All American gewerblich importieren?!

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Pilzmartin1

All American gewerblich importieren?!

Beitrag von Pilzmartin1 » Dienstag, 17. April 2018 23:57

Hallo Pilzfreunde,

ich spiele mit dem Gedanken die allseits hochgeschätzten All American gewerblich zu importieren. Jedoch wollte ich vorher eure Meinung hören, ob tatsächlich Nachfrage besteht. Was mich wundert ist, das bisher niemand importiert, was darauf hindeutet, das es entweder nicht/nur schwer möglich ist, oder einfach die Nachfrage fehlt. Ich bitte um eure Meinung dazu.

Pilzmartin
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von Ständerpilz » Mittwoch, 18. April 2018 07:25

Den Gedanken habe ich auch schon mal gehabt. Du solltest dir allerdings den Generalvertrieb am besten für ganz Europa sichern. Ferner musst du sicherstellen, dass das Ding sicher ist, einerseits wegen des Drucks und andererseits elektrische Sicherheit. Die Geräte mit elektrischer Hitzequelle müsstest du vorher auf 230V statt 110V umbauen lassen. Wenn du Kapital, Zeit und etwas Sachverstand mitbringst, würde das vielleicht klappen. Zoll und Einfuhrumsatzsteuer verteuern das Produkt natürlich auch nicht unerheblich.
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von Pilzmartin1 » Mittwoch, 18. April 2018 09:04

Hallo Ständerpilz,

vielen Dank für deinen Imput. Ich glaube die (elektrischen) Autoklaven würde ich erst später importieren, wenn tatsächlich das Geschäft funktioniert, um es mir hierbei einfacher zu machen. Du hast aber natürlich vollkommen Recht, es gibt auch sonst eine Menge zu beachten. Was mich etwas abschreckt, ich war zwar schon unternehmerisch tätig, hatte aber nie mit Import/Export zu tun (bin nur an der Theorie gestreift). Das Kapital wäre vorhanden und ich habe schon Webseiten gebastelt, also ein Webshop könnte klappen. Günstiger Lagerplatz findet sich auch, die Dinger sind ja nicht ganz so empfindlich.

Für mich gibt es momentan zwei Knackpunkte:
- Die Nachfrage, wobei nicht nur Pilzfreunde, sondern auch "Einkocher" die Töpfe benötigen könnten.
- Probleme beim Import (Von Spedition über Zoll über Steuern über beschädigte Ware).

Beides ist natürlich unternehmerisches Risiko (bzw. vertraglich abgeklärt), da aber eine schöne fünfstellige Summe bei dem Projekt risikert werden müsste, bin ich lieber vorsichtig.
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von Pilzmartin1 » Mittwoch, 18. April 2018 11:34

Habe etwas weiter geforscht, das Problem scheint an der CE Zertifizierung zu liegen. Womöglich sind die All Americans inkompatibel mit europäischen Standards. Ohne CE Zertifizierung geht es natürlich nicht. Hat vielleicht jemand von euch in diese Richtung Informationen?
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von Lauscher » Mittwoch, 18. April 2018 11:50

Pilzmartin1 hat geschrieben: - Die Nachfrage, wobei nicht nur Pilzfreunde, sondern auch "Einkocher" die Töpfe benötigen könnten.
- Probleme beim Import (Von Spedition über Zoll über Steuern über beschädigte Ware).
Die beiden größten Probleme hast Du schon benannt.

Im Privatbereich wird kaum noch eingekocht, da würde ich keine nennenswerte Nachfrage erwarten. Zu Omas Zeiten war Einkochen noch gang und gäbe und wichtig für die Vorratshaltung. Heute gibt es alles im Laden oder landet im Tiefkühlfach.

Im gewerblichen Bereich kann ich den Bedarf weniger einschätzen. Eine Hausnummer größer gibt es z.B. den Korimat von einem deutschen Hersteller. Inwieweit im Gewerbe Bedarf an der Größenordnung des All American besteht, weiß ich nicht. Vielleicht in Großküchen?
Von Größe und Preislage liegt er zwischen DDKT und Korimat.
Die Pilzzuchtgemeinde würde sich natürlich freuen, ist aber als Marktnische winzig.

Zum Import möchte ich darauf hinweisen, daß es gerade einen Handelsstreit mit den USA gibt und Import eher schwieriger als einfacher werden dürfte.

Sorry, mir fallen nur Bedenken ein.
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von pilzmartin1 » Mittwoch, 18. April 2018 12:40

Lauscher, zuerst einmal vielen Dank für die schnelle Freischaltung. Natürlich sind All Americans absolute Nischenprodukte. Am meisten macht mir momentan die CE Zertifizierung sorgen, da ich in diese Richtung noch nie zu tun hatte.
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von Ständerpilz » Mittwoch, 18. April 2018 13:31

Afaik muss jedes einzelne Modell geprüft sicher sein. Wenn keine CE-Zertifizierung vorliegt - euch auszugehen war - musst du dies halt in Auftrag geben. Frag Mal beim TÜV Rheinland an. Allerdings könnte jede Prüfung mit deutlich über 1000€ zu Buche schlagen.

Der Markt ist überschaubar, weshalb ich gleich ganz Europa abdecken würde. Das ist ein Binnenmarkt und daher relativ problemlos. Mitunter gibt es auch in Laboratorien Bedarf, aber auch nur in wenigen Fällen. Arztpraxen und tätowierer scheiden aus, zum einkochen braucht man keinen Druck.
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von pilzmartin1 » Mittwoch, 18. April 2018 13:43

Hallo Ständerpilz, ja das stimmt vielen Dank. Natürlich ganz Europa, nachdem sowieso die Zertifizierung überall gilt. Ich bin mittlerweile mit jemanden vom TÜV in Kontakt, mal sehen wie hoch die Kosten liegen.
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von Ständerpilz » Mittwoch, 18. April 2018 14:12

Du könntest natürlich statt nur Direktvertrieb auch über die Pilzkulturshops verkaufen. Ferner gibt es inzwischen viele "Selbermacher", siehe z. B. Transition Town.

Ich teste dann gerne für dich ein Exemplar 8)
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von pilzmartin1 » Mittwoch, 18. April 2018 15:23

Ja gerne! Sollte es etwas werden bekommen alle, die hier geholfen haben gerne ein Testexemplar, nur nebenbei als Ansporn. :D Ich hoffe, ich verspreche da nicht zuviel, aber sollte es tatsächlich klappen gerne. :)

Persönlich würde ich auch B2B und nicht Direktvertrieb anstreben. Mir ist lieber mich um den reibungslosen Import und alles rundherum zu kümmern, und das Endkundengeschäft den etablierten Profis zu überlassen. Direktvertrieb wäre also eher nur eine Ergänzung, oder Alternative, sollten nur wenige Händler Interesse zeigen und dadurch Marktpotential liegen bleiben.

Transition Towns hört sich interessant an, werde ich mir mal näher ansehen. Ja ich glaube auch es gibt eine Zurückbesinnung aufs Selbermachen, egal ob Backen, Stricken oder eben Pilze züchten. :)
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von pilzmartin1 » Mittwoch, 18. April 2018 19:17

Ich schon wieder. ;) Dürfte ich euch fragen, auch wenn ihr keinen All American benötigt/wollt, ganz generell welche Größe ihr am besten fändet?

Hier die gerundeten Innenwerte der "normalen" Druckkochtöpfe in cm, und in inch in Klammer, jeweils Durchmesser * Höhe.

910: 26 * 19,5 (10 1/4 * 7 3/4)

915: 32 * 19 (12 5/8 * 7 1/2)

921: 31 * 26,5 (12 1/4 * 10 1/2)

925: 32 * 30 (12 5/8 * 11 7/8)

930: 32 * 35,5 (12 5/8 * 14)

941: 38,5 * 36 (15 1/4 * 14 1/4)

Hier die Autoklaven ohne Stromquelle. Durchmesser * Höhe angegeben für den inneren Container.

1915x: 28,3 * 14,6 (11 1⁄8 * 5 3⁄4)

1925x: 28,3* 26,0 (11 1⁄8 * 10 1/4)

1941x: 35,6 * 26,7 (14 * 10 1⁄2)

Die zwei Endziffern bei den Modellnummern stehen immer für Quarts, einem Flüssigkeitsmaß. Ein Quart ist ein bisschen weniger als ein Liter, 41 Quarts sind z.B. 38,8 Liter, also passen in den größten Topf 38,8 Liter.
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von Lauscher » Mittwoch, 18. April 2018 19:31

Als Pilzzüchter kann ich nur sagen: Je größer, desto besser. Zu groß gibt es nicht.
Als Technikskeptiker würde ich ohne Elektrik wählen. Was nicht dran ist, geht nicht kaputt.
Mein Modell wäre also der letzte in der Liste: 1941x: 35,6 * 26,7 (14 * 10 1⁄2)
Als Anbieter würde ich einen angemessenen Gasbrenner und/oder Elektroheizplatte gleich mit anbieten.

Oder hat die Elektrik Selbstregulierungsfähigkeiten? Mein Autoklav regelt Druck und Temperatur selbst, den brauche ich nur anstellen und nach 2 Stunden wiederkommen und abstellen. (ok, Entlüften muß ich zwischendurch einmal, bis nur noch Dampf kommt). Das ist sehr komfortabel.
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von pilzmartin1 » Mittwoch, 18. April 2018 20:39

Hallo Lauscher, vielen Dank, ja das dachte ich mir schon. Big is beautiful. ;)

Soweit ich verstehe muss man auch die Elektrischen manuell steuern (korrigiert mich). Es gibt sie übrigens auch in 240V, nur mit einem anderen Stecker (Annahme UK). Ohne genaueres zu Wissen glaube ich die Zulassung als Autoklav wird schwierig, da dabei die Prüfanforderungen sicherlich hoch sind (was auch gut so ist), aber womöglich könnte man sie als "bessere Druckkochtöpfe" verkaufen. Professionelle Anwender fallen dabei aber weg.
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von Ständerpilz » Mittwoch, 18. April 2018 20:57

Was heißt hier manuell steuern? Afaik heizen die und eventueller Überdruck geht über das Sicherheitsventil ab.
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Re: All American gewerblich importieren?!

Beitrag von Lauscher » Mittwoch, 18. April 2018 21:06

Ständerpilz hat geschrieben:Was heißt hier manuell steuern? Afaik heizen die und eventueller Überdruck geht über das Sicherheitsventil ab.
Mein erster Autoklav (18 Liter) wurde elektrisch beheizt. Wenn er an war, wurde die Heizspirale heiß und heizte durchgehend weiter hoch. Auf 2 Stunden Betrieb bedeutete das, das Überdruckventil war permanent am Kreischen, bis alles Wasser verdampft war. Ab dem Punkt wird es gefährlich. Das Metall wird heiß genug, um weich zu werden, und der Autoklav kann explodieren.
Für mich hieß das, zwei Stunden vor dem Gerät sitzen, Manometer und Thermometer beobachten, immer wieder an- und ausschalten.
Für schnelles Autoklavieren von etwas OP Besteck ist das völlig ok. Zeug reinschmeißen, warten bis Autoklav schreit, ausschalten, abkühlen lassen. Substrat über Stunden auf gleichmäßigem Druck+Temperatur halten, damit es bis in die Mitte steril ist, heißt hier: manuell steuern.
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