wann steril arbeiten?

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grummel

wann steril arbeiten?

Beitrag von grummel » Sonntag, 27. Mai 2018 22:23

Liebe Experten,

ich habe schon oft gelesen, dass man bei der Pilzzucht steril arbeiten muss. Aber es scheint nicht immer zu gelten: Hier zerbröselt einer das Myzel und den Kaffeesatz mit den bloßen Händen..

https://youtu.be/kMyY5BezG1Q

Wird es da nicht schimmeln bzw. warum nicht?
Ständerpilz
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Re: wann steril arbeiten?

Beitrag von Ständerpilz » Montag, 28. Mai 2018 07:19

Weil die Brut bereits durchwachsen ist und im Verhältnis wenig Kaffeesatz zugegeben wurde. Das sollte schnell genug durchwachsen, so dass Schimmel kein großes Problem darstellen muss.
grummel

Re: wann steril arbeiten?

Beitrag von grummel » Montag, 28. Mai 2018 13:54

Ah, verstanden!

Das heißt, der Schimmel und der gewünschte Pilz wachsen um die Wette - und der schon vorhandene ist einfach präsenter weil schon viel Myzel da ist..

Verdrängt der dann evtl. wachsenden Schimmel?

Also mal laienhaft verglichen: Im Bemüsebeet wächst auch Unkraut - wächst da, wo Pilze wachsen, gleichzeitig auch Schimmel?
Ständerpilz
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Re: wann steril arbeiten?

Beitrag von Ständerpilz » Montag, 28. Mai 2018 14:32

Zum einen sollte deutlich mehr Mycel vom gewünschten Pilz da sein, wenn man gerade beimpft hat und einigermaßen sauber gearbeitet wurde. Höhere Pilze haben aber auch Abwehrmechanismen gegen andere Organismen, so auch gegen andere Pilze. Oft bildet sich eine Grenze aus (auf Petrischale gut sichtbar). Der Austernpilz überwachst aber auch gerne mal eine kleinere Schimmelkontamination einfach. Muss er wohl auch, sonst könnte er sich im Wald schlecht als Totholz abbauender Pilz durchsetzen. Denn Schimmelpilzsporen sind fast überall vorhanden. Allerdings baut Schimmel afaik nicht sepzifisch Holz ab. Auf Holz hat der Austernpilz also einen klaren Vorteil, da er das Substrat besser verarbeiten kann.

Im übrigen: Es gibt nicht "den" Schimmelpilz. Es handelt sich um etliche, eigentlich völlig verschiedene Arten. "Schimmel" ist eben kein wissenschaftlicher Begriff, sondern bezeichnet eben das, was man sieht, also einen filamentösen Flaum, der sich ausbreitet und früher oder später Sporen bildet.
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