neue agar-rezepte für jedermann

Rezepte und Petrischalen gießen

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davidson30
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neue agar-rezepte für jedermann

Beitrag von davidson30 » Freitag, 25. September 2009 14:59

hallo


nach längerer pause melde ich mich wieder mit versuchen zurück.


als erstes (da ich noch kein me habe) ... hab ich mal bier-reis agar gekocht ... und bin sehr überrascht ....



zuerst mal bier aufgekocht und reis dazugegeben ...
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kochen lassen

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dann das ganze abgesiebt agar agar dazu un in petris gefüllt

da dachte ich noch das ist ja zu hell ... da sehe ich das myzel nicht ..

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doch nach dem autoklavieren ... siehts da doch anders aus :)
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hier mal austern im glas ... mal ohne petri gearbeitet ..
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hier noch eine petri mit austern


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und hier eine mit shiitake


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der nächste versuch war brotagar ...




heir hab ich mal versuchsweise eine halbe scheibe brot in wasser gegeben und kochen lassen ..
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da wird ein richtiger brei daraus ..
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das ganze abgesiebt ..
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und zum autoklavieren in ein glas gefüllt
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so hier reishi auf brotagar

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und hier ein parasolklon auf brot

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da mir das myzel ein wenig zu weiss (kräftig) aussieht vermute das da zucker fehlt ....


heute hab ich noch honig und traubenzucker zum bier gemischt .. mal sehn wie das funzt :roll:




gut kulturpilz

fritz
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Beitrag von Gonzo » Freitag, 25. September 2009 19:39

stark coole versuche probier ich auch mal bier mit reis
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Beitrag von davidson30 » Samstag, 26. September 2009 13:54

hallo



der reishi heute einen tag später ... :shock:

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da fällt mir carsten und seine hefe ein .... könnte das hier auch beitragen ????

im brot ist doch auch hefe enthalten ...




gut kulturpilz

fritz
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Beitrag von Mycelio » Sonntag, 27. September 2009 13:35

Hallo Fritz,

überraschend, wie gut das mit dem Weißbrot klappt. Hefe ist schon sehr nahrhaft wegen Aminosäuren, Vitaminen und Mineralien, jedoch sind davon nicht alle hitzebeständig. Im Weißbrot hatte die Hefe natürlich nur ein begrenztes Angebot an Grundstoffen, da der Kleieanteil ja aus dem Mehl entfernt wurde, aber vielleicht ist es ja sogar besser, wenn's nicht allzu nahrhaft ist.

Grüße, Carsten
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Beitrag von davidson30 » Sonntag, 27. September 2009 23:31

hallo


das war kein weissbrot ...


schaut nur aufgeweicht so aus ... ist ein normales landbrot gewesen ...





gut kulturpilz

fritz
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Beitrag von blubb0211 » Sonntag, 18. Oktober 2009 17:21

hmmm klingt ja toll! heisst das, ich muss mir kein Malzextrakt mehr besorgen? Was hast du für Mengen gehabt? Wieviel dl Bier, wieviel Reis und wieviel Agar?
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Beitrag von davidson30 » Sonntag, 18. Oktober 2009 18:10

hallo


beim bier hab ich eine flasche 0,5l genommen .... und eine gute hand voll reis ... zum schluß hab ich ca 100ml wasser zugefügt ... da der reis ja auch flüssigkeit aufgenommen hat ... und für 100ml 2 teelöffel agar hinzugegeben .



ob das ganze agar ersetzen kann weiss ich nicht ... die stoffe die in mea stecken sind sicher auch nicht ohne .... ich habe den versuch mal gestartet da ich meine kulturen fast alle auf mea eingelaget hatte und ich mal anderes futter anbieten wollte .


hier mal der parasol zum vergleich ... der rechte ist der brotagar

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gut kulturpilz

fritz
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Manitari
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Beitrag von Manitari » Montag, 19. Oktober 2009 12:58

Hi Fritz,

das sieht super aus, bist Du sicher, dass es 100ml waren oder 1000ml?


Grüsse
Christiana
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Beitrag von davidson30 » Montag, 19. Oktober 2009 17:41

hallo


ich denke schon das ich richtig liege ... 0,1l


wollte nur den verlust vom verdunsten ausgleichen ...



gut kulturpilz

fritz
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Beitrag von Manitari » Montag, 19. Oktober 2009 18:33

hi Fritz,

ok probiere ich morgen aus.
Ich denke, ich versuche Hefeweizen und normales Weizenbier.

schmelzende Grüsse

christiana
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Bieragar

Beitrag von BlackRabbit » Montag, 30. November 2009 14:59

Ein verschneites Hallo an alle Pilzzüchter

also das Bier trink ich lieber selber, das kriegen die Pilze nicht auch noch ;-)

Gerade eben habe ich mal geistig zwei threads im Kopf verknüpft und mir folgende Frage gestellt:

Die Vergärung von Substrat, z.B. Stroh, führt bekannterweise über die Milchsäuregärung zu Milchsäure. Also zu einem säuerlichen Substrat auch wenn man noch Kalk und / oder Gips hinzuwirft. Da haben ja Bakterien wie auch Schimmel mehr Mühe sich zu etablieren.

Hat schon mal jemand Milchsäure (Apotheke, sollte sehr billig sein) seinem MEA-Rezept hinzugefügt oder pH-Studien gemacht? Vielleicht auch bei Flüssigkulturen?

Ich weiss, sauber Arbeiten ist das oberste Ziel, aber gerade Leute ohne HEPA wären vielleicht froh um unterstützende Schimmel/Konti-Unterdrückung :?:

Nette Pilzgrüsse

BlackRabbit
Christoph1988
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Re: neue agar-rezepte für jedermann

Beitrag von Christoph1988 » Montag, 25. August 2014 20:50

Hallo zusammen,
lasst mich diesen doch etwas in die Jahre gekommenen Thread nochmal kurz aufgreifen.
Mittlerweile bin ich nach einigen Versuchen mit Flüssigkulturen mal dazu übergegangen, meine Pilze auf Petrischalen zu impfen, da man so Konterminationen der Stämme z.B. mit Bakterien weitaus besser erkennen kann.
Aktuell bin ich im Besitz je eines Stammes Shii-Take und Kräuterseitling aus dem Forum. Der Shii-take wurde mir mit der Bemerkung geschickt: "er ist doch ziemlich träge, musst du mal gucken...". Nachdem ich eine Tüte autoklavierter Holzreste damit beimpft habe, wuchs er extrem langsam und die Tüte roch beim Öffnen ziemlich ekelhaft, wesshalb ich die Vermutung habe, dass der Stamm eventuell mit Bakteieren kontaminiert ist. Der Kräuterseitling hat nach Flüssigkulturvermehrung etc. auf Stroh schon einige reiche Ernten eingebracht und scheint keine Probleme mit Konterminationen zu haben.
Daher habe ich jetzt mal einige Petrischalen mit MEA-Medium (20g/l Malzextrakt, 20g/l Agar, 1g/l Pepton, 2g/l Hefeextrakt) bzw. R2A-Medium mit meinen Stämmen beimpft. Die Hälfte der Platten bekam zusätzlich noch Antibiotika dazu (30mg Ampicillin, 10mg Streptomycin pro Platte), wobei ich die Arbeiten in einem mikrobiologischen Labor gemacht habe. Der Theorie nach sollten die Pilze auf dem MEA und die Bakteiren auf dem R2A bevorzugt wachsen, wobei die (relativ hochdosierten) Antibiotika das Bakterienwachstum unterdrücken sollten (sofern ich nichts resistentes in meinen Kulturen habe).

Im Vorfeld dieser Arbeiten habe ich etwas nach Medien recherchiert habe und ehrlich gesagt erstaunt war, dass man selbst in der Fachliteratur (wissenschaftliche Paper) hauptsächlich MEA-Medien bzw Kartoffel-Agar findet. Interessanterweise bin ich eher beiläufig auf das Sabouraud-Medium gestoßen, dass durch seinen relativ sauren pH von 5,6 selektiv für Pilze sein soll. Weiterhin ist es ja dem MEA-Medium abgesehen vom fehlenden Malz- und Hefeextrakt relativ ähnlich.
So kam mir die Idee, dass MEA durch ansäuern ebenfalls selektiver gemacht werden könnte. Nebenbei könnte man seine Stämme durch paralleles ausplattieren auf einem bakterienselektiven Nährboden auf das Vorhandensein von Bakterien überprüfen.

Hat jemand von euch mal Überlegungen in dieser Richtung angestellt bzw. Versuche in dieser Richtung gemacht?

Viele Grüße
Christoph
chris0812
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Re: neue agar-rezepte für jedermann

Beitrag von chris0812 » Donnerstag, 06. November 2014 22:18

Hi - bin neu und muss u.a. mal meinen Senf dazu geben ;)
@Fritz: erstmal klasse, dass es offensichtlich nicht unbedingt MEA oder sonstige Labormedien sein müssen (kann ja nicht bei mir im Labor alles für meine privaten sachen "missbrauchen")
und das obere Thema aufgegriffen: @Christoph, wie siehts aus mit den AB Ansätzen bzw. dem ansäuern, würde das auch mal probieren aber planlos ob ich Acetat oder HCl nehmen sollte
Christoph1988
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Re: neue agar-rezepte für jedermann

Beitrag von Christoph1988 » Montag, 10. November 2014 11:39

Hi Chris,
die AB-Ansätze haben eigentlich keinen wirklichen Erkenntnisgewinn gebracht. Außer, dass der Shii-take anscheinend keine Baktis hatte. Allerdings ist die pH-Frage recht interessant. Es ist nicht primär so, dass Pilze eher säureliebend sind, sondern das unterscheidet sich je nach Art schon recht massiv. Laut einigen Papern die ich gefunden habe, hat zumindest der "da verwendete Shii-Take-Stamm" ein pH-optimum von 3-3,5 der Austernseitling hingegen fühlt sich bei pH 9 am wohlsten.
Man müsste also idealerweise für jeden Stamm bzw. jede Art eine Bestimmung des pH-Optimums durchführen. Dazu würde ich statt des einfachen an- oder absäuerns (HCl/NaOH) auf ein Puffersystem (z.B. Phosphatpuffer) zurückgreifen, da dieses den pH-Wert relativ konstant hält, was sonst nicht der Fall wäre.

Gruß
Christoph
shroomy85
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Re: neue agar-rezepte für jedermann

Beitrag von shroomy85 » Montag, 10. November 2014 20:24

Hey!
Wow, wahnsinn was ihr für tolle versuche am laufen habt :shock:
Bitte weiterberichten :wink:
Greetz
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