Riesenbovist klonen

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Tukker
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Tukker » Dienstag, 07. September 2010 10:48

Hallo Pilzfreunde,
hallo blubb0211,

keine Ahnung ob das was bringt, wenn man das sich verfärbende Pilzstück aus dem Brutglas entfernt.
Hab mir gedacht, wenn ich Shii`s, Austern oder Schopftintlinge klone verändert sich das Pilzstück
in der Zeit des Mycelwachstums auch und ich lasse es im Glas. Deshalb habe ich auch die Bovistbrocken im Glas gelassen. Beim Bovist wandelt sich der größte Teil des Fruchtfleisches ,
am Ende seines Lebenszyklus in Sporen um, was bei anderen Pilzen nicht im gleichem Umpfang der Fall ist. Eine Sporenkeimung wäre letztlich auch eine Option, wobei es zweifelhaft ist ob die Vorgänge im Brutglas genau so ablaufen wie in der Natur.

Gruß Harry II
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Tukker » Dienstag, 07. September 2010 12:10

hallo Pilzfreunde,
hallo Mycelo,

hab Dank für Deinen Vorschlag den Körnern etwas “schmackhaftes” beizumischen. Diese Empfehlung habe ich beim zweiten Klonversuch verwirklicht.

Zunächst ein paar Bilder vom Klonversuch vom 25.08.10. Hier mein Favorit, fotografiert am 02.09.2010
Bild


und am 07.09.2010

Bild

Man kann erkennen, dass das Mycel ein bißchen gewachsen ist, aber sehr vital sieht das nicht aus.


Hier ein Versuch auf Wellpappe. Man kann es auf dem Foto nur undeutlich erkennen, aber das Mycel vom Pilzstück unter der Wellpappe hat sich mit dem Mycel des Pilzstück auf der Wellpappe verbunden. In diesem Bereich scheint es so , als ob das Mycel auch in die Wellpappe eingewachsen ist. Aber auch hier ist das Wachstum sehr langsam.

Bild

In den letzten 8 Tagen hatte ich aus geschäftlichen Gründen eine tägliche Arbeitszeit von 16 Stunden pro Tag. Deshalb hat sich die Klonung des zweiten Riesenbovistes bis Freitag den 03.09.10
verzögert.
Als ich den Pilz aufgenommen hatte stellte ich leider fest, dass dieser schon am Ende seines Lebenszykluses angekommen war. Das Fruchtfleisch hatte sich schon gelb, grün und braun verfärbt und die Haut hat sich bei Berührung sofort eingedrückt.
So sah er am 03.09.10 an seinem Standort aus:
Bild

So sah er am Montag dem 06.09.10 aus:
Bild

und innen.
Bild

Aus reiner Verzweifelung habe ich ihn trotzdem geklont und auch 2 Röhrchen mit Schrägagar, welche mir Mycomane freundlicherweise zugestellt hat mit beimpft.
Erfolgsaussichten irgendwo zwischen 0 -3%. Deshalb habe ich auch nur 2 von den 8 Röhrchen zum Einsatz gebracht die mir Mycomane zugestellt hat.
Sonntag und Montag Vormittag hatte ich geschäftlich im Erzgebirge zu tun. Als ich Montag, später Nachmittag, Wieder zu Hause war, traute ich meinen Augen nicht.

In 4 von 5 Brutgläsern,wie zu erwarten,war lag nur ein gammliges Stück Pilz auf Körnern.
In einem Glas aber vitales Mycel.
Bild
Bild
Und in einem der Röhrchen:
Bild


Unverhofft kommt oft, niemals aufgeben, niemals kapitulieren.
Wenn keine Kontis im Glas sind oder im Röhrchen könnte das doch noch was werden.

Das Substrat im Glas besteht ca. zu75% aus Roggenkorn, ca. 7% aus Erde vom Fundort, ca. 7% aus Kaffee und 11% Stroh und Nadelholzpellets (4,5 Monate fermentiert). Alles steriel natürlich.

Werde demnächst weiterberichten.
Wenn Interesse besteht berichte ich auch über mein Schopftintling und Anis-Egerling Projekt.

Am Rande bemerkt, im Erzgebirge bin ich mit einem weißhaarigen älteren Pilzsammler ins Gespräch gekommen. Der hatte in 3 Stunden 5 große Körbe mit einwandtfreien unvermadeten Steinpilzen im oberen Vogtland gesammelt.
Da kann man schon neidisch werden.

Gruß Harry II
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Mycelio » Dienstag, 07. September 2010 12:47

Hallo Harry,

ich finde das sieht alles gut aus. Das schwache Mycel auf den Körnern wird bestimmt kräftiger wachsen, wenn es später was anderes zu knabbern bekommt. Wundert mich ein wenig, daß die Mycelien im neuen Glas so verschieden aussehen, eines struppig, das andere mehr puschelig pelzig. Naja, mal abwarten und beobachten. Vielleicht keimen in den anderen Gläsern ja noch die Sporen?

Bei mir sieht es inzwischen so aus:
Bild Bild
Wird wohl noch ne ganze Weile dauern, bis die Pappe komplett besiedelt ist... In einem Glas sonderte das Pilzstück braune Tropfen ab. Der Versuch, es von der Pappe zu entfernen, schlug aber fehl. Das Zeug zerfällt einfach. Nächstesmal nehme ich kleinere Stücke.

Gruß, Carsten

PS: Laß uns doch den Schopftintling und den Anisegerling in gesonderten Threads besprechen. Letzteren habe ich auch gerade geklont.
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Tukker » Mittwoch, 15. September 2010 01:38

hallo Pilzfreunde,

anbei ein paar Bilder über den aktuellen Stand des Klonexperimentes vom Riesenbovist.
Zunächst Bilder von der Klonung des kleinen Riesenbovistes. Klonung begonnen am 25.08.10.
Bild


Wenn der noch wächst wächst er sehr langsam.
Bild

Gefällt mir schon besser,
Bild


das auch.
Bild



Auf Wellpappe ist auch noch im Rennen.


Bilder von der Klonung des zweiten Riesenbovistes. Klonung vom 03.09.2010.
Bild


Ein Pilz will nach oben. In diesem Glas hat ein drittes Pilzstück begonnen grüne Farbe anzunehmen.
Habe dieses Pilzstück vor dem HEPA-Filter mit sterilem Werkzeug herausgenommen.
Bleibt abzuwarten ob der Schimmel damit entfernt wurde oder sich vorher noch ausbreiten konnte.

Unerwartetes passiert. Es ist noch in einem weiteren Brutglas Mycel aus einem Pilzstück gewachsen.
Bild



Im ersten Schrägagar- Röhrchen ist das Mycel inzwischen in den Agar eingewachsen.
Bild



Auf der Rückseite hat sich der obere Teil vom Agar braun gefärbt.
Bild



Im zweiten Schrägagar-Röhrchen hat das Pilzstück inzwischen auch Mycel ausgetrieben.

Bild


Die Bilder sind auf Grund ungünstiger Lichtverhältnisse nicht so toll. Die nächsten werden besser sein.
Bin mir auf Grund der unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeiten der Mycelien nicht immer sicher ob in allen Gläsern der gleiche Pilz wächst.
Wahrscheinlich liegt das aber allein daran, dass die Klonung vom 25.08.10 mit einem Pilz erfolgte welcher schon 8 Tage im Kühlschrank gelegen hatte.

Gruß Harry II
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Mycomane » Freitag, 17. September 2010 18:54

Hallo Harry,

das sieht doch alles sehr gut aus. Die braune Verfärbung in dem Röhrchen wundert mich allerdings etwas.
Das ist doch nicht an der Stelle wo das Pilzstück liegt oder?
Also wie eine gewöhnliche Konti sieht das nicht aus. Wenn da doch ein Pilzstück liegt, würde ich vermuten es ist irgendein Zersetzungsprodukt von dem Stück. Kenne das jedenfalls von anderen Pilzen bei denen das dann auch so aussieht.

Drücke dir weiterhin die Daumen. Mal sehen wie die sich entwickeln ...
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Tukker » Dienstag, 21. September 2010 01:40

Liebe Pilzfreunde,

hier der aktuelle Stand des Klonexperimentes vom Riesenbovist.
Die Klonung des kleinen Riesenbovistes vom 25.08.2010 geht sehr langsam voran, aber sie geht voran. Das Mycel wächst hier lieber Richtung Glasboden als in die Fläche oder nach oben.
Bild


Das Mycel ist definitiv in die Wellen der Wellpappe eingewachsen.
Bild
Bild


Im Schrägagar-Röhrchen II geht das Wachstum nur langsam voran.
Bild


Der letzte ist der erste geworden. Das Brutglas, aus der Klonung vom 03.09.2010, in welchem das Pilzstück zuletzt Mycel ausgetrieben hat, ist als erstes vollständig durchwachsen, mit weißem, kontifreiem, strupigem Mycel, welches genauso aussieht wie das Mycel im Schrägagar-Röhrchen 1.
Bild


Der Favorit aus der Klonung vom 03.09.2010 ist mächtig ins schwitzen gekommen und hat reichlich Luftmycel gebildet. Leider war die Schimmelentfernung nicht vollständig gelungen.
Die Kaffeekörner an der Glaswand bildeten lauter kleine grüne Schimmelblüten.
Bild
Bild




Habe jetzt begonnen das Mycel zu vermehren. Das Material aus dem kontifreiem Glas hab ich auf
4 Brutgläschen verteilt. Das Material aus dem kontaminiertem Glas habe ich auf 3 Brutgläschen verteilt. Hab mit einem sterilisiertem Löffel die obere Mycelschicht beiseite geschoben und mit einem weiterem sterilisiertem Löffel das Material darunter entnommen. Mir ist klar, dass es nur selten gelingt aus einem kontaminierten Brutglas reines Mycel zu gewinnen, aber einen Versuch war es mir wert. Wenn es schiefgeht ist es nicht schlimm, weil es jetzt so gut wie sicher ist, dass mir in den nächsten 1-2 Wochen 4 Brutgläschen mit kontifreien vitalem Riesenbovist-Mycel zur Verfügung stehen werden, welche ich denen zustellen werde, welche per PN ihr Interesse gezeigt haben.

Bild



Gruß Harry II
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Mycomane » Dienstag, 21. September 2010 11:47

Würde sagen da kann man doch schon von einem erfolgreichen Expriment sprechen.
In dem einen Glas wächst der ganz schön dicht. Hätte das gar nicht erwartet.
Was willst du denn mit der Brut weiter machen?
Ab in den Garten, oder Riesenbovist indoor-growing? Interessant zu sehen wie der sich weiter entwickelt.
Auch wenn er vielleicht nicht zu den 1A Speisepilzen der Spitzenklasse zählt, finde ich er sollte trotzdem als "Besonderheit" gewürdigt werden.
Wäre schön weiterhin Neues von der Entwicklung zu erfahren.
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Mycelio » Dienstag, 21. September 2010 13:46

Bin auch begeistert!
Von meinen vier Pappklonen sind leider nur noch zwei im Rennen, da wächst das Mycel kurz und dicht, inzwischen etwas schneller, aber immer noch sehr langsam.

Gruß, Carsten
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Tukker » Mittwoch, 22. September 2010 05:15

hallo Pilzfreunde,
hallo Mycomane,

als nächstes werde ich Gläschen mit Körnerbrut an die Interessenten aus dem Forum versenden.
Das Mycel ist so vital, dass die Gläschen wahrscheinlich mitte kommender Woche bereits durchwachsen sind.
Bild

Deshalb werde ich wohl die Brut am Wochenende versenden.
Dann werde ich wahrscheinlich 1 – 4 Pilzzuchtbags mit Substrat füllen, sterilisieren und mit Körnerbrut impfen und wenn diese durchwachsen sind im Garten vergraben.
Zwei Beutel davon für meinen Nachbarn, der den Pilz mal hier angesiedelt hat.
Wenn nicht mein Maulwurf die Substratklötze vernichtet, wie er es mit meinen vergrabenen Kräuterseitlingsblöcken getan hat, wird dann wohl irgendwann einmal ein weiterer Riesenbovist in meinem Garten wachsen.
Werde dann versuchen die Körnerbrut durch trocknen dauerhaft zu konservieren.
Indoor-Zucht werde ich mit dem Riesenbovist nicht betreiben.

Beim Erscheinen des Riesenbovistes in meiner Wohngegend hat übrigens mein Nachbar der Natur etwas Hilfestellung geleistet. Von den vier Grundstücken welche an meines angrenzen war eines zum Zeitpunkt meines Kaufes ungenutzt und völlig verwildert. Wie meines damals vor ca. 15 Jahren auch. Auf diesem hat ein Nachbar, welcher auf seinem Grundstück Hühnerhaltung betreibt,
häufig seinen Hühnermist entsorgt. Als er dann irgendwann einmal einen Riesenbovist gefunden hatte, hat er ihn auf seinem Grundstück braun und trocken werden lassen und dann auf dem ungenutztem Grundstück “ausgestaubt”. Das heißt die ca. 3 – 20 Billionen Sporen des Riesenbovistes auf dem Grundstück verteilt. Es folgten viele Jahre in welchen immer wieder mehrere Riesenboviste auf dem Grundstück erschienen. Auf meinem Grundstück habe ich es dann genauso gemacht.

Gruß Harry II
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Mycomane » Samstag, 25. September 2010 22:51

Hallo Harry,
glaube nicht, dass der Maulwurf dem Pilz schaden wird. Der könnte ihn eher noch vor Insekten Würmern etc. schützen.
Die Brut durch Trocknen konservieren, habe davon zwar schon gelesen, bin aber relativ skeptisch ob das klappen kann.
In den Agar-Röhrchen sollte sich der Pilz im Kühlschrank aber sehr lange halten.

schöne Grüße
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Mycelio » Sonntag, 26. September 2010 00:32

Ja, aber Regenwürmer fressen sich gern in die Pilzblöcke hinein. Und wenn dann der Maulwurf Hunger hat, bleibt bestimmt nicht viel beisammen.

Grüße, Carsten
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Mycomane » Sonntag, 26. September 2010 10:11

Die Argumentation macht natürlich Sinn.
Was mich aber etwas verwundert ist:
Warum fressen sich die Regenwürmer in den Pilzblock hinein. Dachte die hätten gar keine Zähne und würden eher die Erde so aufsaugen.
So ein richtig dichtes Mycel lässt sich bestimmt nicht so leicht wegschlürfen. Kenne mich aber auch nicht wirklich aus - mit der Anatomie des Regenwurms.
Ernähren die sich nicht auch zum Teil von Bakterien die das Substrat vorverdaut haben?
Deswegen als Regenwurm: erstmal Blätter in den Boden ziehen und etwas fermentieren lassen?
Von daher könnte natürlich ein fermentiertes erdähnliches Substrat erst recht einladend sein für den Regenwurm.
Aber wie ist es mit eher harten verholzten Materialien ohne vorherige Fermentation?
Na ja ... müssen ja auch nicht gleich eine Abhandlung über die Psychologie des Regenwurms schreiben.
Aber eure Bedenken und Erfahrungen sind natürlich schon mal ein guter Tipp für kommende Pilz-Auswilderungsversuche. Habe bei mir im Garten aber keine Maulwürfe also kein Problem damit. Eher mit den Insekten die gerne direkt die Pilze fressen.

schöne Grüße
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Mycelio » Sonntag, 26. September 2010 15:44

Du hast völlig recht, die haben keine Zähne und werden sich natürlich nicht in massives Holz reinfressen. Bei meinen Blöcken handelt es sich ausschließlich um Substrate aus fein gehäckseltem Stroh und feinen Sägespänen, wo sie meist in gammeligen Bereichen zu finden sind. Bei Regenwetter kriechen sie aber auch die Regale hoch und dringen durch die Fruchtungsöffnungen in frische Beutel ein. Da finde ich oft welche zwischen Folie und Substrat. Wenn sie dann irgendwo einen Spalt finden, quetschen sie sich rein, plustern sich auf und vergrößern die Öffnung.

Bin mir eigentlich sicher, daß sie gern Pilzmycel fressen (neben Bakterien, Hefen, Algen, etc.), denn wenn ich Stücke von alten oder schimmligen Blöcken in meinen Wurmkisten entsorge, tummeln sich solange Würmer an den Stellen, bis kein Mycel mehr vorhanden ist. Das ist aber ein extremes Beispiel. In Gartenerde sind niemals soviele Würmer auf einem Haufen, da werden höchstens einzelne mal irgendwo am Substrat rumlutschen oder ein paar Hyphen abreißen.

Gruß, Carsten
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Mycomane » Dienstag, 28. September 2010 13:09

Hallo Harry,
erstmal vielen Dank für das Paket, ist gerade angekommen.
Das Mycel in dem Glas sieht ja noch besser aus als auf dem Foto, und absolut sauber.
In dem Röhrchen mit der Verfärbung ist dann wohl doch eine Konti.
Aber interessant : sicher ein Pilz (Mycel) aber sehr dunkel.
Wahrscheinlich kein Schimmel so wie das aussieht, zumindest keine gewöhnliche Sorte wie ich sie sonst so kenne. Muss mir das später nochmal genauer anschauen.

viele Grüße
und besten Dank!
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Re: Riesenbovist klonen

Beitrag von Tukker » Dienstag, 28. September 2010 16:09

hallo Mycomane,
glaube eher das es sich um Abbauprodukte des Pilzes handelt. Das Mycel ist sehr schnell gewachsen und produziert deshalb auch sehr schnell Abbauprodukte. Die Roggenkörner werden schwarz wenn der Pilz sie gefressen hat. Shii-Take produziert auch braune Abbauprodukte.
Aber für die Brutvermehrung ist das Mycel auf dem Roggenkorn wahrscheinlich die sicherste Variante.
Habe heute den ersten Substratbeutel sterilisiert. Werde weiter berichten.

Am Rande bemerkt, wir wissen jetzt das die Post keine 24 Stunden von Velten (in Brandenburg aber bei Berlin) nach Bochum braucht.

Gruß Harry II
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