Pilzfunde 2021/22 in Berlin

Hier gibts Infos über unsere "Freunde" aus dem Wald und Berichte über unsere Funde.

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Pilzfunde 2021/22 in Berlin

Beitrag von Mycelio » Freitag, 13. August 2021 19:13

Hallo zusammen,

nachdem ich am letzten Wochenende im Volkspark Rehberge in Berlin-Wedding an einem heranwachsenden Riesenbovist vorbeikam, wollte ich mal schauen, ob die Styroporkugeln endlich auch an anderen, näher gelegenen Fundorten loslegen.
Die erste Radtour am Montag Abend endete leider vorzeitig mit einem platten Hinterreifen, aber gestern Abend hat es geklappt. Im Landschaftspark Herzberge in Berlin-Lichtenberg war allerdings tote Hose, weit und breit kein Riesenbovist in Sicht, auch kein anderer Wiesenpilz. In dem kleinen Wäldchen, in dem ich zuletzt nur Karbolchampignons gefunden hatte, sah ich dann plötzlich den hier:
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Dunkle, braune Lamellen und ein dünnes, häutiges Velum, welches gerade erst aufreißt und die Lamellen frei gibt. Leider hatten schon einige Kellerasseln die Öffnung gefunden und tummelten sich am oberen Stielende. Ein kleines Stück vom Hutrand, zwischen den Fingerspitzen zerrieben, roch lecker nach Marzipan, also kein Zweifel, Agaricus augustus, der Riesenchampignon, den ich seit 11 Jahren vergeblich suche. Seltsamerweise stand er im Laubwald am Wegesrand inmitten von Holzresten und morschen, von Braunfäule halb zerfressenen Stämmen. Darf der das eigentlich? Ein paar Mückenstiche und Ameisenbisse später und unter genauer Beobachtung durch ein erstaunlich zutrauliches kleines Rotkehlchen hatte ich ihn grob gesäubert, entvölkert, eingetütet und im Rucksack verstaut. Ansonsten gab es dort noch ein paar junge Olivbraune Safranschirmlinge (Chlorophyllum olivieri, die sich safrangelb verfärben) und die üblichen Karbolegerlinge. :roll:
Auf dem Rückweg im Stadtpark Lichtenberg wurde ich dann an einer der vier üblichen Stellen fündig:
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Vorerst wohl der einzige, natürlich in einem mit Urin gedüngten Gebüsch.
Außer Karbolegerlingen :roll: wachsen gerade Riesenporlinge:
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Eigentlich im optimalen Stadium und sehr lecker. Hätte ich sie im Wald gefunden, hätte ich ein Büschel geerntet.
Zubereitet sehen sie übrigens so aus:
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Immer wieder ein großer Spaß für Leute, die keine Riesenporlinge kennen. :lol:
Die Nelkenschwindlinge und die Stadtschampignons machen gerade Pause. Da letztere letztens mal Thema waren, hier noch zwei alte Fotos:
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Durch die stämmige Statur und den doppelten Ring sind sie extrem einfach zu erkennen.
Meine dortigen Lieblingschampignons, die dünnfleischigen Anisegerlinge, die dort nur an einer Stelle unter einer Zeder wachsen, haben sich dieses Jahr noch nicht gezeigt, ebenso ein anderes Highlight an einer Ulme, aber davon ein andermal.
Und der Schwefelporling auf den ich auch schon gewartet habe, hat's übertrieben. Sein Wirt, eine alte Trauerweide ist letztens in sich zusammengebrochen. Er war innen komplett hohl und das restliche Holz zeigt den für Braunfäule typischen Würfelbruch.

Ach ja, einen habe ich noch. Vor ca. vier Wochen sah ich im Vorbeiradeln die hier in einem dunklen Eiben-Gebüsch, in dem sonst nur Gemeine Safranschirmlinge (Chlorophyllum rhacodes, die sich weinrot verfärben, bei Wikipedia steht's falsch) und Karbolchampignons :roll: wachsen:
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Vollbremsung, Brille auf, rein ins Gebüsch...
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:shock: Äh, keine Ahnung, wieso die Vorschaubilder auf dem Kopf stehen.
Meine große Freude, endlich wieder den leckeren Sklerotien-Stielporling (Polyporus tuberaster) gefunden zu haben, wurde allerdings jäh enttäuscht. Ein Stück davon roch eindeutig wie die grüne Rinde einer Wassermelone, also nix da, bloß der blöde Schuppige Porling (Polyporus squamosus). Bisher sah ich ihn immer seitlich aus Holz wachsen, aber offensichtlich kann er auch Wurzeln besiedeln.

Ok, das soll mal für heute reichen. In ein paar Tagen gibt es eine Fortsetzung mit Pilzen aus dem Tegeler Forst.
...sofern ich dort etwas finde...
LG
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von malda » Freitag, 13. August 2021 20:22

Sehr schöner Bericht vom Berliner Pilz-leben und ich hab wieder was gelernt :D .... und vor allem ist da auch was Kultivierbares dabei (zumindest theoretisch) - sind Riesenchampignon und Riesenporling denn auf Agarplatten gelandet? :?:
Ich bin echt schon erstaunt was da in den Gärten und Parks der Großstadt so wächst, ja fast schon etwas neidisch, denn mein "Pilz radeln" vor etwa einer Woche hier bei mir im Darmstädter Raum (auf'm Land) war extrem pilzarm...
Freue mich auf den Tegeler Forst!
VG
Dietmar
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von Mycelio » Freitag, 13. August 2021 22:16

Danke!
Manchmal staune ich auch. Vor einigen Jahren, nachdem ein Sturm im Volkspark Hasenheide in Neukölln einige alte Eichen gefällt hatte, gab es nicht nur massig leckere Schefelporlinge,
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sondern auch Leberreischlinge (=Ochsenzunge, Fistulina hepatica).
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Schön war auch dieser üppige Klapperschwamm im Plänterwald in Treptow:
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Leider haben die Myzelien der letzten beiden nicht überdauert.
Soo schnell werde ich die wohl nicht wieder finden. Hier werden die Sommer immer trockener und ich weiß nicht, wie oft ich schon in Parks oder Wäldern war und überhaupt nichts gefunden habe. So manchen züchtenswerten Pilz finde ich alle zehn Jahre mal.

Vom Riesenporling hatte ich gestern nichts mitgenommen. Das Myzel habe ich schon und ich finde ihn sowieso von Sommer bis Herbst recht häufig. Zu aktuellen Agarexperimenten schreibe ich bald nochmal an anderer Stelle.

Und der Riesenchampignon...
Natürlich hatte ich gestern am späten Abend begeistert Agar gekocht und nachts um drei sieben Petris beimpft.
Gerade habe ich aus einer eine Made entfernt und drei weitere sofort entsorgt. Darin war bloß noch löchriger Matsch. Bei zweien hege ich den Verdacht, dass auch Maden drin sind. Nur das letzte Stück sieht sauber aus, fängt aber an einer Ecke an, zu gammeln. Gleich danach habe ich sämtliche Pilzreste in einer verknoteten Plastiktüte im Restmüll entsorgt.
So hatte ich mir das nicht vorgestellt. :(
Ich habe zwar einen Sporenabdruck auf Alufolie gemacht, aber beim Riesenegerling stehen die Chancen extrem schlecht, dass da irgendetwas keimt. Naja, zumindest weiß ich jetzt, wo sich ein Myzel im Boden befindet, vielleicht finde ich ja irgendwann einen kleineren, der nicht so verwurmt ist.
LG
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von mariapilz » Samstag, 14. August 2021 12:12

:shock: wow. Was für eine Vielfalt... Und dann noch gemütlich mit dem Radl.. Als ich letzte woche von bekannten gehört habe, dass es gutes zu finden gibt, habe ich mich auch auf dem weg in den Wald gemacht.... Mit Steigeisen und Pickl... ich war wohl am falschen Berg :? ausser Steine und jede Menge Zecken nichts gefunden.
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von Mycelio » Sonntag, 15. August 2021 00:46

Ja, diese Art von Sammelerfolg kenne ich nur zu gut. Das Mücken- und Zecken-Abwehrspray ist fast schon der wichtigste Teil meiner Pilzsammel-Ausrüstung. Aber klettern klingt spannend. Berge haben wir hier ja nicht so richtig, was die Sache mit dem Fahrrad aber enorm vereinfacht.
Und bei dem hiesigen Klima bin ich im Sommerhalbjahr oft schon froh, wenn ich wenigstens einen Rehbraunen Dachpilz entdecke. Dieses Jahr gab es hier immerhin ab und zu ein wenig Regen, so dass doch ein paar Arten zu finden sind.
LG
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von Zitronenfalltür » Montag, 16. August 2021 14:26

Diese miesen kleinen Krabler. Rekord waren mal 18 Zecken nach einer längeren Pilztour.
Nach hundert Stichen hab ich aufgehört zu zählen.

Gebratene Riesenporlinge sehen nicht so aus, als sollte man die Essen. Schmecken auch nur ganz jung.

Glückwunsch zu den Funden. Riesenchampi und den hübschen Porling hatt ich noch nie.
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von Mycelio » Montag, 16. August 2021 14:31

So, gestern war es dann soweit. Ich hatte mich mit einer guten Freundin zur Radtour in den Tegeler Forst verabredet. Diesmal waren wir aber faul. Da eine Strecke 25km beträgt und wir erst spät gestartet waren, sind wir jeweils knapp 10km mit der S-Bahn gefahren. Wir haben dann zuerst den See umrundet, sind zum südlichsten Zipfel gefahren, um dann im Zickzackkurs in Seenähe zurück zu radeln und zwischendurch auch mal ne Weile umherzulaufen. Gesucht haben wir also nur im südlichen Teil des südlichen Tegeler Forstes. Der Wald besteht dort hauptsächlich aus Buchen und Eichen, hier und da gab es ein paar Gruppen von Lärchen, überraschend viele Ulmen und direkt am Ufer auch ein paar Weiden, alles auf Sandboden und ein klein wenig hügelig. Die reinen Kiefernbestände an anderen Stellen haben wir ausgelassen. Allem Anschein nach wird der Wald dort nur im geringen Maße kommerziell genutzt, d.h. tote Bäume bleiben einfach liegen, sofern sie nicht die Wege versperren. Insofern waren es gute Ausgangsbedingungen, allerdings hat es hier seit Ende Juni nur wenig Regen gegeben und der Boden war überall sehr trocken, so dass ich eigentlich nur darauf hoffen konnte, ab und zu einen Riesenporling oder einen anderen holzbewohnenden Pilz zu finden.
Überraschenderweise kam dann aber das Highlight schon nach wenigen Minuten. An einem Seitenweg in 20m Entfernung waren zersägte Stücke eines dicken Eichenstammes aufgereiht und bei einem wuchs etwas großes rötliches aus der Schnittfläche, das sich bei näherer Betrachtung als wunderschöner junger Leberreischling entpuppte, zwei Fruchtkörper, zusammen ca 30cm breit.
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Auch wenn mich deren Geschmack sehr interessiert, habe ich mich bei diesem seltenen Pilz darauf beschränkt, bloß eine Probe zu Forschungszwecken mitzunehmen.
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Der Rest unserer Funde bestand aus den üblichen Verdächtigen. An einer Badestelle gab es einen Stamm mit mehreren riesigen, schon vergammelten Büscheln vom Schuppigen Porling. Daneben im Gebüsch standen ein paar Safranschirmlinge. Kurz darauf erspähte meine Begleiterin den ersten Parasol, den ich völlig übersehen hätte.
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Von dem gab es später noch weitere, so dass wir ein paar Hüte fürs Abendessen mitnahmen. Irgendwie war ich zu sehr auf Totholz fixiert, ich hätte keinen von denen entdeckt. :lol:
Dann kam ein Stamm mit überständigen, von Schnecken zerfressenen Lungenseitlingen und immer wieder Riesenporlinge in allen Altersstadien, die gern in Rudeln rings um morsche Baumstümpfe auftraten.
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Ganz zum Schluss fiel mir noch ein junger Schwefelporling ins Auge.
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Da die Ränder noch knubbelig dick waren und er sich insgesamt recht weich anfühlte, musste er natürlich mit, was bei meiner Begleiterin erstmal gemischte Gefühlen hervorrief.
"Und du bist wirklich sicher, dass man so etwas essen kannn?"
8)
Ansonsten gab es nicht viel, ein paar vergammelte Rehbraune Dachpilze, eine Handvoll winzige Stockschwämmchen, irgendwo stand sogar noch ein winziger, zerfressener Röhrling herum, irgendwas in Richtung Ziegenlippe. Das war's, abgesehen von drei Stellen mit Karbolegerlingen, einem einzigen Stumpf mit Grünblättrigen Schwefelköpfen und diversen weißen, gelben oder pinken Fruchtkörpern von Schleimpilzen.

Zuhause angekommen wurde zuerst der Schwefelporling gesäubert, in mundgerechte Stücke geschnitten, sicherheitshalber für 5 Minuten in kochendes Wasser gegeben, mit etwas Rapsöl bei mittlerer Hitze gründlich durchgebraten, bis die ersten Stücke an den Kanten knusprig wurden und zwischendurch leicht gesalzen.
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Perfekt. Die anfängliche Skepsis der Freundin war nach dem ersten Bissen verflogen. Da Konsistenz und Geschmack an Hühnchen erinnern, war sie hin und weg davon.
Später haben wir noch die Parasolhüte paniert und gebraten. Zu meiner Überraschung waren 5 von 6 Exemplaren völlig frei von Maden, aber leider gab es da keine Gelegenheit, Fotos zu machen. Ihr kennt das ja sicher, zuerst ist es ne Riesensauerei, wenn die Hände mit Ei und Semmelbröseln besudelt sind und dann will man keine Zeit verlieren und mampft sie in Windeseile auf.
Riesenporlinge hätte ich zwar auch sehr gerne gegessen, aber die hätten wir nicht mehr geschafft.
So weit so gut, ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen!
LG
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von malda » Dienstag, 17. August 2021 19:13

Auch im Tegeler Forst hast du für die Jahreszeit finde ich wieder eine erstaunliche Pilzmenge mit nach Hause gebracht. Riesenporling scheint ja echt häufig zu sein. Bewusst hab ich den bisher erst einmal gefunden, hab ihn aber nicht verspeist. Auf den werd ich Mal achten... und verkosten.
Leberreschlinge und Klapperschwam sind auch Pilze die ich nicht kenne. Da aber bei uns mittlerweile ziemlich viel Holz liegen bleibt und auch entsprechend Stümpfe vorhanden sind sollten die Chancen auf Holzzersetzer steigen. Lungenseitlinge hat es häufiger und Schwefelporling war letzte Saison eine regelrechte Plage....
VG
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von Mycelio » Dienstag, 17. August 2021 23:43

Vielleicht kennst du den Klapperschwamm ja unter seinem japanischen Namen Maitake?
Schwefelporlings-Plage klingt jedenfalls toll. :D Der am Sonntag war der erste, den ich hier in diesem Jahr gesehen habe. Der Riesenporling ist fast genauso lecker und muss ebenso jung geerntet werden. Für beide heißt das, dass die äußere Kante noch wulstig dick ist und sie sich leicht schneiden lassen. Der Riesenporling wird sonst zäh und der Schwefelporling trocken, säuerlich und bitter.
Schau einfach mal an alten oder toten Eichen, früher oder später wirst du die alle dort finden.
LG
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von Zitronenfalltür » Mittwoch, 18. August 2021 13:06

Hier in Bremen ist der Riesenporling sehr häufig. Sieht bei den anderen Pilzen anders aus.
Den Klapperschwamm hab ich ein paar mal gefunden. Ess den aber nicht gerne, weil der Sand und alles andere umwächst. Ich hasse knirschendes Essen :evil:

Grüße, Markus.
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von fungal » Mittwoch, 18. August 2021 17:36

Hey, im Plänterwald habe ich mich auch letzte Woche bedient. :mrgreen:

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Hätte den gerne weiter vermehrt, bin aber noch nicht bei Steriltechnik angekommen.
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von Mycelio » Mittwoch, 18. August 2021 22:32

Mmmmh, das sieht lecker aus. :D
Das erklärt auch, warum ich dort keinen mehr finden konnte. :lol:
War das wirklich im Plänterwald oder noch im Treptower Park? Sieht irgendwie mehr nach dem Waldstück zwischen Puschkinallee und Am Treptower Park aus, Nähe Liegewiese oder Karpfenteich. Kann mich aber auch irren.
Ich war nämlich vorhin im Plänterwald und im Treptower Park, wo ich gelernt habe, dass der Riesenporling wohl nicht in jedem Wald vorkommt. Außer mehreren Leberreischlingen, einem stark zerfressenen Riesenbovist und einem Rehbraunen Dachpilz war nichts interessantes zu finden.
Eigentlich war ich wegen dem Klapperschwamm dort, weil ich den früher mal Mitte August im Plänterwald gefunden und letztens den Fundort wiederentdeckt hatte. Aber da muss ich wohl auf mehr Regen warten...
Ja Markus, der eingewachsene Sand nervt total. Klonen sollte aber klappen.
LG
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von fungal » Donnerstag, 19. August 2021 14:36

Mycelio, du hast Recht, das war am Karpfenteich. Wollte nicht zu spezifisch werden. Da sollte aber noch einiges übrig sein :wink:
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von Mycelio » Donnerstag, 19. August 2021 23:37

Oh, verstehe. Wollte es bloß genau wissen, um einen Überblick zu bekommen, wo dort welche Pilze zu erwarten sind. Hatte ja letztens erst einen gefunden.
Wahrscheinlich bin ich an der Rückseite der Eiche vorbei geradelt und habe nix gesehen. :lol:

Kochst du Schwefelporlinge vor dem Braten kurz ab?
Hatte mal gelesen, dass es wichtig sein sollte, bloß leuchtet mir nicht ein warum.
LG
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Re: Pilzfunde 2021 in Berlin

Beitrag von Mycelio » Donnerstag, 02. September 2021 20:45

Weiter geht's...
Gestern am späten Nachmittag habe ich wieder eine größere Tour mit dem Rad unternommen. Nach einigen kühleren Tagen mit Regen hatte ich die Hoffnung, dass jetzt endlich mehr Pilze mit Hut und Stiel zu finden wären, aber leider fand ich nur sehr wenige.

Auf einer Wiese im Treptower Park wuchsen folgende Gesellen aus einem Laubholzstumpf (evtl. Linde):
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Glatte, fast speckig glänzende Huthaut, glatter Stiel ohne Ring, Lamellen leicht rosa... wäre der Hut braun gewesen, hätte nichts gegen den Rehbraunen Dachpilz gesprochen. Aber der soll ja auch selten in weiß vorkommen, vielleicht ist es ja Pluteus cervinus var. alba.

Im angrenzenden Plänterwald waren die Leberreischlinge gewachsen, ansonsten gab es nichts neues. Hier und da wuchs auf Holzresten eine Art von Korallenpilz, die ich letztens schon gesehen hatte und die scheinbar eintrocknen und wieder weiter wachsen kann, also eigentlich etwas, das man züchten könnte...
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Leider habe ich von Korallen keine Ahnung, also habe ich keine Probe mitgenommen.

In dem kleinen Waldstück im Landschaftspark Herzberge führte mich meine Nase zu einer Gruppe Stinkmorcheln incl. recht großer Hexeneier, von denen ich eines mitnahm. Das weiße Innere, der Teil, der später zum Stiel wird, kann ja auch roh gegessen werden und erinnert geschmacklich an einen milden Rettich. Das glibberige Äußere lässt sich zusammen mit der inneren Hülle recht einfach abziehen, die noch feste und geruchlose Gleba ebenso. Die einzigen anderen Pilze dort waren ein paar große Karbolegerlinge.

Im Stadtpark Lichtenberg sah ich dann dieses kleine Grüppchen im Gras stehen:
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Die kannte ich bisher nur auf sehr nassem Holz, aber es sind eindeutig Getigerte Sägeblättlinge, Lentinus Tigrinus, nur echt mit den fein gekerbten Lamellen:
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Die Nelkenschwindlinge hatten wieder Nachwuchs bekommen und die Riesenporlinge waren jetzt ausgewachsen.
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Sogar der Schwefelporling hatte nochmal an der Trauwerweide gefruchtet, die er zugrunde gerichtet hat.
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Ach ja, neue Riesenboviste gab es nirgendwo.
Soviel zu dieser Tour. Evtl. schreibe ich gleich nochmal etwas zu einem seltsamen Pilzfund von heute.
LG
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