Miscanthus als Substrat - und selbst anbauen

Vergrabene Blöcke, Strohballen, Stämme, Beimpfen, Lagern, Standort

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seta
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Miscanthus als Substrat - und selbst anbauen

Beitrag von seta » Montag, 29. Februar 2016 11:25

Hallo,

Meine erste Frage bei Euch - ich habe schon viel durch das Forum gestöbert. Wirklich toll, was man da alles lernen kann!.

Eigentlich sind es zwei Fragen:
- hat schon wer Erfahrung mit Miscanthus als Substrat (statt Stroh für Seitlinge)? Tests mit anderen Süßgräsern habe ich schon entdeckt. In einem Pilz-Workshop hat ein Züchter, der Pilze professionell züchtet, Miscanthus empfohlen.

- hat wer von Euch Miscanthus schon selbst gepflanzt? Tipps?

Wir legen heuer Pilzbeete an und ich möchte verschiedenste Pilzsubstrate selbst anbauen, sodass wir langfristig so wenig wie möglich kaufen müssen.

Lieben Gruß!
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Lauscher
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Re: Miscanthus als Substrat - und selbst anbauen

Beitrag von Lauscher » Sonntag, 27. März 2016 12:23

Hallo seta,

willkommen im Forum!

Erfahrung mit Gräsern als Substrat habe ich nicht (abgesehen davon, daß Getreide, und damit Stroh, auch zu den Gräsern gehört ...). Auch nur gehört habe ich, daß Heu sehr anfällig für Kontaminationen sein soll.

Zum Selbstanbau von Substrat kommt mir noch der Gedanke, daß Weiden sehr schnellwüchsig sind und als Weichholz von vielen Pilzarten gut besiedelt werden kann. Auch können Weiden sehr gut zurückgeschnitten werden, sie treiben direkt wieder neu aus.
Abgesehen vom möglichen Selbstanbau, gibt es (jedenfalls bei mir) an Bächen jede Menge Kopfweiden, die alle paar Jahre bis auf den Stumpf zurückgeschnitten werden.

Viele Grüße, Lauscher
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Re: Miscanthus als Substrat - und selbst anbauen

Beitrag von Olli-V » Mittwoch, 21. Dezember 2022 15:00

Gibt es in Sachen Miscanthusforschung etwas neues? Mein Nachbar produziert so etwas. Es wäre super wenn das Zeug als Substrat funktioniert...
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Monti
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Re: Miscanthus als Substrat - und selbst anbauen

Beitrag von Monti » Samstag, 31. Dezember 2022 09:16

Erfahrung als Substrat habe ich keine. Ich habe mir mal einige Rhizome schicken lassen und seither im Garten wachsen, mit dem Ziel als Substratquelle. Unproblematisch im Anbau. Als Substrat sicher gut geeignet.
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Re: Miscanthus als Substrat - und selbst anbauen

Beitrag von Mycomane » Samstag, 31. Dezember 2022 14:59

Würde mich auch interessieren.

Daraus kann man anscheinend auch Papier, Strohhüte, und sonst was herstellen.
Wofür baut dein Nachbar das Zeug denn an, Olli-V?

Könnte das nicht Probleme geben mit diesem "Elefantengras"?
Nicht dass sich das mit der Zeit überall in der Natur ausbreitet und zur invasiven Art wird.

Dieses Gras scheint Feuchtigkeit zu mögen. Kommt es auch mit Trockenheit zurecht?
Wenn es geerntet wird, und nicht schnell genug trocknen kann, könnte das ähnlich wie bei Heu zu Kontaminations Problemen führen.
Wobei … bei so langen Halmen vielleicht doch kein Problem.

Praktisch, dass man es im Gegensatz zu Getreide nicht erneut sähen muss.
Kann man an dieser Stelle irgendwann auch wieder etwas anderes anbauen, oder sind die Rhizome so ausdauernd, dass das schwierig wird.

LG
Fruchtbar ist die Hyphe noch ... aus der da einst die Spore kroch ...
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Re: Miscanthus als Substrat - und selbst anbauen

Beitrag von Olli-V » Freitag, 06. Januar 2023 12:14

Der Nachbar ist Baumschuler und wollte den Miscanthus eigentlich als Pellets für Heizungen aufbereiten. Die Peletts zu verheizen ist aber neuerdings, aufgrund der Feinstauberzeugung, verboten. Nun verkauft er das Gras als Einstreu für Pferdeboxen und Gartenmulch. Als Pferdeboxeinstreu läuft das wohl richtig gut, weil die Pferde den Miscanthus nicht fressen und dadurch Krankheiten vermieden werden.

Ob sich das Gras invasiv verhält weiß ich daher nicht. Der Anbau für gewerbliche Zwecke ist aber möglich, wie man sieht.

Ich bin noch totaler Pilzneuling und habe deshalb erste Versuche auf Strohpeletts gestartet. Miscanthus wäre für mich nur günstiger und einfacher zu beschaffen, deshalb mein Interesse.

Leider hat hier wohl noch niemand echte Erfahrungen gesammelt?
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Re: Miscanthus als Substrat - und selbst anbauen

Beitrag von Olli-V » Freitag, 06. Januar 2023 12:27

Mycomane hat geschrieben: Samstag, 31. Dezember 2022 14:59 Dieses Gras scheint Feuchtigkeit zu mögen. Kommt es auch mit Trockenheit zurecht?

Kann man an dieser Stelle irgendwann auch wieder etwas anderes anbauen, oder sind die Rhizome so ausdauernd, dass das schwierig wird.

LG
Wir wohnen etwas nördlich von Hamburg im Kreis Pinneberg. Mit diesem Klima kommt das Gras sehr gut zurecht. Im ersten Jahr muss wohl noch etwas bewässert werden. Wenn das Gras dann angewachsen ist kommt es ohne zusätzliches Wasser klar.

Wenn man den Miscanthus raus nimmt, kann dort wieder neues angepflanzt werden. Miscanthus ist horstbildend und macht keine ewig langen Ausläufer. Ab dem dritten Jahr muss man jeden März einmal alles komplett runter schneiden.

Viel mehr weiß ich nicht über das Gras
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Re: Miscanthus als Substrat - und selbst anbauen

Beitrag von Mycomane » Sonntag, 15. Januar 2023 12:51

Hallo Olli-V,

ich hätte doch noch eine Frage zu dem Grasschnittgut deines Nachbarn.
Es handelt sich doch um relativ stabile innen hole Stängel.
Aus beruflichen Gründen und gewissen Organisationsproblematiken, werde ich vermutlich entweder nächsten Donnerstag oder Anfang der übernächsten Woche einen Rohrstock benötigen.
Am Freitag werde ich etwas in Richtung Osten fahren und dort einen Horst an einem Standort in der Natur finden. Der Horst braucht nicht ausgebuddelt werden, hat aber vermutlich keine langen rohrstockähnlichen Triebe die man ernten könnte.
Daher meine Frage, ob dein Nachbar auch diese Schilfähnlichen Gräser als langstielige Version verkauft, oder ob es bei dem das Zeug nur fertig kleingehäckselt gibt.
Das ist nur eine grundsätzliche Frage. Kurzfristig kann ich sicherlich irgendwo in der Nähe ein holen Stock für nächste oder übernächste Woche auftreiben.
Vielleicht fressen die Pferde dieses Gras nicht, weil es eventuell große Mengen an Kieselsäure enthält. Das ist scharf und daran reißen sich die Gäule die Schnute auf. Nur so als Hypothese…
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