Getrocknete Heilpilze zermahlen

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anbrodi
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Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von anbrodi » Sonntag, 18. November 2018 03:59

Wie schreddert, zermahlt, pulverisiert ihr euere Pilze ? Gerade auch die zähen oder holzigen...
Man muss nicht alles wissen aber man sollte wissen wo man es nachlesen kann !
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von Lauscher » Sonntag, 18. November 2018 12:23

Hallo anbrodi,

Ich hatte gehofft, Du hast da einen guten Tip durch Deine Erfahrung mit Ganoderma applanatum ...

Pulverfein, daß ich den Pilz essen oder im Tee mittrinken könnte, bekomme ich es nicht.
Ansonsten:
- Trockenen Pilzfruchtkörper mit elektrischer Brotschneidemaschine in dünne Scheiben schneiden.
- In Küchenhexe kleinschreddern.
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von Ständerpilz » Sonntag, 18. November 2018 15:37

Eine Kugelmühle könnte gute Dienste leisten, zumindest bei hartem Material (gut getrocknet). Gibt es auch schon mal gebraucht.
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von anbrodi » Sonntag, 18. November 2018 19:04

Eine brauchbare , bezahlbare , gebrauchte Kugelmühle wäre nicht verkehrt. Aber 2500 Euronen aufwärts ? Das kann nicht jeder "mal eben". Mit einem kleinen Labormühlchen geht da leider nix. Das war mal ein 350€ teuerer Gebrauchtkauf-Irrtum von mir. Glücklicherweise konnte ich diese wieder weiterverkaufen.
Ich nutze am liebsten einen elektrischen Hobel mit kleiner Einstellung (uff die Finger uffbasse!!!) und Spanabsaugung. Dieses Equipment wird natürlich nur zur Pilzteeherstellung genutzt. So erzeuge ich superfeine Pilzhobelspäne. Ist aber noch lange kein Pulver... Daher suche ich eine Möglichkeit zu pulverisieren.
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von Lauscher » Sonntag, 18. November 2018 19:16

Das Hauptproblem sind die elastischen Fasern, die den meisten mechanischen Zerkleinerungen wiederstehen.
Die lassen sich eigentlich nur zerschneiden.

Eine Möglichkeit könnte sein, die schon weitgehend zerkleinerten Pilze einzufrieren. Im gefrorenen Zustand dürften die Fasern spröde werden und besser brechen.
Eine Mühle erwärmt die gefrorenen Fasern aber wieder.

Vielleicht wäre es sogar am Besten, die Pilze im frischen, feuchten Zustand zu zerkleinern, einzufrieren und kleinzumahlen. Mit höherem Wassergehalt ist der Starreeffekt durch Einfrieren sicherlich besser.
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von anbrodi » Sonntag, 18. November 2018 20:13

Ich hobele nur frisch. So sind die Hobelspäne durch die Trocknungsschrumpfung noch kleiner. Den Applanatum hobele ich schräg zur (Lamellen) Faser. So habe ich auch kleinere Spänchen die ich nach dem Trocknen absiebe und die wir dann z.b. im Joghurt essen können. Vom groben gibt's nur Tee.
Die Idee zuerst einzufrieren werde ich aber definitiv mal aufgreifen. Das könnte eventuell noch kleinere Spänchen geben weil härter.
Allerdings härter durch Trocknung funzt nicht... Da läuft das Messer heiß. Die Feuchtigkeit im frischen Pilz hat scheinbar auch einen kühlenden Effekt.
Wenn man mit dem handgeführten Messer arbeitet tut man sich mit dem trockenen Pilz definitiv auch keinen Gefallen. Das geht mit dem frischen um vieles einfacher.
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von Ständerpilz » Montag, 19. November 2018 13:51

Man könnte zwar alles mögliche machen, aber wirklich umsetzbar für den kleinen Mann sind nur mechanische Methoden: Mörsern, reiben, schneiden etc .
Im Hinblick auf die Inhaltsstoffe würde ich besser nicht frisches Material zerschneiden, sondern getrocknetes. Pilze haben wie Pflanzen Zellkompartimente, die verschiedene Inhaltsstoffe voneinander trennen. Wenn man die frisch schneidet, kommt alles durcheinander. Stücke oder Scheibchen wären ein Kompromiss, bei dem zumindest ein großer Teil der Zellen vorerst intakt bleibt.

Was ist mit diesen großen, flachen Granitmörsern für Gewürze?
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von Lauscher » Montag, 19. November 2018 14:09

Ständerpilz hat geschrieben:Pilze haben wie Pflanzen Zellkompartimente, die verschiedene Inhaltsstoffe voneinander trennen. Wenn man die frisch schneidet, kommt alles durcheinander. Stücke oder Scheibchen wären ein Kompromiss, bei dem zumindest ein großer Teil der Zellen vorerst intakt bleibt.
Intakte Zellen sind bei Pilzen ein Problem: Die Zellwände aus Chitin bekommt unsere Verdauung nicht klein.
Bei Speisepilzen hilft gut kauen.
Bei zähen Pilzen wie den Ganoderma-Arten müssen die Zellwände mechanisch aufgebrochen werden, damit ihr Inhalt verfügbar wird.
Hawlik bietet z.B. feinstes Pulver an, bei dem alle Zellwände gebrochen sind. Sie sprechen vom "Shellbroken-Verfahren".
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von anbrodi » Montag, 19. November 2018 17:55

Im Mörser passiert wenig. Zerstoßen geht kaum da zu ledrig-zäh , zum reiben sind die Mörser innen zu glatt.
Einigermaßen erfolgreich war mal das mahlen in einer handbetriebenen Getreidemühle aus zwei aufeinanderliegenden Graniträdern mit 50 cm Durchmesser und Füllloch in der Mitte . Das obere Rad etwa 25-30 kg schwer. Innen waren diese sonnenstrahlförmig gezähnt. Mit Getreide funktioniert das super, mit dem Pilz deutlich schwergängiger und mit unbefriedigendem Ergebnis.
Bestimmt aber eine super Methode zum Muskelaufbau... Nach einer dreiviertel Stunde war ich fix und platt und den richtigen Spaß hatte ich dann am nächsten Tag...
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von Ständerpilz » Dienstag, 20. November 2018 10:41

Es gibt ganz große, ziemlich rauhe Mörser aus Granit, relativ flach und mit abgewinkeltem Stößel. Nicht, die gängigen Mörser aus Porzellan oder Messing. Da würde man nicht mal Piment klein kriegen.
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von krull » Mittwoch, 21. November 2018 09:38

Wäre ne ausgedienste elektrische Kaffemühle nicht ne gute Alternative?
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von anbrodi » Mittwoch, 21. November 2018 13:44

Die meisten Kaffeemühlen beruhen auf dem System des zerschlagens . Dazu ist der Ganoderma zu zäh-ledrig. Kegelmühlen verstopfen ... Hab ich nämlich auch schon eine gekillt. Eine super tolle Schweizer Olympia macht zwar richtig gutes Kaffeepulver aber auch bei vorsichtigem dosieren des Ganoderma Schreddergutes steht die nicht drauf...
Den einzig brauchbaren elektrischen Helfer , den ich bisher gefunden habe , ist mein Holzhobel. Alles andere gibt irgendwann DSQ Signale (Dicker Schwarzer Qualm). :wink:
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von Lauscher » Mittwoch, 21. November 2018 14:21

anbrodi hat geschrieben:Die meisten Kaffeemühlen beruhen auf dem System des zerschlagens . Dazu ist der Ganoderma zu zäh-ledrig.
Ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Alle Mühlen und Mörser beruhen auf dem Konzept, etwas Hartes, Sprödes zu zerkleinern, aber nicht etwas Zähes, Elastisches.

Vielleicht wird es mit frischen, gefrorenen Stücken gehen. Das brechende Eis könnte die Fasern mit aufbrechen.
Allerdings wird so eine Mühle schnell warm. Vielleicht sollte man die Kaffeemühle auch ein paar Stunden vorher in das Gefrierfach stellen. :wink:
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von Ständerpilz » Mittwoch, 21. November 2018 15:20

Wer ist denn experimentierfreudig und hat Zeit? Das Enzym Chitinase kann man bestimmt kaufen. Man müsste dafür die entsprechenden Bedingungen schaffen (pH, eventuelle Co-Faktoren, Temperatur). Wenn das Chitin komplett verdaut ist, dann schwimmen die Zellen ohne Zellkern in der Suppe. Nennt man dann Protoplasten und es ist nur noch eine dünne Membran da, daher sind die sehr empfindlich. Die Flüssigkeit müsste man dann ablassen und die Protoplasten noch waschen. Danach könnte man sie eintrocknen und vermutlich problemlos mahlen. Aber ob sich das lohnt ...

Mit dem Chitin ist ja auch so eine Sache. Kann man als Ballaststoff betrachten, ist ja unverdaulich für uns. Aber wenn ich die Fasern komplett zu Staub vermahle, dann fehlt ja die Eigenschaft, die man an Ballaststoffen so schätzt. Wobei man auf das Chitin auch gut komplett verzichten kann. Um an die Inhaltsstoffe heran zu kommen, müsste es aber ausreichend sein, die Zellen aufzuschließen.

Zum Zermahlen würde ich mal gucken, was Fritsch da so anbietet. Scheibenmühlen zum Beispiel wären interessant. Das Dumme ist nur, dass die viel Geld kosten. Theoretisch kriegt man das sicher auch mit dem Schwingschleifer hin, wenn man als Unterlage auch eine Schleifscheibe nimmt, aber man will ja nicht den Abrieb mit drin haben. Am Ende landen wir wieder beim Mörser oder abenteuerlichen Eigenbauten.
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von anbrodi » Mittwoch, 21. November 2018 18:12

:lol: in Flüssigstickstoff einfrieren und dann kräftig draufhauen :lol:
Damit geht glaubich alles klein ...
Ist wirklich nicht ernstgemeint !! Aber funzt !!

Habe heute in euerer Nacht (hab grad einige Stunden Zeitverschiebung) noch ein wenig Zeit und werde mich mal über die Chitinauflösung belesen ... Müsste ja sowas ähnliches sein wie eine Pektinase bei Früchten ?!?
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