Belüftung in Beuteln, Eimern und Kisten

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kroxi
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Re: Belüftung in Beuteln, Eimern und Kisten

Beitrag von kroxi » Sonntag, 30. Januar 2022 10:20

Ein wartenbergrad könnte ich mir funktional fürs Löcher machen gut vorstellen! Vielleicht noch ein zwei Schichten Wellpappe unterlegen damit die Nadeln ein weiches Substrat haben in das sie darunter einwachsen, äh, gleiten können ohne zu stumpf zu werden. :D

https://de.wikipedia.org/wiki/Wartenbergrad
Ritter Runkel
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Re: Belüftung in Beuteln, Eimern und Kisten

Beitrag von Ritter Runkel » Sonntag, 20. Februar 2022 14:23

Hallo Pilzfreunde.
Ich habe mich jetzt endlich mal im Forum registriert, nachdem ich ca. 6 Monate mitgelesen und viel gelernt habe.
Mittlerweile habe ich für mich eine funktionierende unsterile Methode für Seitlinge entwickelt.
Ziel war die Vermeidung von Plastikmüll und eine sinnvolles Kosten /Nutzen Verhältnis.
Ich benutze als Substrat Hartholzbriketts mit Sojapellets jeweils 400g Trockenmasse und 1,8l Wasser.
Beimpft wird mit 300g durchwachsenen Roggen.
Behältnis... Ein Futtereimer aus der Imkerzunft mit Deckel und Luftöffnung.
In den Eimer habe ich 8 Löcher mit 10mm gebohrt, diese und die Deckelöffnung werden mit Micropore verschlossen. Das Ergebnis zeigen die Anhänge.
Ritter Runkel
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Re: Belüftung in Beuteln, Eimern und Kisten

Beitrag von Ritter Runkel » Sonntag, 20. Februar 2022 21:40

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Re: Belüftung in Beuteln, Eimern und Kisten

Beitrag von kroxi » Montag, 21. Februar 2022 10:23

Hi Runkel und willkommen im Forum! (Sagt die die gerade erst selber neu ist, haha)

Lässt du die Löcher mit micropore verschlossen und der Pilz durchwächst es und fruchtet dann außerhalb oder machst du das micorpore zum fruchten ab? Was sind deine Erfahrungen mit zweit- und dritt-fruchtungen und sich zusammenziehenem Substrat (das beschreiben Leute hier manchmal als nervig/schwierig bei Zucht in Eimern).

Und oh wow das klingt nach sehr viel feuchtigkeit (selbst bei 0% restfeuchte im Trockensubstrat ist das ja 1800/2600=69% Feuchtigkeit), hast du da keine Probleme mit zu viel Nässe?
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Re: Belüftung in Beuteln, Eimern und Kisten

Beitrag von Ritter Runkel » Freitag, 25. Februar 2022 10:36

Ehrlich gesagt sind mir die letzten beiden Eimer sehr feucht vorgekommen. Ich hatte das falsche Klebeband, welches fälschlicherweise nicht atmungsaktiv war.
Als Versuch hatte ich Durapore verwendet, das funktioniert definitiv nicht.
Ich habe das jetzt getauscht, evtl. kann ich den Ansatz retten.
Das Micropore entferne ich, sobald das Substrat durchwachsen ist.
Nach der 1. Welle wässere ich für 24 h, dann in einem großen Eimer mit Deckel dunkel und warm stellen, das Substrat schrumpft, Eimer umstülpen und den Block entnehmen.
Bei den Austern und KS habe ich nochmal lohnenswerte 2.Wellen, ansonsten setze ich neu an.
Für die Zukunft werde ich den Anteil des Roggensubstrats erhöhen, dann durchwächst der Ansatz schneller.
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Re: Belüftung in Beuteln, Eimern und Kisten

Beitrag von Mycomane » Sonntag, 27. März 2022 09:45

Lieber Ritter der Runkelrüben,

eine schöne Methode hast du da.
Das mit den Eimern ist ökologisch sehr sinnvoll. :D

Hoffe bei deiner Ernte ist dir kein Pilz in den Honigtopf gefallen. Oder bist du selbst gar kein Imker?
Und falls doch macht es bestimmt nichts aus.
Vielleicht schmecken knusprig angebratene Karamellseitlinge mit Honig abgelöscht gar nicht schlecht.
Könnte ich mir sogar als Brotaufstrich vorstellen, für Leute die es gern süß mögen.

Ich glaube, dass diese Methode Pilze in Eimern groß zu ziehen so leider auf Dauer nicht für jeden einfach und sinnvoll ist.
Irgendwann schleichen sich einmal Schimmelsporen im Substrat ein, wenn man den Eimer öfter benutzt.

Demnach ist es sehr wichtig die Eimer nach einem vollständigen Anbauzyklus sehr gründlich zu reinigen bzw. zu erhitzen. Eine schimmelsporenbereinigende Säuberungsmaßnahme ist oft nicht ohne chemische Desinfektionsmittel erfolgreich.
Falls du die Möglichkeit hast, den Ganzen Eimer nach gründlichem Waschen anschließend gründlich zu dämpfen, kannst du dann auf Desinfektionsmittel verzichten.
Allerdings bräuchtest du wieder Energie und schädigst dadurch die Umwelt!

Man:in müsste demnach irgendwie vergleichen können, was für die Umwelt schädlicher ist.

Probleme kann die Anbaumethode in Eimern bei der Pilzkultivierung aber auch recht schnell einmal ergeben sobald Trauermücken, Milben und Co. einen Weg in die Kulturen finden.
Dann geht der Spaß richtig los.
Wer in der Garage nur einen oder zwei Eimer stehen hat und seine Brut kauft, dem macht das nicht so viel aus.

Ich geb’s zur Zeit mit den Eimern erstmal auf und bilde mir lieber ein, dass man aus dem Erdöl das wir teilweise zum Heizen benutzen, lieber Beutel für die Pilzzucht herstellen sollten und diese nach einmaligem Gebrauch sortenrein recyceln könnten, oder diese zur Not in einer „sauberen“ Müllverbrennungsanlage verheizen mögen, solange diese Anlagen halbwegs ihre Berechtigung finden.

Ich finde es dennoch klasse, wenn Leute es schaffen grundsätzlich auf Plastiktüten zu verzichten.
Der Mülltütenstrudel in den Meeren ist zwar schlimm und muss entfernt werden, aber ich gehe davon aus, dass diese Mülltüten nicht primär aus Deutschland stammen, auch wenn wir in Deutschland gerne politisch ein Öko-Vorbild sein mögen und jegliche nicht biologisch abbaubaren Kunststoffe verteufeln könnten. ;-)
Nur um eines klar zu stellen:
Dünge meine Kürbisse auch am liebsten mit Pferdeäpfeln und liebe Biogemüse!
Leider müsste ich aber die Äpfel der Pferde erst durchs halbe Land von meinem Gehöft bis zum Kürbisgarten transportieren, daher wäre dies ökologisch nicht sinnvoll. ;-)

LG, Fabian
Fruchtbar ist die Hyphe noch ... aus der da einst die Spore kroch ...
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Re: Belüftung in Beuteln, Eimern und Kisten

Beitrag von Mycelio » Dienstag, 27. Dezember 2022 15:30

kroxi hat geschrieben: Sonntag, 30. Januar 2022 10:20 Ein wartenbergrad könnte ich mir funktional fürs Löcher machen gut vorstellen! Vielleicht noch ein zwei Schichten Wellpappe unterlegen damit die Nadeln ein weiches Substrat haben in das sie darunter einwachsen, äh, gleiten können ohne zu stumpf zu werden. :D

https://de.wikipedia.org/wiki/Wartenbergrad
Super, die gibt es ja sogar mit mehreren Reihen von Nadeln, wobei die Spitzen leider abgerundet zu sein scheinen. Vielleicht kann man aber bei einem einreihigen die Nadeln mit Schleifsteinen spitz bekommen.
Durch den Wkipedia-Link bin ich jetzt auf Kopierräder für Schnittmuster gekommen. Die könnten auch gehen.
Danke!
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