Getrocknete Heilpilze zermahlen

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Ständerpilz
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von Ständerpilz » Mittwoch, 21. November 2018 19:24

anbrodi hat geschrieben:Habe heute in euerer Nacht (hab grad einige Stunden Zeitverschiebung) noch ein wenig Zeit und werde mich mal über die Chitinauflösung belesen ... Müsste ja sowas ähnliches sein wie eine Pektinase bei Früchten ?!?
So ähnlich. Pektinase ist ein Enzym, dass die Mittellamelle von Pflanzenzellen auflöst, die ist nämlich aus Pektin, das da als "Kleber" fungiert und die Zellen zusammen hält. Benutzt man z. B. bei der Weinherstellung aus Früchten, weil das sonst einen schleimigen Satz bildet und die spätere Klärung behindert. Die Zellwände selbst sind bei Pflanzen aus Cellulose. Um die aufzulösen bräuchte man eine Cellulase.
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von anbrodi » Sonntag, 25. November 2018 20:32

Thema Chitinauflösung...
Hat ein wenig länger gedauert dazu etwas zu finden das man lesen kann ohne Apotheker oder Chemikant zu sein.
Lange Rede kurzer Sinn : Zu aufwändig... Zu teuer...
Man muss nicht alles wissen aber man sollte wissen wo man es nachlesen kann !
Fragen hilft auch manchmal ....
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Re: Getrocknete Heilpilze zermahlen

Beitrag von Flieger » Donnerstag, 04. April 2019 08:34

Meinen Reishi (Lingzhi) mahle ich mit einer Getreidemühle, der Fidibus classic von Komo. Das Mahlgut gelangt zwischen 2 Granitscheiben.
Das Plastikschutzkreuz im Einfüllloch habe ich rausgebrochen, damit die Öffnung größer wird. Das Mahlgut sollte vorzerkleinert sein, auf 0,5-1cm große Stücke oder Streifen. Die Lingzhistücke rutschen natürlich nicht so gut wie Getreidekörner nach, also muß man mit einem Quirlstiel (oder bei Erfahrung sogar mit dem Finger - Achtung Verletzungsgefahr!) mit nicht unbeträchtlichem Druck nachstopfen. In der Mühle mahle ich nichts anderes. Das Mahlgut muß trocken und fettfrei sein. Von Zeit zu Zeit setzen sich die Mahlsteine zu, dann müssen sie mit einer Drahtbürste wieder aufgerauht werden. Beim Öffnen nicht die Sprungfedern verlieren und beim Zusammenschrauben wieder einsetzen. Wird zu lange (über 10min) gemahlen, werden die Steine heiß und lösen sich aus der Silikonklebung. Das sieht man aber rechtzeitig, da aus der Öffnung Restwasserdampf des Mahlgutes entweicht. Der Feinheitsgrad läßt sich durch Drehen des Trichters einstellen. Ist selbiger zu straff eingestellt, blockiert die Mühle schnell. Dann schnell ausschalten und lockerer drehen. Ich stelle sie so straff ein, daß die Mahlsteine bei leerer Mühle ein Geräusch wie bei einer Kreissäge machen.
Lingzhi sollte so fein wie möglich gemahlen werden. Ich gieße 3 gehäufte Teelöffel in einer Tasse mit kochendem Wasser auf, nach Abkühlen kommt Vitamin C hinzu. Der unlösliche Sud wird natürlich mitgetrunken.
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