gibt, warum behauptet dann das deutsche Krebsforschungszentrum, dass die Wirkung nicht hinreichend belegt sei?
Soweit ich weiß: Es werden nur solche Studien als Beleg akzeptiert, die von offiziell anerkannten Einrichtungen stammen, z. B. deutsche Pharmabetriebe oder europäische Universitäten. Eine z. B. japanische Studie hat hier keinen Anerkennungswert.

Es kann also duchaus sehr gute Studien auf solider Grundlage mit sehr guten Ergebnissen geben, 100fach bestätigt usw. - wenn kein deutscher Stempel drauf ist (bzw. vergleichbares), gilt diese Studie nicht.

Hier sind Quellen genannt, schnell bei Google gefunden: http://www.vitalpilze-heilpilze.net/rei ... udien.html. Asiatische Autoren, englischsprachige Veröffentlichungen, so wie es aussieht, in Fachzeitschriften. Die Studien sind in diesem Sinne nicht leicht erhältlich, aber vorhanden.

Viele Grüße, Lauscher
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Re: Studien über Nutzen bei Krebs?

Beitrag von Chokra » Freitag, 11. Januar 2013 20:55

Eine Anerkennung von Pilzen als Heilmittel, würde die Gewinne und den Umsatz der Pharmaindustrie verringern und "Arbeitsplätze zunichte machen".
Daran haben unsere Politiker und Industrie keiner ernsthaftes Interesse.
Nur eine Meinung von einem der keine Ahnung hat von dem was er schreibt.
Grüße Jörg
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Re: Studien über Nutzen bei Krebs?

Beitrag von morel86 » Samstag, 12. Januar 2013 00:32

Wo kämen wir denn da hin, wenn sich jeder sein Zivilisationsleiden mit ein paar selbstgezogenen Pilzchen auf nem Block Strohsubstrat wegkuriert?
Bei anderen Pilzen ist das erlaubt und man macht Antibiotika draus, halt im Labor. Witziger Zufall :)
Ich hab auch keine Ahnung von dem was ich so von mir geb^^ alles nur Spass
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Re: Studien über Nutzen bei Krebs?

Beitrag von Pilzboy » Samstag, 12. Januar 2013 08:11

Morgen allerseits.
Danke erstmal für die Rückmeldungen und Links, werd ich demnächst mal durchkramen.

Ich finde das auch traurig, dass manche Erkenntnisse hier einfach nicht anerkannt werden. Aber man merkt das schon ziemlich deutlich, der westliche Mediziner will, sobald ein neuer Wirkstoff in einer Pflanze entdeckt wurde, Wirkstoffe isolieren und synthetisieren. Ich habe manchmal das Gefühl, dass es gar nicht in Frage kommt, natürliche Produkte als Heilmittel anzusehen.

Die Asiaten sind uns da ein ganzes Stück voraus, bei uns wurde ja das Wissen und die Wissenden früher auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Klar, dass es da kein Jahrhunderte altes Wissen geben kann, wenn Forschung derart geahndet wurde.

Liebe Grüße,
Carsten
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Re: Studien über Nutzen bei Krebs?

Beitrag von Reblaus » Samstag, 12. Januar 2013 11:20

Hallo,

sehe ich auch so. Wenn alles so bleibt wie es ist, werden Pilze als solches in den Westlichen Ländern nie als Arzneimittel anerkannt, höchstens als ein definierter Extrakt oder wie Du schreibst etwas Nachsynthetisiertes.

Ist aber eigentlich auch nicht so schlimm. Die meisten Ärzte empfehlen wohl inzwischen Sport und eine gesunde Ernährung, seelisches Gleichgewicht … . Manche auch die Hausmittelchen (Tees, Zwiebelsaft & CO). In diese Sparte gehören für mich die Pilze.
Alles Geschichten, die meist positiv auf den Verlauf wirken aber rechtlich nicht zu den Arzneimitteln gerechnet werden dürfen.

Wäre interessant nachzuschauen, wie gerade der rechtliche Stand bei Tees und Kräutern ist. Nach diversen Analysen kann man die wohl auch als Arzneimittel vermarkten?


Gruß

Reblaus
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Re: Studien über Nutzen bei Krebs?

Beitrag von Lauscher » Samstag, 12. Januar 2013 11:29

Ich denke gerade, die Gesellschaft für Vitalpilzkunde könnte ein guter Ansprechpartner sein, um an Studien und ihre Ergebnisse zu kommen. Wenn man es wirklich genau wissen will, was mit diesen Pilzen möglich ist, will und kann man auf Originalquellen nicht verzichten.

Ich glaube, Lelley schrieb einmal über den Schopftintling. Der Schopftintling Coprinus comatus enthält einen Wirkstoff, der bei Diabeteskrankheiten eine gute Hilfe ist; der Insulinbedarf wird gesenkt.
Ein deutsches Labor machte sich die Arbeit, den unbekannten Wirkstoff zu isolieren, in der Hoffnung, ihn patentieren und damit Geld machen zu können.
Die Isolierung und Identifizierung des Wirkstoffes gelang; es stellte sich heraus, daß er bereits bekannt und registriert war. Es war nicht möglich, ihn schützen zu lassen, zudem wurde ihm (anderen Studien zufolge) nicht mehr Wirkung zugesprochen als den bereits üblichen Pharmazeutica.
Das Ergebnis:
* Der Schopftintling enthält nachweislich einen medizinisch wirksamen Inhaltsstoff in relevanter Menge
* Das Labor hat Geld und Arbeitszeit verloren
* Verkauft wird weiterhin das synthetische Pharmazeutica anstelle des natürlichen Mittels
* Einen Wirkstoff einer pharmazeutisch-medizinischen Prüfung nach deutschem Recht zu unterziehen, ist sehr teuer. Entscheidet sich ein Unternehmen, einen Naturwirkstoff prüfen zu lassen, schadet es sich wirtschaftlich selbst, da die Naturwirkstoffe frei verkäuflich sind. Im Gegenteil, es besteht vielmehr ein wirtschaftliches Interesse, solche Studien zu verhindern oder unglaubwürdig zu machen.


(Darüber hinaus meinte mal jemand zu mir, die Pharmaindustrie habe mehr Interesse an Mitteln, die eine Krankheit nur in Schach halten, aber nicht besiegen können - diese Mittel müssen oft lebenslang genommen werden. Nebenwirkungen führen zum Verkauf weiterer Medikamente. Eine Heilung von Patienten ist wirtschaftlich kontraproduktiv. Komisch, was manche Menschen so denken.)
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Re: Studien über Nutzen bei Krebs?

Beitrag von giftpilz » Sonntag, 15. September 2013 16:43

Ich hab in dem Modul "Arznei- und Gewürzpflanzen" mal ein Kurzreferat über das arzneiliche Potential von Pilzen gemacht. Hier ist meine Präsentation im PDF Format. Sind leider nur Stichpunkte, aber dafür einige Angaben zu Studien und Präsentationen. Google Scholar sollte dann weiterhelfen.
http://salomon.so/Pr%C3%A4sentation.pdf
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Re: Studien über Nutzen bei Krebs?

Beitrag von Mr. Myzel » Donnerstag, 18. September 2014 17:55

Hi.
Das PDF ist ganz interessant.
Sehr cool. Könnte man sicher noch prima weiter betreiben.

-Ich wusste auch gar nicht, dass google jetzt schon Bibliotheken "hilft".
Finde ich ja schon sehr fragwürdig...

Naja, coole Arbeit!
-Gab's Anmerkungen von den Profs?

Grüße
:wink:
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