Getrocknete Pilze vermehren

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AndyMM
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Getrocknete Pilze vermehren

Beitrag von AndyMM » Freitag, 10. Juli 2009 09:06

Könnte man eigentlich auch getrocknete Pilze wieder "auferstehen" lassen ? Sprich wenn ich im Supermarkt eine Packung getrocknete Braunkappen kaufe, könnte ich dann damit was anfangen ??? :oops: :oops:
Andy
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Beitrag von hegaupilz » Freitag, 10. Juli 2009 10:15

Hi Andy
kannst probieren die Sporen auf Agar keimen zu lassen. Danach mehrmals überimpfen bis du eine saubere Petri hast.
Klonen funktioniert nicht

Gruß
Holger
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AndyMM
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ok

Beitrag von AndyMM » Freitag, 10. Juli 2009 10:17

Danke werde ich mal versuchen..

Gruss Andy
Andy
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Beitrag von Mycelio » Freitag, 10. Juli 2009 12:11

Hallo,

eins vorweg, die getrockneten Braunkappen im Supermarkt sind meist echte Braunkappen, die nur in Symbiose mit Waldbäumen gedeihen und Steinpilzen ähneln. Unsere Zucht-Braunkappen heißen eigentlich rotbraune Riesenträuschlinge.

Aus getrockneten Pilzen Mycel zu ziehen ist nicht völlig unmöglich, aber schwierig. Da müssen junge Pilze schonend getrocknet worden sein und dann versuch mal, sauberes Gewebe aus dem Inneren zu entnehmen... Habe selbst schon Seitlingsmycel getrocknet, ein Jahr liegen lassen, dann 24h gewässert und auf feuchte Wellpappe gelegt. Einen Tag später fing es brav an zu wachsen. Bei Pilzen unbekannter Herkunft hat man mit Sporen bestimmt eher Glück.

Grüße, Carsten
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aha

Beitrag von AndyMM » Freitag, 10. Juli 2009 13:22

das heisst eigentlich wenn ich mir beim Dehner Impfdübel mit der aufschrift Braunkappen kaufe sind das rote Riesenträuschlinge ?? Und wo besteht zwischen den 2 der Unterschied ?? Glaube muss mir auch ein Buch über Pilze allgemein kaufen... habt ihr da Tipps welche Bücher ich mir zulegen sollte ?
Andy
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Beitrag von hegaupilz » Freitag, 10. Juli 2009 16:06

:o :o :o :o :o :o

und das hat wirklich funktioniert aus eingetrocknetem Austernfruchtkörper?

Sporen leuchtet mir ein aber getrocknete Fruchtkörper wieder zum wachsen bringen überrascht mich.

Holger
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Beitrag von Mycelio » Freitag, 10. Juli 2009 17:20

@Andi
Kannst auch ohne Buch einfach mal googeln. Der echte wächst nur im Wald, heißt Braunkappe, Marone, Maronenröhrling, Boletus badius oder Xerocomus badius. Hat wie der Steinpilz keine Lamellen sondern Röhren unter dem Hut und sieht ihm auch sehr ähnlich.

Der rotbraune Riesenträuschling, bzw. Stropharia rugosoannulata wächst auf Holzresten und hat Lamellen. Pilzbrut wirst du nur von diesem bekommen.

Leider werden Zuchtpilze öfter mal mit verwirrenden Fantasienamen versehen, wie z.B. das japanische Stockschwämmchen, das bei manchen Züchtern Toskanapilz heißt.


@Holger
Das funktioniert mit Fruchtkörpern, durchwachsenem Substrat und Körnerbrut. Ob das bei allen Pilzen geht, weiß ich nicht, nehme es aber stark an. Bei Seitlingen, Champignons und Shiitake bin ich mir sicher.
Gerade getrocknete Körnerbrut finde ich sehr praktisch. Kann bei Zimmertemperatur jahrelang gelagert und innerhalb von zwei Tagen aktiviert werden.


Grüße, Carsten
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Beitrag von Austernfreund » Freitag, 10. Juli 2009 19:54

Mycelio hat geschrieben: Gerade getrocknete Körnerbrut finde ich sehr praktisch. Kann bei Zimmertemperatur jahrelang gelagert und innerhalb von zwei Tagen aktiviert werden.


Grüße, Carsten
Hast du das schon probiert? Wenn ja wie hast du denn getrocknet und dann aufbewahrt? Schließlich wie dann wieder aktiviert?

Das wäre nämlich nen super Grundstoff zum Verschicken und Brut sichern daheim

lg
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Ok

Beitrag von AndyMM » Freitag, 10. Juli 2009 19:55

Hmm komisch is das ja schon... warum werben die den damit ?Ist ja voll die irreführung ?? :evil:
Wie schauts da Geschmacklich aus ? ähneln diese sich wenigstens ??
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Beitrag von Austernfreund » Freitag, 10. Juli 2009 20:02

Verkauft sich halt besser. #

Handelsnamen sind auch bei Fischen beliebt:

Köhler = Seelachs

Katfisch = Steinbeißer
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Re: Ok

Beitrag von Mycelio » Freitag, 10. Juli 2009 20:35

AndyMM hat geschrieben:Hmm komisch is das ja schon... warum werben die den damit ?Ist ja voll die irreführung ?? :evil:
Finde ich auch dämlich, aber was will man machen... Am besten, man merkt sich die lateinischen Namen. Ist zwar erstmal komplizierter, dann gibt's aber keine Verwechslungen mehr.
AndyMM hat geschrieben:Wie schauts da Geschmacklich aus ? ähneln diese sich wenigstens ??
Tja, wenn ich das wüßte. Ich vermute mal, die echten Braunkappen schmecken wie Steinpilze, die Riesenträuschlinge gehen eher in die Richtung von Champignons oder Schopftintlingen.
Austernfreund hat geschrieben:Hast du das schon probiert? Wenn ja wie hast du denn getrocknet und dann aufbewahrt? Schließlich wie dann wieder aktiviert?
Ja, aber unsteril. Habe einen Löffel Körnerbrut in ein breites Glas gegeben und mit nem Teelöffel zerbröselt. Dann den Deckel locker draufgelegt, einige Wochen stehen lassen, bis alles richtig trocken war, dann zugeschraubt und ab in die Schublade. Ca. ein Jahr später habe ich ein paar Körner in ein Gläschen mit Wasser geworfen, einen Tag später auf feuchte Wellpappe und nach ein paar Tagen Substrat dazugegeben usw, wie bei Austernklonen auf Pappe.

Werde das jetzt öfter machen, scheint mir die einfachste Methode zu sein, sich ne Sicherheitskopie anzulegen.

Grüße, Carsten
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Re: Ok

Beitrag von Pilskenner » Sonntag, 19. Juli 2009 09:46

Ja, aber unsteril. Habe einen Löffel Körnerbrut in ein breites Glas gegeben und mit nem Teelöffel zerbröselt. Dann den Deckel locker draufgelegt, einige Wochen stehen lassen, bis alles richtig trocken war, dann zugeschraubt und ab in die Schublade. Ca. ein Jahr später habe ich ein paar Körner in ein Gläschen mit Wasser geworfen, einen Tag später auf feuchte Wellpappe und nach ein paar Tagen Substrat dazugegeben usw, wie bei Austernklonen auf Pappe.
hab da eine frage: War die Körnerbrut komplett durchwachsen bevor du sie geteilt und getrocknet hast?

gruß Andi
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Beitrag von Mycelio » Sonntag, 19. Juli 2009 11:39

Hallo Andi,

ja, die Brut war bereits ein oder zwei Wochen vorher komplett durchwachsen.

Grüße, Carsten
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